| .telepopmusik - genetic world (emi / vö: 29. 04.2002) | |
das erste lebenszeichen von telepopmusik (fabrice dumont, christophe hetier und stephan haeri) gab es 1996 mit der veröffentlichung ihrer ersten single. die französische combo weiß um den wenig musikalisch-innovativen einfluß ihres landes und will das, nach eigenen aussagen, ändern. ihr longplayer debut ist auf jeden fall ein schritt in die richtige richtung. das erste stück "breathe" ist ein langsamer elektro-song, der jedoch nicht mehr ist als das intro zum zweiten song, womit wir beim titeltrack "genetic world" wären. der stil klingt bis dahin sehr elektronisch, trotzdem angenehm und soft, nicht zuletzt durch die computerverzerrte stimme. am anfang klingt die scheibe wie massive attack oder ähnliches, elektro eben. "love can damage your health" ist auch noch in diesem style, mit sehr schön gesungenen vocals von angela mc clusky. ganz nett bis hier hin und ich konnte mir auch schon vorstellen wie die scheibe weitergehen würde. vielleicht ein wenig morcheeba-ähnlich dachte ich mir, aber weit gefehlt. was höre ich da jetzt plötzlich, ist das noch die "telepopmusic" ? der vierte track "animal man" (mit gastrapper juice aleem) ist nämlich hiphop, mit einem jazz-sample wie jurassic5 es nicht besser hätten hinlegen können. eben dieser song leitet dann sozusagen den zweiten teil der cd ein, denn es geht mit den nächsten songs kopfnicker-mäßig weiter. die franzosen tun gut daran, ihre muttersprache keines wortes zu würdigen und nur in english zu singen und rappen. track 11 klingt dann plötzlich aüßerst retro und hätte mit der sanften meldie und dem schönen frauengesang ohne weiteres als filmmusik zu einem humphrey bogart-streifen gepaßt, ist aber eben äußerst langsam, fast einschläfernd. wie überhaupt die letzten paar songs der cd. da hat man, nachdem man die ersten zwei drittel der cd gehört hat, doch mehr erwartet. softer elektro-anfang, in der mitte dann flott alles an pulver & flow verschossen und am ende nur noch chillout-tracks. eine andere reihenfolge hätte bei der zusammenstellung der songs sicherlich geholfen, so kommt "telepopmusik" irgendwie als album, das klingt wie ein sampler. trotzdem scheinen die drei franzosen stark im kommen zu sein: peugeot hat sich die rechte am album zur untermalung ihrer fernsehspots gesichert und im video zur ersten single-auskopplung wird die tochter von regisseur ridley scott zu sehen sein ... anspieltips: 02 genetic world 04 animal man 05 free 06 let's go again (gesamtwpielzeit: 12 songs, 54 minuten) fazit: eine abwechslungsreiche cd (eine fusion aus elektro, pop & hihop) mit einigen überraschungen. nicht nur gut, aber großteils. vor allem sehr interressant, weil hier ein mix aus altbewährt und innovativ am start ist, für franzosen ist "genetic world" eine 1A-leistung, kommt doch sonst nicht viel taugliches aus dem land des langen weissbrots. für ein debut-album, von musikern, die bisher mit musik nicht mal ihren lebensunterhalt verdienen konnten eine echte meisterleistung. von "telepopmusik" wird man wohl auch in deutschland noch einiges hören, ich bin jetzt schon auf den nachfolger sehr gespannt! |
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