.Annie "DJ Kicks" (!K7 / VÖ: 17. oktober 2005)


Stil: Electro-Pop, Indie, New Wave Pop, Electro-Disco
Format: CD

Im August brachte Anne Lilia Berge-Strand besser bekannt als ANNIE ihr Debüt-Album "Anniemal" heraus. Jetzt - knapp zwei Monate später - wird dem norwegischen Mädchen von nebenan bereits die Ehre zu Teil, sich in die legendäre DJ Kicks-Serie einzureihen, mit der sich bereits Größen wie Kruder & Dorfmeister, Kid Loco oder Rocker's Hi-Fi verewigt haben.

Musikredakteure, Electro-Fans, DJs und Szenekenner haben schon längst einen Narren an der hübschen, skandinavischen Blondine gefressen. Warum zeigt sich spätestens nach dem ersten Reinhören in ihren ganz eigenen Mix auf der neuen DJ-Kicks. Hier mixt das Popsternchen aus 17 Tracks einen hochprozentigen, energiegeladenen Cocktail der unterschiedlichsten Musikstile, bei dem es einem schwer fallen dürfte, nicht ins Grooven zu kommen. Zwar hat Annie bei der Auswahl der aufeinanderfolgenden Stücke keinen Perfektionismus ausgeübt, aber der Flow ist vorhanden!
Den Anfang macht das an eine Spielshow oder an ein Kinderlied erinnernde Stück "Pushing Mover" von Toy Rabbit, das mit seinem enormen Gute Laune-Vibe gleich zu Beginn große Lust auf das komplette Album macht. Besonders niedlich kommt auch der zu Beginn des zweiten Tracks inszenierte Telefonanruf, wo sich Annie irgendwie süss selbst vorstellt und voller Stolz darauf hinweist: "...and this is my DJ-Kicks".
Danach geht es mit dem sonderbaren "I Wanna Be Your Lover" von La Bionda fröhlich weiter, bevor Alan Vegas mit seinem vor Ironie strotzendem "Jukebox Babe" zum fröhlichen Hüftschwung auffordert... "Nanny Nanny Boo Boo" von Le Tigre ist nicht gross erwähnenswert.

Mit "Black History Month" von Death From Above 1979 folgt eine rockige Nummer, die zunächst den Anschein erweckt, hier völlig fehl am Platz zu sein, doch spätestens wenn der Refrain einsetzt, kann man die Auswahl des Songs doch noch nachvollziehen, Electro und Pop Klänge übernehmen die Oberhand und verdrängen den Underground Rock. Die beiden Songs von Annie selbst "Wedding" (mit Röyksopp) und "Gimme Your Money" überzeugen in erster Linie mit lasziven Sprechgesang und Discosounds. Der hymnenartige Song "I Want Candy" erinnert an längst vergangene Zeiten und spätestens bei dem Old-School Klassiker "Sally - That Girl" von der Gucci Crew kommt man zu der Erkenntnis, dass Annie auf ihrer neuen CD neben aktuellen Stücken auch Songs eingereiht hat, die man schon lange als "tot gehört" vermutet hat. Sehr mutig!

Dennoch bleibt abzuwarten wie diese DJ-Kicks bei den Fans der Serie ankommt, da sich Annie's Werk definitiv nicht an die bisher von electronischer Musik dominierten Scheiben anreiht.

Unter folgendem Link kann man übrigens die E-Card zur neuen DJ-Kicks verschicken oder sich ein Video-Interview mit Miss Berge-Strand anschauen: www.k7.com/annie

Anspieltipps:
01. Toy Rabbit - "Pushing Mover"
02. La Bionda - "I Wanna Be Your Lover"
03. Alan Vega - "Jukebox Babe"
04. Le Tigre - "Nanny Nanny Boo Boo"
08. Death From Above 1979 - "Black History Month"
12. Annie - "Gimme Your Money"
13. Bow Wow Wow - "I Want Candy"
15. Gucci Crew II - "Sally That Girl"
(Gesamtspielzeit: 17 Tracks, ca. 60 Minuten)

Fazit: Eine Hammerscheibe, die uns die sexy Blondine aus Skandinavien hier auftischt!!! Groovige Stilmischung aus Electro-Pop, Indie, New Wave Pop und dreckigem Electro-Disco. (nac)

Für Fans von:
Röyksopp, Kid Loco, Groove Armada