.tricky - vulnerable (anti/spv   vö: 19.mai 2003)






der gebürtige bristoler und „finstere“ mitbegründer des musikgenres trip hop weiß mit seinem neuen album „vulnerable“ zu überraschen. tricky bleibt seinem style zwar treu, doch ist auf „vulnerable“ nicht viel von der gewohnten schwarzen tristesse, die tricky’s alben bisher prägten, zu finden…

tricky alias adrian thaws wurde am 27. januar 1968 in bristol geboren. adrian’s vater verließ die familie schon bevor er auf der welt war, seine mutter beging selbstmord als adrian vier jahre alt war. seine jugendzeit verbrachte adrian bei seiner großmutter, die ihn eher horrorfilme schauen ließ, als darauf zu achten das er regelmäßig die schule besucht. mit 15 beginnt adrian lyrics zu schreiben, mit 17 verbrachte er einige zeit im gefängnis… tricky selbst bezeichnet dieses erlebnis heute als eine gute erfahrung, denn er wollte auf keinen fall dorthin zurück. kurz nach seiner zeit im gefängnis, traf adrian auf dj milo und die „wild bunch“ posse (die später zu „massive attack“ wurden) und fing an gemeinsam mit ihnen abzuhängen und musik zu machen. adrian bekam den nickname „tricky kid“ verpasst und mit 18 fing er an für eine rap-gruppe, die von „wild bunch“ gegründet wurde, lyrics zu schreiben und zu rappen.
tricky rappt außerdem auf massive attacks hochgelobten debütalbum „blue lines“ das 1992 veröffentlicht wurde. der gebürtige bristoler, der bis dahin sehr viel spaß am „musik machen“ hatte, fing an es immer weniger zu mögen. der erfolg massive attack’s verwandelte einfaches „musik machen“ in „business“. tricky erschien zwar noch als gastvokalist auf massive attacks zweiten album „protection“, doch hatte er nie wirklich das gefühl zum kollektiv dazuzugehören.
so hatte er seinen eigenen weg gefunden musik zu machen. 1991 bevor der veröffentlichung von „blue lines“ traf tricky auf martina topley. von ihrer honig-sanften stimme fasziniert, nahm er damals zusammen mit ihr als gastsängerin den song „aftermath“ auf. tricky bot das durchaus gute ergebnis massive attack an, die jedoch nicht interessiert waren. so kam es das tricky selbst 1993 einige hundert platten davon pressen ließ, was ihm letzendlich auch zu seinem plattenvetrag mit island records 1995 verhalf.
sein debüt-album „maxinquaye“, das er nach seiner mutter benannte, veröffentlichte er im gleichen jahr. die fusion aus rap, rock und r&b helfen den sound, der später als „trip hop“ bekannt wurde, zu definieren.
es folgten 1996 die beiden alben „nearly god“ und „pre-millemium tension“ sowie die immer düster werdenden alben „angels with dirty faces“ (1998) und „juxtapose“ (1999), sein letztes album für island records. kurz nach der veröffentlichung von „juxtapose“ wurde bei tricky eine seltene krankheit entdeckt. bestimmte lebensmittel greifen sein immunsystem an und beeinflussen seine psyche. aufgrund eines speziellen ernährungsplan besiegt der gebürtige bristoler seine depressionen. tricky der bei seinem plattenlabel unglücklich war, wechselte zudem zu hollywood records, wo er ein neues zuhause gefunden hat. sein sechstes album „blowback“, das er 2001 veröffentlichte, zeigt sich schon wesentlich entspannter und deutet neue wege an.

der „dark prince“ des trip hop überrascht auf „vulnerable“, das so viel wie verwundbar heißt, mit erstaunlich positiven vibes. sein location wechsel von new york ins sonnige los angeles scheint sich durchaus auf sein gemüt auszuwirken… tricky’s neue scheibe strotzt nur so vor gewonnener zuversicht, relaxtheit und lebensfreude. die bezaubernd erotische stimme der italienischen gastsängerin constanza francvilla übertönt auf „vulnerable“ den typischen, tiefen flüstergesang tricky’s und bringt freundlichkeit ins spiel. die bisher noch unbekannte gastsängerin hat tricky auf einem seiner konzerte in rom ein demotape von sich zukommen lassen und wurde daraufhin prompt nach los angeles eingeladen und für das neue album angagiert. tricky’s neues album ist wohl das vielseitigste seiner karriere.
von gestandenen popnummern wie „antimatter“ oder „dear god“ (die so schient es, die charts stürmen wollen) über harte elektronische gitarrenstücke wie „how high“ oder „moody“ bis hin zur dub reggae nummer “stay“ ist alles vertreten. zahlreiche undurchschaubare samples, schräge geräusche und gitarrenklänge finden sich auf der gesamten scheibe wieder.
der (ehemalige) finsterling der bristoler trip hop schule hat noch zwei weitere projekte am start… das album „nearly godness“ soll im sommer veröffentlicht werden und ist ein projekt, an dem 14 verschiedene, weibliche gastsängerinnen beteiligt sind. „rodigan and tricka“ ist ein gemeinschaftsprojekt mit dem jamaikanischen reggae-künstler rodigan und soll ein zwei tone vibe zwischen england und jamaika werden.

anspieltipps:
04 car crash
05 dear god
09 moody
(gesamtspielzeit: 41 minuten, 13 tracks)

fazit: eine ungewohnte tricky scheibe mit viel chartpotential, kommt aber leider nicht an großartige
vorgänger wie zB "maxinequay" ran ...     (nc)