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Hier findet Ihr immer unsere neuesten CD-Besprechungen, nach Erscheinungsdatum
sortiert. Weitere Reviews gibt's in unserem CD-Archiv.
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| .No Fun At All "Low Rider" (Beat 'em down / Deaf & Dumb / Soulfood / VÖ: 21. November 2008) | |
Stil: Punkrock Format: CD Es gibt Bands die haben sich aufgelöst und alles und Jeder war traurig! No Fun At All ist so eine Band - vor Jahren (2003) gab’s nach der Auflösung noch ein Best Of Album ("Master Celebrations") damals noch auf Burning Heart Records. Das Letzte reguläre Studioalbum erschien aber schon im Jahr 2000, danach war dann noch eine Tour angesagt und dann 2001 Ende, Aus, Applaus. Manche dieser Bands lassen sich dann auch hin- und wieder für Reunion-Konzerte bezahlen, so war das mit NFAA auch, so konnte man sie beispielsweise vor zwei Jahren in Köln live bewundern. Es war allerdings fast unmöglich, Karten für die Show zu bekommen. Man hat sich also extrem rar gemacht in den letzten Jahren und so ist das neue Album "Low Rider" von Fans mit ähnlich viel Sehnsucht erwartet worden, wie "Chinese Democracy" von den Anhängern von Guns'n Roses. Live sind NFAA übrigens auch sehr sehenswert, nicht weil sie eine große Show liefern oder so – nein da wird einfach gerockt! Der singende Zuschauer sollte sich aber vom Mikro des Sängers, Ingemar Jansson, fernhalten der steht nämlich nicht so drauf wenn einfach mal so in sein Mikro gesungen wird. Stimmung ist garantiert und mit großem Gelaber, abgesehen von kleinen Anekdoten, wird sich auch nicht aufgehalten und statt dessen ge(punk)rockt was geht.
Anspieltipps: 04. "Anything Could Happen Here" 09. "Such a Shame" 13. "Willingly Unknowing" (Gesamtspielzeit: 14 Songs, ca. 33 Minuten) Fazit: Druckvoller Punkrock mit Spaß und guten Texten. Hat mich gefreut, dass NFAA es nicht ganz lassen konnten. (MC & dr.öge) Für Fans von: den alten NFAA – Sachen, frühen Offspring, frühen Pennywise |
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| .D-Flame "Stress" (Souljah / Intergroove / VÖ: 14. November 2008) | |
Stil: Hip Hop, Dancehall, Reggae, R&B Format: CD D-Flame, die tiefe Stimme Frankfurts, hat vor wenigen Tagen seine fünfte Platte auf den Markt gebracht. Das Frankfurter Talent mit seinem unverkennbaren Stil aus Rap, Reggae, Dancehall und R’n’B beeinflusst seit vielen Jahren die deutsche HipHop Szene. D-Flame's Biografie zeigt deutlich die Entwicklung seiner Musik, damals angefangen mit AZAD und den Asiatic Warriors, die Beteiligung am Brothers Keepers Projekt, seine Teilnahme am Bundesvision Song Contest und dem bisherigen Höhepunkt, der Gründung seines eigenen Labels Souljah Music. D-Flame hat viel erreicht und ist noch lange nicht müde seine Kraft in deutschen Rap zu investieren. Im Gegenteil, sein neues Album "Stress" bietet 15 detailverliebt produzierte Tracks, Balladen, Clubbeats und ne Menge guter Gäste.
Zur CD selbst: Das
Intro und der zweite Track "Na und"
machen sofort klar, dass sich D-Flame keine Gedanken macht, was seine
Konkurrenz von ihm denkt. Er weiß wie man Begabung buchstabiert,
kümmert sich nen Scheiß um Gerüchte und bietet zum Beginn
der Platte erstmal ordentlich tanzbare Beats. "It’s
on" ist einer von zwei Songs featuring Scola
(Dru Hill) und wird Euch sicher in HipHop-Club Eures Vertrauens als fetter
R’n’B-Beat wieder begegnen. Die nächsten Tracks sind
"Stress" und "Es
tut mir Leid", einmal fetter Dancehall und zweitens
eine ruhige, düstere Ballade mit Geigensound in der Hook. Beide Songs
sind Ansagen an Frauen, die das Beziehungsding nicht ganz verstanden haben.
Original Karibikfeeling gibt’s in Immer noch auf die Ohren, der
Song ist gleichzeitig das Ende des ersten, fröhlichen Teils der Platte.
Mit "Live Up!", "Backflash", "Gangsta",
"Bruderbrief", "Vermisst" und "Solution"
werden nachdenkliche, kritische Themen angesprochen. Angefangen mit Kritik
am Gangster-HipHop, Tracks für D-Flames Brüder im Knast, Texten
gegen den Hunger auf der Welt oder die Suche nach dem eigenen Vater. Zwischendrin
hat sich zusammen mit den Spezializtz der
Track "Teerinmeinenadern" eingeschlichen,
welcher die Sehnsucht nach Mary Jane thematisiert. Ein fröhlicher
Song zum Feiern, eine Homage ans Kiffen aber auch ein selbstkritischer
Blick auf die zwangsläufige Zerstörung der Gesundheit. Der letzte
Song "Stolzer Vater" birgt die wirkliche
Überraschung der Platte: zu hören sind neben D-Flame
auch das Duo ASD,
bestehend aus Afrob und Sammy
Deluxe. Der letzte Song, den die drei zusammen gemacht hatten hieß
Vaterlos, jetzt haben alle drei Kinder und Singen den Track eben für
ihren Nachwuchs. |
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| .The Stills "Oceans Will Rise" (Arts & Crafts / AL!VE / VÖ: 14. November 2008) | |
Stil: Pop bis Rock Format: CD Das Cover des Digipaks, bestehend aus schlichtem Schwarz mit einem zentrierten, goldenen Totenkopf und der Titel "Oceans Will Rise" lassen auf ein lautes und sozialkritisches Heavy Metal-Album schließen. War zumindest mein Gedankengang... Beim Intro der ersten Nummer war ich mir meiner Sache auch immer noch sicher ... und dann wurde mir klar, dass ich hier wohl keine brutal verzerrten Gitarren finden werde. Schade eigentlich, denn das Intro schrie geradezu danach. Aber das mag mit meinen Erwartungen zusammenhängen... Zur CD selbst: Ein sehr schönes Pop-Album wurde mir hier vorgelegt. Anfangs fand ich es zwar etwas doof, dass die Lieder immer relativ wenige Textzeilen enthalten, die dann eben öfters wiederholt werden, aber beim dritten Anhören war diese Kritik verflogen. Ebenso dachte ich eine Zeit lang, dass die Texte nicht zur Musik passen würden. Aber nach und nach änderte ich meine Sichtweise der Dinge und stimmte der Kombination so zu, wie sie mir vorgelegt wurde. "Oceans Will Rise" - unschwer an dem Titel zu erkennen - handelt vom Weltuntergang. Eine fiktive Geschichte scheint es nur dadurch zu werden, das hier ein bestimmtes Schicksal herausgepickt wurde. Die Vorgänge, die die Welt innerhalb der knapp 49 Minuten untergehen lassen sind keineswegs fiktiv. Der Meeresspiegel steigt, die Eisberge schmelzen, die Luft wird schlechter und überhaupt geht alles irgendwie den Bach runter, während man selbst immer wieder Scheisse in nicht ganz so großen Rahmen baut. Passen dazu ruhige und sanfte Pop-Musik-Klänge? Ja, tun sie! Denn das, was uns The Stills hier präsentieren, ist Zeitgeist. Schließlich laufen hier auf der Welt auch nur die wenigsten Amok, weil sie den Weltuntergang erwarten. Die meisten von uns gehen fünf Tage die Woche ins Büro und das mehr oder minder gechillt. Es ist eine destruktive Taubheit mit der wir den tatsächlichen Gefahren ins Auge sehen. Und gerade deshalb ruhige und sanfte Klänge zum Weltuntergang und kein Heavy Metal. Abgesehen davon verbinden sich Worte und Musik durchgehend wunderbar auf dieser Scheibe. Selbst wenn sie nicht für den Zeitgeist stehen würden. Liegt schließlich und endlich auch an dem Melodiegespür der Band. Zudem fügt sich der sanfte Gesang, der teilweise ziemlich stark an Coldplay erinnert, wunderbar in das Instrumentengefüge ein. Der Schlagzeuger überrrascht genreunüblich durch Innovation und der Bass unterstützt und unterstreicht verlässlich und robust die Gitarren, die sich fortwährend aus einem unerschöpflichen Topf von harmonischen Riffs zu bedienen scheinen. Oh Gott klingt das poetisch ... aber ernsthaft: Sehr schönes gelungenes Pop-Album! Bleibt mir nur noch kurz zu erläutern, warum meine Favourites meine Faouvrites sind. "Being Here" ist für mich ein Ohrwurm mit Stadion-Atmosphäre. Die Strophe erscheint schon recht pompös, wird aber durch den Refrain noch getoppt. Ich würde das Lied einfach mal als groß beschreiben. Ich weiss nicht, welcher der Tracks die erste Single-Auskopplung wird oder ist, aber die Nummer wäre mein Vorschlag und eben höre ich, so wird es auch sein. Leider lassen sich gerade bei dem Song auch die meisten Parallelen zu Coldplay ziehen. “Everything I Build” ist glaube ich das Lied, das ich im Allgemeinen gerade am meisten konsumiere. Passt momentan auch einmalig zu diesem Pisswetter und der gerade eintretenden Kälte. Eine schlichtweg wundervolle Ballade, die sich bis jetzt keineswegs abgenutzt hat. Dabei habe ich sie wirklich schon relativ oft gehört. Bei “Eastern Europe” finde ich das Riff total interessant und der Gesang schafft es doch tatsächlich da mitzuhalten. Das dann noch ohne brechenden Übergang mit echt melodischen Parts zu verbinden (“sun shines down...”) zeugt einfach nur von Können. “Rooibos / Palm Wine Drinkard” repräsentiert die Uptemponummer auf diesem Longplayer. Der sphärische Refrain setzt dem Ganzen die Krone auf und macht es einem sehr einfach in die Atmosphäre des Albums abzutauchen. Gelungen! Ebenso gelang ihnen mit “Statue Of Sirens” der Abschluss. Zugegebenermaßen achte ich auf so etwas immer besonders. Ich möchte einfach mit dem passenden Gefühl in die reale Welt entlassen werden und das werde ich hier. Nachdenklich, ruhig und meiner Meinung nach mit offenem Ende. Anspieltipps: 04. “Being Here” 05. “Everything I Build” 07. “Eastern Europe” 11. “Rooibos / Palm Wine Drinkard” 12. “Statue Of Sirens” (Gesamtspielzeit: 12 Songs, 49 Minuten) Fazit: Mal wieder ein Neuzugang in meinem CD-Regal, bei dem ich mir vornehme den Künstler weiterhin zu verfolgen. CDs aus diesem Genre findet man nicht viele bei mir. Hat aber damit zu tun, dass das meiste, was man als Pop bezeichnen kann, auch immer der gleiche “love you baby”-Brei ist. The Stills sind das auf gar keinen Fall. Sie sind innovativ, ehrlich und einfach gut in dem was sie tun. Melodie, Herz und Hirn. Danke! (Eddie) Für Fans von: Coldplay, Snow Patrol, Oasis, Travis, Kings Of Leon |
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| .GZA/Genius "Pro Tools" (Babygrande / Groove Attack / VÖ: 24. Oktober 2008) | |
Stil: Rap / Hip Hop Format: CD Sechs Jahre sind seit GZAs letztem Album „Legend of the Liquid Sword“ vergangen, während die anderen Clan Mitglieder fleißig Solo Platten veröffentlichten blieb es um den Genius in Sachen Solokarriere relativ ruhig. Zwar erschien ein Kollabo Alben mit Dj Muggs von Cypress Hill („Grandmasters“) und einige Remix Geschichten, aber das wars dann auch. Zwei Jahre nach dem Überalbum des Wu-Tang Clans „The 36 Chambers“ erschien das zweite Soloalbum und wurde auch 1995 promt zu einem der Topseller und über eine Million mal verkauft. Das „Beaneth to the Surface“ von 1999 bekam zwar positive Resonanz, konnte aber mit dem Erfolg des Vorgängers mithalten. Mit „Legend of the Liquid Swords“ sollte das anders werden, man konnte aber schon leichte Ermüdungserscheinungen erkennen und Zweifel haben, ob das einstige Feuer des New Yorker Rappers überhaupt noch brennt. Zur CD selbst: Natürlich soll mit „Pro Tools“ alles anders werden. Doch leider sticht schon das Cover komisch hervor, das mir eher den Eindruck einer Promo CD erweckt als eines neuen Albums. Die Rückseite dagegen kann sich schon eher sehen lassen aber die typische Schachbrettmetzelei, die wir schon auf dem Cover des Vorgängeralbum hatten, beunruhigt mich schon ein wenig,"Liquid Swords" die Dritte? Keine neuen Ideen?! Ganz so scheint es aber doch nicht zu sein... Tracks wie „Firehouse“ & „Path of Desruction“ sind Produktionen die sich schon hören lassen, nice Beats und GZA mit soliden Rap Parts, typische doppeldeutigkeit der Verse. Dagegen auf der anderen Seite: „Pencil“ feat. Masta Killa & RZA oder „Aphabets“ sind solide, klingen aber eher nach den 90ern, gute Produktionen aber schon zu oft gehört und zu oft da gewesen, somit eher die Schublade - nicht innovativ. Lichtblick auf dem Album ist der letzte Track „Elastic Audio“ der ein Gefühl von Elan und Kraft vermittelt, der bei den letzten 12 Tracks leider gefehlt hat und von dem mehr auf der Platte hätte sein dürfen. Bei den Produzenten und Gästen wurde dafür überhaupt nicht gespart, so gibt es Feature Parts von: RZA, Masta Killa, True Master und Justice Kareem, dazu Beats von: RZA, Bronze Nazareth, Black Milk, Preservation, Jay Waxx, Garfield, True Master und den Mathematics. Zusammenfassend hat GZA hier auf jeden Fall ein Album abgeliefert, das seine Berechtigung hat, aber möglicherweise bei eingefleischten Wu-Fans eine mittelmäßige Euphorie aufkommen lässt. Anspieltipps: 02. "Pencil" feat. Masta Killa & RZA 03. "Alphabets" 09. "Paper Plate" 12. "Path of Destruction" 16. "Elastic Audio" (Gesamtspielzeit: Songs, ca. Minuten) Fazit: Ein ernüchterndes Album, das die meisten Befürchtungen leider auch erfüllt, wenig innovatives und irgendwo in den 90ern hängen geblieben. Da helfen weder Top Rapper noch Top Produzenten... (Bo) Für Fans von: Wu-Tang Clan, RZA, Masta Killa, usw. |
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| .Jazzanova "Of All The Things" (Universal / VÖ: 24. Oktober 2008) | |
Zur CD selbst: Jazzanova gelten als Götter an den Reglern
und Meister des Sampling und so überrascht es doch enorm, dass das
neue Album "Of All The Things" fast
komplett ohne Samples auskommt. Doch das ist bei weitem nicht der einzige
Unterschied zu vorherigen Produktionen, die ja bisher zum Großteil
immer aus bereits vorhandenem Songmaterial wie ein Puzzle zusammen gesetzt
wurde. Nun hat man sich von der Postproduktion in die Produktion verlegt
und das heißt im Klartext, dass dieses Album mit echten, handverlesenen
Musikern im Studio eingespielt wurde, teilweise sogar analog! Man beschritt
dabei völlig neue Pfade und in Interviews und Pressetexten verglich
man die Aufnahmen gerne mit der Arbeit eines Regessiseurs, der ein klares
Bild von seinem Film im Kopf hat und dies nun mit seinen Schauspielern
umsetzen will. Die Schauspieler waren in diesem Fall Musiker aus der ganzen
Welt, die man auf Tour kennen gelernt und nun in's Studio gebeten hatte
um eigenes Songmaterial aufzunehmen, statt bestehnedes zu samplen. Herausgekommen
ist ein erstklassiges Album, smooth bis in's Detail, das jedoch mehr nach
klassischem Soul und Jazz klingt und wo das Nu vor dem Jazz dezent in
den Hintergrund geraten ist. Ein Großteil der zwölf Songs ist
von hohem, souligem Männergesang geprägt. Mal schwungvoll, mal
leidenschaftlich aber sehr gelungen und mit den verschiedensten Instrumentals
unterlegt, die bis auf den Drumcomputer ebenfalls alle live eingespielt
wurden. Die perfektionistische Komposition überzeugt bis auf die
letzte Note und sorgt für einen Sound, der harmonischer ist, als
die familienfreundlichste Neubauidylle! Der Stil von Jazzanova
ist dabei übrigens zugänglicher denn je und auch solche Ohren,
denen Soul, Funk und Jazz bisher Fremd gewesen waren, könnten hieran
Gefallen finden. Die Köpfe von Jazzanova
betonen immer gerne, dass sie sich nicht nach Trends oder dem Geschmack
des Publikums richten und einfach Musik machen, die sie selbst mögen.
Fest steht jedoch, dass ein so deepes Soul/Jazz/Funk Album nicht ungelegen
kommen kann, wenn sich kürzlich Artists wie Amy
Winehouse, Duffy oder Madcon
ganz oben in den Charts wieder fanden. Und Jazzanova
wären nicht Jazzanova, wenn sie nicht
doch samplen würden und so hat man sich kurzerhand selbst gesampled.
So ist der selbst eingespielten Track "Let Me Show Ya"
später als eigenes Sample in "So Far From Home"
zu hören. Dieses interessante Experiment ist sehr gut gelungen, nicht
zuletzt wegen dem Feature mit Phonte (von
Little Brother) ist "So Far From Home" eine echte Ohrenweide
geworden! Besonders stolz sind Jazzanova auch auf das Remake von "Rockin'
You Eternally", das sie zusammen mit dem Originalinterpret,
Soulsänger Leon Ware, einem Freund von
Marvin Gaye neu arrangiert haben. |
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| .Kool Savas "John Bello Story II" (Optik / VÖ: 17. Oktober 2008) | |
Stil: Hip Hop Mixtape Format: CD Es ist schon einige Zeit her, als „John Bello Story“ 2005 als Mixtape erschien und auch prompt einschlug wie eine Bombe. Jetzt knapp ein dreiviertel Jahr nach seinem Erfolgsalbum „Tod oder Lebendig“ und dem kürzlich erschienenem „Best of Kool Savas“ kommt Savas´ Alter Ego John Bello wieder Mal zum Vorschein, um auf „John Bello Story II“ das zu tun, was viele auf „Tod oder Lebendig“ so schmerzlich vermisst haben: einen unbeschwerten KKS der sich weder um Grenzen noch Normen schert um wieder ein Stück Battle Rap Kultur in unsere Gehörgänge zu pflanzen. Zur CD selbst: Während der Vorgänger noch als reinrassiges Mixtape am Start war, ist die „John Bello Story II“ nach eigenen Aussagen eher als Album konzipiert worden. Unterstützung erhält Kool Savas natürlich aus seinem Optik-Camp: Ercandize, Franky Kubrick, Caput, Kaas Amar, Mo Trip, I.G.O.R, Sinan (-dem kleinen Bruder von Savas), Jifusi, sparring Partner Olli Banjo und zuguter letzt Stuttgarter Jungs Maeckes & Plan B und dem Mindener Germany. Auf dem 14 Tracks starken Album dominieren die Beats von Melbeatz, Sir Jai, Ronald Mc Donald, Sti sowie Strike Beatz, wobei letzterer auch für die Single- Auskoppelung „Krone“ feat. Franky Kubrik, Moe Mitchel & Amaris, verantwortlich ist. Tracks wie „Bagger“ feat. Sizzlac, Caput & Moe Mitchell und „Fick nicht mit uns“ feat. Amar, Ercandize & Moe Mitchel können schon was, aber leider gehen die meisten anderen Tracks nach Savas seinen krassen Parts unter. Schade ist vor allem, das im Vorfeld mit den „Top Rappern“ Deutschland als Feature geworben wird, aber letztendlich Leute wie Olli Banjo oder Kaas die auf dem Niveau von Savas mithalten können nur auf dem Track „Der Beweis 2“, wo er seinen persönlichen Hit vom letzten Album für insgesamt 16 Rappern zu Verfügung stellt, vorkommen, aber beim genaueren hören Teilweise mehr wie ein zusammengebastelter Track anhört als ein kompakte Geschicht.. Inhaltlich geht’s wie immer ums spitten, haten und eigenes Ego hervorheben, ganz in traditioneller Battlemanier, was in Kombination mit den Beats, die sehr Synthi-lastig sind, gut harmoniert und so dem Album trotz teilweiser lauer Parts noch einen wesentlichen Kick verschafft und keine Langeweile aufkommen lässt. Anspieltipps: 01. "Bagger" 03. "Krone" 08. "Feuer" 14. "Beweis 2" (Gesamtspielzeit: 14 Tracks, ca. 55 Minuten) Fazit: Dass Savas Flow und Technick besitzt und unumstritten zu den besten Rappern Deutschlands gehört wird wohl auch auf diesem Mixtape niemand anzweifeln. Und da ist auch das Problem: Statt ihn zu unterstützen, wie es eigentlich sein sollte, gehen die meisten Features nach den Parts von Savas komplett unter oder wirken nicht. Das verleitet zum zurückskippen. Die meisten Features sind schon solide, können aber dem einstigen “King of Rap” oft nicht das Wasser reichen. (Bo) Für Fans von: Curse, Azad, Ercandize, Olli Banjo, etc. |
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| .Dillinger Four "C I V I L W A R" (Fat Wreck / SPV / VÖ: 10. Oktober 2008) | |
Stil: Punkrock Format: CD SECHS JAHRE!!! Erst als ich mich daran erinnerte, was ich so vor sechs Jahren gemacht habe, wurde mir bewusst, was für eine verdammt lange Zeit das eigentlich ist. Mit dieser riesigen Lücke zwischen zwei Alben haben Dillinger Four sogar Aerosmith und die Rolling Stones geschlagen! Die haben es gerade mal auf maximal vier Jahre geschafft und im Gegensatz zu der uns hier vorliegenden Band können die zumindest noch fortgeschrittenes Alter und ausreichenden Ruhm als Ausrede vorweisen. Aber vielleicht ist es ja genau das was Dillinger Four meinen, wenn sie singen “let's go cause we're not getting any younger”... Zur CD selbst: Lasst es uns direkt und offen aussprechen. "Civil War" selbst ist es bestimmt nicht, was diese lange Zeit in Anspruch genommen hat. Uns liegt hier kein wohlüberlegtes und bis ins kleinste Detail ausgetüfteltes Konzeptalbum vor. Genauso wenig reisten einzelne Bandmiglieder nach Indien oder Tibet um ihre Erleuchtung oder sich selbst zu finden. Was da jetzt also genau sechs Jahre dauerte ... keine Ahnung. Vermutlich Privatleben, Kinder, Familie, alle werden älter und so. "Civil War" auf jeden Fall, lässt weder Kinder und Familie, noch sechs Jahre musikalische Auszeit heraushören. Ganz im Gegenteil. Cooles Cover, geile Tracktitel, fette Melodien und ein sehr gesundes Pfund auf die Zwölf. Wunderschöner Punk(-Rock) in Bestform. Dillinger Four haben sich nicht verändert. Eigentlich überhaupt nicht. Etwas weniger Tempo vielleicht, aber auch da will ich mich nicht festlegen. Zu meiner eigenen Überraschungen finde ich ganz schön viele Highlights in den doch sehr knappen 40 Minuten. Da wären der Refrain in "Contemplate This On The Tree Of Woe", das Thema, die Melodie, der Zwischenteil und allen voran der Refrain und das Outro von "Gainesville", der Refrain von "Ode To The North American Snake Oil Distributor", das Intro, der Text und überhaupt alles von "The Classical Arrangement" (zu kurz geraten - VIEL zu kurz), der Refrain von "Americaspremierefaithbasedinitiative", das verzerrte Introriff von "The Art Of Whore", das Outro von "A Pyre Laid For Image And Frame", der Titel, die erste und die letzte Strophe, der Refrain und das Outro von "Like Eye Contact In An Elevator" und schließlich der Refrain und der Zwischenteil von "Clown Cars On Cinder Blocks". Band- und Genreübergreifend alles absolut nennenswerte Highlights. Alle wie sie da stehen. Damit habe ich bestimmt nicht gerechnet... Was soll ich jetzt noch weiter schreiben? - Ach ja: Viele einzelne Textzeilen dieses Album begleiten mich nun durch meinen Alltag... Anspieltipps: 04. "Gainesville" 07. "The Classical Arrangement" 12. "Like Eye Contact In An Elevator" (Gesamtspielzeit: 13 Songs, ca. 40 Minuten) Fazit: Die Anspieltipps repräsentieren lediglich meine absoluten Favourites. Der eigentliche Anspieltipp ist das komplette Album. Abnutzungsgrad bei Dauerhören gering. I am disco-dancing with the best... (Eddie) Für Fans von: Dead To Me, Lagwagon, Star Fucking Hipsters, The Gaslight Anthem, usw. |
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| .Baby Genius "Baby Genius" (Little Jig / AL!VE / VÖ: 10. Oktober 2008) | |
Stil: Indierock Format: CD Beim Künstlernamen Baby Genius denkt man vom Klang her wohl zunächst an US-Rapper wie Lil Wayne, Little Bow Wow oder anderen Hip Hoppern aus der Bronx. Damit liegt man allerdings komplett schief. Ivo Amarilli (aka Baby Genius) ist Schweizer mit italienischer Abstammung, zwanzig Jahre jung und kommt aus Emmenbronx bei Luzern. Seine Musik hat auch nichts mit Rap zu tun, er ist vielmehr Indierocker, Songwriter und Gesangstalent! Vergesst Adam Green, denn Baby Genius weiss auf genialem musikalischen Niveau zu unterhalten und tut dies weitaus rockiger als sein Kollege von der Insel. Zur CD selbst: Die melodischen Songwriter Gitarrenklänge des Openers ("I Coundn't Love You") nehmen Dich schon in den ersten Sekunden mit, schlagen dann in wilden Indierock um und schnell ist klar, mit dieser Scheibe hast Du einen dicken Fang gemacht! Also einmal tief gen Süden verbeugen und einen Tribut in die Schweiz schicken (!), die kürzlich mit Aimee Cares eine erstklassige Indierockband hervorgebracht hatten. Zurück zur CD, die bleibt auch weiterhin extrem gut, mit ihrer Mischung aus Sonwriter-, Retro- und Indierock, mit fetzigen Tanztracks, Rockkrachern, Balladen und allem was dazu gehört. "Dance" fällt natürlich unter die Sparte rockender Tanzbeinschwinger und hat wie der Nachfolger ("Champs Elysées") und einige weitere Songs seine Stärke in den mitreissenden Gitarren und dem vielfach wiederholten Refrain. Mit "Baby Genius" folgt ein langsamer, nachdenklicher Titeltrack mit viel Gefühl und spätens hier erkennt man auch die gesanglichen Fähigkeiten des Schweizers, dessen Stimme den Track quasi allein trägt. Doch nicht, dass Ihr nun auf die Idee kommt, wir hätten hier so süßen Mädelsrock mit Charme, der eigentlich in die Pop-Sparte gehören würde, nein! Denn standesgemäss vorwärts gerockt wird natürlich auch und da sind einige Pusher dabei. Da wären vor allem "Formula" und "F.E.V.E.R." zu nennen, die auch den Freunden von Franz Ferdinand gefallen dürften. Dazwischen findet sich ein, an Eingängkeit alles überragender Pianorocksong ("Just Wanted To Know"), den man mit sicherheit via MTV Heavy Rotation innerhalb kürzester Zeit in die Charts schiessen könnte. Ebenfalls erste Sahne ist "Needed To Feel", erneut mit Baby Genius selbst am Piano, verträumt schön, poprockig in feinster Weezer-Attitude. Im "Panties Song" wird ausserdem schlüfprig und schamlos die Retrorockschiene geritten, bevor das Album mit einem weiteren Rocksong und einer mittelmässigen Ballade ausklingt, um nach einer längeren Pause mit einem kurzen Hidden Track endgültig zum Abschluss zu kommen. Rockig, eingängig, vielseitig, kaufenswert! Anspieltipps: 01. Couldn't Love You 02. Dance 06. Just Wanted To Know 09. Needed To Feel (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 60 Minuten) Fazit: Nach dem Schweizer Taschenmesser der beste Import aus der Schweiz, der je getätigt wurde! (dr.öge) Für Fans von: Aimee Cares, Adam Green, Weezer, Cargo City, Elliott Smith, Franz Ferdinand |
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| .Joey Cape "Bridge" (Bad Taste / Soulfood / VÖ: 04. Oktober 2008) | |
Stil: Akustik-Gitarren-Pop Format: CD Es gibt Musiker, die spielen in Bands nur so aus Lust an der Freude und es gibt Musiker wie Joey Cape. Der Sänger von Lagwagon und Afterburner (sowie ehemals Bad Astronaut), der Sänger und Gitarrist von The Playing Favorites und der Gitarrist von Me First and the Gimme Gimmes bringt in Kürze sein erstes full-lenght Solo Album auf den Markt. Allem Anschein nach kann es für den Workaholic-Punk gar nicht genug Bands und Projekte geben. Vor einigen Jahren bereits kam ein Splitalbum mit je fünf Songs von Joey Cape und Tony Sly (No Use For A Name) auf den Markt. 2008 schallt nun Joeys neustes Werk "Bridge" mit 12 eigenen Songs durch die Wohnzimmer von US Punks und auch in Deutschland hört man leise die ersten Klänge über den Teich wehen. Zur CD selbst: Produzent für "Bridge" war, wie soll es auch anders sein, Joey selbst. Die Songs hat er ebenfalls geschrieben und auch noch alle Instrumente selbst eingespielt. Nach 2 Jahren und vielen Rückschlägen hat Mr. Cape es jetzt aber endlich geschafft. Sein Album "Bridge" ist fertig und über seine Zeit im home studio sagt er: "Stundenlang alleine in einem Raum sitzen bringt am Ende die besten Ergebnisse ? oder du wirst verrückt." Joey bietet uns mit "Bridge" eine ruhige Gitarren-Pop-Produktion. Der ruhige, manchmal schiefe aber sehr melodische Gesang steht deutlich im Vordergrund. Die Akustikgitarre im einsamer-Mann-reitet-durch-die-Wildnis-der-Rocky-Mountains-Stil ist der Mittelpunkt der musikalischen Untermalung. In "B Side" hört man zwar doch mal eine ruhige Keyboard-Melodie und leichte Synthie-Einflüsse womit es mit der Abwechslung auch wieder vorbei ist. Die meisten dieser schönen Balladen sind Neuinterpretationen ("No Little Pill", "Mission Unaccomplished") von Lagwagon-Songs. Mit "B Side", "Errands" und "Memoirs And Landmines" finden sich drei Songs von der aktuellen Lagwaon-EP mit auf diesem Album, die hier natürlich ganz anders klingen, sanft und gefühlvoll. Für Lagwagon Fans hat die Musik also hohen Wiedererkennungswert und geht schnell in's Ohr. Wenn man Joey Cape bisher nicht kennt, wird man allerdings seine Probleme haben, sich in's Album reinzuhören. Der Gesang und die Texte sind bei dieser Platte einfach entscheidend. Mit rauchiger, kratziger Stimme wie man es von einem Punksänger wohl erwarten darf singt er leise von seinem Leben, Liebe und von Amerika. Im weiteren Verlauf wartet man umsonst auf musikalische Ausbrüche in Richtung Rock oder Punk. Vom ersten bis zum letzten Song zieht Joey seinen Schmuserock-Stil durch und liefert den Punks mit Hang zur Melancholie ein Album für gemütliche Wintertage und ruhige, nachdenkliche Stunden. Anspieltipps: 05. "B Side" 06. "Memoirs and Landmines" (Gesamtspielzeit: 12 Traks, 36 Minuten) Fazit: Wer Joey Cape mal von seiner ruhigen Seite erleben möchte ist hier vollkommen richtig. Die Platte ist schön anzuhören aber unspektakulär. Für mich kam der Gitarrenpop-Stil ein wenig unerwartet, nach einigen Songs hat man sich aber dran gewöhnt und findet dann viel Gefallen an den Texten, die grossteils von Lagwagon gecovert wurden. (moe) Für Fans von: Bad Astronaut, Lagwagon |
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| .London Elektricity "Syncopated City" (Hospital Records / VÖ: 29. September 2008) | |
London Elektricity "All Hell Is Breaking Loose" "Attack
Ships On Fire" ist einer der wenigen Songs, der ganz ohne Vocals
daher kommt und damit auch keinesfalls schlecht gewählt hat. Der
Track könnte aufgrund seiner schwermütigen aber zugleich prägnaten
Klangpassagen und markanten Samples auch wunderbar als Filmmusik funktionieren.
Mit "Point Of No Return" folgt ein düsterer Track
dessen Kontrast die sanfte Stimme von Liane bildet, als Gimmik dienen
eingespielte Samples von Labelkollege High Contrast. In allem präsentiert
uns Tony Colman hier ein in allem eher chilliges
als vorwärts gehendes Drum & Bass Album. Emotionle Songs wie
"Uska" oder "Southeastern Dream"
sind zwar nett aber eben auch nicht mehr. Da kann auch der funkige Kracher
"Sat Nav" nichts dran ändern. |
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| .Thievery Corporation "Radio Retaliation" (ESL / Rough Trade / VÖ: 26. September 2008) | |
Stil: Downbeat, Trip Hop, World Music Format: CD Den Stil der Thievery Corporation könnte man als Easy Listening für extrem gehobene Ansprüche bezeichnen. Die beiden (Eric Hilton und Rob Garza) sind so vielseitig wie ihre Musik, betätigen sich als DJs, Produzenten und unterhalten einen Club in Washington DC. In ihren Downbeat-Sound lassen sie Stile aus der ganzen Welt einfliessen, mit indischen Instrumenten (Sitar), orientalischen Sounds, mit Downbeat, Dub, Trip Hop und vielem mehr begeistern sie ihre Höhrerschaft seit vielen Jahren. Nach dem letzten sehr spacigen Studioalbum "Cosmic Game" (Meilenstein!) folgten diverse Remixes und Compilations sowie Rob Garza's Ausflug zum Rock'n Roll mit seinem feinen Soloprojekt "Dust Galaxy". Studioalben der beiden Remixfreaks sind leider selten und so ist die Aufmerksamkeit immer groß, wenn die Thievery Corporation ein neues Album in die Läden stellt. Zur CD selbst: Allein der Titel "Radio Retaliation" ist aus unserer Sicht schon der Hammer, denn ich höre NIE freiwillig Radio, den ganzen Chart- und Klingeltondreck sollen sich lieber andere geben. Retaliation heißt allerdings soviel wie Gegenschlag oder Vergeltungsmaßnahme und somit richtet sich der neue Longplayer der Thievery Corporation natürlich an Gleichgesinnte, die mit Pop und Chartmusik herzlich wenig anfangen können, geht aber noch deutlich weiter in Richtung Sozialkritik, wie die Texte der Songs zeigen werden. Musikalisch ist es ein Album, für Leute, die offen sind, für neue Sounds, für Experimentelles, für ausgefallene DJ-Sounds und Samples, für Lounge, Dub, Downbeat und Trip Hop.
Durch die
vielen Gastsänger/innen, die aus der ganzen Welt stammen und die
immer gerne verwendete Sitar sowie einiger anderer Instrumente (Trompete,
Trommeln, ) bekommt "Radio Retaliation"
einen gewissen World Music touch. Aufgrund ihrer ausgefallenen, vielseitigen
Instrumentals wird die Band aber eh in vielen Plattenläden unter
Weltmusik gelistet. Was eigentlich nicht ganz richtig ist, denn Eric
Hilton und Rob Garza sind DJs, Produzenten
und Remixer, deren Werke grundsätzlich auf Trip Hop und Downbeats
aufbauen. Das ist diesmal nicht anders, jedoch sind hier auch einige ausgefallenere
oder flotte Rhytmen dabei. So klingt "Mandala (feat. Anoushka Shankar)"
mit der Sitar nach Tanzparty in einer Opiumhöhle oder "..."
nach Karneval in Rio, flottes Sambasample inklusive. Besonders gut sind
auch die Tracks mit Sleepy Wonder am Mic
("Sound the Alarm"), darunter auch der Titeltrack "Radio
Retaliation". Anschliessend unterstreicht "Vampires"
(feat. Femi Kuti) inhaltlich die immer wieder angesprocehen Kritik an
der bequemen westlichen Lebensweise, in der man gerne die Augen vor den
Problemen der Welt verschließt. ("If you go to Darfur/What
you find?"). Düster aber gut gibt sich "Forgotten
People" ganz im Stil von Tricky. Die
Fans von Massive Attack, Portishead
oder altem Stuff von Terranova kommen spätestens
bei "Beautiful Drug" voll auf ihre Kosten, Trip Hop
mit schönen Vocals und Gänsehautfaktor! Den Rest solltet Ihr
Euch selbst mal reinpacken, besonders wenn Ihr wisst wovon ich hier rede
oder Ihr bereit sein solltet musikalisches Neuland zu betreten. |
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| .The New Story "Different Ways" (Rockhit / VÖ: 26. September 2008) | |
Stil: Rock, Punk, Melodycore Format: CD Nach dem bahnbrechenden Debutalbum "Emotivhate" von der italienischen Skapunktruppe Carry-All, erreicht uns nun die nächste gute Scheibe aus Italien. The New Story haben ihr Heimatland längst erobert und auch europaweit bereits für einiges Aufsehen gesorgt. So war man Gewinner des MTV TRL Best New Act Awards und soielte bereits als Support für nahmhafte Bands wie Evanescence, Lagwagon, 30 Seconds To Mars oder My Chemical Romance. Der nächste logische Schritt ist nun natürlich der europaweite Release ihres Debutalbums "Different Ways". Da diese Italiener ein sehr gutes Gespür für schöne Pop- und Rockmelodien haben und ausschließlich auf Englisch singen, sollte das mit dem Erfolg im Rest von Europa wohl reine Formsache werden. Zur CD selbst: Während die Jungs an den Instrumenten (Gitarre, Bass, Drums) auf "Different Ways" tatsächlich sehr unterschiedliche Wege finden, die Hörerschaft zu beeindrucken, bleibt der Sänger fast durch die ganze CD hinweg beim gleichen Strickmuster. Gitarre und Bass sind es, die den Songs die Würze geben und den Hörer immer wieder überraschen. Bereits wenige Minuten nach dem Ende des ersten Hördurchlaufs ertappte ich mein Gehirn schon beim unbewussten Abspulen des letzten Refrains, was natürlich ein gutes Zeichen ist. Die CD bietet flotte Songs mit abwechslungsreichem Rock und viel Ohrwurmpotential, soviel ist sicher. Dennoch sprechen wir hier nicht von einem Meisterwerk, sondern von einem guten Rockalbum einer jungen Band, dessen Debut aber noch einigen Spielraum nach oben läßt. The New Story haben großes Potential, insbesondere an Drums und Gitarre, beim Sänger wartet man aber vergeblich auf einen heftigen Gefühlsausbruch, der gut zur Musik passen würde und so den einzelnen Songs einen unterschiedlicheren Charakter geben könnte. Dies ist allerdings der einzige Kritikpunkt an einem, ansonsten sehr gelungenem Debutalbum. Wer rockigen Melodycore mag, bei dem nicht immer nur die gleichen drei Akkorde gespielt werden, der muss The New Story unbedingt antesten! Anspieltipps: 01. "don't mind" 04. "comfort" 12. "make me bleed" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 40 Minuten) Fazit: Schnell in's Ohr ist hier das Motto und es funktioniert! (dr.öge) Für Fans von: Midtown, Millencolin, No Fun At All, Blink 182, +44, Boxcarracer, usw. |
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| .Star Fucking Hipsters "Until We're Dead" (Fat Wreck / SPV / VÖ: 26. September 2008) | |
Stil: Crustpunk/Metal goes Fat Wreck Format: CD Vorweg: Mit 'Until We're Dead' haben die Star Fucking Hipsters ein mehr als sauberes Debut abgeliefert, dessen Qualität die (zugegebenermaßen gemischten) Erwartungen locker übertrifft! Anknüpfpunkt und Messlatte dieser Platte ist natürlich ganz klar Leftover Crack (LOC), allein schon weil hier wie dort Stza Kopf der Band ist. Laut Infozettel des Labels entstand die Idee zu dieser Band 2004 von Stza und dem mittlerweiler verstorbenen LOC-Drummer Brandon (Anmerkung: Ich meine mich eher zu erinnern, dass seinerzeit Stza und der F-Minus-Gitarrist Brad Logan eine weibliche Stimme für ein Crustpunk-Projekt suchten, aber ist ja auch egal). Zudem sollen einige der letzten veröffentlichten LOC-Songs ursprünglich Stücke der Star Fucking Hipsters gewesen sein. Dies im Hinterkopf verstärkt den positiven Eindruck der Platte, denn die Songs auf diesem Album sind deutlich besser als die letzten Outputs von Leftover Crack und Konsorten. Dass es sich bei den Star Fucking Hipsters trotz musikalischer Ähnlichkeiten um eine neue Band handelt, zeigt sich bereits am Line-Up: Neben den LOC Mitglieder Stza (Gesang, Gitarre) und Ara (Drums, sonst u.a. bei den Slackers) finden sich in der Band neben Gitarrist Frank (Generics) die Sängerin Nico und Yula am Bass (Nanuchka, Ex-World/Inferno Friendship Society). Dazu kommen verschiedene Gastauftritte, u.a. von Franz Nicolay (The Hold Steady, Ex-World/Inferno Friendship Society). Zur CD selbst: Los geht die Platte mit einem kurzen Intro, danach folgt direkt der Titeltrack des Albums, der richtig nach vorne bricht. Dann geht es mit einem relativ poppig angehauchten Track samt weiblichem Gesang weiter ("Immigrants & Hypocrites"), dem ein Song folgt, bei dem ruhige Strophen, eine melodische Bridge und Screamo-Passagen sich abwechseln ("Two Cups of Tea"). Die Abwechslung, die sich hier andeutet, wird konsequent durchgehalten, was als die Stärke des Albums gelten kann. So finden sich sogar ab und zu einige Ska-Passagen oder gar melodiöse Rock-Songs ("Only Sleep"). Dabei sind die Songs größtenteils auch wirklich gut, auch wenn ab und zu noch Luft nach oben gewesen wäre. Interessant wird es zum Ende, wenn mit 'Broken' (4:32 Min) und "Death or Fight" (8:07) zwei richtig starke Songs das Album beenden. Beide verbinden richtig gut Melancholie und Agressivität, wobei ersterer von Beginn an druchkvoll nach vorne geht, während zweiterer langsam beginnt (vom Sound her ähnlich wie "Soon We'll Be Dead" von der LOC-LP "Fuck World Trade"), sich stetig aufbaut, dann in einen neuen Punk-Song einsteigt, wieder ausklingt um am Ende mit einer Reprise von "Immigrants & Hypocrites" das Album zu beenden. Textlich geht Stza natürlich wieder voll auf die zwölf in Sachen Kontroversität, wobei sich teils Redundanzen im Inhalt und in Anbetracht mancher Statements Stirnrunzler auf der Stirn des Hörers einstellen. Aber sei's drum: Die Musik wiegt diese Kritik locker auf. Insbesondere die Drums sind einfach super! Produziert wurde die Platte übrigens von Fat Mike himself, der wirklich einen super Sound produziert, auch wenn es ab und zu etwas zu poppig wird. Anspieltipps: 02. Until We're Dead 04. Two Cups of Tea 13. Death Or Fight (Gesamtspielzeit: Songs, ca. Minuten) Fazit: Auf jeden Fall der musikalisch zugänglichste Release aus der Crackrocksteady Ecke. Klare 8/10! (Bär) Für Fans von: Leftover Crack, World/Inferno Friendship Society |
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| .Carry-All "Emotivhate" (Rockhit / Finetunes / VÖ: 26. September 2008) | |
Stil: Skacore, Punkrock, Powerpop, Format: CD Die Voodoopupe ist ein Skapunker und die Nadeln des neuen Albums "Emotivhate" von Carry-All treffen garantiert direkt in's Herz! Der Sound ist ein fetter Geheimtip für alle Fans von melodischem Ska, wie ihn beispielsweise Reel Big Fish machen und niemand käme bei der Musik der siebenköpfigen Band darauf, dass diese aus Italien stammen könnte. In ihrem Heimatland haben sie sich bereits stetig nach oben gespielt und nach einer EP, einigen Slip-CDs und Samplerbeiträgen blasen sie mit ihrem ersten Longplayer nun zum fröhlichen Angriff auf ganz Europa! Zur CD selbst: Die schier unbändige Spielfreude ist wohl das erste, was dem Hörer prositiv auffällt. Gute Laune pur, verpackt in melodische Gitarrenriffs, Mitsing-Refrains, gekonnte Bläserparts und interessante Texte. Ohne Pauken, dafür aber mit Trompeten, Saxophon und Posaune ist für ordentlichen Skasound gesorgt, der abgesehen von der oftmals schnell peitschenden Basedrum nur selten richtig punkig wird. Die flotten Passagen sind eher Melodycore und Powerpop und versprühen mehr Partystimmung als Pusher-Attitude. Tracks wie "You're Everything" laden unmissverständlich zum Tanzen ein, im Refrain von "Break The Silence" wird etwas mehr gerockt und bei "I Wish This Never Ends" ist Mitgröhlen absolut Pflicht! Ein überaus gelungenes Stück mit gekonntem Auf und Ab zwischen Singalong, Ska und Midtempo Rock. In "This Time" kommt die eh schon allgegenwärtige Trompete nochmal verstärkt zum Einsatz, begleitet von einer schmetternden Basedrum und schön melodischem Gesang. "Le Nostre Favole" ist der einzige Track mit italienischem Text und somit auch der einzige, der geskippt wird. Inhaltlich kann besonders "The Gap" begeistern, bevor das Ska-Cover von "What A Feeling" die ohnehin schon starke Ähnlichkeit mit Reel Big Fish endgültig besiegelt! Das Album ist ein Partyknaller des Ska von Anfang bis Ende, der sogar auf dem letzten Track noch ein Highlight parat hat ("Yes, I Like The Vandals, So What?"). Live sind die Jungs bestimmt auch ein Reißer, Hier die Tourdates: 03.10.2008 (I) Turin - United Club 04.10.2008 (I) Lucinico - Pieffe Factory 08.10.2008 Berlin - Duncker Club 10.10.2008 Neuburg - Jugendzentrum 11.10.2008 Bausendorf - Riezer Stübchen 01.11.2008 (I) Bastia Mondovì - Red Ants 01.12.2008 (I) Milano - Rolling Stone (+ Less Than Jake & Guttermouth) Anspieltipps: 01. "You’re Everything" 04. "I Wish This Never Ends" 09. "What A Feeling" 10. "B-Fore" 12. "Yes, I Like The Vandals, So What?" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 41 Minuten) Fazit: Leben Reel Big Fish jetzt unter falschem Namen in Italien? Das könnte man beim Genuss von Carry-All zumindest denken, denn deren Debutalbum "Emotivhate" ist von Anfang bis Ende ein fröhlicher Ska-Dauerbrenner, der RBF in nichts nachsteht! (dr.öge) Für Fans von: Reel Big Fish, Yakuzi, Less Than Jake, Streetlight Manifesto, Mighty Mighty Bosstones, Mad Caddies |
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| .Scheisse Minelli "The Crime Has Come" (Destiny / Dirty Faces / Finetunes / VÖ: 19. September 2008) | |
Stil: Skatecore, Speedpunk, Trashpunk Format: CD Scheisse Minelli sind eine vierköpfige Band aus Süddeutschland, zwei der Bandmitglieder haben kalifornische Wurzeln, was vielleicht den Musikstil erklärt. Ultraharter, kompromissloser Skatepunk, schnell und geradeaus. Der Stil entwickelte sich im Kalifornien der 70er Jahre, als die Surfer anfingen, auf's Skateboard umzusteigen. Skatebparks und Holzrampen waren damals rar und so fuhr man in Betonparks und vor allem in leeren Swimmingpools. Poolskating zählt zu den härtesten Disziplinen und Sicherheitsausrüstung trug man damals auch nicht wirklich. Schmerzen sind also vorprogrammiert und so brauchte man logischerweise einen extrem harten, pushenden Sound, der die Skater entsprechend antrieb. Bald darauf gab es immer mehr Skateboarder, die selbst in Bands spielten und das Thema Skateboarding auch inhaltlich in ihre Musik einbezogen. Damit war der frühe Skatepunk geboren, den Scheisse Minelli nun wieder gekonnt in Szene setzen. Zur CD selbst: Nach einem kurzen Intro wird auf "The Crime Has Come" losgeprescht, was das Zeug hält. Songs wie der Opener "Don't Drink The Viper" kennen kein Erbarmen und haben mehr BPM als alles was man aus anderen Musikrichtungen gewohnt ist. So ist es auch wenig verwunderlich, dass die Songs selten länger als zwei Minuten lang sind. Absolut typisch für diesen Sound, ebenso wie die aussagekräftigen Texte, die, wie oben angesprochen, oft vom Skateboarding handeln ("Skate A Holic"). Eingespielt wurde das Album in nur zwei Tagen unter der Aufsicht der deutschen Punkrocklegende Archi Alert (Terrorgruppe), der ja ein Spezialist für den rauhen Sound ist. Somit konnte hier eigentlich gar nix schief gehen. Skatecore schien in Deutschland fast ausgestorben zu sein und so ist es schön zu hören, das Scheisse Minelli diesen Muttersound unserer Lieblingssportart nun wieder aufgreifen und auf die Bühne bringen. Checkt das Album und die aktuellen Tourdates unter: www.myspace.com/scheisseminnelli. Anspieltipps: 02. "Tribute to Robby's liver" 09. "Skate A Holic" 10. "When Skateboarding was crime" 15. "Trash circle pit" (Gesamtspielzeit: 16 Tracks, ca. 29 Minuten) Fazit: Absolut kompromissloser Arschtreter, der Euch zu Höchstleistungen pushen wird! (dr.öge) Für Fans von: 411, Dead Kennedys, Descendents, Dead Boys, CKY, The Faction, Satanic Surfers, US Bombs, SNFU, Disaster Area, Spermbirds, ZSK, usw. |
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| .Constantines "Kensington Heights" (Arts & Crafts / AL!VE / VÖ: 19. September 2008) | |
Stil: Indierock Format: CD Die fünf kanadischen Rocker von The Constantines haben vor wenigen Tagen ihr viertes Album "Kensington Heights" auf den europäischen Markt gebracht. Die Band gibt es seit 1999 und stammt aus der unscheinbaren Weltstadt Guelph. Erschienen ist das Werk auf Arts&Crafts nachdem fast alle vorherigen Alben unter Subpop veröffentlicht wurden. Das Quintett bestehend aus Steve Lambke (vocs, guitar), Bryan Webb (vocs, guitar), Dallas Wehrle (bass guitar), Will Kidman (keys) und Doug MacGregor (drums) hat schon fast alle Nordamerikanischen Bühnen erobert, unter anderem als Support für die Foo Fighters. Zu Beginn der Erfolgsstory musste die ganze Band erstmal nach Toronto umziehen was der musikalischen Entwicklung definitiv gut getan hat. Im Jahr 2001 kam das Debutalbum aus der Presse, damals noch mit rauem Indie-Sound und ohne Keyboard. Die dritte Platte "Tournament of Hearts" stand 2005 in den Regalen und bot zum ersten Mal anderen Sound. Weniger Gitarre, mehr experimentelle Sounds und elektronische Einflüsse. Zur CD selbst: "Kensington Heights" hat sich wiederum in die besagte Richtung weiter entwickelt. Die kanadische Herkunft ist im Gitarrensound deutlich zu vernehmen, hier und da schleichen sich Countryakkorde in die Melodie, überhaupt ist die Musik sehr kraftvoll was neben den beiden Gitarren vor allem dem Schlagzeuger zu verdanken ist. Die charakteristische, kratzige Stimme von Frontman Steve bildet einen schicken Kontrast zur teils ruhigen, teils schnellen aber immer qualitativ anspruchsvollen Hintergrundmusik. Bei einigen Songs, wie zum Beispiel "Shower Of Stones" oder "Credit River" steht die Musik dann auch im Vordergrund und bietet schnelle, außergewöhnliche und experimentelle Sounds. "Time Can Be Overcome" startet mit einem Bluesintro wiederum vollkommen ruhig während in I Will Not Sing A Hateful Song Steves Stimme im Vordergrund steht. "New King", zum ersten Mal mit weiblichen Backingvocals, kommt wiederum als Schmuserockballade daher und belegt ein ums andere mal die Vielseitigkeit der Constantines. "Kensington Heights" ist eine Platte der man die nordamerikanische Herkunft deutlich anhört. Die meistens Songs sind ruhig und werden dominiert vom Gesang wobei die instrumentale Untermalung ebenfalls nichts zu wünschen übrig lässt. Richtig interessant wird's dann bei den experimentellen Songs mit Elektoeinflüssen, die vom Sound her erstaunlich gut in das Gesamtbild der Platte passen. Anspieltipps: 04. "Shower of Stones" 08. "I Will Not Sing A Hateful Song" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 48 Minuten) Fazit: Es braucht ein paar Anläufe bis man sich in die Platte reingehört hat. Dann kommen aber alle Indie, Pop- und Gitarrenrock Fans vom feinsten auf ihre Kosten. Die Band bietet Vielseitigkeit, hier und da auch ziemlich ungewöhnliche Sounds aber ebenso auch klassischen Gitarrenrock. In Europa noch vergleichsweise unbekannt hat diese Band noch viel Potential und wird früher oder später auch hier kommerziell verwertet. Bis dahin könnt ihr diese Platte hören und euch über den fetten Sound freuen. (Moe) Für Fans von: Calexico, TV On The Radio, Foo Fighters, Kings Of Leon, The Notwist, The Clash |
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| .Half Pint "Greetings (Special Edition)" (VP / Groove Attack / VÖ: 12. September 2008) | |
Stil: Reggae / Dancehall Format: CD Die Fans von Sly & Robbie, den Long Beach Dub Allstars oder Sublime werden die Dancehall-Legende Half Pint mit Sicherheit kennen. Lindon Roberts war schon als Kind sehr an Musik interessiert und seine frühen Auftritte bescherten ihm wegen seiner geringen Körpergröße den Spitznamen Half Pint, der später zu seinem Künstlernamen werden sollte. Seit Ende der 70er ist der jamaikanische Singjay aus Kingston musikalisch aktiv und arbeitete unter anderem mit Prince (King) Jammy, Tony Rebel oder Sly & Robbie, die übrigens auch das vorliegende Album produziert haben. Trotz einiger Hits ("Greetings", "Winsome") und massivem Respekt hatte Half Pint zunächst Probleme sich über Jamaika hinaus zu etablieren. 1987 coverten die Rolling Stones dann "Winsome" (unter dem Namen "Too Rude") und Sublime taten es ihnen 1996 mit einer neuen Version von "Loving" gleich. Nach dem Ende von Sublime folgten Kooperationen mit den Nachfolgenbands, den Long Beach Dub Allstars, Bargain Music und Filibuster. So ist Half Pint auch auf dem "Tribute To Sublime" Album zuhören, das ebenso wie der Sampler "Californian Reggae Movement" extrem empfehlenswert ist. Mittlerweile ist Half Pint endlich die Anerkennung zuteil geworden, die er schon lange verdient gehabt hätte und auch in den letzten Winkeln der Erde kennen die Bob Marley Fans seine Songs. Daher ist stark anzunehmen, dass dem Rerelease von "Greetings" weitere Wiederauflagen von Half Pint's alten Raritäten folgen werden. Zur CD selbst: Es handelt sich hier um den Rerelease des 1986 erschienenen Longplayers "Greetings", allerdings in der Special Edition, die von 8 auf 15 Songs gestreckt wurde! Fanatische Reggae Fans werden meterhohe Luftsprünge machen, dass diese, längst vergriffene Scheibe endlich wieder zum normalen Ladenpreis zu haben ist. Das macht natürlich das lang gehegte Original, das der ein oder andere Musiclover als stolzes Sammlerstück noch im Schrank haben könnte annähernd wertlos. Denn neben den absoluten Hits, wie dem Titeltrack "Greetings" oder "Level The Vibe" und "Loving" sind auf dieser Special Edition insgesamt sieben weitere Tracks, die bisher größtenteils nur als Single erhältlich waren. Die Zusammenstellung schrammt knapp an einem Best Of vorbei! Obwohl die CD bei uns als Dancehall gelistet ist, dürfen Fans von Seeed oder ähnlichem nun keinen Basslastigen Jump Up Sound erwarten. Der jamaikanische Dancehall der 80er lebte von Drumcomputern, lang gezogenen Synthiesounds und den Stimmen der Singjays. Die Stärke von Half Pint liegt in seiner charismatischen Ader, seiner einfühlsamen Stimme und dem romantischen Songwriting. Ausserdem ist der DJ, Singjay, Songwriter und Producer ein wahres Multitalent, der einfach alles kann und somit immer für einen positiven Gesamteindruck sorgt. Des weiteren ist er, wie Bob Marley & Co ein gläubiger Rastafari, dessen positive Sicht der Dinge und weltverbessernden Ansichten sich in seinen Songs natürlich wiederspiegeln. Fans von Bob Marley und Peter Tosh sollte diese Scheibe schlichtweg begeistern und wer "Legends" im Schrank stehen hat, kann auf "Greetings" nicht verzichten! Anspieltipps: 01. "Brother Love" 02. "Greetings" 05. "loving" 11. "Level the Vibes" 12. "One Big Family" (Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 54 Minuten) Fazit: Bob Marley lebt immernoch, nur heisst er jetzt Half Pint! (dr.öge) Für Fans von: Sly & Robbie, Long Beach Dub Allstars, Sublime, King Tubby, Bargain Music, Filibuster, Bob Marley, Peter Tosh, Barrington Levy, etc. |
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| .Brendan Canning "Something For All Of Us..." (Arts & Crafts / AL!VE / VÖ: 12. September 2008) | |
Stil: Indiepop Format: CD Der irisch stämmige US-Indie-Rocker und DJ Brendan Canning war schon an vielen Projekten beteiligt, am ehesten kennt man ihn aber von Broken Social Scene. Aus der Reihe Broken Social Scene presents kommt nun auch sein Soloalbum, das den anpsrechenden Titel "Something For All Of Us..." trägt. Ob diese Scheibe ein so weitreichendes Publikum ansprechen wird, wie dieser Titel vermuten lässt, klären wir nachfolgend.
Anspieltipps: 01. "Something For All of Us" 03. "Hit The Wall" 05. "Churches Under The Stairs" 09. "Possible Grenade" (Gesamtspielzeit: 11 Songs, ca. 48 Minuten) Fazit: Intressanter Indiepop mit Songwriterqualitäten und einige rockigen Passagen. Besonders auffällig sind die vielseitigen sich teils überlagernden Instrumentals, da könnten sich andere eine Scheibe von abschneiden! Dennoch nur für Fans und Liebhaber von melancholischem oder verträumtem Indie zu empfehlen. (dr.öge) Für Fans von: Broken Social Scene, Elliott Smith |
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| .Cajus "Planet Cajun" (Flow'n Flava / Intergroove / VÖ: 05. September 2008) | |
Anspieltipps: |
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| .The
Precious Mings "Every Time I Sell A Record A Kitten
Dies" (Weekender / Indigo / VÖ: 29.08.2008) |
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Stil: Indie-Pop/Rock Format: CD (auch als Vinyl erhältlich) Bei The Precious Mings handelt es sich um eine britische Rockband, die auf der Insel mit ihren Live-Auftritten seit etwa drei Jahren für große Begeisterung sorgen. Boris Ming ist sowohl für die Komposition als auch das Songwriting verantwortlich und bildet den Kopf der Band, um den sich alles dreht. Gesanglich und von der Ausstrahlung her scheint er es mit einem Adam Green aufnehmen zu können, auch wenn die beiden musikalisch nicht allzu viel gemein haben. An der Entstehung des längst überfälligen Debuts "Every Time I Sell A Record A Kitten Dies" war eine ganze Heerschar an Musikern unter der Regie von Boris Ming beteiligt. Dem entsprechend vielseitig sind auch die instrumentalen Begleitungen zu seinem Brit-Gesang. Keyboard, Mundharmonika, Drumcomputer, hier schreckt man vor nichts zurück ... und das ist auch gut so. Zur CD selbst: Im Grunde basiert der Sound auf Indiepop, jedoch mit einigen sehr rochkigen Passagen und vielen Elektrosamples. Das klingt nun erstmal etwas bastardmäßig, ist aber nicht der Fall, da die elektronischen Spielereien nur sehr dezent im Hintergrund auftauchen und sehr gewählt eingesetzt wurden. Ein sehr komplexer Sound also, der sowohl bewegt als auch rockt und wegen seiner grandiosen Drums und Beats den Hörer sofort mitnimmt. Der Opener ("Quack Horse") ist so ein Ding, das nicht still sitzen lässt und anschließend kann auch "Plankton" überzeugen. Das zu technoid geratene "Why Fish R Gr8" ist der einzige, negative ausreisser, doch mehr als einmal braucht man nicht weiter zu skippen. Vielmehr wird man die Repeat-Taste bedienen, wenn man bei "Hey Old Man" angelangt ist. Der Song ist eine perfekte Kombination aus den oben angesprochenen Stilen (Indie, Rock, Elektro) und wird in Euren Ohren einen Wurm platzieren, der nicht still zu bekommen ist. ("Help me sir I wanna go home, alcohol is my megaphone"). Nach den oldschooligen, tanzbaren Keyboardsounds in "Play With Me" verzaubern Boris Ming und Konsorten noch mit einigen herzerweichenden Balladen ("The Barometer Shop"), diese brauchen jedoch mehr als einen Durchlauf um zu begeistern. Man muss der Platzierung der Tracks ein echtes Kompliment aussprechen, denn die Reihenfolge der Songs ist astrein gewählt und wurde vor Veröffenltichung mit Sicherheit tausen mal verändert. Wirft man dann noch ein Ohr auf die Texte, die sich mit ungewöhnlichen Themen des Alltags und ganz eigenen Beobachtungen des Herrn Ming beschäftigen, ist eine gewisse Begeisterung in jedem Fall angebracht. Warum also nicht einmal ein anspruchsvolleres Album austesten und den Klingeltoncharts den Kampf ansagen! Anspieltipps: 01. "Quack Horse" 02. "Plankton" 06. "Hey Old Man" 08. "The Barometer Shop" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 45 Minuten) Fazit: Ein innovatives aber auch sehr anspruchsvolles Debutalbum für Fans von echtem Londoner Indiepop. Besonders wegen der sehr vielseitigen Instrumentals zu empfehlen! (dr.öge) |
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| .Nightmares On Wax "Thought So ..." (Warp / Groove Attack / RTD / VÖ: 22. August 2008) | |
Stil: Trip Hop, Downbeat, Dub Format: CD (auch als Vinyl auf LP erhältlich) Dacht ich's doch! Es wäre mal wieder an der Zeit für ein neues Album von Nightmares On Wax. Gedacht, recherchiert und das Ergebnis ist erfreulich: Schon Ende August erscheint mit "Thought So ..." das neue, sechste Album. Wir dürfen uns soundtechnisch also auf einen goldenen Spätsommer freuen! Nach CirKus, Portishead und Tricky ist dies der vierte, ganz große Trip Hop Release innerhalb eines Jahres und Massive Attack legen voraussichtlich im September ebenfalls ein neues Album nach. Ich hatte es ja schon lange im Gefühl, doch nun ist es offiziell: Das Genre des Trip Hop feiert sein Comeback! Es gibt nicht viele Soundtüftler, die ein Trip Hop- oder Downbeat-Album so perfektionistisch und detailverliebt abmischen können, dass es den Hörer über die gesamte Spielzeit fesselt oder gar mitreisst. Auf den DJ und Producer George Evelyn aka DJ E.a.s.e. trifft dies aber ganz sicher zu, das hat er unter dem Namen Nightmares On Wax bereits in den 90ern klar gestellt. Dem Genre des Trip Hop haftet seit jeher ein sehr melancholisches Image an. Man erinnere sich an den Sound von Massive Attack, Portishead oder Tricky. Genau hier unterscheiden sich die Nightmares On Wax vom Grossteil der Kollegen. Denn während Problemkind Tricky für die Aufnahmen zu seinem neuen Album "Knowle West Boy" Vergangenheitsbewältigung im Bristoler Ghetto betrieb und Massive Attack auf Konzerten nur allzugerne verwirrende Visuals mit düsteren Antikriegsparolen präsentierten, hatte George Evelyn schon immer eine völlig andere Herangehensweise an die Musik. Daher klingen seine Tunes durchgehend fröhlich, wie Tosca's "Gute Laune". Laut eigenen Aussagen geht es bei N.O.W. ja auch darum positives Denken und Lebensfreude im Sound wieder zu spiegeln und das gelingt bei jedem Release auf's neue.
Ich könnte jetzt seitenweise versuchen, Euch den schwer beschreibbaren Soundmix aus Funk, Soul, Reggae, Hip Hop, Jazz und smoothen Donwbeats, genialen Samples, verträumten Melodien, souligen Frauenvocals und Dub Beats zu beschreiben, doch das ist überflüssig. Vertraut einfach auf mein Urteil und hört Euch die ersten drei Tracks an, dann solltet Ihr infiziert sein! Anspieltipps: 02. "Da Feelin" 03. "195lbs" 05. "Bringin It" 07. "Moretime" (Gesamtspielzeit: 11 Tracks, ca. 53 Minuten) Fazit: Kennt Ihr diese CD's, die man morgens auf dem Weg zur Arbeit unausgeschlafen und schlecht gelaunt in den Player schiebt und 2 Minuten Später könntet Ihr die Welt umarmen? Ja, dies ist so eine CD, eine die das Leben schöner und ihren Hörer fröhlicher macht! (dr.öge) Für Fans von: Tricky, Stereo MC's, Thievery Corporation, Tosca, Kruder & Dorfmeister, CirKus, DJ Shadow, Moby, Massive Attack, Morcheeba, Love Trio In Dub, etc. |
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| .Lagwagon "I Think My Older Brother Used To Listen To Lagwagon" (Fat / SPV / VÖ: 15.08.2008) | |
Stil: Punkrock Format: CD (auch auf Vinyl erhältlich) Die Punkrockveteranen von Lagwagon sind die erste Band, die vom Fat Wreck Label vor über 20 Jahren überhapt gesignt wurde. Das einstige Fat Wreck Zugpferd ist dem Label immer treu geblieben und es ist schön zu sehen, dass es im Musikbiz nicht nur um's Kohle scheffeln geht, sondern in diesem Fall auch um Friendship und Attitude. Das neue Album von Lagwagon ist diesmal nur eine sieben Song starke EP geworden, was mit dem bald anstehenden Release von Joey Cape`s Soloalbum zusammenhängen könnte. "Bridge" wird es heissen und im Oktober auf Bad Taste Records erscheinen. Seit dem Tod von Derrick Plourde und dem Ende von Bad Astronaut hat Joey ausserdem weitere diverse Sideprojekte (Dead Pinguin, Playing Favorites, Afterburner). Doch zurück zur eigentlichen Band, Lagwagon! Zur CD selbst: Der Titel ist ja schon einmal Knüller, wie ich finde und könnte manchen Jungpunker dazu bewegen, diese schon oft erwähnte aber vielleicht nie selbst gehörte Punklegende endlich einmal auszutesten. Lagwagon spielen diesen etwas ungewöhnlichen Mix aus harten Instrumentals und einem sehr einfühlsamem Gesang. Doch das war nicht immer so. Am Anfang war die Band noch deutlich mehr auf Funpunk ausgelegt, doch über die Jahre ist Joey Cape zu einem hervorragenden Sänger und brilliantem Sonwriter gereift, der nun mehr Augenmerk auf die Inhalte als auf emontionale Schreiausbrüche legt. Weniger "Mr. Coffee" und mehr Nikola Sarcevic. Diese Entwicklung hat auf der neuen EP noch zugenommen und daher zündet das Teil erst so richtig, sobald man sich auch in die Texte reingehört hat. Das ist jedoch kein Problem, denn eine Band wie Lagwagon liefert die Lyrics in ihren Booklets eigentlich immer mit, so auch diesmal. Im Grunde genommen gibt zwei Arten von guten CDs. Die Einen gefallen auf Anhieb, werden dafür aber eventuell auch genauso schnell wieder langweilig, die Anderen brauchen eine Weile, bis man sie lieben lernt. Die neue EP von Lagwagon ist so ein Teil. Beim ersten Hören kann der immergute Lagwagon-Sound zwar sofort überzeugen, kein Zweifel, doch es fehlen die Highlights. Nach einige Durchläufen und einem Blick auf die Lyrics sieht die Sache dann aber schon ganz anders aus! Man muss sich das Album zunächst etwas schön hören, wird dann aber schnell mit der Einsicht belohnt, dass der Opener ("B Side") ein Goldstück ist und sich in "No Little Pill" einen der besten Texte ever findet. Wenn Lagwagon dann noch in "Live It Down" ihre komplette musikalische Bandbreite mit melodischen Abschnitten und kreischenden Gitarren ausspielen, sind die ersten Anfangszweifel purer Begeisterung gewichen und dem Kauf der EP steht nichts mehr im Weg. Der neue Output gefällt mit jedem Durchlauf eine Spur besser und hat vielmehr Potential, als der erste Eindruck vermuten lässt. Überzeugt Euch selbst und zieht Euch auf der Fat Wreck Website den Probiersong "Memoirs And Landmines", völlig legal und kostenlos herunter! Anspieltipps: 01. "B Side" 02. "No Little Pill" 06. "Live It Down" (Gesamtspielzeit: 7 Songs, ca. 19 Minuten) Fazit: Lagwagon setzen ihre Entwicklung zur erwachsenen Songwriterpunkband fort und liefern eine EP ab, die ihre Zeit braucht, dann aber doch überzeugen kann. Für Fans ein wahrer Leckerbissen! (dr.öge) Für Fans von: No Use For A Name, Pennywise, Rise Against, Satanic Surfers, Bad Religion, Millencolin, usw. |
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| .Unkle "End Titles - Stories For Film" (Surrender All / PIAS / RTD / VÖ: 08. August 2008) | |
Stil: Downbeat, Elektro, Trip Hop, Rock Format: CD Das freakig, schräge Elektroprojekt U.N.K.L.E. von Mo'Wax Labelchef James Lavelle und DJ Shadow erreichte mit ihren genialen Debut-Album "Psyence Fiction" sofort Kultstatus. Vor allem bei den Fans von Trip Hop und Downbeat wird dieser Output, bei dem unter anderem Thom Yorke (Radiohead), Richard Ashcroft (The Verve), und Mike D (Beastie Boys) als Gäste mitwirkten bis heute als Meilenstein angesehen. Der Hammertrack "Loneley Soul" wurde damals auch im Trailer zum Computerspiel Assasins Creed verwendet und sorgte so für die enorme Aufmerksamkeit. Danach verließ DJ Shadow leider das Projekt, für ihn stieg Richard File mit ein und es folgten die Alben "Never Never Land" und "War Stories", die ebenfalls mit sensationellen Gaststars auftrumpften aber nicht ganz das Niveau des Debuts halten konnten. Das Lineup des Projekts Unkle hat sich mittlerweile erneut verändert, einzige Konstante, Draht- und Faädenzieher scheint James Lavelle zu sein, der jüngst seinen Bruder Aidan und den ebenfalls neu hinzugestoßenen Pablo Clements in's Boot holte.
Man darf diese CD jedoch nicht als Wegweiser für den Sound von Unkle sehen, denn wie bereits erwähnt sind alle Tracks Auftragsarbeiten gewesen, bei denen es mehr darum ging Filme zu untermalen als den eigenen Stil zu entwickeln. Ein neues Studioalbum wird im nächsten Jahr (2009) erwartet. Anspieltipps: 06. "Blade in the back" feat. Gavin Clark 08. "Chemical" feat. Josh Homme 11. "Against the grain" feat. Gavin Clark 17. "Clouds" feat. Black Mountain (Gesamtspielzeit: 22 Tracks, ca. 74 Minuten) Fazit: Nur für echte Fans, Cineasten und Soundtrackfetischisten zu empfehlen. Die werden an "End Titles" aber mit Sicherheit ihren Spaß haben. (dr.öge) Für Fans von: DJ Shadow, Massive Attack, Air, Portishead, Ennio Morricone |
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| .Kimoe "Streben nach Glück" (Skycap / RTD / VÖ: 08. August 2008) | |
Stil: Dancehall Format: CD Kimoe ist der Name eines weiteren aufstrebenden Dancehall-Acts aus Berlin und da Reggae und Artverwandtes seit einiger Zeit in Deutschland schwer angesagt sind, darf sich Mr. Kim-o-e mit seinem neuen Album "Streben nach Glück" gute Chancen ausrechnen. Chartpotential ist definitiv vorhanden, nicht nur wegen der namhaften Gastauftritte, unter anderem von Culcha Candela's Mr. Reedo und Johnny Strange, Mal Élevé (Irie Révoltés), Miss Flint und einigen weiteren. Wir hatten kürzlich erst das Vergnügen Kimoe einige Songs des neuen Albums live performen zu sehen, hier ein erster Eindruck:
Anspieltipps: 02. "Highlights" feat. DJ Chino 04. "Non Plus Ultra" 05. "Ein neuer Morgen" feat. Yah Meek 07. "Alarm" 18. "Highlights (Streben nach Glück)" (Gesamtspielzeit: 18 Tracks, ca. 59 Minuten) Fazit: Drei Jahre nach seiner Debut EP legt Kimoe nun den ersten Longplayer vor und das mit derbstem Hitpotential. Seinen eigenen Sound muß Kimoe zwar noch festigen und sich einige Abkupferungsvorwürfe gefallen lassen, doch dieses Album wird uns zweifelsohne den Sommer versüßen und Mr. Kim-o-e muß man definitiv im Auge behalten - da geht was, vor allem LIVE! (dr.öge) Für Fans von: Culcha Candela, Silly Walks Movement, Sam Ragga Band, Nosliw, Mono & Nikitaman, Ganjaman |
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| .Kidda "Going Up" (Skint Records / !K7 / AL!VE / VÖ: 18. Juli 2008) | |
Stil: Big Beat, House & Funky Elektro-Pop Format: CD Hinter dem Synonym Kidda verbirgt sich der DJ Ste Mc Gregor aus Brighton, der kürzlich von Skint Records unter Vertrag genommen wurde, wo unter anderem auch Fatboy Slim zu Hause ist. Mittlerweile steht Kidda's Debutalbum "Going Up" in den Läden und wir haben mal ein Ohr auf diesen neuen, gehypten Big-Beat-Bastler geworfen ...
Anspieltipps: 01. "Strong Together" 05. "Hey Y'all" 07. "Shining 1" (feat. Gary Lightbody) 08. "Doo Whot" feat. Blak Twang and Lomax (Gesamtspielzeit: 10 Songs, ca. 40 Minuten) Fazit: Mit seinem ersten Album auf Skint reiht sich Kidda gekonnt in die Sounds von Fatboy Slim, Groove Armada und Moloko ein und zeigt dabei erstaunliches Potential. Leider gelingt es dabei nicht immer das teilweise geniale Niveau zu halten, was zwei oder dreimal zum weiterskippen verleitet. Kaufenswert ist das Album aber dennoch, allein schon wegen des Openers, ein Ohrwurm der Güteklasse A ... (dr.öge) Für Fans von: Groove Armada, Fatboy Slim, Moby, Air, Junior Senior, Moloko, Gnarls Barkley, |
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| .Jupiter One "Jupiter One" (Cordless / Ryko / RTD / VÖ: 18. Juli 2008) | |
Anspieltipps: 02. "Countdown" 07. "Platform Moon" 08. "Wrong Line" (Gesamtspielzeit: 13 Tracks, ca. 58 Minuten) Fazit: Gelungener, spacig melodischer Pop für traurige Träumer und sanfte Indie-Rocker (dr.öge) Für Fans von: Talking Heads, The Killers, Weezer, Franz Ferdinand, Bloc Party, Jimmy Eat World, etc. |
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| .Berlin BOOM Orchestra "Kaboom" (MKZWO / Township / RTD / VÖ: 11. Juli 2008) | |
Stil: Ska, Reggae, Polka, Balkanbeat Format: CD Das Berlin Boom Orchestra, ehemals Skaquadrat bzw. Jack Sparrow's Revenge, hat kürzlich sein erstes, neustes und bestes Debutalbum "KABOOM" auf den Markt gebracht. Die junge, zehnköpfige Band spielt seit eineinhalb Jahren bei jeder Gelegenheit in Berlin und Umkreis zur Freude der mittlerweile großen Fangemeinde. Unter anderem stand die Band auch schon als Vorband für Größen wie Baby Love & The Van Dangos, The Skatalites oder The Toasters auf der Bühne! Mit dabei sind: Anne (Posaune), Antonie (Orgel), Bruno (Percussion, Vocals), Flo (Gitarre), Fred (Trompete), Louis (Drums), Moe (Gitarre), Moritz (Tenor-Sax), Nils (Bass) und Filou als Sänger. Die Berliner Crew spielt feinsten Ska, natürlich auch ordentlich Reggae und einiges an Balkanbeateinflüssen (mehr davon!) kombiniert mit deutschen Texten. Schon klar, die Mischung ist jetzt nicht so richtig innovativ. Die Umsetzung auf der Bühne ist dafür erste Sahne: Immer stilvoll gekleidet bieten die 10 Musiker maximale Energie, viel Spaß an der Musik und schöne Soli. Dann sind da noch die völlig tanzverrückten Fans und jedes Konzert wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Mit politischen Texten, einzelnen Geigenparts des Sängers, seiner markanten Stimme und den musikalischen Fähigkeiten jedes Einzelnen schafft es die Crew jeden Zuhörer auf Anhieb mitzureißen. Zur CD selbst: Genau das gelingt der Band auch auf CD. Tanzbar, fröhlich und trotzdem gesellschaftskritisch verleiten die 11 Songs den stolzen Besitzer eben dieser CD häufig genug das Wohnzimmer, Bett oder Bad zur Partyzone umzufunktionieren um einfach nur zu tanzen. Mit dem ersten Song "Ein Hallo geht raus" startet das BBO sein Debutalbum und ruft die Fans gleich einmal zur Rebellion auf ("Gibt kein Grund dein Maul zu halten wenn die breite Masse schweigt"). Mit starkem Trompetensound beginnt "Antoine?", wird um ein schickes Saxophonsolo ergänzt und dreht sich thematisch um dieses bestimmte Gefühl kurz vorm verlieben. Mit "Ludovico" an fünfter Stelle schleichen sich die ersten Balkanbeats auf die CD und werden von einer ganzen Menge Soli, von Posaune über Geige und Trompete bis zum Keyboard, bereichert. "Jericho Rock" beginnt als ruhiger Reggaetrack, wird unterwegs auch kaum schneller und erzählt von einem bekannten Phänomen: Bescheuerte Tagen, schlechte Laune und keine Lust auf gar nichts. "Fanfare Boom" ist wieder angereichert mit Balkanbeats und lebt wiederum von vielen Soli. Erstaunlicher Weise haben sich bei diesem neunten Song auch ein paar elektronische Einflüsse (aber nur sehr wenige) eingefunden um ein Posaunensolo zu ergänzen was sich echt gut anhört. Als vorletzten Song gibt es "Calamity Ska" auf die Ohren. Wieder etwas schneller, amüsante aber bissige Texte und einfach gut wie fast alle Werke des BBO. Der letzte Track nennt sich "Winter in Berlin". Da müsste ja jedem klar sein, worum es in diesem Song geht, nicht wahr!? Anspieltipps: 01. "Ein Hallo geht raus" 02. "Freu dich bloß nicht zu früh" 03. "Antoine?" 04. "Ein Grinsen" 05. "Ludovico" 06. "Meine große Gabe" 07. "Jericho Rock" 08. "Achtung, Achtung!" 09. "Fanfare Boom" 10. "Calamity Ska" 11. "Winter in Berlin " (Gesamtspielzeit: 11 Tracks, ca. 47 Minuten) Fazit: Die Platte ist richtig gut und die Band bietet live eine unglaubliche Show. Jeder der einmal auf einem Konzert des Berlin Boom Orchestra`s war weiß wovon ich rede. Überzeugt euch selbst: Geht auf die Konzerte und zieht euch das Debutalbum "Kaboom" rein!! (Moe) Für Fans von: Russkaja, Streetlight Manifesto, Irie Révoltés, The Toasters |
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| .The Real McKenzies "Off The Leash" (Fat Wreck / SPV / VÖ: 11. Juli 2008) | |
Stil: Kampftrinker-Folk-Punk Format: CD Die keltische Punkrockcombo aus Vancouver ist seit etlichen Jahren eine begehrte Fat Wreck Band, die sich vor, während und nach dem Musizieren gerne mit schottischem Whiskey und heftigen Parties auseinandersetzt. Folkmusik ist eben auch ein Thema, das man nur mit Whiskey und Starkbier geniessen kann und sollte! Zur CD selbst: Auf dem neuesten Streich der Band erwarten uns keltische Kapfansagen, rockige Trinkhymnen, phantasievolle Balladen und sogar ein Geburtstagsständchen. Die Musik schwankt wie immer zwischen Rock, Punk und Folk und natürlich wird fast jeder Song vom Dudelsack eröffnet! Nach ihrem letzten Release "10.000 Shots" legen die McKenzies mit "Off The Leash" ein Album vor, auf dem sich auch deutlich mehr Facetten und Überraschungen finden. Dabei ist der Spagat zwischen altbewährt und neuen Experimenten gut gelungen. Dem Thema Alkohol ist man inhaltlich natürlich auch weiterhin treu geblieben, der Punk ist teilweise hartem Rock gewichen ("Chip", "The Lads Who Fought & Won") und die Ausflüge zum Instrumental ("Guy On Stage"), Down- ("Culling The Herd") oder Midtempo ("White Knuckle Ride") sind überaus gelungen. Die ohnehin schon vorhandene Ähnlichkeit zu Flogging Molly ist an einigen Stellen ("The Ballad Of Greyfriars Bobby") noch deutlicher zu erkennen, was aber durchaus positiv zu werten ist! Die ersten beiden Songs des Albums kann man sich auf der Website des Fat Wreck Labels legal und kostenlos herunterladen, also auf gehts! Live sind The Real McKenzies übrigens ein ganz derbes Kaliber und davon kann man sich auf der bereits laufenden Europatour zur Zeit überzeugen. Hier die Tourdates. Anspieltipps: 01. "Chip" 02. "The Lads Who Fought & Won" 06. "White Knuckle Ride" 07. "The Maple Trees Remember" 13. "Culling The Herd" (Gesamtspielzeit: Songs, ca. Minuten) Fazit: Der richtige Sound um im Irish Pub seine Trinkfestigkeit unter Beweis zus tellen! (dr.öge) Für Fans von: Flogging Molly, Fiddler's Green |
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| .Me First And The Gimme Gimmes "Have Another Ball" (Fat Wreck / SPV / VÖ: 04. Juli 2008) | |
Stil: Cover-Rock Format: CD Das Sideprojekt von Fat Mike (NOFX), bei dem er zusammen mit Chris Shiflett (Foo Fighters, No Use For A Name), Joey Cape (Lagwagon), Dave Raun (Lagwagon) und Spike Slawson (Swinging Utters) die Klassiker aller Genres im Punkgewand neu auflegt, brauchen wir unseren Lesern sicherlich nicht mehr ausführlich vorstellen. Ihr werdet doch unsere früheren Empfehlung bezüglich dieser Band nicht ignoriert haben, oder? Das wäre nämlich ein sträflicher Fehler. Wir gehen also einfach mal davon aus, dass Ihr die Coverpunk-Klassiker "Rocket Man", "Uptown Girl", "Wild World", "On The Road Again", "I Believe I Can Fly" (siehe Video unten) oder "Stairway To Heaven" von den alten Alben her kennt und somit auch den punkigen Partysound von Me First And The Gimme Gimmes. Falls nicht, sofort das nachfolgende Video abspielen!!
Anspieltipps: 02. "The Boxer" 03. "Country Roads" 09. "Only The Good Die Young" 12. "Don't Let The Sun Go Down On Me" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 29 Minuten) Fazit: Man muss hier nicht einmal die Originale der Songs mögen, um diese Coverversionen zu lieben! Das beste Album der Band seit Jahren! Genauer gesagt seit ihrem 2001 erschienen Longplayer "Blow In The Wind". (dr.öge) |
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| .Roger "Alles Roger" (FOUR / Sony BMG / VÖ: 27. Juni 2008) | |
Stil: Deutscher Hip Hop Format: CD Nach der Veröfentlichung des Solopreojekts von Blumentopf's DJ Sepalot ("Red Handed") legt nun mit Roger auch der erste MC der münchener Hip Hop Truppe mit "Alles Roger" sein Solodebut vor. Da wir Roger bisher immer als unscheinbarsten und zurückhaltensden MC der Töpfe wahrgenommen haben, hatten wir etwas Bedenken, was diesen Output angeht. Völlig unangebracht, wie sich herausstellen sollte, denn schon beim Hören der ersten Tracks waren diese voll und ganz verflogen! "Alles Roger" ist musikalisch wie inhaltlich ein sehr interessantes Hip Hop Album geworden und gehört im Regal direkt neben die Scheiben von Blumentopf und Nico Suave. Zur CD selbst: Zu Beginn gibt es mit "Backpacker" feat. Orange Son einen fetten Partytrack, genau so muß ein Hip Hop Album anfangen! Mit hervorragendem Storytelling Marke Blumentopf geht es in "Schau nach vorn" weiter. Der Track handelt von einem Freund, der das Aus der letzten Beziehung nicht verkraftet, lustig, zynisch, ehrlich, gut. Beim dritten Track "Ab und zu" gibt es Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Nico Suave, der schon des öfteren mit den Töpfen am Mic stand, hat hier ein cooles Gastfeature! Für den Mammutanteil und den weiteren Verlauf des Albums zeichnet allerdings Roger ohne Gäste selbst verantwortlich, unter anderem als Sänger, MC, Songwriter, Produzent, Grafiker ... hier ist also definitiv "Alles Roger"! Im nächsten Highlight outet Roger sich als "Egoist" und macht das inhaltlich so geil, daß man sich sofort kopfnickend anschließen möchte.
Anspieltipps: 01. "Backpacker" feat. Orange Son 03. "Ab und zu" feat. Nico Suave 04. "Egoist" 12. "Nummer 1" 13. "Nichts und Niemand" 14. "Träumer" (Gesamtspielzeit: 16 Tracks, ca. 55 Minuten) Fazit: Roger's Soloausflug kann sich absolut hören lassen und hat sogar das Potential zukünftig als inoffizielles Blumentopf-Album gehandelt zu werden. Bis auf wenige musikalische Durchhänger ein grandioses Hip Hop Album das vor allem inhaltlich einiges zu bieten hat. Wie real dieses Album nun wirklich ist, muss natürlich jeder selbst beurteilen, für Blumentopf-Fans stellt sich diese Frage allerdings erst gar nicht! (dr.öge) Für Fans von: Blumentopf, Kaleidoskop, Texta, Dendemann, Nico Suave, Mr. Schnabel, Freundeskreis, Clueso, Spax, Absolute Beginner, Clueso, Mellow Mark, usw. |
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| .Less Than Jake "GNV FLA" (Cooking Vinyl / Indigo / VÖ: 20. Juni 2008) | |
01. "City Of Gainesville" 03. "Does The Lion City Still Roar?" 05. "Abandon Ship" 07. "Settling Son" 10. "The Space They Can't Touch" 14. "Devil In My DNA" (Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 37 Minuten) Fazit: Mit "GNV FLA" liefern Less Than Jake ihr bestes Album seit langer Zeit ab. Genauer gesagt seit dem 2000er Release von "Boarders & Boundaries", das man als ebenbürtig bezeichnen kann. Skapunk der obersten Liga und der dürfte fast allen Fans der unten aufgeführten Bands gefallen. Believe me! (dr.öge) Für Fans von: Mighty Mighty Bosstones, NOXF, No Use For A Name, Dropkick Murphys, Streetlight Manifesto, Good Riddance, Hot Water Music, No Fun At All, Against Me!, Bouncing Souls, Hepcat, usw. |
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| .Hot Water Music "Till The Wheels Fall Off" (Unter Schafen / AL!VE / VÖ: 13. Juni 2008) | |
Stil: Rock, Punkrock Format: CD Hot Water Music sind nicht erst seit gestern im Musikgeschäft. Die vier Herren aus Florida spielen seit 1993 zusammen und haben 2008 nun, nach längerer Schaffenspause, ihr sage und schreibe zehntes Album auf die Welt losgelassen! Ihre Musik lässt sich für diejenigen, denen sie bis jetzt tatsächlich noch nicht zu Ohren gekommen ist, als anspruchsvoller Punk bezeichnen. Wobei Punk die Grundstruktur darstellt und alles was darauf kommt das Anspruchsvolle ausmacht. Die Kompositionen sind komplex, die Melodien alles andere als voraussehbar. Die tiefgründigen und emotionalen Texte und der zweistimmige Gesang lassen die Behauptung zu, dass Hot Water Music mit Sicherheit eine der Bands waren, die den Stammbaum des Punks dazu gebracht haben diesen kleinen Sprössling hervorzubringen, dessen Name sich heute keiner mehr traut in den Mund zu nehmen. Ja, wir reden vom Emo. Dass Sie selbst allerdings nicht auf diesem Ast sitzen ist offensichtlich, denn Chuck Ragan’s raue Stimme ist nichts für schwache Gemüter. Auch in den Gitarren (Chuck Ragan, Chris Wollard), dem herausragende Bass (Jason Black) und den Drums (George Rebolo) ist das zu hören was die Musik zu dem macht was sie ist: Punk, der nach alter Manier prügelt, einem dann aber brüderlich wieder zurück auf die Beine hilft. Zur CD selbst: „Till The Wheels Fall off” ist kein gewöhnliches Album. Es ist eine Art Raritäten- und B-Seiten Sammlung für Fans der alten Schule und läuft wie gewöhnlich unter dem Mutterlabel der Band No Idea Records (in Deutschland unter Unter Schafen Records). Was schon auffällt bevor man die CD einlegt ist, dass man endlich mal wieder etwas für sein Geld geboten bekommt! Von wegen 10 Songs und 2 Seiten-Booklet! Den stolzen Besitzer dieser Platte erwarten ganze 23 Songs verpackt in etwas, das man ohne Scham als Kunst bezeichnen kann. Jeden Song einzeln zu beschreiben würde nicht nur den Rahmen dieser Kritik sprengen, es wäre auch unnötig, da (jetzt die Tatsache die den ein oder anderen Fan möglicherweise enttäuschen wird) bis auf einen einzigen alle Songs dieser Scheibe schon einmal auf verschiedenen Alben, Compilations und EPs veröffentlich wurden. Endlich eingelegt ist das Album allerdings so vorhersehbar wie die Musik selbst, nämlich gar nicht. Auf Songs die Stimmung und Bewegung erzeugen wie „God Deciding“ folgen ruhige teils akustische Stücke wie „Russian Roulette“. Ein „Prince of the rodeo“ lässt den Hörer sich in die Moshpit träumen während Sätze wie „If Columbus was wrong I'd drive straight off the edge...“ in „Radio“ ihn wieder nachdenklich stimmen. Aber diese unvoraussehbare Abwechslung ist nicht schlimm, denn ein zu durchdachtes Konzept wäre einer solchen Zusammenstellung nicht würdig gewesen. Jeder Song steht, spielt und wirkt einzeln. Von „Kill the night“ bis „Springtime“ ist „Till the Wheels Fall off” ein instabiler Aktienkurs für den sich der unerfahrene Spekulant aus dem Fenster wirft. Der Kenner dagegen schweigt, hört und genießt. Anspieltipps: 04. „Home“ 06. „God Deciding“ 08. „Radio“ 16. „Prince of the Rodeo” (Gesamtspielzeit: 23 Tracks, ca. 74 (!) Minuten) Fazit: Wer Hot Water Music kennt und schätzt, sollte Besitzer dieses etwas eigenen Best-Of-Albums sein. Wer Sie noch nicht kennt, erhält durch dieses Album einen recht guten Überblick über diese außergewöhnliche Rockband. (JAC) |
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| .The Offspring "Rise And Fall, Rage And Grace" (Sony BMG / Columbia / VÖ: 16. Juni 2008) | |
Stil: Punkrock Format: CD
Zur CD selbst: Boah, was bin ich enttäuscht von
dieser Scheibe. Keine Ahnung was sich die Jungs dabei gedacht haben, oder
was aus denen geworden ist, aber mit den alten Sachen hat das nicht mehr
viel zu tun. Was noch daran erinnert ist allem voran der Sound und dann
noch ein paar Texte. Der Rest ist ideenlos, klingt dahergeklimpert und
scheint so als hätten die vier Herren kein grosses Interesse mehr
an Punkrock. Spätestens bei Track 03 ist alles vorbei. Hier finden
sich doch tatsächlich drei Lieder, die ich konstant skippe, weil
ich sie gar nicht hören kann! Und da gehört “You're Gonna
Go Far, Kid” noch nicht einmal dazu!!! Ich will hierbei nicht verschweigen,
dass The Offspring immer noch ein richtig gutes Gefühl für Melodien
haben! Viele davon kann man sich richtig schön anhören. Aber
die könnten bis auf wenige Ausnahmen auch im Top-40 Radio laufen.
Werden sie auch. Wie man so etwas wie “A Lot Like Me” verbrechen
kann, will mir gar nicht einleuchten. Wenn es irgendjemanden gibt, der
über 14 Jahre alt ist und dieses Lied gut findet, dann schreibt mir!
Kleinere, aber leider unbedeutsame Lichtblicke sind nur vereinzelt auf
“Rise And Fall, Rage And Grace” zu finden. Dazu gehört
auch die aktuelle Single “Hammerhead”, die vor allem von den
Gitarrenriffs lebt. Was ist eigentlich mit Noodles passiert? War er nicht
immer die Garantie dafür, dass die Band sich nie weit von “Smash”
entfernen wird? Anscheinend nicht! Mein persönlicher Höhepunkt
der deprimierenden knapp 45 Minuten ist “Stuff Is Messed Up”.
Da stimmt dann fast wieder alles. Vor allem der Solopart von Mister Dexter
Holland ist echt gelungen und macht Spass. Leider nur kurz. Insgesamt
klingt das Ganze wie Offsprings Versuch ein eigenes “American Idiot”
zu produzieren, und der ist mächtig misslungen. Hört euch mal
nacheinander Green Days “When September Ends” und dann Offsprings
“Fix You” an! Und? Merkt ihr was? Um das jetzt nicht all zu
negativ ausfallen zu lassen (immerhin haben wir es hier prinzipiell mit
einer richtig guten Band zu tun) sei noch gesagt, dass die Texte größtenteils
noch gefallen und dass einige schöne melodische Momente zu finden
sind. Von denen kann allerdings keiner wirklich mitreissen und das ist
neben den Skip-Tracks das Hauptproblem. |
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| .Weezer "Weezer (The Red Album)" (Geffen / Universal / VÖ: 06. Juni 2008) | |
Stil: Alternative-Rock Format: CD (auch als Deluxe Edition mit Bonus-Tracks erhältlich) Im Jahr 1994 erblickte eine selbstbetitelte, hellblaue CD das Licht der Welt und machte die Band Weezer in kürzester Zeit weltberühmt. "Undone" wurde zum Kultsong wie Radiohead's "Creep" und auch "Buddy Holly" fand sich fast weltweit in den Charts wieder. Das sogenannte "The Blue Album" war ein Meilenstein von einem Debut und erreichte in den USA dreifachen Platinstatus! Sieben Jahre und ein schwaches Nachfolgealbum ("Pinkerton") später kam das nächste titellose, farbige Weezer-Album, "The Green Album". Nach "Maladroit" und "Make Believe" ist es jetzt, weitere sieben Jahre später erneut an der Zeit Farbe zu bekennen und hier ist es "The Red Album". Zur CD selbst: Auf jedem Weezer-Album finden sich mindestens zwei Hits und das ist natürlich auch diesmal so. Nummer eins - die großartige Singleauskopplung "Pork And Beans" dürfte bereits jeder kennen, wenn nicht einfach weiter unten den ebenso genialen Videoclip anschauen. Nummer zwei - bereits der Opener namens "Troublemaker" ist ein richtig guter, mitreißender Track und mit der gefühlvollen Rockballade "Heart Songs" ist sogar noch ein dritter Reißer vertreten, und was für einer - Weezer in Bestform! Doch nicht jeder Song ist ein Highlight. Da wäre "The Greatest Man That Ever Lived (Variations on a Shaker Hymn)", ein wildes, sechsminütiges Musikpuzzle, das mehrfach das Genre wechselt und mit völlig wirren Elementen wie Marschgetrommel und ähnlichem überrascht. Im Grunde genommen einzigartig, aussergewöhnlich, ein Kunstwerk, nur eben nichts, was man sich gerne und oft anhört! Da ist der liebe Herr Cuomo nicht nur beim Titel über das Ziel hinaus geschossen. Ebenfalls unschön anzuhören ist "Everybody Get Dangerous", eine grauenhafte, einfallslose Powerpop-Entgleisung mit ekeligem 80er Getrommel, die auf einer Weezer-CD aber auch rein gar nichts verloren hat. Musikalisch und inhaltlich völlig untypisch für Weezer und ebenso unverständlich, wie diese B-Seite es in die Tracklist schaffen konnte. Nach einer kurzen Schwächephase ist aber schnell Besserung in Hörweite. "Dreaming" ist ein aufwendiger, schöner Song, harmonisch und melodiös, mit leichten Beach Boys Tendenzen und einem coolen rockigen Ausklang. Der typische Weezer-Sound wie man ihn kennt und mag. Nach mehrmaligem Hören langweilt der Track wegen seiner fünfminütigen Spielzeit aber schnell und verführt zum weiter skippen. Auch die anderen Bandmitglieder haben sich diesmal am Mikrophon versucht und die Ergebnisse können sich durchaus hören lassen: "Thought I Knew" ist sehr gelungen, "Automatic" kann als erdiger mid-tempo Rocksong überzeugen und in "Cold Dark World" wird der Refrain leider etwas überstrapaziert. Kurz vor dem Ende haben Cuomo & Co mit "The Angel And The One" noch einen dieser Sechsminutensongs parat, wie man ihn auf jedem Longplayer der Band findet. Der beste dieser Art war "Only In Dreams" vom vielumjubelten Debut, daran kommt "The Angel And The One" jedoch nicht annähernd heran, auch nicht nach mehrmaligem Hören. Ungewohnte Klänge dann zum Abschluß, "The Weight" vereint Einflüsse aus Country & Blues und klingt nicht wirklich nach Weezer aber trotzdem gut!
Für absolute Fans, die jedem
Weezer-Song etwas Gutes abgewinnen können, gibt es das Album übrigens
auch in der Deluxe-Version mit vier zusätzlichen Songs ("Miss
Sweeney", "Pig", "The Spider", "King"). |
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| .Shearer "Eve" (Puke / Broken Silence / VÖ: 06. Juni 2008) | |
Stil: Rock / Punk Format: CD Nach den Beatsteaks, Gods Of Blitz und The Creetins strebt mit Shearer eine weitere Rockband aus Berlin geradewegs in's Rampenlicht. Das Cover ist dabei etwas irreführend, sieht aus wie eine Werbung aus der BRAVO oder das Cover einer House-Compilation. Macht aber nix, denn uns interessiert die Musik und die bringt uns geilen Rock in all seinen Spielarten! Mehr Infos zur Band im nachfolgenden Video:
Wer sich das gesamte Geschwafel bis hier reingezogen hat, wird nun fürstlich belohnt und findet HIER den DOWNLOAD LINK zum kompletten Album, vollkommen legal und kostenlos! Wie Radiohead haben Shearer ihren Fans frei gestellt, für den Download das zu bezahlen, was man für angemessen hält. Meine Empfehlung: "Eve" kostenlos herunterladen, eine Woche Probe hören und bei Gefallen einen Fünfer oder Zehner spenden, denn solche Ideen gehören gefördert, was gleichermaßen auch für die Musik von Shearer gilt. Anspieltipps: 09. "The Man Song" 10. "Clay" 11. "Cause i feel" 13. "Is It You" (Gesamtspielzeit: 14 Songs, ca. 48 Minuten) Fazit: Ein tolles Rockalbum, hervorragend abgemischt und mit einigen Überraschungen obendrein. Einzelne Oberkracher findet man hier nicht aber das Album kann als gesamtes absolut überzeugen. Und für lau kann und sollte man doch ruhig mal reinhören, oder? (dr.öge) Für Fans von: Hot Water Music, Beatsteaks, Foo Fighters, Gods Of Blitz, Nitro 17, Flop, etc. |
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| .Sepalot "Red Handed" (Compost / Groove Attack / VÖ: 06. Juni 2008) | |
Anspieltipps: 04. "Jump" feat. Olivier Day Soul 06. "She Likes Me" feat. Frank Nitty 11. "Smile" feat. Shuane 13. "Rearrange" (Gesamtspielzeit: 17 Tracks, ca. 54 Minuten) Fazit: Ein sehr schönes Mixtapealbum, dessen fröhlichen Sound man ohne weiterzuskippen gerne immer wieder komplett durchhört. Musikalische Parallelen zu Blumentopf gibt's hier zwar nicht zu hören, dafür ausgefallene Samples und Beatspielereien sowie souligen Gesang und guten Rap von Frank Nitty. (dr.öge) Für Fans von: DJ DSL, Stereo MCs, Rodney Hunter, DJ Shadow |
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| .The Lodger "Life Is Sweet" (Noise Deluxe / AL!VE / VÖ: 30. Mai 2008) | |
Stil: Indiepop Format: CD "Life is Sweet" - so der Titel des neuen Albums von The Lodger - ist eine Aussage, die nicht jeder voller Überzeugung machen kann. Doch angesichts des in völligem Gegensatz dazu stehenden, tristen, schwarz-weißen CD Covers war das den Jungs aus Leeds, England scheinbar völlig klar. Denn darauf sitzen die drei frierend auf einer Parkbank und sehen alles andere als glücklich aus. Doch dazu haben sie eigentlich keinen Grund, denn seit ihrer Gründung vor vier Jahren sangen und tourten sich die drei erfolgreich durch die ganze Welt. Obwohl es bereits ihr zweites Album ist, kann es dennoch eine Premiere genannt werden, denn "Life is Sweet" wurde nicht nur unter einem neuem Label in Großbritannien, Bad Sneakers Records, sondern auch unter neuer Besetzung aufgenommen, denn sowohl am Bass als auch am Schlagzeug wurden die Frauen durch Männer ersetzt. Auch das könnte ein Grund für die miese Stimmung auf dem Cover sein. Zur CD selbst: Der erste Track "My Finest Hour" klingt sehr nach sweet life. Eine entspannte Melodie kombiniert mit der sympathischen und vor allem britischen Stimme von Ben Siddall machen einiges her. Ähnlich locker geht es mit der ersten Singleauskopplung "The Good Old Days" weiter. Ein Text über Motivation und Optimismus, eingebettet in die alt bekannte Kombination von Gitarre, Schlagzeug und Gesang machen diesen Track zu einem Highlight. Doch schon die nächsten beiden Titel lassen eine andere Stimmung aufkommen. Besonders "Honey" handelt von Ärger und Anschuldigungen, die nichts mehr mit sweet life zu tun haben. Und natürlich hat eine Frau Schuld an allem, die durch Passagen wie "Why Are You Always Cheating me, Honey?" allerdings auch nicht der perfekte Partner zu sein scheint. Untermalt wird dieser Song ausnahmsweise von einer von Frauenhand gespielten Geige, die da aber auch sehr gut hinpasst. Während "The Conversation", sehr nach Hard-Fi klingt, sind die drei in "A Hero’s Welcome" wieder ganz sie selbst, verstärkt durch ein Tamburin, zusätzliche Vocals und ein Gitarrensolo. Ein besonderes Augenmerk sei auch dem letzten Track gewidmet, der nach einigen weiteren guten Songs den perfekten Abschluss bildet. Was vielen Interpreten schwer fällt, scheint The Lodger leicht von der Hand zu gehen. "Famous Last Words" lässt das Album perfekt ausklingen und den Hörer auf mehr hoffen. Im Gegensatz zu vielen anderen Alben hat dieses keinen richtigen Fehlgriff. Alle Songs passen sehr gut in den Stil der Band, sind sowohl instrumental als auch gesanglich durchgehend gut und auch die Texte lassen kaum Wünsche offen. Allerdings hätten auf der CD noch ein oder zwei Songs mehr Platz gehabt, denn mit gerade einmal 35 Minuten ist "Life is Sweet" kein sonderliches langes Vergnügen. Anspieltipps: 02. "The Good Old Days" 04. "Honey" 11. "Famous Last Words" (Gesamtspielzeit: 11 Songs, ca. 35 Minuten) Fazit: The Lodger machen weiterhin guten, mittlerweile männlichen Indiepop, der jedem Indiefan gefallen wird. Und die Moral von der Geschicht? Vom Cover sollte man sich bei der Wahl einer CD nicht abschrecken lassen, denn oft sieht der Inhalt ganz anders aus. (JM) andrew.quarterman@alive-ag.de |
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| .Clueso "So sehr dabei" (FOUR Music / Sony BMG / VÖ: 30. Mai 2008) | |
Stil: Pop, Singer/Songwriter Format: CD (auch als Premium Edition mit Bonus-DVD erhältlich) Aller guten Dinge sind drei, hat sich wohl auch Clueso gedacht und sein drittes Album veröffentlicht. Insgesamt ist es bereits das vierte Album ist, doch mit „So sehr dabei“ kommt das dritte Pop-Album, und das, obwohl er seine Wurzeln eigentlich in der Rapszene hat. Während Clueso in seinen Anfängen noch mit Blumentopf zusammenarbeitete, spielte er 2007 als Support bei Herbert Grönemeyer und nahm zweimal erfolgreich beim Bundesvision Song Contest teil. Ein ungewöhnlicher Stilwechsel. Zur CD selbst: Wer die vorhergehenden Alben kennt, wird überrascht sein. Clueso zeigt sich von seiner melancholischen Seite, beschreibt sein Empfinden und spricht sich von der Seele, "Barfuß" ist das beste Beispiel dafür. Dieser Song passt wunderbar auf seinen Wechsel der Musikrichtung, denn immer, wenn er etwas Neues ausprobiert, fühlt er sich „federleicht, weil es sich fast immer lohnt“ - und das hat es auch diesmal. Im Kontrast zu der Einfachheit des ersten Songs, der lediglich eine nicht immer ganz tontreue Stimme und gefühlvolle Gitarrengriffe braucht, fällt "Augen Zu" auf. Mehr instrumentales Volumen, eine große Portion Melancholie und eine angenehme Ohrwurmmelodie machen den zweiten Track aus. Die meisten Songs sind betont melancholisch und häufig alles andere als positiv, bestes Beispiel dafür ist "Geisterstadt". Die lockere Verbindung von Instrumenten und Gesang, die teilweise nach Jam-Session klingt, passt zu Clueso's nachdenklicher Art. Die Stimmung des Albums ist gewöhnungsbedürftig, eine CD, die man nicht ununterbrochen hören kann. Ein bisschen Spaß und Frohsinn hätten dem Album gut getan. Doch natürlich gib es auch Lichtblicke. "Keinen Zentimeter", bereits beim Bundesvision Song Contest vorgestellt, versprüht Freiheit und Entspanntheit und "Utopie", das leider plötzlich sehr dunkel und depressiv wird, lässt so manch einen schmunzelnd an die alten Rap-Zeiten zurückdenken. Clueso gibt sich experimentierfreudig was die instrumentelle Begleitung angeht. Sie variiert zwischen einfacher Gitarre und Piano, aber auch Flöte, Geigen und Electropassagen was für Abwechslung sorgt. Anspieltipps: 02. „Augen Zu” 05. „Geisterstadt“ 08. „Keinen Zentimeter“ (Gesamtspielzeit: 13 Songs, ca. 58 Minuten) Fazit: Besonders musikalisch macht dieses Album mehr her, als die letzten, kann einem wegen erdrückender Melancholie aber auch schnell mal die Laune verderben. (JM) Für Fans von: Mellow Mark, Selig, |
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| .The Rocks "Letters From The Frontline" (Weekender / Indigo / VÖ: 30. Mai 2008) | |
Anspieltipps: |
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| .Midfield General "General Disarray" (Skint / AL!VE / VÖ: 23. Mai 2008) | |
Stil: Rave, House, Techno Format: CD Eigentlich steht das Label Skint Records für einen gut gelaunten, tanzbaren und überaus eingängigen Big Beat Sound, so wie man ihn seit Jahren von Fatboy Slim oder jüngst von der Neuentdeckung Kidda her kennt. Labelchef Damian Harris macht unter dem Namen Midfield General nun mit seinem Album "General Disarray" allerdings einen Abstecher in ganz andere Gefilde ... und liefert einen Longplayer ab, der nüchtern nur schwer zu ertragen ist.
Anspieltipps: 03. "137 Piano" 04. "Bass Mechanic" 10. "On The Road" (Gesamtspielzeit: 12 Tracks, ca. 50 Minuten) Fazit: Wer flottes Vocalhouse und tanzbares Techno hören möchte, dem sei die aktuelle CD von Moby empfohlen. Wem das nicht clubbig genug ist, der ist bei Midfield General richtig! Dies hier hört allerdings nur an, wer sich freiweillig einen Raver oder Houseboy schimpft. (dr.öge) Für Fans von: Matthew Herbert, Swayzak, Moby, Turntablerocker, usw. |
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| .Foxboro Hottubs "Stop Drop And Roll" (Reprise / Warner / VÖ: 23. Mai 2008) | |
01. "Stop Drop And Roll" 02. "Mother Mary" 03. "Ruby Boom" 08. "Alligator" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 32:40 Minuten) Fazit: Sowohl für Green Day Fans als auch für Retrorocker unverzichtbar! Nie war Retro schöner ... (dr.öge) Für Fans von: Mando Diao, The Strokes, Jet, The Fashion, The Doors, Green Day |
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.Booka Shade "The Sun And The Neon Light" (Get Physical / RTD / VÖ: 23. Mai 2008) |
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Der melodische,
von sanften Klängen und weichen Vocals durchdrungene Popsong
"Solo City" zählt mit zu den Album-Highlights
und erinnert von der Art des verwendeten Beats stark alte Hits. Mit "Redempetion",
"Charlotte" und "Planetary"
folgen absolute Clubtracks, deren volles Potential nur auf
dem Dancefloor richtig ausgeschöpft werden kann. "Comacabana"
hingegen funktioniert mit seiner seichten Melodie, den leichten Latineinflüssen,
und dem dubbigen Background eher als Song für die After Hour. Mit
"You Don't Know What You Mean To Me"
folgt zum Abschluss eine gefühlvolle Ballade, die Walter
seinem ein neugeborenen Sohn widmet. Wie der Titel bereits ankündigt,
bewegen sich Booka Shade auf "The Sun And The Neon Light"
mit ihren Songs zwischen Tag und Nacht hin und her. Einige Tracks sind
eindeutig für den Dancefloor bestimmt, während sich andere ganz
wunderbar als musikalische Begleitung für tagsüber eignen. |
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| .My Baby Wants To Eat Your Pussy "Ignorance And Vision" (Ass Hammer / Cargo / VÖ: 23.05.2008) | |
Stil: Chaotisches Independent-Rock-Pop-Elektro-Theater Format: CD im Digipack My Baby Wants To Eat Your Pussy, 6 Musiker, Profis an ihren Instrumenten, Entertainer auf der Bühne und Experimentalisten im Studio bringen nach 4 Jahren endlich (!) ihr Debutalbum "Ignorance & Vision" auf den Markt. In der Regel reichen ein Konzert und ein Besuch auf der Homepage aus um eine Band ungefähr einschätzen zu können. Bei den unanständigen Babys ist die Sache wesentlich schwieriger. Die Band selbst ist ein Spektakel oder auch ein Zirkus, in jedem Fall handelt es sich um eine Gruppe hochbegabter musizierender Schauspieler. Ein Besuch in der Pussy Media World wirft mehr Fragen auf als die Internetseite beantworten kann und ein Besuch beim Konzert der Pussies endet in ebenso vielen Eindrücken, die sich problemlos über Jahre im Gedächtnis festsetzen können. Das Lineup besteht aus einer wunderschönen Sängerin mit ebensolcher Stimme (Debùsy d´eeper), einem Sänger mit Dreadlocks und ebenfalls sehr ausdrucksstarker Stimme (Ziggy Has Ardeur), Diva Eva D als Gitarist(in?) mit sehr speziellen Showeinlagen, Mr. Tighteng am Keyborad, Donni Bella Luna am Bass und an den Drums Ray Gattner. Fest steht, dass die 6 Künstler aus der Ecke Mannheim in den letzten Jahren nicht untätig waren. Konzerte vor tausenden Menschen in Paris und bei Rock am Ring, Clubkonzerte sogar in Toronto, diverse Preise, Auszeichnungen und eine treue, stetig wachsende Fangemeinde, die zu schwärmen anfängt, sobald sich das Gespräch um die Pussies dreht. Nun sollte man meinen, dass wenigstens die Musikrichtung klar definierbar ist, doch weit gefehlt. Vielleicht trifft es Experimenteller Elektro-Pop-Rock am besten. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Fans mit den Jahren ganz eigene (und garantiert vollkommen unterschiedliche) Erklärungen für das optische und musikalische Erscheinungsbild der 6 Musiker entwickelt haben. Diese Erklärung versteht aber wiederum kein Außenstehender, also müsst ihr euch wohl oder übel selbst eure Meinung bilden. Tatsächlich erstaunlich sind nun aber weder die Optik noch die Entertainment-Qualitäten, sondern die Tatsache, dass innerhalb von 4 Jahren 18 Songs den Live Test bestanden haben und nun gepresst auf CD bereit liegen um zu begeistern. Produziert wurde das Werk von Philipp Schwär, der sich mit dieser Leistung tatsächlich ein Denkmal gesetzt hat. Zur CD selbst: Das Album präsentiert sich als Mischung aus fast allem was mit Stimmen und Instrumenten möglich ist. Von sehr guten und erstaunlich unauffälligen Rocksongs wie "Boy" bis hin zu "Peace Interstellar", einem 10 Minuten Elektro-Funk-Song ist alles vertreten. Der Opener, "Arduos Life", wird fast ausschließlich von der Heimorgel begleitet. "Sahra" als sehr guter Rocksong fällt hingegen durch harte musikalische Begleitung auf, Gitarre und Drums erinnern fast schon an den ein oder anderen (harmloseren) Metallsong. Begeisterung ist übrigens schon bei CD-Hülle und Booklet angebracht. So schön und kreativ wurde schon lange keine CD mehr eingepackt. Das Layout ist ein Kunstwerk an sich und ein schneller Blick auf die Tracklist zeigt den eingefleischten Fans, dass von "Don't Tell A Soul" bis "Biology Is A Fairytale" fast alle Lieblingssongs vertreten sind. In den Texten fällt ein zentrales Thema besonders auf: "Boys & Girls", gleichzeitig auch der Titel des zweiten Songs, welcher vom Stil her sehr an die White Stripes erinnert. Nicht zu vergessen die beiden außergewöhnlichsten Songs der Platte. Track 4, "Circumstances" besteht nur aus unverständlichem, gesprochenem Text, leicht begleitet von Gitarre und Geige während "Capital Letters", dagegen mit nur 11 Wörtern Text auskommt. Dafür gibt's aber schön schräge Flötentöne auf die Ohren. "Biology Is A Fairytale" beginnt mal wieder ganz anders, mit einem Kinderchor, geht über in einen Funkbeat und endet als Popsong, noch Fragen? "Dogs Run Riot" wurde wiederum eindeutig mit osteuropäischen Beats angereichert. Dann wäre da noch "Freezing Scene", ebenso ein Pop-Song, der dank harter Gitarrenriffs kurzzeitig eher an Rage Against The Machine als an Popmusik aus Deutschland erinnert. Damit nicht genug bieten uns My Baby im gleichen Song auch noch Countrymelodien und ein Akkordeon-Outro. Track 15, "Wonderland" ist ein Song der ersten Stunde und jedem Fan der uralten Demo CD bekannt, wurde mit einem sehr mechanisch klingenden Solo angereichert, welches wohl eher am PC als mit Instrumenten entstanden ist. Generell wurde für "Ignorance And Vision" viel Gesang elektronisch verzerrt und oder ganze Songs mit Elektro-Beats unterlegt. Mit "America" ist auch ein Anti-USA Song auf der Platte und das Chaos scheint somit perfekt. Aber ist das wirklich Chaos? Einige gute Rocksongs, viele gute Popsongs, auffallend guter Gesang, das alles angereichert mit interessanten musikalischen Beats aus sämtlichen Himmelsrichtungen, dazu noch tiefgründige Texte über das Zusammentreffen von Männern und Frauen und die außergewöhnlichste Platte der letzten Jahre klingt mit "Impresario" langsam und leise aus. Anspieltipps: 02. "Boys & Girls" 05. "Sahra" 12. "Dogs Run Riot" 15. "Wonderland" (Gesamtspielzeit: 18 Tracks, ca. 68 Minuten) Fazit: Vor einigen Jahren konnte ich My Baby schon mal live in der Batschkapp in Frankfurt sehen und es war ein prägendes Erlebnis. Die Show ist unglaublich abgedreht und die Musik dazu ist qualitativ sau gut. Das neue Album wirkt beim ersten Hören tatsächlich chaotisch und lässt den Roten Faden vermissen. Nach wiederholtem Hören haben sich dann schon die ersten Lieblingstracks gefunden und man lernt den verrückten Stil der Gruppe schnell schätzen und lieben. Noch ein paar Tage später begreift man alle Songs zusammen langsam als Kunstwerk und die Musiker als abgedrehte Künstler die von einem Hauch Genialität gestreift wurden. Mittlerweile kann ich zwischen den vielen guten Songs kaum noch einen Lieblingssong ausmachen und freue mich sehr auf das Konzert in wenigen Tagen in Berlin. Falls ihr die Möglichkeit habt My Baby Wants To Eat Your Pussy live zu sehen (hier die Tourdates) dann nutzt die Chance, ihr werdet diese Show so schnell nicht vergessen! Achso, das wichtigste noch zum Schluß: Kauft die CD - falls ihr euch traut!? (moe) |
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| .3 Doors Down "3 Doors Down" (Universal / VÖ: 16. Mai 2008) | |
Stil: Rock Format: CD Nach drei Jahren scheinbarer Windstille ist es nun da, das jüngste Album von 3 Doors Down. Man möchte meinen, dass es nach drei erfolgreichen Alben, sechs Nummer 1 Hits und unzähligen Konzerten irgendwann mal reicht. Zum einen, weil die Ideen erschöpft sind, zum anderen, weil man an die alten Hits nicht mehr anknüpfen kann. Pustekuchen! Die fünf Musiker aus Mississippi fügen ihrer Diskografie nach einer einjährigen Auszeit nun ein weiteres Album hinzu, das mal wieder mit rockigen Ohrwürmern geradezu gespickt ist. Es scheint zu stimmen: Aus der Ruhe kommt die Kraft. Nachdem sich die fünf, getreu dem Motto Back To The Roots, in ihre Heimatstadt Escatampa, Mississippi zurückgezogen hatten, wollten sie einfach mal wieder gemeinsam Zeit verbringen und in Ruhe Musik machen, so wie in alten Zeiten. Auch deshalb haben sie das Album nach dem Bandnamen benannt: „3 Doors Down“. Zur CD selbst: Die neue Platte ist wie die alte, nur besser. Insgesamt klingen die Jungs rockiger und standhafter, ihren Stil haben sie aber nicht verloren. Gleich der erste Song „Train“ verdeutlicht, auf welcher Schiene 3 Doors Down jetzt fahren. An der Stimme, aber auch an den instrumentellen Soli merkt man schnell, dass dieses Album mehr denn je aus Spaß und Hingabe entstanden ist. „Citizen/Soldier“ sticht heraus, sowohl durch den irgendwie exotisch klingenden Anfang als auch durch den Text, der weniger nachdenklich, als vielmehr knallhart klingt - und genauso schauen die Jungs auch auf dem Cover aus. Kein Wunder, das dieser Song als Werbung für die amerikanische National Garde geschrieben wurde, was bei der patriotischen Einstellung der Band nicht allzu merkwürdig ist. Zum Glück stellt sich der Song als Ausnahme heraus und schon „It’s Not My Time“, die erste Singleauskopplung in Deutschland, folgt wieder der gewohnten Linie. Dieser Song scheint für das zu stehen, was sich die fünf während ihrer Pause gedacht haben: „Cause It’s Not My time, I’m not going“ - Und jetzt sind sie ja schließlich wieder da, zum Glück. Neben den scheinbar für die Band bekannten und bewährten Gitarrenriffen, wie sie bei „It’s Not My Time“ und „Let Me Be Myself“ zu wieder hören sind, gibt es jetzt einige neue Melodien zu bestaunen. „Pages“ zum Beispiel macht klar, das sich bei 3 Doors Down nicht jedes Lied gleich anhört. Vertraut ist bei dieser Ballade dagegen der nachdenkliche, philosophische Text, für den sie bekannt ist. Nach dem fast schon kuschligen „Your Arms Feel Like Home“ entpuppt sich „Runaway“ als weiteres Highlight des Albums. Eine neue, geniale Melodie, kombiniert mit dem typischen Rock n‘ Roll Refrain und einem tollen Text ist für den Ohrwurm verantwortlich, den man schon nach kurzem Hören hat. Schlussendlich klingt das Album mit dem sanfteren „She Don’t Want The World“ angemessen aus und lässt auf das nächste Album hoffen. Eigentlich ist „3 Doors Down“ wie „Seventeen Days“, nur besser. 3 Doors Down haben ihren unverwechselbaren Stil beibehalten und mit den altbewährten Elementen neue Hits geschrieben, die ein erfolgreiches Album garantieren. Nur schade, dass es für gerade einmal 45 Minuten gereicht hat.
01. "Train" 02. "Citizen/Soldier" 10. "Runaway" 12. "She Don’t Want The World" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 45 Minuten) Fazit: Aus alt mach neu - Wer “Seventeen Days” mochte, wird diese Platte lieben. 3 Doors Down sind genauso nachdenklich geblieben, dafür aber noch rockiger und irgendwie erwachsener geworden. Das Warten hat sich gelohnt! (JM) |
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| .Pit Baumgartner "Tales Of Trust" (Phazzadelic / New Format / Edel / VÖ: 09. Mai 2008) | |
Stil: Trip Hop, Downbeat, Lounge, Jazz, Swing Format: CD im Digipack Pit Baumgartner ist für den durchschnittlichen Musikhörer ein weitgehend unbekannter Name. Ganz anders sieht es aber aus, wenn man De-Phazz in's Spiel bringt, deren Begründer, Kopf und Produzent Baumgartner ist. Das Projekt De-Phazz (Destination-Phuture-Jazz) hatte Pit Baumgartner 1997 in's Leben gerufen und fast im Alleingang das überwiegend instrumental gehaltene Debutalbum "Detunized Gravity" herausgebracht, das auch heute noch als wegweisender Release des Nu-Jazz gilt. Mit dem Zugang von Karl Frierson und Pat Appleton veränderte sich der Sound zunehmend Richtung Swing, Jazz und Chanson und die Club- und Downbeats traten in den Hintergrund. Zur CD selbst: Nach acht De-Phazz Alben und der 2003 veröffentlichten Fräuleinwunder Compilation kommen wir nun doch noch in den Genuß des offiziellen Debuts von Pit Baumgartner! Darin besinnt er sich auf seine alten Stärken und verwöhnt uns mit Loungemusik für gehobene Ansprüche. Ganz bewusst hat das Mastermind aus Heidelberg dabei auf Gastauftritte seiner De-Phazz-Kollegen verzichtet (abgesehen von Joo Kraus) und diesen Release deutlich von seinem bekannten Bandprojekt abgegrenzt. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen klingt "Tales Of Trust" sehr nach einer Fortsetzung des De-Phazz Debutalbums "Detunized Gravity", bei dem Pit die Fäden noch annähernd im Alleingang gezogen hatte. Genau wie damals gibt es auch heute wenige Vocals zu hören und wenn, dann dezent und nur zur Untermalung des einzigartigen Klangteppichs, dessen Fäden Herr Baumgarter aus Jazz, Swing, Trip Hop und Downbeat sowie Elektro gesponnen hat. Mit gutem Händchen und viel Geschick groovt er durch die insgesamt 19 Tracks und läßt sich vereinzelt sogar zu tanzbaren Clubtracks hinreissen. Neben einigen jazzigen, De-Phazz ähnlichen Stücken ("Booboomca", "Turn The Page", "Walking Dead"), gibt es viele, erstklassige Instrumentals aus den Bereichen Trip Hop, Downbeat und Chillout zu bestaunen, die den Hörer auch unweigerlich an De-Phazz erinnern und den Groove durchgehend gepachtet haben. Die beiden besten Tracks des Longplayers finden sich aber erst gegen Ende der CD: Da wäre die geniale Überarbeitung der Sissi-Melodie ("Sissi 2008"), die Baumgartner als halbem Österreicher offenbar im Blut gelgen hat und der saugeile Track "Phantomgesicht", der die Titelmelodie von Der Kommissar mit Hilfe des Orchester Joe Jerkins völlig neu, clubtauglich arrangiert! Einzigartig, genau wie das gesamte Album ... Anspieltipps: 02. "Cruise Waikiki" 15. "Heavy Dream Rotation" 16. "Sissi 2008" 18. "Phantomgesicht" (Gesamtspielzeit: 19 Tracks, ca. 56 Minuten) Fazit: Mag man Pit Baumgartner's Alleingang als De-Phazz Fan nun oder nicht? Das ist eine gute Frage, die Antwort ist Ja und Nein. Ja, wenn man an De-Phazz die Instrumentals und die Fusion aus Jazz und Lounge zu schätzen weiss. Nein, wenn man De-Phazz in erster Linie wegen Chanson, Gesang und Songwriting hört, denn hier gibt es nur wenig Gesang zu hören. Lounge Liebhaber können den Qualitäten von Pit Baumgartner's "Tales Of Trust" in jeder Hinsicht blind vertrauen! (dr.öge) Für Fans von: De-Phazz, Thievery Corporation, DJ Shadow, Tommy Guerrero, Vienna Scientists, Kruder & Dorfmeister, Cafe Del Mar, Bar Lounge Classics, Future Sound Of Jazz |
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| .Ganjaman "Das gleiche alte Lied" (MK ZWO / RTD / VÖ: 25. April 2008) | |
Stil: Reggae & Dancehall Format: CD (auch als Doppel LP auf Vinyl erhältlich) Ganjaman, der Antiimperialist, Rastafari und gebürtige Berliner hat seinen dritten Longplayer "Das gleiche alte Lied" vor wenigen Tagen veröffentlicht. Nachdem man ihn 5 Jahre lang nur auf Compilations und live hören konnte war es auch wieder höchste Zeit für eine Platte mit insgesamt 17 eigenen Songs. Aufgewachsen ist Ganjaman in einem besetzten Haus in Berlin und hat allem Anschein nach dort seine politische Lehre gefunden. Bekannt geworden ist er mit deutschen Texten gegen Imperialismus, Vatikan, Habgier und die Bundesregierung, glaubt wie so viele Andere auch an Jah und daran, dass die Liebe alle Probleme weltweit besiegen kann. In den letzten Jahren war Ganjaman mit dieser Message in Europa unterwegs, hat sehr erfolgreich auf den größten Festivals gespielt, Max Romeo auf der gesamten Tour begleitet, stand unter anderem mit Gentleman auf der Bühne, hat für Black Dillinger produziert und die Studiotechnik für Mellow Mark gemacht. Bei diesem ausgeprägten Unternehmungsdrang ist es fast selbstverständlich, dass Ganjaman seine neue Platte selbst produziert hat. Sehr erfreulich ist ebenso, dass viele seiner Musiker-Kollegen (Uwe Banton, Danny Ranks, Phenomden, Thai Stylee, Junior Randy, Mr. Reedoo, Irie Révoltés) den Weg ins Studio gefunden haben um für den ein oder anderen Song ihr Talent bereit zu stellen. So ist mit "Das gleiche alte Lied" ein ruhiges Roots-Album entstanden auf dem die bekanntesten deutschen Stimmen und internationale Artists zu hören sind. Um auch musikalisch auftrumpfen zu können, wurden Instrumentals von Soundsystems aus der ganzen Welt eingeschickt, darunter Grillaras aus Jamaika, Rootdown's Teka, den Ösis von House Of Riddim oder Roots Survival und Black House Music aus Frankreich. Zur CD selbst: Der Opener ist gleichzeitig Titeltrack und offenbart uns in "Das gleiche alte Lied" die Kernaussage des Albums. Ein Track über die Menschen in Babylon (also alle Menschen weltweit) die nicht verstehen, dass Liebe so viel mehr wert ist als Gier, Hass und ewiges Gewinnstreben mit der leisen Hoffnung auf ein gutes Ende. Diese Hoffnung auf ein gutes Ende und auf Liebe für jeden klingt dann auch das ganze Album über in vielen Songs durch. Für "Unendliche Schönheit" hat sich Mr. Reedoo (Culcha Candela) im Studio eingefunden und gemeinsam mit Ganjaman ein sehr phantasievolles Loblied auf unsere wunderschöne Erde eingesungen. "Manchmal" kommt als nachdenkliche Ballade daher und handelt von den grundlegenden Problemen die jeder Mensch kennt und regelmäßig mit sich selbst aushandeln muss. Natürlich darf auch die Politikkritik nicht fehlen. Zusammen mit dem Berliner Surviva wurde "wie verlogen" als Song gegen die Bundesregierung und gegen alle manipulierbaren Politiker geschrieben. Zusammen mit den Irie Révoltés singt Ganjaman "Gerechtigkeit", einen tanzbaren Track gegen Habgier und Ungerechtigkeit. Der Song sticht dank vieler französischer Textzeilen aus den meist deutschen Texten heraus und wirkt erstaunlich erfrischend. Für "Danke Jah" hat kein Geringerer als Uwe Banton seine Stimme geliehen. Ein Track über die Großzügigkeit des angebeteten Jah und eigentlich über alles was so den ganzen Tag passiert. Damit nicht genug kommt nun der Song mit den meisten bekannten Namen: Junior Banton, Soultrain, Ephraim Juda, Nattyflo und Jahcoustix sind nur ein paar von den Künstlern, die den Gesang für eine Strophe oder auch nur Textzeile von "Schrei es raus" übernommen haben. Als letzter Track läuft "Geträumt", ein Anti-Kriegssong im Redemption Song Stil. Mit ruhigem Saxophon Intro eingeleitet beginnt der Song vom schönsten, wichtigsten und meistgeträumten Traum der Welt, dem Traum vom Frieden, und endet wie er beginnt, mit einer verträumten Saxophonmelodie. Anspieltipps: 05. "Unendliche Schönheit" 08. "Manchmal" 13. "Gerechtigkeit" (Gesamtspielzeit: 17 Tracks, 66 Minuten) Fazit: "Das gleiche alte Lied" ist tatsächlich thematisch nicht neu, vor allem nicht im Reggae Movement. Musikalisch schön umgesetzt und mit einer All-Star-Combo an Gastmusikern gleicht Ganjaman darin mit seinem beharrlichen Weltverbesserungsstreben jedoch einem Reggaeprediger, der das Thema deutlich überstrapaziert. (moe) |
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| .Nôze "Songs On The Rocks" (Get Physical / RTD / VÖ: 25. April 2008) | |
Den krönenden
Abschluss eines großartigen dritten Albums macht die Neuinterpretation
von "Kichen", dem auf "Songs On The
Rocks" einfach mal das Pop-Kostüm angezogen wird.
"Kitchen" der auf Nôze's
zweitem Album "How To Dance" noch als verrückte
Technonummer mit knarzigem Gebrabbel-Gesang aus den Boxen schallte, erklingt
nun als besinnliche Klavierballade. So hören sich die Worte "I'll
Make You Cum All Night Long" auch gleich viel romantischer an... |
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| .Cargo City "How To Fake Like You Are Nice & Caring" (Rebecca & Nathan / Intergroove / VÖ: 25.04.2008) | |
Anspieltipps: 01. "Ode To No One" 02. "Remote Control Edit" 05. "When I Slep I Disappear" 08. "The Cat Behind The Windowpane" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 43:30 Minuten) Fazit: Charmanter Crossover-Pop, der schönen Gesang mit gutem Sonwriting und flotten, tanzbaren Beats kombiniert. Die erste Produktion von Ralf Hildenbeutel (Laith Al Deen, Yvonne Catterfeld, Sven Väth) die ich mir gerne, freiwillig und wiederholt anhören werde. (dr.öge) Für Fans von: Naomi, Lemonheads, Sofa Surfers, Cardigans |
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| .The Hellacopters "Head Off" (Wild Kingdom / RTD / VÖ: 18. April 2008) | |
Stil: Rock Format: CD (auch als Limited Edition erhältlich) Abschiedsalbum mit Ansage! Im letzten Oktober machte es die Runde, dass sich die schwedische Band The Hellacopters auflösen werden und dass das nächste und siebte Album das letzte Album der Band werden wird. „Head Off“ ist ein weiteres Hellacopters Album und bringt das was man von den Hellacopters erwartet – Kick Ass Rock’n’Roll! Seit 1994 ziehen die Jungs um Nicke Andersson von Schweden aus um die Welt um gehörig zu rocken. Die Discographie der Band umfasst einige Klassiker und einer der oberen Ränge in der Rock’n’Roll Hall of Fame ist ihnen sicher. Zur CD selbst: „Head Off“ geht schon beim ersten Mal ins Ohr und der Opener „Electrocute“ verspricht einiges, was die kommenden Songs aber auch problemlos halten können. Vielleicht ist der Sound der Band nicht mehr ganz so dreckig und schnell wie am Anfang (in den Neunzigern) aber es geht immer noch mächtig nach vorne. Der erste Single-Output des Albums wird übrigens "In The Sign Of The Octopus" sein. Der Sound der Hellacopters ist auf keinem der Songs zu verkennen und genau das zeichnet die Band aus - Eigenständigkeit. Man erkennt einfach einen Hellacopters Song, egal ob schnell („Electrocute“) oder langsam („Another Turn“). Songs wie „I’m watching you“, „I just don’t know about girls“ oder auch „Rescue“ sind typische Hellacopters-Songs die, wie schon andere Songs der Band vor Jahren, rocken wie die Hölle. Das nun Schluss ist kann ich eigentlich nicht wirklich glauben – nicht nach so einem Brett von Album. Allerdings besser so, als nur per Notiz auf irgendeiner Musik-Website.
01. "Electrocute" 03. "I'm Watching You" 05. "In The Sign Of The Octopus" 09. "Rescue" (Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 46 Minuten) Fazit: Die Hellacopters haben in den Jahren ihres Bestehens zahllose Bands beeinflusst und das wird mit Sicherheit auch weiterhin der Fall sein. Schade ist es trotzdem und ich neige den Kopf, ziehe den Hut und zolle auch jede andere Art von Respekt für „Head Off“. Ein Best-Of Album kommt mit Sicherheit auch noch mal und eine DVD und dann irgendwann auch noch die Reunion und auch wenn’s Keiner glaubt ich freu mich drauf... (mc) |
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| .Mono & Nikitaman "Ausser Kontrolle" (Rootdown / Soulfood / VÖ: 25. April 2008) | |
02. "Schlag Alarm" 04. "Ausser Kontrolle" 06. "Das Alles" 07. "Digge Digge" 09. "Yeah" 10. "Von Osten bis Westen" feat. Russkaja 13. "Tut mir Leid" feat. Nosliw 15. "Es kommt anders" (Gesamtspielzeit: 16 Songs, ca. 59 Minuten) Fazit: Ein in allem sehr fettes drittes Studioalbum des Traumpaares der deutschen Reggaeszene. "Ausser Kontrolle" klingt musikalisch leider nicht mehr ganz so verspielt wie seine Vorgänger, die textliche Aussagekraft von Mono & Nikitaman ist jedoch qualitativ absolut beispiellos geblieben. Der Partysound des Sommers! (nac) Für Fans von: Nosliw, Nattyflo, Ganjaman, Gentleman, Seeed, Silly Walks Movement, Sam Ragga Band |
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| .Millencolin "Machine 15" (Burning Heart / SPV / VÖ: 04. April 2008) | |
Stil: Rock / Punk / Melodycore Format: CD Es waren einmal vier jugendliche Skater aus Schweden (Nikola Sarcevic, Mathias Färm, Erik Ohlsson und Fredrik Larzon), die sich mit Musik von Operation Ivy, Pennywise, NOFX und ähnlichem pushten und mehr und mehr den Wunsch verspürten ihren musikalischen Vorbildern, die sie vor allem aus Skatevideos kannten, nachzueifern. Das machten sie dann auch auf Anhieb so gut, daß sie sich wenige Zeit später mit ihren ehemaligen Idolen auf den Bühnen dieser Welt, zum Beispiel bei der Vans Warped Tour wieder fanden. Es begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute nicht enden sollte. Auch nach 15 Jahren sind Millencolin nach wie vor eine der erfolgreichsten und konstantesten Rockimporte aus Schweden und das waren sie schon lange vor The Hives oder The (International) Noise Conspiracy. Man könnte fast behaupten, das Nikola & Co Schweden überhaupt erst auf die Landkarte der internationalen Rockmusik verholfen haben. Damals war der Sound des Vierers wegen ihres Skateboard-Backgrounds zunächst sehr auf Fun- und Skapunk fixiert. Dem Ska kehrte man jedoch schon sehr bald den Rücken und entwickelte sich weiter Richtung Punkrock und Melodycore. Das letzte Studioalben, "Kingwood" brachte dann noch deutlich mehr Rock ins Spiel und der vorliegende, nagelneue Release geht da sogar noch weiter ...
Anspieltipps: 01. "Machine 15" 02. "Done Is Done" 03. "Detox" 08. "Who's Laughing Now" 09. "Brand New Game" (Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 46 Minuten) Fazit: Mit "Machine 15" ist den vier Jungs aus Örebrö ein herausragendes Rockalbum gelungen, das tatsächlich Alle begeistern wird - ein Crowd-Pleaser erster Güte! So, who's laughing now? (dr.öge) Für Fans von: No Fun At All, Hot Water Music, Foo Fighters, Pennywise, Bad Religion |
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| .Aimee Cares "Her Golden Age" (mossBeach / RTD / VÖ: 04. April 2008) | |
Fazit: Ein Album welches durch seine Ecken und Kanten erst richtig gut wird - das rockt! (mc) |
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| .Anti-Flag "The Bright Lights Of Amercia" (Red Ink / Sony BMG / VÖ: 28. März 2008) | |
Stil: Polit-Punkrock Format: CD Es ist mal wieder so weit. Anti-Flag, die weltberühmten Politpunks aus den USA haben ihr neustes Album The Bright Lights of America veröffentlicht. Die vier Musiker Justin Sane (Guitar & Vocals), Chris #2 (Bass & Vocals), Chris Head (Guitar) und Pat Thetic (Drums) haben es mal wieder geschafft ihre Fans mit dem Album zu begeistern. Obwohl es danach erst gar nicht aussah, denn Gerüchte machten die Runde, dass die Band wegen des neuen Majorlabels nun viel poppigere Töne anschlagen könnte, es kam zum Glück anders. Der Sound ist bekannt treibend, die Texte gewohnt lyrisch und die Message bleibt deutlich: Die politische Elite bringt den Untergang. Zur CD selbst: So kann "The Bright Lights of America" im Gegensatz zu den letzten Alben nicht nur als musikalischer Angriff auf die Bush-Regierung, sondern auf die gesamte Weltpolitik gesehen werden. Natürlich bemühen sich die 4 Punks auch den US Wahlkampf aufzumischen. Musikalisch ist zwischen dem Vorgänger "For Blood and Empire" und der neuen Platte kaum ein Unterschied zu hören. Immer noch im Mittelpunkt stehen die Hymnenartigen Gesangsparts in fast jedem Song. Obwohl die Musik um viele dezente Hintergrundspielereien erweitert wurde, bleibt der authentische Punk mit simplen Akkorden und maximal aggressiven Gesang erhalten. Die 12 Songs, produziert von Tony Visconti sind deutlich länger als wir es von den Vorgängeralben gewohnt sind. Prinzipiell bietet The Bright Lights Of America keine wirklichen Ausreißer-Songs, alles im bekannten Format, prügelnde Beats, Hymnengesang und sehr gut entwickelte Texte in denen auch der Einfluss des Produzenten hörbar ist. Als Überraschung gibt's am Ende noch einen Hidden Track im Country-Stil. Jeder Anti-Flag Fan wird das neue Album ebenso mögen wie die letzten auch. Die kleinen Entwicklungen im Backingsound und Songwriting fallen höchstens positiv auf. Anspieltipps: Alle Songs (Gesamtspielzeit: 13 Songs, 49 Minuten) Fazit: Die Platte steht ihren Vorgängern in nichts nach, ist eher noch erwachsener und mit mehr Liebe zum Detail produziert und eingespielt. Das neuste Werk gefällt mir ebenso gut wie die älteren Anti-Flag Platten und ist ein Muss für jeden wirklichen Fan! (moe) |
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| .Pennywise "Reason To Believe" (Epitaph / SPV / VÖ: 28. März 2008) | |
Das einzige
was mir negativ auffiel, ist dieses Gefühl, dass sich Pennywise teilweise
selbst covern. Ich schwöre, dass ich einige Riffs und Gesangslinien
genau so auch schon auf anderen Alben meiner Oberstufen-Versüßer
gehört habe. Das ist teilweise so offensichtlich, dass es wie Absicht
wirkt. In Anbetracht der Tatsachen, dass dies nicht nur einmal auf der
Scheibe geschieht, aber nur einmal lustig gewesen wäre, können
wir den Verdacht der Absicht allerdings begraben. Am besten mal selbst
reinhören und eine Meinung bilden. Ich kann euch bei Bedarf und mit
etwas zeitlichem Abstand auf jeden Fall eine komplette Liste mit Songtiteln
und jeweiligem Album zuschicken, die hier gecovert werden. Vielleicht
hab ich ja auch einfach Halluzinationen... Im Übrigen ist es bei
Pennywise nicht schlimm, wenn einem das eine oder andere Riff bekannt
vorkommt. Immerhin handelt es sich um eine Band, die seit vielen respektablen
Jahren von Powerchords lebt. Also sozusagen drei-bis-vier-Akkord-Musik.
Das Ergebnis jedenfalls spricht für sich. Der Duracell-Hase am Schlagzeug
kriegt sein Parkinson während der gesamten 41 Minuten nicht in den
Griff und Jim gehen weder die Themen noch die Ambitionen aus. Alles wie
gewohnt. Lang lebe der Clown! |
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| .Moby "Last Night" (Mute / EMI / VÖ: 28. März 2008) | |
Stil: Dance, House, Elektro, Trip Hop Format: CD Moby ist natürlich ein ganz Großer, dies sei schon einmal vorweggenommen. Sein letztes, überaus erfolgreiches Album "Hotel" konnte die Ozelot Crew jedoch überhaupt nicht begeistern. Dieser selbstverliebte 80er-Trip von Richard Melville Hall aka Moby steht bei uns alles andere als hoch im Kurs und so hofften wir auf Wiedergutmachung und eine musikalische Rückkehr zu früheren Musikstilen und davon hat er ja genug durchprobiert. Tatsächlich ist das neue Werk "Last Night" den Erfolgsalben "18" und "Play" nicht unähnlich, bringt aber auch eine völlig neue Komponente, nämlich die Dance-Music der 90er mit in's Spiel. Auch Einflüsse aus Techno und Rave sind mit dabei, diese gewinnen aber glücklicherweise musikalisch in keinem Song die Oberhand. Wie der Titel schon vermuten läßt handelt es sich um ein Konzeptalbum, das sich Moby's Zeiten als DJ in den 90ern widmet und auch die Stile und Bands dieser Epoche aufgreift. Zur CD selbst: Konzeptalbum ist eigentlich ein böses Wort, denn meist bedeutet dies ein durchgeplantes und sehr kommerzielles vorgehen bei der Entstehung eines Longplayers.Iim Fall von "Last Night" ist dies aber so gut gelungen, daß man offen zugeben muß, dieses Konzept ist aufgegangen! Wie bei einer durchfeierten Nacht, startet der Abend mit einem musikalischen Aufwärmer und ein guter DJ verschießt beim ersten Track natürlich nicht sein ganzes Pulver, denn im Lauf des Abends muß man sich als Plattendreher natürlich noch deutlich steigern können. So bleibt der Opener "Ooh Yeah" ein Aufwärmer, der beim Publikum nur ein gut gelauntes Kopfnicken bewirken wird, nicht mehr und nicht weniger. Dabei kramt Moby auch gleich ein belibtes Stilmittel der 90er aus und zeigt uns, was ein ordentlicher Reprise ist. Danach ist es Zeit die ersten Schritte auf der Tanzfläche zu wagen, denn "I Love To Move In Here" begeistert mit typischer Moby-Melodie, einem äußerst animierenden Beat und feinstem Rap von Grandmaster Caz (Rapper's Delight). Im Anschluß wird es für unseren Geschmack etwas zu housig. "257.zero" hat das Potential die Frankfurter Clubszene zu begeistern, wer diese houseverseuchte Landschaft kennt, wird das aber nicht als Komliment auffassen. Zudem klingt der Track gar nicht nach den 90ern sondern könnte auch aktuell sein und paßt somit nicht wirklich gut in's Konzept. Es sind Songs wie "Everyday It's 1989", die dieses Album zu etwas wirklich Besonderem machen: Der old-schoolige Beat erinnert sofort an Dance-Projekte der Neunziger und in diesem Fall konkret an Black Box. Der sirenenartige Gesang ähnelt Moby's früherer Single "Feeling So Real", man könnte fast meinen es sei die gleiche Sängerin. Nebenbei spielt Moby wieder mit den typischen Merkmalen der 90er, wie der abgehakten Wortwiederholung im Refrain, die Black Box mit ihrem Track "Ride On Time" damals populär machten. Ebenfalls ganz groß damals: Trip Hop! Doch auch das kann Moby und so könnte man fast meinen "Alice" sei ein neuer Output von Massive Attack oder Tricky. Ein genialer Trip Hop Track mit feinstem Downbeat und dem dazugehörigen, tiefstimmigen Rap (von 419 Crew und Aynzli). Wer mal wieder richtig Bock auf derben Trip Hop hat, sollte sich das neue Album von Portishead vormerken ("3" erscheint am 28.04.2008) oder sich ungehört die Scheibe "Laylow" von CirKus feat. Neneh Cherry einkaufen. Doch dies nur am Rande. Zurück in die Zukunft der Neunziger und einem, der sich in dieser Zeit zu einem der bestbezahltesten DJs überhaupt mauserte - Fatboy Slim! Seinen Stil greift Moby in der gelungenen Dance-Hymne "The Stars" auf und mischt dies mit seiner eigenen musikalischen Vergangeheit. Das Ergebnis ist schlichtweg großartig! Zuvor bekommt man die aktuelle Singleauskopplung "Disco Lies" zu hören, deren Vocalhouse an das erfolgreiche Debutalbum "Resist" der deutschen Combo Kosheen ähnelt. Nach einer durchtanzten Nacht dürfen sich die müden Füße dann bei der Afterhour zu "Sweet Apocalypse" erholen.
Anspieltipps: 02. "I Love To Move In Here" 04. "Everyday It's 1989" 10. "The Stars" 13. "Mothers Of The Night" (Gesamtspielzeit: 14 Songs, ca. 62:30 Minuten) Fazit: Moby hatte schon immer die Fähigkeit Melodien zu erschaffen, die ohne Umwege direkt in's Ohr gehen und davon macht er hier erneut meisterlich gebrauch. Herausgekommen ist ein phantatischer Mash-Up durch die Discostyles der 90er, Moby ist zurück und wird mit seinem neuen Album "Last Night" sowohl alte als auch neue Fans begeistern! (dr.öge) Für Fans von: Kosheen, Fatboy Slim, Chemical Brothers, Tricky, Groove Armada, |
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| .The Indelicates "American Demo" (Weekender Records / Indigo / VÖ: 28.03.2008) | |
Anspieltipps: |
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| .No Use For A Name "The Feel Good Record Of The Year" (Fat Wreck / VÖ: 28.03.2008) | |
Stil: Punkrock Format: CD Die Stones der Skate Punk Szene No Use For A Name sind nicht müde geworden ihre Fans mit immer neuem Tonmaterial zu versorgen. Die 11te und somit neuste Platte der vier Rocker aus Kalifornien hört auf den Namen "The Feel Good Record Of The Year" und lebt von über 20 Jahren Bandgeschichte. Produziert von Bill Stevenson, dem ein oder anderen bekannt durch Black Flag und Only Crime wurden die 14 Songs vergangenes Jahr in Ft. Collins/Kalifornien aufgenommen und auf CD gepresst. Der Startschuss für die Erfolgsgeschichte von No Use For A Name hallte 1987 durch die amerikanischen Konzerthallen. Tony Sly (Vocals/Guitar) und Rory Koff (Drums) veröffentlichten gemeinsam 2 Longplayer bis Fat Wreck Chords 6 Jahre später auf die Talente aufmerksam wurde. Die ersten beiden Platten unter Fat Mike, "The Daily Grind" und "Leche Con Carne" wurden zu einem großen Erfolg, der sogar darin gipfelte, dass der Song "Soulmate" auf MTV rauf und runter lief. Um den Sound zu verstärken kamen Chris Shiflett (mittlerweile bei den Foo Fighters) und Matt Riddle (Bass) hinzu um gleich darauf für "Making Friends" wieder im Studio zu verschwinden. Eine Selbstverständlichkeit, dass die Jungs seit Gründung der Band jede aufnahmefreie Minute auf Tour verbringen. In den 90er Jahren unter anderem mit The Offspring und natürlich NOFX, regelmäßig bei der Vans Warped Tour und sonst auch auf der ganzen Welt. 1999 konnten die Fans mit "More Betterness" wieder eine neue Platte in den Händen halten. achdem Chris zwei Wochen vor Tourbeginn meinte, die Band wechseln zu müssen, wurde quasi über Nacht Dave Nassie (Guitar) eingestellt und erlebte eine sehr erfolgreiche Tour. Es folgten viele Konzerte auf der ganzen Welt und die Ehre, als erste Fat Band ein "Live in a Dive"-Album aufnehmen zu dürfen. Wiederum das nächste Album wurde auf den Namen "Hard Rock Bottom" getauft und, nun dürft ihr raten, richtig: Der Erfolg war vorprogrammiert und Gigs auf der Warp Tour Main Stage sowie mit Sum41 sollten folgen. Der nächste Longplayer "Keep them Confused" wurde 2005 veröffentlicht, Konzerte auf der ganzen Welt waren mal wieder die Folge. Um dann doch mal irgendetwas zu ändern wurde der Best Of Longplayer "All The Best Songs" (2007) ausnahmsweise ganz anders gefeiert, nämlich auf einer small club tour durch Nord- und Südamerika. Und die Bilanz nach 20 Jahren Bandgeschichte? 10 Longplayer, über 1 Millionen verkaufte Platten, tausende Konzerte verteilt auf alle Kontinente, verzweifelte Rebellion unter Bush Senior, als Dank dafür Bush Junior und die wahrscheinlich treuste Fangemeinde der Welt. Und nun, Feierabend? Frührente? Für Punkrocker doch eher ungewöhnlich, logische onsequenz? Neue Platte und neue Tour ...! Zur CD selbst: Wie zu erwarten war bietet die Wohlfühlplatte des Jahres den gewohnten NUFAN Stil, kann durch die gewohnt politischen Texte neben den treuen Fans sicherlich auch neue Fans mobilisieren und bietet einige Überraschungen. "Biggest Lie" und "I Want To Be Wrong" als erste Songs sind geeignet jeden Fan des gepflegten Punkrock innerhalb weniger Sekunden in Bewegung zu versetzen, selbst wenn der/die Betroffene ohne Hintergedanken nur mal kurz auf der MySpace-Seite der Band reinschauen wollte. Der Virus wirkt sofort und die Ohrwürmer setzen sich ganz tief in den Gehörgang. Auf Myspace nicht zu hören ist das kratziger Radiosprecher Intro für "Biggest Lie". Die 4 Punker bieten ab dem ersten Song typisch aggressive Gitarrenriffs kombiniert mit melodischem Gesang und schnell treibendem Schlagzeug, also die volle Vielfalt bei gleichzeitig maximaler Power gleich ab dem Anfang. Dazu noch die Message: Scheinheilige Celebrities erzählen vom Umweltschutz während Millionen Kinder verhungern. Problem: Am Ende glauben wir den ganzen Bullshit der uns tagtäglich von den Reichen und Mächtigen aufgetischt wird ("left freedom bleeding on the roadside, we believe the biggest lie"). "I Want To Be Wrong" geht musikalisch im gleichen Tempo vorwärts wie der Opener und bietet außer bestem, straighten Punkrock keine Besonderheiten. Plötzlich ganz ruhig, fast als Ballade, beginnt "Yours To Destroy", beschleunigt sich langsam und gipfelt in einem Refrain der durch seinen mehrstimmigem Gesang und den gemäßigten Beat sehr an diverse Skate Punk Songs erinnert. Auch hier verrät die melancholisch, resignierte Stimmung der ersten Songs, dass die Geschichte nicht gut ausgeht. ("a noose around my neck - I walk around the city"). "Under The Garden" handelt vom Garten des Vergessens. Tony klagt mit wütender Stimme an, die Band unterstützt ihn mit allem was aus Schlagzeug, Gitarre und Bass rauszuholen ist und die Wut ist verständlich. Jeder kennt sie, ignorante Menschen die lieber übers Wetter reden als sich mit Armut oder ähnlich stressigen Themen zu befassen. Euch ist dieser Song gewidmet. Doch auf einmal, kurz nach der Hälfte ein ganz ruhiger Part, das Schlagzeug lauert im Hintergrund während die letzte Strophe, fast geflüstert und kaum hörbar, beinahe von der Akustikgitarre übertönt dazu einlädt verdammt noch mal auch über die Zukunft nachzudenken, anstatt sich im Garten zu verstecken. Vier Songs über die beschissene Welt um uns rum sind fürs erste genug, mit "Sleeping Between Trucks" kommt eine Liebesballade im Lagerfeuerstil. Mal wieder Akustikgitarre, leichte Trommeln im Hintergrund und ein Sänger, der zwischen Trucks sein Nachtlager aufbaut und vor Sehnsucht nach seiner großen Liebe ein Liedchen trällert. Kaum zu glauben, dass NUFAN so viel Country-Schmuse-Akustik-Romantik in einen Song gepackt haben. Der beste Song für frisch verliebte Pärchen und eventuell der Einfluß, den das Side-Projekt Bad Astronaut und das Akustikalbum mit Joey Cape auf Nufan hatten. Und weil alles gute auch ein Ende hat geht fast jede Beziehung auch wieder den Bach runter. "Domino" klingt auf Anhieb nach anspruchsvollem Rock und ziemlich wenig nach stumpfem Punk. Die Beziehung ist gerade dabei zu zerbrechen und das Traumpaar von eben hat sich auf einmal nichts mehr zu sagen. Eine erstaunliche Vielfalt an Stimme kommt zum Vorschein und Rory an den Drums stellt erfolgreich unter beweis, dass auch ein Rock'n Roll Rhythmus gar kein Problem darstellt. ("Falling backwards like a domino to a place where you cannot hide") And now the
song you've all been waiting for: "The Feel Good Song
Of The Year" macht seinem Namen natürlich alle
Ehre. Die Melodie kommt fröhliche und zügig wie zu Beginn der
Platte daher und lässt fast überhören, dass unser Pärchen
von eben sich erfolgreich getrennt hat und er nun mit den Nachwirkungen
zu kämpfen hat. "The Trumpet Player"
beginnt mit schönem Gesang und einfachen Akkorden im typischen Skate
Punk Stil. Ebenso typisch wird's schneller und schneller je näher
der Refrain kommt. Gegen Ende des Songs dann noch ein schickes Gitarrensolo
(wie bei fast jedem Song dieser Platte) und nicht zu vergessen die alte
Geschichte, die Ihren Lauf nimmt. Der gute Tony bemüht sich seine
Probleme mit Tabletten zu lösen. ("Doctor can you give me
something for my state of mind?, sorry son we're out of medication, the
world is out of love") Jetzt
verbleiben noch sechs Songs auf der CD, von denen zwei besonders auffallen:
"Ontario" hat keinen Bass, kein Schlagzeug,
nur Klavier(!), Gesang und - man glaubt es kaum - Streichinstrumente im
Hintergrund. Ebenso überraschend "Kill The Rich",
der viel mehr nach ruhigem Surf Rock klingt als nach aggressivem Punk.
Der letzte Song "Take It Home" endet
wiederum mit einer altmodischen, kratzigen Radioansage, so dass die Platte
ebenso endet wie sie beginnt, der Kreis schließt sich und ist runder
denn je! |
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| .The Reason "Things Couldn't Be Better" (Smallman / Warner / Al!ve / VÖ: 28. März 2008) | |
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| .Good Riddance "Remain In Memory - The Final Show" (Fat Wreck / VÖ: 18. März 2008) | |
Stil: Punkrock / Punkcore Format: CD Unzählige Male habe ich mich von Good Riddance im Snow- oder Skatepark bei meinen runs motivieren lassen, denn der harte aber melodische Punkcore dieser Fat Wreck Veteranen eignet sich perfekt als Pusher für alle Boardsportfreaks. Die Band stammt aus Santa Cruz, ist seit 12 Jahren durchgehend bei Fat Wreck Chords unter Vertrag und sollte den Hörern von Pennywise, Descendents, Samiam, Anti-Flag oder den Dropkick Murphys auf jeden Fall bekannt sein. Die energiegeladenen Shows von Russ, Luke, Chuck und Sean sind legendär und nichts für schwache Nerven, daher werden sich Fans die Finger nach diesem neuen Livealbum lecken. Leider ist es gleichzeitig auch ein Abschied, denn Good Riddance haben sich nach etlichen erfolgreichen Jahren im letzten Mai aufgelöst. Das Trostpflaster in Form der vorliegenden Live-CD ist allerdings ein schönes Abschiedsgeschenk und wer auch weiterhin den Vocals von Russ Rankin lauschen möchte, sollte sich die Band Only Crime einmal anhören. Zur CD selbst: Die druckvoll galoppierende Basedrum ist Ihr Markenzeichen, dazu heftige Girtarrenriffs und abwechselnd melodiöser Gesang, Singalong oder pures shouting, so klingen Good Riddance! Ihr Stil wurzelt im Punkrock, jedoch mit starken Tendenzen zum Melody- und Hardcore. Man stelle sich eine Fusion aus Pennywise, Descendents und Against Me vor. Für alle Neuentdecker dieser Band (also der jüngeren Leserschaft) ist dieses Abschiedsalbum der optimale Einstieg, denn wie zu hoffen und zu erwarten war liest sich die Tracklist wie ein Greatest Hits Album. Mit Krachern aus allen Schaffensphasen, darunter auch alte, nie in Vergessenheit geratene Highlights, wie "Mother Superior" (gibt's HIER zum kostenlosen Download) oder "Flies First Class", die schon seit Jahren zu meinen Favourites zählen und das nicht nur beim Snow- oder Skateboarden. Die großteils politisch motivierten Texte (z.B. "Shit-Talking Capitalists") werden instrumental oftmals so brachial und dreckig begleitet, das Anti-Flag dagegen fast poppig wirken. Komplett neue Songs gibt's leider nicht mehr zu hören, einzig "Not So Bad", das Kenner aber bereits von der Fat Wreck Hanukkah Compilation her kennen. Insgesamt 30 Songs bei einer Spielzeit von 78 Minuten lassen absolut keine Wünschen offen. Das umfangreiche Booklet enthält außerdem eine Discographie und viele Konzertphotos. Man kann sich das unglaubliche Live-Potential dieser Band zwar nicht wirklich vorstellen, ohne sie auf der Bühne gesehen zu haben, doch beim Hören von "Remain In Memory - The Final Show" kann man schon erahnen, daß es bei einem Konzert von Good Riddance abgeht wie die Drecksau. Nachfolgend noch ein kurzer Ausschnitt von diesem legendären, letzten Konzert in Santa Cruz ...
Anspieltipps: |
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| .Pete Rock "NY's Finest" (Nature Sounds / Groove Attack / VÖ: 14. März 2008) | |
Stil: Hip Hop / Rap / Turntablism / Reggae Format: CD Wegen einer vierjährigen Pause und der dadurch fehlenden Mainstream-Präsenz ist Pete Rock in Deutschland nicht annähernd so bekannt wie Kanye West oder Pharrell Williams. In dieser Zeit war P-Rock jedoch alles andere als untätig, der in erster Linie als Produzent bekannte New Yorker half bei der Entstehung der Alben von Biggie Smalls, Jeru The Damaja, Talib Kweli, Redman, Nas, Common, Mary J Blige, Ghostface Killah und einigen mehr. Tatsächlich ist Pete Rock eben ein alter Hase im Hip Hop Biz und das als absoluter Allrounder. Als Produzent und Remixer gefeiert und ebenso erfolgreich als DJ und MC. Pete beherrscht das Game wie Dwight Howard die Boards, daran gibt es keinen Zweifel. Auch wenn Pete schon lange keinen eigenen Release mehr hatte, ist er für seine Fans nach wie vor Outstanding und daher wird es Zeit für alle kleinen Rotznasen die Hip Hop Hausaufgaben zu machen und heraus zu finden, wer dieser derbe East Coast Styler ist, der auf "NY's finest" in fast jedem Track einen anderen großen des Hip Hop als Gastmusiker am Start hat. Darunter Redman, Masta Killah, Doo Wop, Styles P, Rakwon, Lords Of The Underground und etliche mehr ... Zur CD selbst: Beatrock mit Pete Rock! Diesmal ohne CL Smooth. Die erste musikalische Kostprobe, die er uns nach 4 Jahren endlich hinwirft, überzeugt sofort. Ausgefallene Samples treffen auf fett melodische Beats und harter Rap auf intelligente Lyrics mit einfallsreichen Metaphern und 80ies-Flashbacks. Die Texte sind übrigens die besten, die ich seit langer Zeit im englischsprachigen Rap gehört habe, forget the Wu-Tang Clan! Die Samples sind eine Mischung aus Old-School-Variationen und einigem, völlig neuem, weirden Shit, den man sonst nur zu hören bekommt, wenn DJ Shadow oder Rockers HiFi an den Reglern stehen, einfach großartig! P-Rock versorgt uns hier mit allen Facetten des East Coast Style, von G-Rap über Storytelling bis hin zu fröhlichen oder gar romantischen Tracks. Mit "Till I Retire" stellt der Altmeister jedoch zunächst einmal klar, daß er nie wirklich weg war und auch nicht vorhat, sich in absehbarer Zeit zur Ruhe zu setzen. Sehr persönliche Lyrics und passender Weise das einzige Stück ohne Gast-Feature, guter Rap und ein stylisher, fiepsender Downbeat - vom Feinsten! Hip Hop ist hier natürlich die vorherrschende Gangart, dennoch gibt auch es einige Ausflüge in andere Genres: Da wäre zunächst das jazzige "We Roll" (mit Jim Jones & Max B), das vom Sound her perfekt in die Guru's Jazzmatazz-Reihe passen würde. Lässiger, softer Flow, mit Jazz-Trompeten und smoothen Lyrics, in denen Pete uns rappend verrät, was er in den letzten Jahren so getrieben hat. Dieses Thema setzt Pete einige Songs später im hart gerappten "Questions" zusammen mit Royal Flush fort und beseitigt damit alle Zweifel bzgl. seiner Realness oder wie die New Yorker Hood es auch nennen mag. Ein Highlight für alle Wu-Tang Anhänger ist mit Sicherheit "Best Believe" feat. Redman und LD, doch meiner Meinung nach gibt es noch viel besseres auf der Scheibe zu hören. Zum Beispiel die danach folgende Kampfansage auf jamaikanisch. Pete ist zwar in Brooklyn geboren aber eben als Sohn jamaikanischer Eltern. Nachdem zu Beginn des Tracks zunächst der Mythos um das jamaikanische Unwort Bumboclaat gelöst wird (Rockers HiFi läßt grüßen), entpuppt sich "Ready Fe De War" als saufette Riddim-Hymne, die jeden Reggae-Revoluzer kiffend von der Couch aufspringen und begeistert tanzen läßt. Representing ist in "Don't Be Mad" angesagt, mit verspieltem Beat und Spielhallen-mäßigem Sample. Zum Ende der CD wird der Stil dann deutlich kommerziger und der teils harte G-Rap weicht melodischen, fröhlichen Tunes mit deutlich mehr Pop-Appeal. Doch auch das funktioniert hier erstklassig und so ist "The Best Secret" feat The Lords Of The Underground ein schöner Ohrwurm geworden mit extrem viel Chartpotential. Ähnlicher Stil und ähnlich gut ist "Comprehend" feat. Papoose. Das könnte den Fans von 2Pac und ähnlichem Chartrap richtig gut gefallen. So oder so findet sich aber für jeden Head ein gutes Teil auf dem Album, weil extrem vielseitig!
Anspieltipps: |
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| .Late Night Tales "Groove Armada" (Azuli / RTD / VÖ: 07. März 2008) | |
Stil: Compilation Format: CD Es gibt nicht viele Compilation-Reihen, die ihren Weg in meinen CD-Player finden, was ja auch kein Wunder ist, wenn man sich die ganze Flut nett betitelter Compilations anschaut, die Monat für Monat veröffentlicht werden. Ein Name gleicht dem anderen und macht es einem schwer, die unterschiedlichen Reihen voneinander zu entscheiden. Die in der letzten Zeit meist clubbig angehauchte DJ Kicks-Serie von !K7 kennt fast jeder, die Late Night Tales-Reihe von Azuli als smoothe Variante kennen allerdings noch viel zu wenig Leute, was sehr schade ist. Denn auf jedem Release offenbaren international bekannte Künstler tiefe Einblicke in ihre Plattenkiste und spielen ihre Lieblingsscheiben. So unterscheidlich wie die ALN-Ausgaben, so auch die Künstler, die sie zusammengestelt haben:Air, Howie B., Tommy Guerrero, Jamiroquai, Nightmares On Wax, Fatboy Slim oder Kid Loco - alle haben schon einen perfekten Soundtrack für die späten Nachtstunden abgeliefert. Zur CD selbst: Es gibt Grund zu feiern, besser gesagt, sogar ganze zwanzig Gründe, denn "Late Night Tales" feiert die 20. Veröffenlichung und hat zur Jubiläums-Geisterstunde Englands Erfolgsduo Nr. 1 eingeladen. Die Rede ist natürlich von niemand geringerem als Groove Armada! Bereits 2002 haben Andy Cato und Tom Findlay eine unglaublich fluffige Ausgabe für die späten Abendstunden beigesteuert und da ihr damaliges Debüt als Compiler die bis heute bestverkaufte Veröffentlichung der Reihe ist, durften sie zum Jubiläum noch mal in ihren Plattenkisten kramen. Und sie haben tief gegraben, anders ist nicht zu erklären, wie es die amerikanische Alternative-Band Midlake mit "Roscoe", Onehit-Wonder Kitty Grant mit der seichten Popnummer "Glad To Know You" oder das Schweden-Trio von Peter, Bjorn & John mit ihrerm Indie-Rock-Song "The Chills" ins Tracklisting geschafft haben. Mit Depeche Mode's "Enjoy The Silence", Chris Rea's "Josephine" und Stevie Wonder's "Tuesday Heartbreak" gewähren Cato und Findlay aber auch den klassischen Erfolgsgaranten ihren großen Auftritt. Den Anfang der Spätvorstellung machen aber die englischen Elektropop-Wegbereiter von Human League mit "Things That Dreams Are Made Of", gefolgt von Roxy Music mit ihrem New Wave-Hit "Love Is The Drug" aus den 70ern. African Dreams steuert mit "Make A Living" einen harmonischen Melodietrack bei, der mit Sampleeinlagen für Schwung sorgt und sich dann zur Dance-Nummer entwickelt, ohne an seiner Leichtigkeit zu verlieren. Der groovende Oldie "How Long" von Ace macht hier ebenso viel Spaß wie Marvin Gaye & Tami Tyrell's schmetternder Soulhit "You're All I Need To Get By". Wie immer gibt es natürlich auch diesmal einen Exklusiv-Track der Compiler. Mit "Are Friends Electric" haben Groove Armada ein Gary Newman-Cover ausgewählt, den sie mit ihrem eigenen Song "My Friend" kombiniert und mit Hilfe ihrer Band den letzten Schliff verpasst haben. Coole Nummer, die mich aus irgendeinem Grund an stark an "Song For Mutya" vom letzten Album "Soundboy Rock" erinnert. Als letzten Song hat man sich die Roots-Reggae-Nummer "Even After All" des britischen Reggae-Singer/Songwriters Finley Quaye aufgehoben, der nebenbei Onkel der Trip Hop Legende Tricky ist. Nicht fehlen, darf natürlich die obligatorische "Gute-Nacht-Geschichte" am Ende des Mixes, die diesmal von Satiriker Will Self vorgelesen wird. Anspieltipps: 01. The Human League - "The Things That Dreams Are Made Of" 06. African Dreams - "Makin' A Living" 10. Ace - "How Long" 13. Marvin Gaye & Tammi Terrell - "You're All I Need To Get By" 15. Groove Armada - "Are Friends Electric" 16. Peter, Bjorn and John - "The Chills" 17. The Cure - "Close To Me" 18. Finley Quaye - "Even After All" (Gesamtspielzeit: 18 Songs, ca. 71 Minuten) Fazit: In allem ist Groove Armada wieder ein fabelhafter Mix für die späten Nachtstunden gelungen, der von der Qualität her auf jeden Fall an ihre erste Another Late Night-Auskopplung anknüpfen kann. Mit Leichtigkeit mixen sie sich durch die verschiedensten Musikstile und haben offenbar ihren Spaß daran: von New Wave und Electro-Pop über Indie-Rock und Alternative zu Disco, Soul und Roots-Reggae reicht das Spektrum der beiden Briten und es scheint noch lange nicht ausgereizt zu sein. (nac) |
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| .Neuser "Selbstauslöser" (Songpark / AL!VE / VÖ: 07. März 2008) | |
Stil: Deutschrock Format: CD im Digipack Zwei Jahre ist es her, seit Universal das Album „Alles wird leichter“ von Neuser auf den Markt brachte. Produziert wurde damals mit den gleichen Leuten die auch schon den Sportfreunde Stiller, Juli oder auch The Notwist zum Erfolg verholfen hatten. Leider war die Strasse des Erfolges für Neuser aber ein wenig zu steinig und so trennte sich Universal auch wieder von Neuser und die sind jetzt zurück mit einem neuen Album „Selbstauslöser“ auf dem neuen und eigenen Label Songpark. Für „Selbstauslöser“ wurde das Gründungsduo, Henning Neuser (Gesang, Gitarre) und Philipp Sutter (Klavier), um einige Leute ergänzt, Michael Klaukien (Drums) und Tim Rashid (Bass) bereichern nun den Sound des neuen Albums. Produziert wurde diesmal von keinem Anderen lediglich das Abmischen einiger Songs wurde von Peter Schmidt (Selig, Echt, Beatsteaks, Reamon) übernommen. Zur CD selbst: Mittlerweile beim Deutschrock für den Indie-Dancefloor angekommen, kann das Album leider nicht überzeugen. Mancher Power-Pop Song klingt zu anstrengend und die melancholisch anmutenden Lieder, welche die eine oder andere zerbrochene Liebesbeziehung und die Sehnsüchte der Bandmitglieder thematisieren, klingen, wie in der Hamburger Schule der frühen Neunziger stehen geblieben ... mehr |
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| .Danko Jones "Never Too Loud" (Bad Taste / Soulfood / VÖ: 29. Februar 2008) | |
Stil: Rock`n`Roll Format: CD (auch als Limited Edition mit 2 Bonustracks im Digipack erhältlich) Danko Jones: Drei Typen, ne große Portion Image, Klischee-Pflege und eine ganze Menge Rock`n`Roll. Seit 1996 rockt sich die Band in klassischer Trio-Besetzung nun in die Herzen der geneigten Zuhörer und teilweise auch ziemlich weit nach oben in die Charts. Wenn ich den Namen Danko Jones höre habe ich sofort dieses hochnäsige, selbstüberzeugte Gesicht vor mir, das Danko bei jedem Konzert auflegt. Aber das gehört bei ihnen und ihm nun mal dazu und macht eben auch einiges aus. Jetzt kommt „Never Too Loud“, full-length-Album Nummer 4. Vom Titel her schon mal ein ganz typischer Danko Jones-Output... Zur CD selbst: ... und genau so geht es auch los. Mit der ersten Single „Code Of The Road“ wird die Scheibe in altbekannter Manier eröffnet. Das Schlagzeug gibt die pumpende Vorlage zu einem Gesang, der einem permanent ins Gesicht zu spucken scheint. Alles natürlich unterlegt von einer schön dreckigen Gitarre und einem dem keineswegs unterlegenen Bass. Alles schön und gut. Alles Danko. Dann kommt irgendwann „Take Me Home“. Ein Ohrwurm. Echt cooler Text ... mehr |
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| .The Most Serene Republic "Population" (Arts & Crafts / AL!VE / VÖ: 29. Februar 2008) | |
Stil: Indie-Pop/Rock Format: CD Kanadische Künstler geben immer wieder spannende Musikimpulse. Egal ob Arcade Fire, Stars oder Broken Social Scene, all diese Bands haben ihre Berechtigung und ihren Einfluss. Most Serene Republic haben mittlerweile auch ihr zweites Album draussen und auch das hat seine Berechtigung. Zur CD selbst: Die Band konnte sich weiterentwickeln und hat sich auf seinem neuen Album mal so richtig ausgetobt. Gemeinsam mit einer Vielzahl an Gästen wurden viele verschiedene musikalische Ebenen übereinandergelegt, der Gesang von Adrian Jewett wird hin und wieder von Emma Dittburns oder anderen Bandmitgliedern und Gästen ergänzt und auch die dichten, komplexen und teilweiweise nur instrumentalen Arrangements sind gut produziert und bilden keinen Klangeintopf ... mehr |
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| .Marygold "Dare, Dare ... Surrender" (Little Jig / Al!ve / VÖ: 29. Februar 2008) | |
Stil: Indie-Rock, Grunge, Emo, Alternative Format: CD Wer hätte schon gedacht, daß man als Fan der Smashing Pumpkins oder Radiohead in die Schweiz schauen muß, um eine neue Lieblingsplatte zu entdecken. Aus Luzern stammt die Band mit dem schönen Namen Marygold, die bislang nur eine überaus mittelmäßige EP ("The Guns Of Marygold") vorweisen konnte. Das bald erscheinende Album "Dare, Dare ... Surrender" ist dagegen eine absolute Rockgranate, die langsamen Rock und Grunge mit erstklassigen Emo-Ausbrüchen und dezenten Elektro-Samples kombiniert. Zur CD selbst: Ein Jahr haben Marygold sich für die Entstehung des Albums Zeit genommen, das sie komplett in Eigenregie produzierten. Dabei gab es keine Richtlinien und kein genaues Ziel, keine Vorgaben und keine Zwänge - so wird gute Musik gemacht und das Ergebnis gibt den Schweizern Recht. Die ersten Töne des Openers "Nothing Else" klingen zunächst ein wenig nach Portishead, doch die einsetzenden Gitarren machen schnell klar, hier geht es um schwermütige Rockmusik, melancholische Melodien und explosive Gefühlsausbrüche, wie der zweite Track "Strange Kind Of Addiction" eindrucksvoll zeigt. Der Leadsänger Philipe Burrell macht hier ein sehr guten Job, hört sich jedoch nicht im Entferntesten an wie Billy Corgan, auch mit Thom Yorke hat seine Stimme nicht viel Ähnlichkeit und doch ist dieser Sound von der Machart her stark mit Bands wie den Smashing Pumpkins und Radiohead verwandt ... mehr |
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| .The Fashion "The Fashion" (Red Ink / Sony BMG / VÖ: 22. Februar 2008) | |
Fazit: Trotz einer
Spielzeit von nur 40 Minuten ist dieses Album jeden Penny wert! The Fashion
versprühen mehr Charme als George Clooney und Brad Pitt zusammen.
Ein Geschenk Gottes für Freunde von melodischem Alternative-Rock.
(dr.öge) |
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| .A Fine Frenzy "One Cell In The Sea" (Virgin / EMI / VÖ: 08. Februar 2008) | |
Stil: Alternative / Indierock Format: CD Mit roten Haaren und knallgelbem Kleidchen präsentiert sich die kalifornische Alison Sudol alias A Fine Frenzy auf dem Cover ihres ersten Albums „One Cell In The Sea“. Ungewöhnliches Outfit für den von Shakespeare inspirierten Künstlernamen, dennoch passend zu ihrer Musik, die auch nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint. Mit 21 Jahren vermag A Fine Frenzy in Ihren Songs schon mehr Lebenserfahrung zu beweisen, als manch einer in seinem ganzen Leben macht. Ihre Texte, ebenso wie ihre Stimme, zeugen von Gefühl und glaubhaften Emotionen. Wem die Musik bekannt vorkommt, kennt sie möglicherweise aus Serien wie Dr. House oder CSI:NY, in welchen einige Ihrer Songs Teil der Soundtracks sind. Zur CD selbst: Wer aufgrund der ähnlichen Aufmachung auf Kate Nashs ähnlich freche, jugendliche, womöglich noch tanzbare Songs gewartet hat, ist hier definitiv falsch. Bereits die ersten zwei Songs entführen uns in eine Fabelwelt, die weit weg vom normalen Leben liegt. Zeit- und scheinbar schwerelos singt oder besser haucht A Fine Frenzy ihre Melancholie in die Welt, sich selbst am Piano begleitend. "Come On, Come Out", das erste Stück des ersten Albums, könnte wegen der vollen, harmonischen Melodie auch gut als Intro durchgehen. Ohne Sudols leicht getragene Stimme könnte der Text genauso gut auf irgendeinen Sommerhit passen: „Come on, come out. The weather is warm“. Der zweite Song hingegen gleicht eher einer gesungen Fabelgeschichte: „Hilf mir raus, sagt die Elritze zu der Forelle. Ich war verloren und habe mich in deinem Mund schwimmend wiedergefunden.“ - so lauten die ersten Verse von "The Minnow & The Trout". Ohne ein gewisses Maß an Fantasie verstünde man wahrscheinlich nur Bahnhof, doch genau das macht einige Songs erst aus. Wahrscheinlich könnte Alison Sudol uns alles glaubhaft machen, solange sie es mit ihrer Flüsterstimme vor sich hinträllern würde. In Ihrer ersten Singleauskopplung "Almost Lover" beweist A Fine Frenzy ihr sängerisches Talent. Während sich das Piano mit einigen Akkorden im Hintergrund hält, zeigt Sudol, was sie gesanglich drauf hat. Den Text, den Sie schon in ihrer Teenagerzeit verfasst hat, lässt sie nun durch eine erwachsene Stimme wieder aufleben. Schade nur, dass dieser Song in der Radioversion durch zusätzliche Drums so versaut wurde - allein das ist Grund genug, sich dieses Album zu kaufen!
"One Cell In The Sea" ist gefühlvoll und tiefgängig, aber leider im Ganzen etwas monoton. Die meisten Songs sind ähnlich und die hauchende, flüsternde Art des Singens ist in fast jedem Song wiederzufinden. Es wäre schön, wenn sich A Fine Frenzy im nächsten Album etwas probierfreudiger zeigt. Wer auf fantasievolle Texte mit Tiefe steht, die aber keineswegs zu kitschig wirken, wird dennoch Gefallen an dieser CD finden. Anspieltipps: 05. „Rangers“ 06. „Almost Lover“ 09. „Liar, Liar“ 14. “Borrowed Time” (Gesamtspielzeit: 14 Songs, ca. 61 Minuten) Fazit: A Fine Frenzy klingt anders und hebt sich deutlich vom Mainstream-Pop in den Charts ab. (JM) |
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| .Morcheeba "Dive Deep" (Pias /RTD / VÖ: 08. Februar 2008) | |
Stil: Trip Hop / Downbeat Format: CD Morcheeba (Mor=more, Cheeba=Marihuana) waren nie wirklich eine Band im eigentlichen Sinne. Vielmehr muß man die beiden Brüder Paul und Ross Godfrey als zwei begnadete Musiker, Remixer und Producer sehen, ähnlich wie Rob Garza und Eric Hilton von der Thievery Corporation. Das Duo hat eine genaue Vorstellung von dem Sound, den sie machen möchten und dabei wollen sie sebst den Ton angeben und Regie führen. Alle anderen, vor allem die Vocalisten sind nur Gäste und haben sich den Vorstellungen des kongenialen Duos unter zu ordnen. Das mußte auch Skye Edwards bei Morcheeba feststellen, die nach 10 Jahren als Leadsängerin wegen Streitigkeiten die Band verlassen mußte. Viele Fans von Morcheeba hatten nun befürchtet, daß man ohne Skye nicht an die großartigen, bisherigen Releases wie "Charango" anknüpfen könnte, was sich jedoch als völlig unbegründet erwies. Denn mt Daisy Martey war schnell ein annähernd ebenbürtiger Ersatz gefunden. Mit Ihr als Sängerin entstand 2005 das großartige Album "The Antidote", das den Weggang von Skye schnell vergessen machte. Doch auch von Daisy Marty trennte man sich noch während der laufenden Tour zum Album. Zur CD selbst: Die Godfrey-Brüder entschieden sich daraufhin, keine permanente neue Sängerin anzuheuern und die Gesangsparts fortan ausschießlich mit Gastmusikern zu füllen. Mit der Fertigstellung des neuen Longplayers stellt sich dann plötzlich heraus, daß Paul und Ross bisher alles richtig gemacht haben, jetzt und auch damals, was sich auch auf die Trennung von Skye Edwards und Daisy Marty bezieht. Denn auf "Dive Deep" sind Paul und Ross ganz tief hinunter getaucht, zu den Anfängen von Morcheeba, damals, als sie noch Massive Attack nacheiferten. Das ist dem neuen Album auch wunderschön anzuhören. Weniger Pop, mehr Trip Hop, mehr Abwechslung und mehr Mut zum Experiment. Insgesamt ist das Album weniger homogen als seine Vorgänger, doch genau das, dieser Frische Wind und die ständige Abwechslung machen "Dive Deep" zu einem der besten Relases von Morcheeba. Hier ist jeder Track ein absolutes Unikat! Gastvocalisten waren natürlich unverzichtbar, diese fanden sich großteils über das Internet und die Musikplattform MySpace.com und zum Teil durften sie auch am Songwriting mitwirken. Der Opener "Enjoy The Ride" ist auch gleichzeitig die erste Singleauskopplung und klingt noch stark nach Titeln, wie wir sie von den letzten Alben her kennen, nur eben mit | |