.Andy Fairweather Low "Sweet Soulful Music" (Proper Music / Roughtrade / VÖ: 24. November 2006)


Lang, lang ist es her, dass Andy Fairweather Low auf einem Soloalbum zu hören war, um genau zu sein 26 Jahre. Was jetzt aber nicht bedeutet, dass AFL in dieser Zeit der Musik abgeschworen hatte, nein, er war in den letzten Jahren als Studio- und Bandmusiker für einige der wirklich ganz Großen der Musikszene tätig, unter anderem für Roger Waters oder Eric Clapton. Wer sich jetzt denkt was interessiert mich dieser alte Sack hat evtl. Recht, aber er kann ja mal seine Eltern oder Großeltern fragen ob sie sich noch an Amen Corner erinnern und die werden ein Grinsen aufsetzen sich freuen, dass die Jugend sich auch noch an der guten alten Zeit erfreuen kann und sofort einen der größten Hits der Band „If Paradise is half as nice“ anstimmen. Sprich AFL ist fast so etwas wie Robbie Williams, einst ein gefeierter Teenieheld und dann gelang ihm der Sprung in die anerkannte Musikerszene.

Zur CD selbst: Mit seinem neuen Album "Sweet Soulful Music", auf dem man die Einflüsse seiner letzten Jahre deutlich hört, beweisst er, dass er immer noch zu den vielseitigsten Musikern aus UK gehört. Sein Werk „Sweet Soulful Music“ lies er von Glyn Johns produzieren und der hat ja schon ebenso lange Erfahrung, mit gutgemachter Pop- und Rockmusik, wie AFL selbst (drehte er doch schon bei den Beatles oder den Stones an den Reglern).
Der Rockabilly Oppener „one more Rocket“ erinnerte mich ein wenig an Brian Setzer aber sonst ist das Album eher ruhig, gemächlich und soulig dahingleitend, ganz ähnlich einer Scheibe von Clapton. Sein Können im Umgang mit den Instrumenten stellt er für keinen Augenblick in Frage ob Mandoline, Ukulele oder sein Gitarrenspiel, nichts lässt darauf schließen, dass diesem Mann jemals die Virtuosität ausgehen könnte. Allerdings stellt sich für mich die Frage, wie auch schon bei diversen Clapton Alben ob das Album nach fünf Songs nicht etwas mehr Abwechslung braucht, denn es wirkt ein wenig zu ruhig, mit der Zeit.

Anspieltipps:
01 "One more Rocket"
04 "Ashes and Diamonds"
09 "Low Rider"
(Gesamtspielzeit: Songs, Minuten)

Fazit: Eine sehr coole Platte, ein bisschen Clapton, ein wenig Neil Young. Ist ab 24. November im Laden zu haben. Die unter 30-jährigen wird diese Platte zwar höchstwahrescheinlich nicht vom Hocker reissen aber die können damit sicher ihren älteren Bekannten und Verwandten eine Freude machen. (MC)