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Stil: Indie-Rock/Pop/Grunge
Format: CD
Bad Astronaut begann als ein Side-Projekt von Derrick Plourde (ex-Drummer
bei Lagwagon, Ataris,
Mad Caddies, RKL
..), der sich letztes Jahr, im März 2005 das Leben nahm. Er gründete
nicht nur Lagwagon sondern auch Bad Astronaut, beides zusammen mit seinem
guten Freund und Lagwagon-Frontmann Joey Cape. Nach dem Tod von Derrick
ist nichts mehr wie es einmal war. Lagwagon bringen trotz dieser Tragik
kurz danach Ihr Album "Resolve"
raus, das hörbar vom Tod Derricks beeinflusst wurde und ihm gewidmet
ist. Mit "Sad Astronaut" findet sich darauf auch einen
Song über den verstorben Freund.
Zusammen mit Derrick haben Bad Astronaut zwei Alben und eine Split-EP
veröffentlicht, zusammen mit ihm hatten sie auch die Arbeiten zum
neuen Album begonnen. Nach seinem Tod 2005 fühlte Joey Cape sich
verpflichtet das, was er mit Derrick begonnen hatte auch zu Ende zu bringen,
was sicherlich auch wichtige Vergangenheitsbewältigung für ihn
war ("..Still, I knew this record had potential
and when I recovered from the shock that followed Derricks suicide, I
knew what I had to do. I had to finish the record for him...").
Doch gleichzeitig hat Joey klar gestellt, daß dies definitiv das
letzte Album von Bad Astronaut sein wird ("I
consider this record to be the final Bad Astronaut album because without
Derrick, there is no Bad Astronaut").
Zur CD selbst: Vier Jahre hat die Band am neuen Album
gearbeitet, das letzte Jahr ohne Derrick Plourde. Den Titel "Twelve
Small Steps, One Giant Disappointment" hatten sich
Derrick und Joey übrigens noch zusammen ausgedacht. Joey sagt über
das neue Album, es habe eine gespaltene Persönlichkeit, da es teils
mit und teils ohne Derrick aufgenommen wurde. Das sind sicherlich die
schwierigsten Bedingungen, unter denen ein Longplayer entstehen kann und
daher waren Freunde und Fans gespannter denn je, was dabei wohl rauskommen
würde.
Das Ergebnis ist mehr als erfreulich! Ich könnte diese Scheibe den
ganzen Tag immer wieder hören, was ich in den letzten Tagen auch
getan habe. Das neue Album steht den bisherigen Releases der Band in absolut
nichts nach, ganz im Gegenteil. Die ersten drei Songs sind echte Knüller,
schöne Rockmusik, die meist nach langsameren Lagwagon-Songs klingt,
sehr melodisch und wie immer mit melancholischem Unterton.
Im Gegensatz zu den vorherigen Alben "Acrophobe"
und "Houston: We Have A Drinking Problem"
wird auf "Twelve Small Steps, One Giant Disappointment"
auch verhältnismäßig viel nach vorne gerockt, nicht schnell
aber mitreissend. Beste Beispiele dafür sind "Best Western",
der erstklassige Opener "Good Morning Night", "Autocare",
"Ghostwrite" und "Go Human". Die gefühlvollen,
nachdenklichen Balladen dürfen aber natürlich auch nicht fehlen
und so erinnern "One Giant Disappointment", "Minus",
"Violet" und "The F Word" an die langsamen
Songs der vorherigen Alben. Die restlichen Songs sind musikalisch irgendwo
dazwischen.
Insgesamt ist das neue Album abwechslungsreicher als die Vorgänger,
weshalb ich auch dazu tendiere, es den besten Release der Band zu nennen.
In "Stillwater, California" ist zum Beispiele ein Keyboard
zu hören, das sehr gelungene "Beat", das mir vor
allem wegen des, für Bad Astronaut typischen, verzerrten Background-Gesangs
gefällt, ist untypischerweise mit einem Beat aus der Rhytmusmaschine
unterlegt und des weiteren sind Cello, Akustik-Gitarre, Kesselpauken und
Synthie-Sounds zu hören ...
Abgesehen vom letzten Song, dem einschläfernden "The Thirteenth
Step", haben mir alle Stücke ausgezeichnet (!) gefallen,
jedes auf seine ganz eigen Art und ich habe lange keine CD mehr gehört,
die die Emotionen so eindringlich musikalisch umsetzt. Damit reihen sich
Bad Astronaut ein in die Reihe grandioser Bands, deren innovatives Schaffen
abrupt durch den Tod eines Bandmitglieds endet. Genau wie von Sublime
oder Nirvana hätte ich liebend gerne noch viele schöne Alben
von den Astronauten gehört.
Anspieltipps:
01 "Good Morning Night"
02 "Ghostwrite"
03 "Beat"
07 "Best Western"
(Gesamtspielzeit: 13 Songs, ca. 50 Minuten)
An desem Album mitgewirkt haben:
Derrick Plourde: drums
Joey Cape: guitars/vocals
Thom Flowers: guitars
Marko DeSantis: bass
Angus Cooke: cello/guitar/percussion
Todd Capps: piano/keyboards
Jonathan Cox: programming/loops/remix
Lest auch, was Joey Cape selbst über das Album und seinen verstorbenen
Freund zu sagen hat, auf der MySpace-Seite
von Bad Astronaut unter "Joey Spews". Auf http://derrickplourde.com
findet sich außerdem eine Tribute-Website für den verstorbenen
Drummer. Kurz vor seinem Tod hat Derrick Plourde als Drummer noch an einem
weiteren Album mitgewirkt, Infos dazu findet Ihr auf www.jawsattacks.com.
Fazit: Wenn Ihr CDs
von den unten genannte Bands in Eurem Regal stehen habt, kommt Ihr um
diese Scheibe ebenfalls nicht drumherum! Ein Meilenstein gefühlvoller
Rockmusik und ein würdiger Abschluss für eine aussergewöhnliche
Band. Pflichtkauf, nicht nur für Fans! (Dr.Öge)
Für Fans von:
Radiohead, Smashing Punpkins, Lagwagon, Joey Cape & Toni Sly, R.E.M,
Liquido, Weezer, Elliot Smith, Tenacious D, etc.

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