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Hier findet Ihr immer unsere neuesten CD-Besprechungen, nach Erscheinungsdatum
sortiert. Weitere Reviews gibt's in unserem CD-Archiv.
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| .Roger "Alles Roger" (FOUR / Sony BMG / VÖ: 27. Juni 2008) | |
Stil: Deutscher Hip Hop Format: CD Nach der Veröfentlichung des Solopreojekts von Blumentopf's DJ Sepalot ("Red Handed") legt nun mit Roger auch der erste MC der münchener Hip Hop Truppe mit "Alles Roger" sein Solodebut vor. Da wir Roger bisher immer als unscheinbarsten und zurückhaltensden MC der Töpfe wahrgenommen haben, hatten wir etwas Bedenken, was diesen Output angeht. Völlig unangebracht, wie sich herausstellen sollte, denn schon beim Hören der ersten Tracks waren diese voll und ganz verflogen! "Alles Roger" ist musikalisch wie inhaltlich ein sehr interessantes Hip Hop Album geworden und gehört im Regal direkt neben die Scheiben von Blumentopf und Nico Suave. Zur CD selbst: Zu Beginn gibt es mit "Backpacker" feat. Orange Son einen fetten Partytrack, genau so muß ein Hip Hop Album anfangen! Mit hervorragendem Storytelling Marke Blumentopf geht es in "Schau nach vorn" weiter. Der Track handelt von einem Freund, der das Aus der letzten Beziehung nicht verkraftet, lustig, zynisch, ehrlich, gut. Beim dritten Track "Ab und zu" gibt es Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Nico Suave, der schon des öfteren mit den Töpfen am Mic stand, hat hier ein cooles Gastfeature! Für den Mammutanteil und den weiteren Verlauf des Albums zeichnet allerdings Roger ohne Gäste selbst verantwortlich, unter anderem als Sänger, MC, Songwriter, Produzent, Grafiker ... hier ist also definitiv "Alles Roger"! Im nächsten Highlight outet Roger sich als "Egoist" und macht das inhaltlich so geil, daß man sich sofort kopfnickend anschließen möchte.
Anspieltipps: 01. "Backpacker" feat. Orange Son 03. "Ab und zu" feat. Nico Suave 04. "Egoist" 12. "Nummer 1" 13. "Nichts und Niemand" 14. "Träumer" (Gesamtspielzeit: 16 Tracks, ca. 55 Minuten) Fazit: Roger's Soloausflug kann sich absolut hören lassen und hat sogar das Potential zukünftig als inoffizielles Blumentopf-Album gehandelt zu werden. Bis auf wenige musikalische Durchhänger ein grandioses Hip Hop Album das vor allem inhaltlich einiges zu bieten hat. Wie real dieses Album nun wirklich ist, muss natürlich jeder selbst beurteilen, für Blumentopf-Fans stellt sich diese Frage allerdings erst gar nicht! (dr.öge) Für Fans von: Blumentopf, Kaleidoskop, Texta, Dendemann, Nico Suave, Mr. Schnabel, Freundeskreis, Clueso, Spax, Absolute Beginner, Clueso, Mellow Mark, usw. |
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| .Less Than Jake "GNV FLA" (Cooking Vinyl / Indigo / VÖ: 20. Juni 2008) | |
01. "City Of Gainesville" 03. "Does The Lion City Still Roar?" 05. "Abandon Ship" 07. "Settling Son" 10. "The Space They Can't Touch" 14. "Devil In My DNA" (Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 37 Minuten) Fazit: Mit "GNV FLA" liefern Less Than Jake ihr bestes Album seit langer Zeit ab. Genauer gesagt seit dem 2000er Release von "Boarders & Boundaries", das man als ebenbürtig bezeichnen kann. Skapunk der obersten Liga und der dürfte fast allen Fans der unten aufgeführten Bands gefallen. Believe me! (dr.öge) Für Fans von: Mighty Mighty Bosstones, NOXF, No Use For A Name, Dropkick Murphys, Streetlight Manifesto, Good Riddance, Hot Water Music, No Fun At All, Against Me!, Bouncing Souls, Hepcat, usw. |
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| .Hot Water Music "Till The Wheels Fall Off" (Unter Schafen / AL!VE / VÖ: 13. Juni 2008) | |
Stil: Rock, Punkrock Format: CD Hot Water Music sind nicht erst seit gestern im Musikgeschäft. Die vier Herren aus Florida spielen seit 1993 zusammen und haben 2008 nun, nach längerer Schaffenspause, ihr sage und schreibe zehntes Album auf die Welt losgelassen! Ihre Musik lässt sich für diejenigen, denen sie bis jetzt tatsächlich noch nicht zu Ohren gekommen ist, als anspruchsvoller Punk bezeichnen. Wobei Punk die Grundstruktur darstellt und alles was darauf kommt das Anspruchsvolle ausmacht. Die Kompositionen sind komplex, die Melodien alles andere als voraussehbar. Die tiefgründigen und emotionalen Texte und der zweistimmige Gesang lassen die Behauptung zu, dass Hot Water Music mit Sicherheit eine der Bands waren, die den Stammbaum des Punks dazu gebracht haben diesen kleinen Sprössling hervorzubringen, dessen Name sich heute keiner mehr traut in den Mund zu nehmen. Ja, wir reden vom Emo. Dass Sie selbst allerdings nicht auf diesem Ast sitzen ist offensichtlich, denn Chuck Ragan’s raue Stimme ist nichts für schwache Gemüter. Auch in den Gitarren (Chuck Ragan, Chris Wollard), dem herausragende Bass (Jason Black) und den Drums (George Rebolo) ist das zu hören was die Musik zu dem macht was sie ist: Punk, der nach alter Manier prügelt, einem dann aber brüderlich wieder zurück auf die Beine hilft. Zur CD selbst: „Till The Wheels Fall off” ist kein gewöhnliches Album. Es ist eine Art Raritäten- und B-Seiten Sammlung für Fans der alten Schule und läuft wie gewöhnlich unter dem Mutterlabel der Band No Idea Records (in Deutschland unter Unter Schafen Records). Was schon auffällt bevor man die CD einlegt ist, dass man endlich mal wieder etwas für sein Geld geboten bekommt! Von wegen 10 Songs und 2 Seiten-Booklet! Den stolzen Besitzer dieser Platte erwarten ganze 23 Songs verpackt in etwas, das man ohne Scham als Kunst bezeichnen kann. Jeden Song einzeln zu beschreiben würde nicht nur den Rahmen dieser Kritik sprengen, es wäre auch unnötig, da (jetzt die Tatsache die den ein oder anderen Fan möglicherweise enttäuschen wird) bis auf einen einzigen alle Songs dieser Scheibe schon einmal auf verschiedenen Alben, Compilations und EPs veröffentlich wurden. Endlich eingelegt ist das Album allerdings so vorhersehbar wie die Musik selbst, nämlich gar nicht. Auf Songs die Stimmung und Bewegung erzeugen wie „God Deciding“ folgen ruhige teils akustische Stücke wie „Russian Roulette“. Ein „Prince of the rodeo“ lässt den Hörer sich in die Moshpit träumen während Sätze wie „If Columbus was wrong I'd drive straight off the edge...“ in „Radio“ ihn wieder nachdenklich stimmen. Aber diese unvoraussehbare Abwechslung ist nicht schlimm, denn ein zu durchdachtes Konzept wäre einer solchen Zusammenstellung nicht würdig gewesen. Jeder Song steht, spielt und wirkt einzeln. Von „Kill the night“ bis „Springtime“ ist „Till the Wheels Fall off” ein instabiler Aktienkurs für den sich der unerfahrene Spekulant aus dem Fenster wirft. Der Kenner dagegen schweigt, hört und genießt. Anspieltipps: 04. „Home“ 06. „God Deciding“ 08. „Radio“ 16. „Prince of the Rodeo” (Gesamtspielzeit: 23 Tracks, ca. 74 (!) Minuten) Fazit: Wer Hot Water Music kennt und schätzt, sollte Besitzer dieses etwas eigenen Best-Of-Albums sein. Wer Sie noch nicht kennt, erhält durch dieses Album einen recht guten Überblick über diese außergewöhnliche Rockband. (JAC) |
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| .Weezer "Weezer (The Red Album)" (Geffen / Universal / VÖ: 06. Juni 2008) | |
Stil: Alternative-Rock Format: CD (auch als Deluxe Edition mit Bonus-Tracks erhältlich) Im Jahr 1994 erblickte eine selbstbetitelte, hellblaue CD das Licht der Welt und machte die Band Weezer in kürzester Zeit weltberühmt. "Undone" wurde zum Kultsong wie Radiohead's "Creep" und auch "Buddy Holly" fand sich fast weltweit in den Charts wieder. Das sogenannte "The Blue Album" war ein Meilenstein von einem Debut und erreichte in den USA dreifachen Platinstatus! Sieben Jahre und ein schwaches Nachfolgealbum ("Pinkerton") später kam das nächste titellose, farbige Weezer-Album, "The Green Album". Nach "Maladroit" und "Make Believe" ist es jetzt, weitere sieben Jahre später erneut an der Zeit Farbe zu bekennen und hier ist es "The Red Album". Zur CD selbst: Auf jedem Weezer-Album finden sich mindestens zwei Hits und das ist natürlich auch diesmal so. Nummer eins - die großartige Singleauskopplung "Pork And Beans" dürfte bereits jeder kennen, wenn nicht einfach weiter unten den ebenso genialen Videoclip anschauen. Nummer zwei - bereits der Opener namens "Troublemaker" ist ein richtig guter, mitreißender Track und mit der gefühlvollen Rockballade "Heart Songs" ist sogar noch ein dritter Reißer vertreten, und was für einer - Weezer in Bestform! Doch nicht jeder Song ist ein Highlight. Da wäre "The Greatest Man That Ever Lived (Variations on a Shaker Hymn)", ein wildes, sechsminütiges Musikpuzzle, das mehrfach das Genre wechselt und mit völlig wirren Elementen wie Marschgetrommel und ähnlichem überrascht. Im Grunde genommen einzigartig, aussergewöhnlich, ein Kunstwerk, nur eben nichts, was man sich gerne und oft anhört! Da ist der liebe Herr Cuomo nicht nur beim Titel über das Ziel hinaus geschossen. Ebenfalls unschön anzuhören ist "Everybody Get Dangerous", eine grauenhafte, einfallslose Powerpop-Entgleisung mit ekeligem 80er Getrommel, die auf einer Weezer-CD aber auch rein gar nichts verloren hat. Musikalisch und inhaltlich völlig untypisch für Weezer und ebenso unverständlich, wie diese B-Seite es in die Tracklist schaffen konnte. Nach einer kurzen Schwächephase ist aber schnell Besserung in Hörweite. "Dreaming" ist ein aufwendiger, schöner Song, harmonisch und melodiös, mit leichten Beach Boys Tendenzen und einem coolen rockigen Ausklang. Der typische Weezer-Sound wie man ihn kennt und mag. Nach mehrmaligem Hören langweilt der Track wegen seiner fünfminütigen Spielzeit aber schnell und verführt zum weiter skippen. Auch die anderen Bandmitglieder haben sich diesmal am Mikrophon versucht und die Ergebnisse können sich durchaus hören lassen: "Thought I Knew" ist sehr gelungen, "Automatic" kann als erdiger mid-tempo Rocksong überzeugen und in "Cold Dark World" wird der Refrain leider etwas überstrapaziert. Kurz vor dem Ende haben Cuomo & Co mit "The Angel And The One" noch einen dieser Sechsminutensongs parat, wie man ihn auf jedem Longplayer der Band findet. Der beste dieser Art war "Only In Dreams" vom vielumjubelten Debut, daran kommt "The Angel And The One" jedoch nicht annähernd heran, auch nicht nach mehrmaligem Hören. Ungewohnte Klänge dann zum Abschluß, "The Weight" vereint Einflüsse aus Country & Blues und klingt nicht wirklich nach Weezer aber trotzdem gut!
Für absolute Fans, die jedem
Weezer-Song etwas Gutes abgewinnen können, gibt es das Album übrigens
auch in der Deluxe-Version mit vier zusätzlichen Songs ("Miss
Sweeney", "Pig", "The Spider", "King"). |
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| .Sepalot "Red Handed" (Compost / Groove Attack / VÖ: 06. Juni 2008) | |
Anspieltipps: 04. "Jump" feat. Olivier Day Soul 06. "She Likes Me" feat. Frank Nitty 11. "Smile" feat. Shuane 13. "Rearrange" (Gesamtspielzeit: 17 Tracks, ca. 54 Minuten) Fazit: Ein sehr schönes Mixtapealbum, dessen fröhlichen Sound man ohne weiterzuskippen gerne immer wieder komplett durchhört. Musikalische Parallelen zu Blumentopf gibt's hier zwar nicht zu hören, dafür ausgefallene Samples und Beatspielereien sowie souligen Gesang und guten Rap von Frank Nitty. (dr.öge) Für Fans von: DJ DSL, Stereo MCs, Rodney Hunter, DJ Shadow |
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| .Clueso "So sehr dabei" (FOUR Music / Sony BMG / VÖ: 30. Mai 2008) | |
Stil: Pop, Singer/Songwriter Format: CD (auch als Premium Edition mit Bonus-DVD erhältlich) Aller guten Dinge sind drei, hat sich wohl auch Clueso gedacht und sein drittes Album veröffentlicht. Insgesamt ist es bereits das vierte Album ist, doch mit „So sehr dabei“ kommt das dritte Pop-Album, und das, obwohl er seine Wurzeln eigentlich in der Rapszene hat. Während Clueso in seinen Anfängen noch mit Blumentopf zusammenarbeitete, spielte er 2007 als Support bei Herbert Grönemeyer und nahm zweimal erfolgreich beim Bundesvision Song Contest teil. Ein ungewöhnlicher Stilwechsel. Zur CD selbst: Wer die vorhergehenden Alben kennt, wird überrascht sein. Clueso zeigt sich von seiner melancholischen Seite, beschreibt sein Empfinden und spricht sich von der Seele, "Barfuß" ist das beste Beispiel dafür. Dieser Song passt wunderbar auf seinen Wechsel der Musikrichtung, denn immer, wenn er etwas Neues ausprobiert, fühlt er sich „federleicht, weil es sich fast immer lohnt“ - und das hat es auch diesmal. Im Kontrast zu der Einfachheit des ersten Songs, der lediglich eine nicht immer ganz tontreue Stimme und gefühlvolle Gitarrengriffe braucht, fällt "Augen Zu" auf. Mehr instrumentales Volumen, eine große Portion Melancholie und eine angenehme Ohrwurmmelodie machen den zweiten Track aus. Die meisten Songs sind betont melancholisch und häufig alles andere als positiv, bestes Beispiel dafür ist "Geisterstadt". Die lockere Verbindung von Instrumenten und Gesang, die teilweise nach Jam-Session klingt, passt zu Clueso's nachdenklicher Art. Die Stimmung des Albums ist gewöhnungsbedürftig, eine CD, die man nicht ununterbrochen hören kann. Ein bisschen Spaß und Frohsinn hätten dem Album gut getan. Doch natürlich gib es auch Lichtblicke. "Keinen Zentimeter", bereits beim Bundesvision Song Contest vorgestellt, versprüht Freiheit und Entspanntheit und "Utopie", das leider plötzlich sehr dunkel und depressiv wird, lässt so manch einen schmunzelnd an die alten Rap-Zeiten zurückdenken. Clueso gibt sich experimentierfreudig was die instrumentelle Begleitung angeht. Sie variiert zwischen einfacher Gitarre und Piano, aber auch Flöte, Geigen und Electropassagen was für Abwechslung sorgt. Anspieltipps: 02. „Augen Zu” 05. „Geisterstadt“ 08. „Keinen Zentimeter“ (Gesamtspielzeit: 13 Songs, ca. 58 Minuten) Fazit: Besonders musikalisch macht dieses Album mehr her, als die letzten, kann einem wegen erdrückender Melancholie aber auch schnell mal die Laune verderben. (JM) Für Fans von: Mellow Mark, Selig, |
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| .The Rocks "Letters From The Frontline" (Weekender / Indigo / VÖ: 30. Mai 2008) | |
Anspieltipps: |
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| .Foxboro Hottubs "Stop Drop And Roll" (Reprise / Warner / VÖ: 23. Mai 2008) | |
01. "Stop Drop And Roll" 02. "Mother Mary" 03. "Ruby Boom" 08. "Alligator" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 32:40 Minuten) Fazit: Sowohl für Green Day Fans als auch für Retrorocker unverzichtbar! Nie war Retro schöner ... (dr.öge) Für Fans von: Mando Diao, The Strokes, Jet, The Fashion, The Doors, Green Day |
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.Booka Shade "The Sun And The Neon Light" (Get Physical / RTD / VÖ: 23. Mai 2008) |
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Der melodische,
von sanften Klängen und weichen Vocals durchdrungene Popsong
"Solo City" zählt mit zu den Album-Highlights
und erinnert von der Art des verwendeten Beats stark alte Hits. Mit "Redempetion",
"Charlotte" und "Planetary"
folgen absolute Clubtracks, deren volles Potential nur auf
dem Dancefloor richtig ausgeschöpft werden kann. "Comacabana"
hingegen funktioniert mit seiner seichten Melodie, den leichten Latineinflüssen,
und dem dubbigen Background eher als Song für die After Hour. Mit
"You Don't Know What You Mean To Me"
folgt zum Abschluss eine gefühlvolle Ballade, die Walter
seinem ein neugeborenen Sohn widmet. Wie der Titel bereits ankündigt,
bewegen sich Booka Shade auf "The Sun And The Neon Light"
mit ihren Songs zwischen Tag und Nacht hin und her. Einige Tracks sind
eindeutig für den Dancefloor bestimmt, während sich andere ganz
wunderbar als musikalische Begleitung für tagsüber eignen. |
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| .My Baby Wants To Eat Your Pussy "Ignorance And Vision" (Ass Hammer / Cargo / VÖ: 23.05.2008) | |
Stil: Chaotisches Independent-Rock-Pop-Elektro-Theater Format: CD im Digipack My Baby Wants To Eat Your Pussy, 6 Musiker, Profis an ihren Instrumenten, Entertainer auf der Bühne und Experimentalisten im Studio bringen nach 4 Jahren endlich (!) ihr Debutalbum "Ignorance & Vision" auf den Markt. In der Regel reichen ein Konzert und ein Besuch auf der Homepage aus um eine Band ungefähr einschätzen zu können. Bei den unanständigen Babys ist die Sache wesentlich schwieriger. Die Band selbst ist ein Spektakel oder auch ein Zirkus, in jedem Fall handelt es sich um eine Gruppe hochbegabter musizierender Schauspieler. Ein Besuch in der Pussy Media World wirft mehr Fragen auf als die Internetseite beantworten kann und ein Besuch beim Konzert der Pussies endet in ebenso vielen Eindrücken, die sich problemlos über Jahre im Gedächtnis festsetzen können. Das Lineup besteht aus einer wunderschönen Sängerin mit ebensolcher Stimme (Debùsy d´eeper), einem Sänger mit Dreadlocks und ebenfalls sehr ausdrucksstarker Stimme (Ziggy Has Ardeur), Diva Eva D als Gitarist(in?) mit sehr speziellen Showeinlagen, Mr. Tighteng am Keyborad, Donni Bella Luna am Bass und an den Drums Ray Gattner. Fest steht, dass die 6 Künstler aus der Ecke Mannheim in den letzten Jahren nicht untätig waren. Konzerte vor tausenden Menschen in Paris und bei Rock am Ring, Clubkonzerte sogar in Toronto, diverse Preise, Auszeichnungen und eine treue, stetig wachsende Fangemeinde, die zu schwärmen anfängt, sobald sich das Gespräch um die Pussies dreht. Nun sollte man meinen, dass wenigstens die Musikrichtung klar definierbar ist, doch weit gefehlt. Vielleicht trifft es Experimenteller Elektro-Pop-Rock am besten. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Fans mit den Jahren ganz eigene (und garantiert vollkommen unterschiedliche) Erklärungen für das optische und musikalische Erscheinungsbild der 6 Musiker entwickelt haben. Diese Erklärung versteht aber wiederum kein Außenstehender, also müsst ihr euch wohl oder übel selbst eure Meinung bilden. Tatsächlich erstaunlich sind nun aber weder die Optik noch die Entertainment-Qualitäten, sondern die Tatsache, dass innerhalb von 4 Jahren 18 Songs den Live Test bestanden haben und nun gepresst auf CD bereit liegen um zu begeistern. Produziert wurde das Werk von Philipp Schwär, der sich mit dieser Leistung tatsächlich ein Denkmal gesetzt hat. Zur CD selbst: Das Album präsentiert sich als Mischung aus fast allem was mit Stimmen und Instrumenten möglich ist. Von sehr guten und erstaunlich unauffälligen Rocksongs wie "Boy" bis hin zu "Peace Interstellar", einem 10 Minuten Elektro-Funk-Song ist alles vertreten. Der Opener, "Arduos Life", wird fast ausschließlich von der Heimorgel begleitet. "Sahra" als sehr guter Rocksong fällt hingegen durch harte musikalische Begleitung auf, Gitarre und Drums erinnern fast schon an den ein oder anderen (harmloseren) Metallsong. Begeisterung ist übrigens schon bei CD-Hülle und Booklet angebracht. So schön und kreativ wurde schon lange keine CD mehr eingepackt. Das Layout ist ein Kunstwerk an sich und ein schneller Blick auf die Tracklist zeigt den eingefleischten Fans, dass von "Don't Tell A Soul" bis "Biology Is A Fairytale" fast alle Lieblingssongs vertreten sind. In den Texten fällt ein zentrales Thema besonders auf: "Boys & Girls", gleichzeitig auch der Titel des zweiten Songs, welcher vom Stil her sehr an die White Stripes erinnert. Nicht zu vergessen die beiden außergewöhnlichsten Songs der Platte. Track 4, "Circumstances" besteht nur aus unverständlichem, gesprochenem Text, leicht begleitet von Gitarre und Geige während "Capital Letters", dagegen mit nur 11 Wörtern Text auskommt. Dafür gibt's aber schön schräge Flötentöne auf die Ohren. "Biology Is A Fairytale" beginnt mal wieder ganz anders, mit einem Kinderchor, geht über in einen Funkbeat und endet als Popsong, noch Fragen? "Dogs Run Riot" wurde wiederum eindeutig mit osteuropäischen Beats angereichert. Dann wäre da noch "Freezing Scene", ebenso ein Pop-Song, der dank harter Gitarrenriffs kurzzeitig eher an Rage Against The Machine als an Popmusik aus Deutschland erinnert. Damit nicht genug bieten uns My Baby im gleichen Song auch noch Countrymelodien und ein Akkordeon-Outro. Track 15, "Wonderland" ist ein Song der ersten Stunde und jedem Fan der uralten Demo CD bekannt, wurde mit einem sehr mechanisch klingenden Solo angereichert, welches wohl eher am PC als mit Instrumenten entstanden ist. Generell wurde für "Ignorance And Vision" viel Gesang elektronisch verzerrt und oder ganze Songs mit Elektro-Beats unterlegt. Mit "America" ist auch ein Anti-USA Song auf der Platte und das Chaos scheint somit perfekt. Aber ist das wirklich Chaos? Einige gute Rocksongs, viele gute Popsongs, auffallend guter Gesang, das alles angereichert mit interessanten musikalischen Beats aus sämtlichen Himmelsrichtungen, dazu noch tiefgründige Texte über das Zusammentreffen von Männern und Frauen und die außergewöhnlichste Platte der letzten Jahre klingt mit "Impresario" langsam und leise aus. Anspieltipps: 02. "Boys & Girls" 05. "Sahra" 12. "Dogs Run Riot" 15. "Wonderland" (Gesamtspielzeit: 18 Tracks, ca. 68 Minuten) Fazit: Vor einigen Jahren konnte ich My Baby schon mal live in der Batschkapp in Frankfurt sehen und es war ein prägendes Erlebnis. Die Show ist unglaublich abgedreht und die Musik dazu ist qualitativ sau gut. Das neue Album wirkt beim ersten Hören tatsächlich chaotisch und lässt den Roten Faden vermissen. Nach wiederholtem Hören haben sich dann schon die ersten Lieblingstracks gefunden und man lernt den verrückten Stil der Gruppe schnell schätzen und lieben. Noch ein paar Tage später begreift man alle Songs zusammen langsam als Kunstwerk und die Musiker als abgedrehte Künstler die von einem Hauch Genialität gestreift wurden. Mittlerweile kann ich zwischen den vielen guten Songs kaum noch einen Lieblingssong ausmachen und freue mich sehr auf das Konzert in wenigen Tagen in Berlin. Falls ihr die Möglichkeit habt My Baby Wants To Eat Your Pussy live zu sehen (hier die Tourdates) dann nutzt die Chance, ihr werdet diese Show so schnell nicht vergessen! Achso, das wichtigste noch zum Schluß: Kauft die CD - falls ihr euch traut!? (moe) |
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| .3 Doors Down "3 Doors Down" (Universal / VÖ: 16. Mai 2008) | |
Stil: Rock Format: CD Nach drei Jahren scheinbarer Windstille ist es nun da, das jüngste Album von 3 Doors Down. Man möchte meinen, dass es nach drei erfolgreichen Alben, sechs Nummer 1 Hits und unzähligen Konzerten irgendwann mal reicht. Zum einen, weil die Ideen erschöpft sind, zum anderen, weil man an die alten Hits nicht mehr anknüpfen kann. Pustekuchen! Die fünf Musiker aus Mississippi fügen ihrer Diskografie nach einer einjährigen Auszeit nun ein weiteres Album hinzu, das mal wieder mit rockigen Ohrwürmern geradezu gespickt ist. Es scheint zu stimmen: Aus der Ruhe kommt die Kraft. Nachdem sich die fünf, getreu dem Motto Back To The Roots, in ihre Heimatstadt Escatampa, Mississippi zurückgezogen hatten, wollten sie einfach mal wieder gemeinsam Zeit verbringen und in Ruhe Musik machen, so wie in alten Zeiten. Auch deshalb haben sie das Album nach dem Bandnamen benannt: „3 Doors Down“. Zur CD selbst: Die neue Platte ist wie die alte, nur besser. Insgesamt klingen die Jungs rockiger und standhafter, ihren Stil haben sie aber nicht verloren. Gleich der erste Song „Train“ verdeutlicht, auf welcher Schiene 3 Doors Down jetzt fahren. An der Stimme, aber auch an den instrumentellen Soli merkt man schnell, dass dieses Album mehr denn je aus Spaß und Hingabe entstanden ist. „Citizen/Soldier“ sticht heraus, sowohl durch den irgendwie exotisch klingenden Anfang als auch durch den Text, der weniger nachdenklich, als vielmehr knallhart klingt - und genauso schauen die Jungs auch auf dem Cover aus. Kein Wunder, das dieser Song als Werbung für die amerikanische National Garde geschrieben wurde, was bei der patriotischen Einstellung der Band nicht allzu merkwürdig ist. Zum Glück stellt sich der Song als Ausnahme heraus und schon „It’s Not My Time“, die erste Singleauskopplung in Deutschland, folgt wieder der gewohnten Linie. Dieser Song scheint für das zu stehen, was sich die fünf während ihrer Pause gedacht haben: „Cause It’s Not My time, I’m not going“ - Und jetzt sind sie ja schließlich wieder da, zum Glück. Neben den scheinbar für die Band bekannten und bewährten Gitarrenriffen, wie sie bei „It’s Not My Time“ und „Let Me Be Myself“ zu wieder hören sind, gibt es jetzt einige neue Melodien zu bestaunen. „Pages“ zum Beispiel macht klar, das sich bei 3 Doors Down nicht jedes Lied gleich anhört. Vertraut ist bei dieser Ballade dagegen der nachdenkliche, philosophische Text, für den sie bekannt ist. Nach dem fast schon kuschligen „Your Arms Feel Like Home“ entpuppt sich „Runaway“ als weiteres Highlight des Albums. Eine neue, geniale Melodie, kombiniert mit dem typischen Rock n‘ Roll Refrain und einem tollen Text ist für den Ohrwurm verantwortlich, den man schon nach kurzem Hören hat. Schlussendlich klingt das Album mit dem sanfteren „She Don’t Want The World“ angemessen aus und lässt auf das nächste Album hoffen. Eigentlich ist „3 Doors Down“ wie „Seventeen Days“, nur besser. 3 Doors Down haben ihren unverwechselbaren Stil beibehalten und mit den altbewährten Elementen neue Hits geschrieben, die ein erfolgreiches Album garantieren. Nur schade, dass es für gerade einmal 45 Minuten gereicht hat.
01. "Train" 02. "Citizen/Soldier" 10. "Runaway" 12. "She Don’t Want The World" (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 45 Minuten) Fazit: Aus alt mach neu - Wer “Seventeen Days” mochte, wird diese Platte lieben. 3 Doors Down sind genauso nachdenklich geblieben, dafür aber noch rockiger und irgendwie erwachsener geworden. Das Warten hat sich gelohnt! (JM) |
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| .Pit Baumgartner "Tales Of Trust" (Phazzadelic / New Format / Edel / VÖ: 09. Mai 2008) | |
Stil: Trip Hop, Downbeat, Lounge, Jazz, Swing Format: CD im Digipack Pit Baumgartner ist für den durchschnittlichen Musikhörer ein weitgehend unbekannter Name. Ganz anders sieht es aber aus, wenn man De-Phazz in's Spiel bringt, deren Begründer, Kopf und Produzent Baumgartner ist. Das Projekt De-Phazz (Destination-Phuture-Jazz) hatte Pit Baumgartner 1997 in's Leben gerufen und fast im Alleingang das überwiegend instrumental gehaltene Debutalbum "Detunized Gravity" herausgebracht, das auch heute noch als wegweisender Release des Nu-Jazz gilt. Mit dem Zugang von Karl Frierson und Pat Appleton veränderte sich der Sound zunehmend Richtung Swing, Jazz und Chanson und die Club- und Downbeats traten in den Hintergrund. Zur CD selbst: Nach acht De-Phazz Alben und der 2003 veröffentlichten Fräuleinwunder Compilation kommen wir nun doch noch in den Genuß des offiziellen Debuts von Pit Baumgartner! Darin besinnt er sich auf seine alten Stärken und verwöhnt uns mit Loungemusik für gehobene Ansprüche. Ganz bewusst hat das Mastermind aus Heidelberg dabei auf Gastauftritte seiner De-Phazz-Kollegen verzichtet (abgesehen von Joo Kraus) und diesen Release deutlich von seinem bekannten Bandprojekt abgegrenzt. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen klingt "Tales Of Trust" sehr nach einer Fortsetzung des De-Phazz Debutalbums "Detunized Gravity", bei dem Pit die Fäden noch annähernd im Alleingang gezogen hatte. Genau wie damals gibt es auch heute wenige Vocals zu hören und wenn, dann dezent und nur zur Untermalung des einzigartigen Klangteppichs, dessen Fäden Herr Baumgarter aus Jazz, Swing, Trip Hop und Downbeat sowie Elektro gesponnen hat. Mit gutem Händchen und viel Geschick groovt er durch die insgesamt 19 Tracks und läßt sich vereinzelt sogar zu tanzbaren Clubtracks hinreissen. Neben einigen jazzigen, De-Phazz ähnlichen Stücken ("Booboomca", "Turn The Page", "Walking Dead"), gibt es viele, erstklassige Instrumentals aus den Bereichen Trip Hop, Downbeat und Chillout zu bestaunen, die den Hörer auch unweigerlich an De-Phazz erinnern und den Groove durchgehend gepachtet haben. Die beiden besten Tracks des Longplayers finden sich aber erst gegen Ende der CD: Da wäre die geniale Überarbeitung der Sissi-Melodie ("Sissi 2008"), die Baumgartner als halbem Österreicher offenbar im Blut gelgen hat und der saugeile Track "Phantomgesicht", der die Titelmelodie von Der Kommissar mit Hilfe des Orchester Joe Jerkins völlig neu, clubtauglich arrangiert! Einzigartig, genau wie das gesamte Album ... Anspieltipps: 02. "Cruise Waikiki" 15. "Heavy Dream Rotation" 16. "Sissi 2008" 18. "Phantomgesicht" (Gesamtspielzeit: 19 Tracks, ca. 56 Minuten) Fazit: Mag man Pit Baumgartner's Alleingang als De-Phazz Fan nun oder nicht? Das ist eine gute Frage, die Antwort ist Ja und Nein. Ja, wenn man an De-Phazz die Instrumentals und die Fusion aus Jazz und Lounge zu schätzen weiss. Nein, wenn man De-Phazz in erster Linie wegen Chanson, Gesang und Songwriting hört, denn hier gibt es nur wenig Gesang zu hören. Lounge Liebhaber können den Qualitäten von Pit Baumgartner's "Tales Of Trust" in jeder Hinsicht blind vertrauen! (dr.öge) Für Fans von: De-Phazz, Thievery Corporation, DJ Shadow, Tommy Guerrero, Vienna Scientists, Kruder & Dorfmeister, Cafe Del Mar, Bar Lounge Classics, Future Sound Of Jazz |
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| .Ganjaman "Das gleiche alte Lied" (MK ZWO / RTD / VÖ: 25. April 2008) | |
Stil: Reggae & Dancehall Format: CD (auch als Doppel LP auf Vinyl erhältlich) Ganjaman, der Antiimperialist, Rastafari und gebürtige Berliner hat seinen dritten Longplayer "Das gleiche alte Lied" vor wenigen Tagen veröffentlicht. Nachdem man ihn 5 Jahre lang nur auf Compilations und live hören konnte war es auch wieder höchste Zeit für eine Platte mit insgesamt 17 eigenen Songs. Aufgewachsen ist Ganjaman in einem besetzten Haus in Berlin und hat allem Anschein nach dort seine politische Lehre gefunden. Bekannt geworden ist er mit deutschen Texten gegen Imperialismus, Vatikan, Habgier und die Bundesregierung, glaubt wie so viele Andere auch an Jah und daran, dass die Liebe alle Probleme weltweit besiegen kann. In den letzten Jahren war Ganjaman mit dieser Message in Europa unterwegs, hat sehr erfolgreich auf den größten Festivals gespielt, Max Romeo auf der gesamten Tour begleitet, stand unter anderem mit Gentleman auf der Bühne, hat für Black Dillinger produziert und die Studiotechnik für Mellow Mark gemacht. Bei diesem ausgeprägten Unternehmungsdrang ist es fast selbstverständlich, dass Ganjaman seine neue Platte selbst produziert hat. Sehr erfreulich ist ebenso, dass viele seiner Musiker-Kollegen (Uwe Banton, Danny Ranks, Phenomden, Thai Stylee, Junior Randy, Mr. Reedoo, Irie Révoltés) den Weg ins Studio gefunden haben um für den ein oder anderen Song ihr Talent bereit zu stellen. So ist mit "Das gleiche alte Lied" ein ruhiges Roots-Album entstanden auf dem die bekanntesten deutschen Stimmen und internationale Artists zu hören sind. Um auch musikalisch auftrumpfen zu können, wurden Instrumentals von Soundsystems aus der ganzen Welt eingeschickt, darunter Grillaras aus Jamaika, Rootdown's Teka, den Ösis von House Of Riddim oder Roots Survival und Black House Music aus Frankreich. Zur CD selbst: Der Opener ist gleichzeitig Titeltrack und offenbart uns in "Das gleiche alte Lied" die Kernaussage des Albums. Ein Track über die Menschen in Babylon (also alle Menschen weltweit) die nicht verstehen, dass Liebe so viel mehr wert ist als Gier, Hass und ewiges Gewinnstreben mit der leisen Hoffnung auf ein gutes Ende. Diese Hoffnung auf ein gutes Ende und auf Liebe für jeden klingt dann auch das ganze Album über in vielen Songs durch. Für "Unendliche Schönheit" hat sich Mr. Reedoo (Culcha Candela) im Studio eingefunden und gemeinsam mit Ganjaman ein sehr phantasievolles Loblied auf unsere wunderschöne Erde eingesungen. "Manchmal" kommt als nachdenkliche Ballade daher und handelt von den grundlegenden Problemen die jeder Mensch kennt und regelmäßig mit sich selbst aushandeln muss. Natürlich darf auch die Politikkritik nicht fehlen. Zusammen mit dem Berliner Surviva wurde "wie verlogen" als Song gegen die Bundesregierung und gegen alle manipulierbaren Politiker geschrieben. Zusammen mit den Irie Révoltés singt Ganjaman "Gerechtigkeit", einen tanzbaren Track gegen Habgier und Ungerechtigkeit. Der Song sticht dank vieler französischer Textzeilen aus den meist deutschen Texten heraus und wirkt erstaunlich erfrischend. Für "Danke Jah" hat kein Geringerer als Uwe Banton seine Stimme geliehen. Ein Track über die Großzügigkeit des angebeteten Jah und eigentlich über alles was so den ganzen Tag passiert. Damit nicht genug kommt nun der Song mit den meisten bekannten Namen: Junior Banton, Soultrain, Ephraim Juda, Nattyflo und Jahcoustix sind nur ein paar von den Künstlern, die den Gesang für eine Strophe oder auch nur Textzeile von "Schrei es raus" übernommen haben. Als letzter Track läuft "Geträumt", ein Anti-Kriegssong im Redemption Song Stil. Mit ruhigem Saxophon Intro eingeleitet beginnt der Song vom schönsten, wichtigsten und meistgeträumten Traum der Welt, dem Traum vom Frieden, und endet wie er beginnt, mit einer verträumten Saxophonmelodie. Anspieltipps: 05. "Unendliche Schönheit" 08. "Manchmal" 13. "Gerechtigkeit" (Gesamtspielzeit: 17 Tracks, 66 Minuten) Fazit: "Das gleiche alte Lied" ist tatsächlich thematisch nicht neu, vor allem nicht im Reggae Movement. Musikalisch schön umgesetzt und mit einer All-Star-Combo an Gastmusikern gleicht Ganjaman darin mit seinem beharrlichen Weltverbesserungsstreben jedoch einem Reggaeprediger, der das Thema deutlich überstrapaziert. (moe) |
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| .Nôze "Songs On The Rocks" (Get Physical / RTD / VÖ: 25. April 2008) | |
Den krönenden
Abschluss eines großartigen dritten Albums macht die Neuinterpretation
von "Kichen", dem auf "Songs On The
Rocks" einfach mal das Pop-Kostüm angezogen wird.
"Kitchen" der auf Nôze's
zweitem Album "How To Dance" noch als verrückte
Technonummer mit knarzigem Gebrabbel-Gesang aus den Boxen schallte, erklingt
nun als besinnliche Klavierballade. So hören sich die Worte "I'll
Make You Cum All Night Long" auch gleich viel romantischer an... |
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| .Cargo City "How To Fake Like You Are Nice & Caring" (Rebecca & Nathan / Intergroove / VÖ: 25.04.2008) | |