| .A Fine Frenzy "One Cell In The Sea" (Virgin / EMI / VÖ: 08. Februar 2008) | |
Stil: Alternative / Indierock Format: CD Mit roten Haaren und knallgelbem Kleidchen präsentiert sich die kalifornische Alison Sudol alias A Fine Frenzy auf dem Cover ihres ersten Albums „One Cell In The Sea“. Ungewöhnliches Outfit für den von Shakespeare inspirierten Künstlernamen, dennoch passend zu ihrer Musik, die auch nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint. Mit 21 Jahren vermag A Fine Frenzy in Ihren Songs schon mehr Lebenserfahrung zu beweisen, als manch einer in seinem ganzen Leben macht. Ihre Texte, ebenso wie ihre Stimme, zeugen von Gefühl und glaubhaften Emotionen. Wem die Musik bekannt vorkommt, kennt sie möglicherweise aus Serien wie Dr. House oder CSI:NY, in welchen einige Ihrer Songs Teil der Soundtracks sind. Zur CD selbst: Wer aufgrund der ähnlichen Aufmachung auf Kate Nashs ähnlich freche, jugendliche, womöglich noch tanzbare Songs gewartet hat, ist hier definitiv falsch. Bereits die ersten zwei Songs entführen uns in eine Fabelwelt, die weit weg vom normalen Leben liegt. Zeit- und scheinbar schwerelos singt oder besser haucht A Fine Frenzy ihre Melancholie in die Welt, sich selbst am Piano begleitend. "Come On, Come Out", das erste Stück des ersten Albums, könnte wegen der vollen, harmonischen Melodie auch gut als Intro durchgehen. Ohne Sudols leicht getragene Stimme könnte der Text genauso gut auf irgendeinen Sommerhit passen: „Come on, come out. The weather is warm“. Der zweite Song hingegen gleicht eher einer gesungen Fabelgeschichte: „Hilf mir raus, sagt die Elritze zu der Forelle. Ich war verloren und habe mich in deinem Mund schwimmend wiedergefunden.“ - so lauten die ersten Verse von "The Minnow & The Trout". Ohne ein gewisses Maß an Fantasie verstünde man wahrscheinlich nur Bahnhof, doch genau das macht einige Songs erst aus. Wahrscheinlich könnte Alison Sudol uns alles glaubhaft machen, solange sie es mit ihrer Flüsterstimme vor sich hinträllern würde. In Ihrer ersten Singleauskopplung "Almost Lover" beweist A Fine Frenzy ihr sängerisches Talent. Während sich das Piano mit einigen Akkorden im Hintergrund hält, zeigt Sudol, was sie gesanglich drauf hat. Den Text, den Sie schon in ihrer Teenagerzeit verfasst hat, lässt sie nun durch eine erwachsene Stimme wieder aufleben. Schade nur, dass dieser Song in der Radioversion durch zusätzliche Drums so versaut wurde - allein das ist Grund genug, sich dieses Album zu kaufen!
"One Cell In The Sea" ist gefühlvoll und tiefgängig, aber leider im Ganzen etwas monoton. Die meisten Songs sind ähnlich und die hauchende, flüsternde Art des Singens ist in fast jedem Song wiederzufinden. Es wäre schön, wenn sich A Fine Frenzy im nächsten Album etwas probierfreudiger zeigt. Wer auf fantasievolle Texte mit Tiefe steht, die aber keineswegs zu kitschig wirken, wird dennoch Gefallen an dieser CD finden. Anspieltipps: 05. „Rangers“ 06. „Almost Lover“ 09. „Liar, Liar“ 14. “Borrowed Time” (Gesamtspielzeit: 14 Songs, ca. 61 Minuten) (Gesamtspielzeit: Songs, ca. Minuten) Fazit: A Fine Frenzy klingt anders und hebt sich deutlich vom Mainstream-Pop in den Charts ab. (JM) |
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