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Stil: House-Compilation
Format: CD
Nach der letzten im Januar erschienenen "Body Language Vol. 3",
auf der Jesse Rose einen wahnsinnig guten
Mix aus House, Electro, Hip Hop, NuJazz, Funk und Soul auflegte, bei dem
es einem schwer fiel still sitzen zu bleiben, steht nun bereits die vierte
Ausgabe der Mix-Compilation-Reihe in den Shops. Im 5. Geburtstagsjahr
des Berliner Trendlabels Get Physical wollen es die Macher
im Hintergrund anscheinend richtig krachen lassen, neben einer internationalen
Clubtour, die schon mal einiges an Schlafentzug mit sich bringt, sind
allein im CD-Bereich sieben (!) Artist-Alben und fünf (!) Compilations
geplant, die das Repertoire der bisherigen CD-Produktionen aus den letzten
fünf Jahre plötzlich verdoppeln würde. Mit der vierten
Ausgabe der "Body Language" Reihe konnte das Berliner
Label mit dem deutschen House-DJ Dixon jemanden
gewinnen, den man eigentlich nicht auf einer Get Physical-Produktion erwarten
würde, schon gar nicht auf einer Ausgabe von "Body Language",
differenziert sich sein Sound doch deutlich vom gewöhnlichen Sound-Output
des Labels. DJ Dixon legt bereits seit Anfang der 1990er Jahre in Berliner
Clubs wie dem E-Werk, dem WMF oder dem Tresor auf und stellt denn Idealtypus
eines DJs dar. Seit 2005 veranstaltet er außerdem mit seinen heutigen
Labelmitsteitern Kristian Bayer und Frank Wiedemann besser
bekannt als das Duo Âme ("Rej")
im Berliner Weekend die beliebten Innervisions-Partys,
woraus letztendlich auch das gleichnamige Label entstand.
Zur CD selbst:
Die vierte Ausgabe des erfolgreichen Compilation Flagschiffes von Get
Physical zusammen-zustellen und in einen fetten Mix zu bringen ist für
den ebenfalls aus Berlin stammenden Steffen Berkhahn alias DJ
Dixon eine erfreuliche Herausforderung, immerhin ist dies seine
erste Mix-CD seit "Off Limits", mit der er einst zum
Aushängeschild für Jazzanova’s
Sonar Kolletiv Label wurde. Als Opener findet man mit
Timo Maas’ "Slip In Electro
Kid" ebenfalls einen für Get Physical ungewöhnlichen
Namen, der das folgende vocallastige "In The City"
von Chrometics jedoch gekonnt in Szene setzt.
Mit "What’s It About" von Owusu
& Hannibal folgt ein absolut genialer 80ies Disco-Pop-Kracher,
der von den Gesangseinlagen her an längst vergangene Disco-Zeiten
erinnert und je nach persönlicher Stimmung schon Spaß machen
kann… Danach folgt mit Henrik Schwarz
exklusiver Live Version von "Baltringue" des französichen
Artists Chateau Flight ein melodisches Highlight,
das wunderschön nahtlos in das ebenfalls von Henrik Schwarz geremixte
"Filer Til Voui" von
Marie Boine übergeht. Die Body Language
Version von Henrik Schwarz, Âme
und Dixon’s "Where
We Part At Pt. 2" ist minimalistisch gehalten, durch die computerverzerrte
Stimme kommt der Song teilweise sehr fordernd rüber, was jedoch durch
die melodische Flächen ausgeglichen wird. Ebenfalls mit dabei sind
Künstler wie Thom Yorke, Karizma,
Télépopmusik oder Tracy
Thorn, die den Mix vervollständigen. Den Smith
N Hack Mix von Matthew Herbert’s
"Moving Like A Train" hätte sich Dixon allerdings
sparen können, da diese Interpretation dem locker fluffigen Original
ganz und gar nicht schmeichelt und dem ganzen Mix ein wenig den Ausklang
nimmt.
Wer DJ Dixon oder die anderen Artists
von Get Physical live sehen bzw.
hören möchte, der wirft am besten schleunigst einen Blick auf
unsere Music-Dates.
Anspieltipps:
03. Owusu & Hannibal – "What’s It About"
05. Chateau Flight – "Baltringue" (Henrik Schwarz Live
Version)
(Gesamtspielzeit: 14 Tracks, ca. 69 Minuten)
Fazit: Ein in allem sehr melancholischer, minimaler und
deeper Mix, der sich deutlich von den bisherigen Body Language-Ausgaben
unterscheidet. Kein Wunder, sind nach den genialen, absolut clubtauglichen
Mixen von M.A.N.D.Y., DJ T oder Jesse Rose die Ansprüche eben auch
sehr hoch angesiedelt. (nac)
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