.V/A "Body Language Vol.4" mixed by DJ Dixon (Get Physical / rough trade / VÖ: 27. April 2007)


Stil: House-Compilation
Format: CD

Nach der letzten im Januar erschienenen "Body Language Vol. 3", auf der Jesse Rose einen wahnsinnig guten Mix aus House, Electro, Hip Hop, NuJazz, Funk und Soul auflegte, bei dem es einem schwer fiel still sitzen zu bleiben, steht nun bereits die vierte Ausgabe der Mix-Compilation-Reihe in den Shops. Im 5. Geburtstagsjahr des Berliner Trendlabels Get Physical wollen es die Macher im Hintergrund anscheinend richtig krachen lassen, neben einer internationalen Clubtour, die schon mal einiges an Schlafentzug mit sich bringt, sind allein im CD-Bereich sieben (!) Artist-Alben und fünf (!) Compilations geplant, die das Repertoire der bisherigen CD-Produktionen aus den letzten fünf Jahre plötzlich verdoppeln würde. Mit der vierten Ausgabe der "Body Language" Reihe konnte das Berliner Label mit dem deutschen House-DJ Dixon jemanden gewinnen, den man eigentlich nicht auf einer Get Physical-Produktion erwarten würde, schon gar nicht auf einer Ausgabe von "Body Language", differenziert sich sein Sound doch deutlich vom gewöhnlichen Sound-Output des Labels. DJ Dixon legt bereits seit Anfang der 1990er Jahre in Berliner Clubs wie dem E-Werk, dem WMF oder dem Tresor auf und stellt denn Idealtypus eines DJs dar. Seit 2005 veranstaltet er außerdem mit seinen heutigen Labelmitsteitern Kristian Bayer und Frank Wiedemann besser bekannt als das Duo Âme ("Rej") im Berliner Weekend die beliebten Innervisions-Partys, woraus letztendlich auch das gleichnamige Label entstand.


Zur CD selbst:
Die vierte Ausgabe des erfolgreichen Compilation Flagschiffes von Get Physical zusammen-zustellen und in einen fetten Mix zu bringen ist für den ebenfalls aus Berlin stammenden Steffen Berkhahn alias DJ Dixon eine erfreuliche Herausforderung, immerhin ist dies seine erste Mix-CD seit "Off Limits", mit der er einst zum Aushängeschild für Jazzanova’s Sonar Kolletiv Label wurde. Als Opener findet man mit Timo Maas"Slip In Electro Kid" ebenfalls einen für Get Physical ungewöhnlichen Namen, der das folgende vocallastige "In The City" von Chrometics jedoch gekonnt in Szene setzt. Mit "What’s It About" von Owusu & Hannibal folgt ein absolut genialer 80ies Disco-Pop-Kracher, der von den Gesangseinlagen her an längst vergangene Disco-Zeiten erinnert und je nach persönlicher Stimmung schon Spaß machen kann… Danach folgt mit Henrik Schwarz exklusiver Live Version von "Baltringue" des französichen Artists Chateau Flight ein melodisches Highlight, das wunderschön nahtlos in das ebenfalls von Henrik Schwarz geremixte "Filer Til Voui" von Marie Boine übergeht. Die Body Language Version von Henrik Schwarz, Âme und Dixon’s "Where We Part At Pt. 2" ist minimalistisch gehalten, durch die computerverzerrte Stimme kommt der Song teilweise sehr fordernd rüber, was jedoch durch die melodische Flächen ausgeglichen wird. Ebenfalls mit dabei sind Künstler wie Thom Yorke, Karizma, Télépopmusik oder Tracy Thorn, die den Mix vervollständigen. Den Smith N Hack Mix von Matthew Herbert’s "Moving Like A Train" hätte sich Dixon allerdings sparen können, da diese Interpretation dem locker fluffigen Original ganz und gar nicht schmeichelt und dem ganzen Mix ein wenig den Ausklang nimmt.

Wer DJ Dixon oder die anderen Artists von Get Physical live sehen bzw. hören möchte, der wirft am besten schleunigst einen Blick auf unsere Music-Dates.

Anspieltipps:
03. Owusu & Hannibal – "What’s It About"
05. Chateau Flight – "Baltringue" (Henrik Schwarz Live Version)
(Gesamtspielzeit: 14 Tracks, ca. 69 Minuten)

Fazit: Ein in allem sehr melancholischer, minimaler und deeper Mix, der sich deutlich von den bisherigen Body Language-Ausgaben unterscheidet. Kein Wunder, sind nach den genialen, absolut clubtauglichen Mixen von M.A.N.D.Y., DJ T oder Jesse Rose die Ansprüche eben auch sehr hoch angesiedelt. (nac)