|
|
nach drei jahren musikalischer schaffenspause, einem bandneuzugang und
zig verschobenen veröffentlichungsterminen (der erste war im herbst
2002..) melden sich die drei ur-mc’s der "bep’s"
will.i.am., taboo, apl.de.ap. und neuzugang fergie mit
ihrem neuen album "elephunk" zurück.
ein mäßiges intro im mid-tempo-beat soll den zuhörer zu
"hands up" ermutigten. der zweite track ist, vor allem aufgrund
des ätzenden, abgegriffenen "uhh-uhh"-samples fast überflüssig,
danach geht es aber glücklicherweise stetig bergauf mit dem musikalischen
niveau. der erste lichtblick heißt "let's get retarded"
und ist ein solider hiphop track der schnell gefallen kann. "hey
mama" bringt gewohnt gute BEP-wortakrobatik gepaart mit dancehall-riddims,
das ergebnis ist interesant und mäßig bis gut.
nachfolgend zeigt "shut up", wie die band in (fast) bestform
und mit bandneuzugang fergie klingt, auch wenn dieser song sehr nach charts
riecht und vermutlich auch schnell totgehört ist. "smells like
funk" überzeugt zwar mit einem groovenden beat und typischen
BEP-lyrics, jedoch fängt der refrain irgenwann an zu nerven, da er
doch sehr nach typischem ami hiphop klingt.
die nun folgenden drei songs "latin girls", "sexy"
und "fly away" sind zwar alle recht nett, jedoch ist man von
den BEP's besseres gewohnt. die drei stücke unterscheiden sich kaum
von dem was auf dem gebiet im mainstream vertreten ist. nichts besonderes
also, liegt vielleicht auch daran, dass diesmal keine gastsänger
wie esthero (weekend), de la soul (cali to new york),
wyclef jean (rap song) oder macy gray (request) vertreten
sind.
"the apl song" ist eine sehr langsame und richtig gute rap-ballade.
"anxiety" ist in ungewöhnlicher zusammenarbeit mit der
rockband papa roach entstanden. der song verbindet die beiden
bands durch hip hop lyrics und stromgitarren-klänge. herausgekommen
ist ein sehr gelungenes crossover-stück.
daß justin timberlake an "where is the love"
mitgewirkt hat, ist nicht zu entschuldigen (todsünde), man hört
es dem song jedoch nicht an und er ist sogar der beste, der ganzen platte.
eine gute melodie und texte, die mehr denn je up-to-date sind.
im vergleich zu den beiden bisherigen alben der BEP's, die einem auf anhieb
gefallen haben, bedarf es bei "elephunk" mehrmaligen hörens,
bis man sich an die neue genreübergreifende vielfalt gewöhnt
hat.
daß der name "black eyed peas" nach wie vor für hip
hop mit den verschiedensten musikalischen einflüssen aus r'n'b, soul,
latin, funk, dancehall, reggae und rock steht, zeigen die jungs und (neuerdings
auch) mädels von der westcoast deutlich.
die BEP's sind idealisten, ihnen geht es um authentizitet, inhalte und
songmaterial an sich, sie wollen einfach nur musik machen der musik wegen
und ohne klischees ("...we don’t wear tommy hilfinger or baseball
caps..."), deshalb ist es ihnen auch egal ob ihr "elephunk"
hiphoppiger rüber kommt oder nicht, ihnen gefallen die neuen songs
angeblich alle...
anspieltipps:
03 let’s get retarded
05 shut up
11 the apl song
13 where is the love
(gesamtspielzeit: 60 minuten, 13 tracks)
fazit: in allem kann "elephunk"
den vorgänger-alben nicht das wasser reichen. schade, aber das debüt-album
"behind the front" und "bridging the gap" waren absolute
hammer-scheiben, die neue grenzen auf dem gebiet hiphop geschaffen haben.
"elephunk" ist weniger verspielt und auch weniger leidenschaftlich
und droht somit im mittelmaß des klischee-ami-hip hop zu versinken.
|