.beastie boys "to the 5 boroughs" (capitol / emi / vö: 14.juni 2004)

sechs lange jahre ist es her, als das letzte studioalbum der beastie boys „hello nasty“ mit dem megahit „intergalactic“ überall auf der welt für aufsehen sorgte und dem trio gleichzeitig zwei grammys sicherte. dann war es erstmal ruhig um das kongeniale trio. es wurde zwar noch das doppel best of-album „the sound of science“ sowie die clipsammlung „video anthology“ (ebenfalls zwei dvds) rausgebracht, doch richtige neuveröffentlichungen gab es erstmal keine mehr.
nachdem dann auch noch das bandeigene plattenlabel grand royal im jahr 2001 aus geldmangel die produktion von anderen künstlern einstellte und mike d sein 1991 gegründetes klamottenlabel xlarge verkaufte, dachte wohl so ziemlich jeder beastie boys-anhänger an das ende, einer bis dahin hypergalaktischen bandkarierre. vieles deutete darauf hin, dass sich die beastie boys aus dem musikbusiness zurückziehen wollten, doch mit der wahl von george w. bush zum präsidenten, dem 11. september und anderen einschneidenden ereignissen kam alles anders als erwartet und das wohl nicht nur für die beastie boys…
2002 zogen die rap-ritter zunächst von los angeles zurück nach new york, ihrer heimatstadt, wo sie in ihrem eigenen studio downtown auch gleich mit den arbeiten an ihrem neuen longplayer begannen.

jetzt endlich ist es soweit… nach zwei jahren studioaufenthalt erblickt ein neues beastie boys-album das licht der welt. „to the 5 boroughs“ so der titel des neuen sowie erstmals in eigenregie produzierten werks bedeutet übersetzt so viel wie „an die fünf bezirke“ (wobei die fünf großen new yorker bezirke bronx, brooklyn, manhattan, queens und staten island gemeint sind) und stellt in großen teilen eine liebeserklärung an die stadt dar, in der die beastie boys 1979 zusammengefunden haben.
„an open letter to nyc“ ist bestes beispiel für die liebe der drei zur stadt am hudson river. jedoch haben die beastie boys nicht nur nette worte parat, insbesondere george w. bush muss sich harter sowie wütender kritik unterziehen. im song „it takes time to build“ heißt es sogar „we’ve got a president we didn’t elect. the kyoto treaty he decided to neglect, and still the u.s. just wants to flex.” ja, ja aus politischer sicht gibt’s also ordentlich eins auf die mütze. aber auch die liebe „möchtergern“ konkurrenz muss sich bei dem song „hey fuck you“ warm anziehen.

auf ihrem sechsten longplayer gehen mca, mike d und ad-rock ganz weit back to the roots und präsentieren uns old school hiphop vom feinsten nur mit dem unterschied, dass diesmal so ziemlich alles aus dem computer kommt. die vermischung der verschiedensten musikstile sowie der einsatz von live-instrumenten, wie man es von vorherigen alben gewohnt war, musste „einfachen“ computergenerierten beats, rhymes, scratches und spaßigen samples der frühen achtziger jahre platz machen. „to the 5 boroughs“ ist musikalisch gesehen das minimalistischste als auch futuristischste werk der drei new yorker.

anspieltipps:
04 “it takes time to build”
07 "hey fuck you"
12 “an open letter to nyc”
(gesamtspielzeit: songs, ca. minuten)

fazit: nach sechs langen jahren kreativer schaffenspause melden sich die beastie boys wortgewandt wie zu alten „fight for your right-zeiten“ zurück und beweisen eindeutig, dass sie in die „hiphop-oberliga“ gehören. „to the 5 boroughs“ beeinhaltet 15 mitreißende songs, die euch vor allen dingen dann gefallen, wenn ihr fans der ganz alten alben der beasties seid. (nc)