|
|
Stil: Polit-Punkrock
Punkbands die gegen das Bush-Regime, den Irak-Krieg und ähnliches
wettern gibt es heutzutage wie Sand am Meer, doch keine andere tut dies
so überzeugend und aufopfernd wie Anti-Flag und so sind sie für
die Diktatoren dieser Welt zum musikalischen Staatsfeind Nummer eins avanciert.
Darüber hinaus engagieren sich Anti-Flag (Justin Sane, Pat Thetic,
Chris Head, Chris#2) für wohltätige Organisationen wie
Amnesty International, PETA, Military Free Zone, Underground Action Alliance
und einige andere.
Der viel gescholtene Wechsel zum Major Label soll uns hier mal ganz egal
sein, denn das hat die Platte meiner Meinung nach in keinster Weise beeinflusst,
bis auf die Kleinigkeit, dass "For Blood An Empire",
das mittlerweile siebte Album der Band, der mit Abstand beste Release
der Punkrocker aus Pittsburgh ist.
Zur CD selbst: Die Platte beginnt
zunächst genau so, wie man es nach dem letzten Album "The
Terror State" erwartet hätte. Melodischer-Vorwärts-Punkrock,
der in "i'd tell you but ..." wieder härteste
Bush-Kritik an den Tag legt und aus der Sicht eines (toten) Kriegsopfers
erzählt ist. Die erste Singleauskopplung "the press corpse"
ist ebenfalls ein typischer, geradliniger Anti-Flag Song, der vor allem
durch den Chorus überzeugt.
Von nun an wird die CD dann vorerst immer besser und bei den nächsten
Songs jagt ein Highlight das nächste:
Energiegeladen und schön agressiv tönt "exodus"
aus den Boxen, ein geiles Stück, das komplett im Mid-Tempo gehalten
wurde, dennoch geben Chorus und Schlagzeug hier die nötige Punk-Würze.
Im Stil der ersten beiden Songs geht es mit "the project for
a new american century" weiter, bevor das Album mit den nächsten
drei Songs zum absoluten Höhepunkt kommt:
Einige Überraschungen wie gekonnte Tempiwechsel und Trompeten hält
"hymn for the dead"
bereit, das vollends überzeugen kann. Apropos Tempiwechsel: diese
werden in "this is the end (for you my friend)" noch
weiter perfektioniert, mit erstklassigem Gesang und Chorus ergänzt
und fertig ist ein weiterer Knüller!
Es folgt das beste und eingängigste Stück der Platte mit "one
trillion dollars", das wie eine Solo-Nummer von Justin
Sane klingt, die einfach meisterhaft gelungen ist und einen ansprechenden,
ja man darf fast sagen humorvollen Text vorweisen kann! Ich hätte
vorher nie gedacht, das mir gerade der langsamste Song auf dieser Platte
am besten gefallen würde - aber das können Anti-Flag eben mittlerweile
auch. Wer der gleichen Meinung ist, dem kann ich auch Justin
Sane's Solo-Album "Life, Love and the Pursuit of Justin"
ans Herz legen ...
Zurück zur CD, die nächsten drei Stücke versöhnen
dann wieder alle Liebhaber des Vorgänger-Albums "the terror
state", es wird wütend und heftig, aber stets melodisch
nach vorne gerockt! Mehr als gelungen ist auch "the WTO kills
farmers", ein Song der in dreieinhalb Minuten fast die gesamte
musikalische Bandbreite von Anti-Flag zeigt.
Insgesamt scheint das ganze Album doch sehr von Justin's Solo-Projekt
geprägt zu sein, denn der Gesang steht mehr denn je im Vordergrund,
die Tempiwechsel haben stark zugenommen, kaum noch Songs die von vorne
bis hinten im gleichen Tempo durchgaloppieren und auch sanfteres Gitarrenspiel
ist öfter zu hören als auf den Vorgänger-Alben. Anti-Flag
haben den Stil Ihres letzten Albums noch deutlich weiterentwickelt und
man darf gespannt sein, welche positiven Überraschungen das nächste
Album bringen wird. Doch soweit sind wir noch nicht, als erstes sollte
man sich nach dem Pflichtkauf der Platte von den hochgelobten Live-Qualitäten
der Polit-Punker überzeugen - Hier die Tourdates!
Unter www.forbloodandempire.de
könnt Ihr übrigens ins Album reinhören, eine eCard verschicken
und noch vieles mehr!
Anspieltipps:
02 "the press corpse"
04 "the project for a new american century"
05 "hymn for the dead"
06 "this is the end (for you my friend)"
07 "one trillion dollars"
10 "war sucks, let's party!"
(Gesamtspielzeit: 13 Songs, ca.39 Minuten)
Fazit: In absoluter Spiellaune legen
Anti-Flag mit "for blood and empire" ein Album vor,
das sogar bei nicht-Punkern gut ankommt und den Vorgänger "the
terror state" als bisher bestes Album ablöst! Facettenreicher,
melodischer Punkrock mit erstklassigen Texten. (dr.öge)

|