.blink 182 - dto  (mca records / universal / vö: 17.11.2003)
 
nach fast einem jahr studioaufenthalt kehren die drei jungs aus süd-kalifornien, die den meisten aus dem video "what's my age again" (1999) als nackte vollidioten in erinnerung geblieben sind, mit dem selbstbetitelten album "blink 182" zurück.
selbstbetiltete alben sind oftmals der versuch von bands, sich neu zu
definieren. man könnte fast vermuten, dass die mittlerweile endzwanziger tom delonge,
mark hoppus und travis baker dies auch versuchen (anfangs sollte das album übrigens noch den titel "use your eretion I/II" tragen?).

der opener "feeling this" sowie der darauf folgende song "obvious" erwecken zunächst den eindruck, alles blinkt wie zuvor, doch der schein trügt, bereits das nächste stück "i miss you" belehrt uns eines besseren:
die langsame, halbakustische ballade wird von sanften pianoklängen begleitet und deutet mit der
chilligen elektronummer "the fallen interlude" eine tiefgründigere veränderung des trios an.
humorvolle lyrics über high school mädels, loser-typen, sex, masturbation,
etc. sind erwachseneren themen gewichen. blink singen jetzt über das allein sein, gefühle, liebe, etc.
das intro des traurigen, aber höchst rockigen songs "stockholm syndrome" stammt übrigens aus einem brief den marks' oma während des zweiten weltkrieges an ihren mann schrieb.
mit den songs "go", "always", "easy target" und "here's your letter" folgen blink-nummern wie wir sie von den alben "enema of the state" oder "take off your pants and jackets" her kennen. die songs klingen sehr nach alt gewohntem, sind jedoch mit mehr rockiger härte ausgestattet. gegen ende des albums servieren uns die jungs aus san diego noch mal ein besonderes hörerlebnis:
delonge singt zusammen mit the cure-frontman robert smith im duett die ballade "all of
this".

anspieltips:
01 feeling this
03 miss you
05 stockholm syndrome
09 asthenia
12 all of this
(gesamtspielzeit: 15 songs, 53 minuten + 6 videoclips)

fazit: bei keiner anderen band scheiden sich die geister so extrem wie bei blink 182. von der jüngeren generation hoch umjubelt, werden die drei spaßpunks aus san diego/kalifornien von den älteren punksemstern eher als peinlichkeit betrachtet. ob sich daran zukünftig etwas ändert bleibt abzuwarten. auf jeden fall haben sie sich ein fettes Lob für ihr neues Album verdient, das weit mehr zu bieten hat, als spaßige punknummern!