.Late Night Tales / Another Late Night: Air (Rough Trade / Azuli / VÖ: 15. September 2006)

Stil: Pop, Soul, Electro

Das Konzept der auf Azuli Records erscheinenden DJ Mix-Serie Late Night Tales bzw. Another Late Night ist zwar ziemlich simpel aber genau das macht sie zu etwas, dass sie im Compilation-Dschungel der Plattenregale hervorhebt. Auf jedem Release offenbaren namhafte Künstler Einblicke in ihre Plattenkiste und spielen einfach ihre Lieblingsscheiben, die sie zu der Musik inspiriert haben, die sie heute machen. Wie gesagt, klingt simple – ging aber bis lang immer auf: Groove Armada, Tommy Guerrero, Nightmares On Wax, Jamiroquai oder Kid Loco sind nur einige derer, die während der langen Nacht die Hüllen fallen ließen…
Alle Late Night Tales oder Another Late Night Ausgaben ließen wahrlich tiefe Einblicke in die musikalische Vergangenheit ihrer Compiler zu, die einen des Öfteren auch überraschte. Mit der neuesten Ausgabe geht die DJ Mix-Serie für Nachtschwärmer in die 15. Runde. Nach so namhaften Vorgängern wie oben angedeutet, haben nun Frankreichs musikalische Träumer Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel, gemeinsam besser bekannt als Air, ihre Plattenkisten durchstöbert.

Zur CD Selbst: Den Anfang machen The Cure mit „All Cats Are Grey“, danach kommen Black Sabbath mit ihrem mystisch anmutenden „Planet Caravan“ gefolgt von Nina Rota’s „O’Venezia Venaga Venusia“, dass man nebenbei schon in zahlreichen Filmen gehört hat. Des Weiteren mit dabei auf der Reise durch die Nacht sind Klassiker wie The Band mit „I Shall Be Released“, Japan mit „Ghosts“ oder Cat Power mit ihrer endlos hohen Stimme in „Metal Heart“. Tan Dun’s durch klassische Streicher geprägtes „For The World“ sorgt für kurzes Aufschrecken, bevor Sebastian Tellier mit „Le Lomgs De La Riviere Tendre“ erneut zum dahinschweben einlädt. Nach Alben wie "Premiers Symptomes", "Talkie Walkie" oder "Moon Safari", einem Meilenstein elektronischer Popmusik, hätte ich mir einen Blick in die Plattenkiste von Frankreich’s bestem Musikexport wesentlich spannender vorgestellt.
Selstsamer Weise fehlt auf dieser Late Night Tales auch die obligatorische Gute-Nacht-Geschichte, die sonst immer als letzter Track auf jeder Ausgabe der Compilation zu finden war. Eine Late Night ohne Tale also, die sich gut zum Chillen und Einschlafen eignet, wie der Name schon sagt.

Anspieltipps:
01. The Cure - “All Cats Are Grey”
02. Black Sabbath – “Planet Caravan”
07. Scott Walker - "The Old Man's Back Again"
10. Cat Power - "Metal Heart"
15. Elliot Smith - "Let's Get Lost"
(Gesamtspielzeit: 18 Tracks, ca. 64 Minuten / Promo-Version)

Fazit: In allem eine ganz nette, größtenteils chillige Ausgabe der Another Late Night Serie, die Air hier zusammengestellt haben. Romantisch, ruhig ja fast besinnlich geht es auf den 18 Tracks zu. An die Ausgaben von Groove Armada, Nightmares On Wax oder Sly & Robbie können die beiden Franzosen jedoch qualitativ leider nicht anknüpfen. (nac)
 
Für Fans von: Belle & Sebastian
, Air, Darkel