.Aereogramme "My Heart Has A Wish That You Would Not Go"
(Chemikal / Rough Trade / VÖ: 26.01.2007)

Stil: melancholischer Pop

Der letzte Release der Schotten ist schon einige Zeit her ("Seclusion") und auch seit der Kollaboration mit Isis ist schon wieder ein Jahr ins Land gezogen. Am 26. Januar kommt dann aber endlich das neue und von Filmen/Filmmusiken beeinflusste Album der vier Jungs in die Läden. Der Albumtitel leitet sich dann auch gleich mal von einem Film ab.

At the door, the curator took the old man’s hand with an extra firmness. "My heart has a wish, Father: that you would not go." (THE EXORCIST von William Peter Blatty) Die Szene hat es zwar nie in den Film geschafft stand aber wohl mal so im Drehbuch.

Zur CD selbst: Ausgetrieben wie einst der Teufel vom Pater wurde die Brachialität der alten Alben. Das Songwriting mit all seinen Strukturen wurde komplett, ich nenne es mal überarbeitet, und der Stil, als logische Konsequenz dahinter, etwas geändert. Die alles überragenden (teilweise sehr brachialen) Klang- und Soundwände durften sich verabschieden und sind der verspielteren und noch melodiöseren Seite von Aereogramme gewichen. Das hat sich aber auch schon in der Koop mit Isis („In the Fishtank“) angedeutet. Die Produktion und der Sound sind absolut perfekt, ich habe selten so etwas komplettes von einer Band gehört da passt einfach Alles! Die Songs des Quartetts werden aber wahrscheinlich wieder nicht im Radio zu hören sein, denn außer einigen Spezialsendungen dürfte sich doch kein Redakteur dazu breitschlagen lassen die Songs zu spielen. Da die Platte (für meine Begriffe) eher als Gesamtkunstwerk funktioniert denn als Hit-Liferant – Man schaut ja einen Film auch nicht von der 15.-34. und von der 81.-88. Minute. Schuld an der mangelnden Hit-Kompatibilität sind mit Sicherheit auch die Streicher welche die Songs meist in Kombination mit einem Piano dominieren, dabei kommt allerdings, wenn auch sehr selten, ab und an nochmal der Rock durch. Meist wirkt das Ganze sehr Balladen orientiert. Auch die elektronischen Samples der früheren Zeiten sind fast gänzlich dem „traurigen“ Indie-Pop bzw. der Melancholie gewichen.


Anspieltipps:
Das Album sollte komplett gehört werden, weil es nur als Ganzes richtig wirkt!
(Gesamtspielzeit: Songs, ca. 48 Minuten)

Fazit: „My heart has a wish that you would not go“ ist ein Album für den kompletten Genuss mit einer Tasse Tee oder einem Glas Rotwein. Ganz großer Melancholie Pop der einfach etwas Zeit braucht um zu wirken, man könnte auch sagen großes Kino! (MC)