| .Angie Stone "The Art Of Love & War" (Stax / Concord / Universal / VÖ: 26. Oktober 2007) | |
Stil: Soulpop Format: CD Angie Stone machte schon in den 80ern Musik, versuchte sich damals zunächst im Hip Hop, später dann als Sängerin in einem Gospel-Chor und als Background-Sängerin für Lenny Kravitz, bevor sie mit ihrem damaligen Lebensgefährten D'Angelo zusammen kam und diesen bei seiner Karriere tatkräftig unterstützte. Im Jahr 2000 wurde dann auch ich auf das gesangliche Ausnahmetalent aufmerksam und zwar durch das wunderbare Stück "Keep Your Worries" von Guru's Jazzmatazz feat. Angie Stone. Schon damals dachte ich mir - wow, was für eine Stimme! Ein Jahr zuvor erschien mit "Black Diamond" bereits das Solodebut auf Arista Records, das Ihr kurze Zeit später weltweite Erfolge beschert und die Presse dazu veranlasst ihr den Titel New Soul Queen anzudichten, dem sie fortan auch stets gerecht wurde. Nach zwei weiteren Alben ("Mahagoni Soul", "Stone Love") und der Trennung von D'Angelo steht die Queen des Neo-Soul dann plötzlich ohne Plattenvertrag da und hat darüber hinaus gesundheitliche Probleme. Ende 2006 erhält sie dann einen Vertrag beim gerade frisch wiederauferstandenen Label Stax Records, auf dem sie das nun vorliegende, vierte Album "The Art Of Love & War" veröffentlicht. Ein exzellenter Release, um das 50-jährige Jubiläum des traditionsreichen Soul Labels zu feiern. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem sei auch das zeitgleich erschienene Stax DVD Set empfohlen, mit einer Dokumentation über das Label und Live-Aufnahmen der damaligen Künstler wie Otis Redding, Sam & Dave, The Staple Singers, Isaac Hayes, Eddie Floyd, Carla und Rufus Thomas, Albert King, Booker T. & the MGs. Zur CD selbst: Wer viel durchgemacht hat, der hat auch viel zu erzählen und daher verwundert es nicht, daß "The Art Of Love & War" ein sehr persönliches Werk geworden ist. Angie gibt viel über ihre Person Preis, stellt sich selbst nicht selten in den Mittelpunkt ihrer Texte und geht auf ihre aktuelle Situation ein. Bestes Beispiel ist der Opener "Take Everything In" oder das wunderschöne "Happy Being Me", beides Songs die zeigen, daß man nie die Hoffnung verlieren darf und dankbar sein sollte, für das was man hat. Die unverwechselbare Stimme von Frau Stone steht natürlich wie immer im Vordergrund. Gefühlvoll und eindringlich singt sie die überweigend fröhlichen Tracks, von denen sie Laut eigenen Aussagen fast alle Stücke selbst geschrieben hat. Das ist ihr auch exzellent gelungen, sie ist eben nicht nur eine einzigartige Sängerin sondern auch ein guter Songwriter, was sie auch schon früher bereits bewiesen hatte. Als erste Single-Auskopplung wurde der Track "Baby" feat. Betty Wright auserkoren, vermutlich wegen Eingängikeit des Songs und des bekannten Gaststars. Ein schönes Stück, doch das Album hat aber noch etliche bessere Songs zu bieten! Bei "Here We Go Again", "Make It Last", "Sometimes" oder der Soul-Ballade "Half a Chance" (ft. Chino) sind zunächst keine großen musikalischen Überraschungen zu erwarten, statt dessen gibt es schönen Soul zu hören, etwas Retro-lastig und mit den gängigen Instrumenten (Piano, Gitarre, Keyboard) unterlegt. Es ist einfach nur Angie Stone wie Fans sie kennen und lieben! Besonders erwähnenswert ist "These Are The Reasons", das textlich und gesanglich sofort überzeugt und schnell im Ohr hängen bleibt. Im weiteren Verlauf der CD gibt es dann aber doch noch das ein- oder andere musikalische Wagnis und immer wenn Angie Stone aus ihrem eigentlichen Konzept ausbricht, wird es unserer Meinung nach besonders gut. So ist mit "My People" ein funky Represent-Track auf dem Album, wie man ihn sonst eher im Hip Hop findet. Zusammen mit dem, am Mirko glänzenden James Ingram ist Angie Stone eine außergewöhnlich gute Hommage an ihre (überwiegend schwarzen) Freunde und Vorbilder gelungen, den man am liebsten rauf und runter hören möchte! Ebenfalls etwas abseits des Konzepts ist die schöne Gospel-Nummer "Go Back To Your Life", die an eine ganz frühe Angie Stone und längst vergangene Zeiten erinnert. Von diesen kleinen Experimenten hätten wir uns erhlich gesagt noch deutlich mehr gewünscht, doch auch so ist "The Art Of Love & War" ein überaus hörenswertes Album, zu dem es im Neo-Soul eigentlich kaum Alternativen gibt. Fans dieses Genres sollten daher unbedingt zugreifen! Anspieltipps: 01. "Take Everything In" 05. "Sometimes" 08. "These Are the Reasons" 09. "My People" feat. James Ingram 11. "Play With It" 14. "Happy Being Me" feat. Pauletta Washington (Gesamtspielzeit: 14 Songs, ca. 56 Minuten) Fazit: Zeitlos schöner Soul mit starken Gefühlen, einer einzigartigen Stimme und dem gewissen Etwas. (dr.öge) |
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