.Carbon/Silicon "The Last Post" (CarbonSiliconRecords / Pinnacle / RTD / VÖ: 14. Dezember 2007)



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www.carbonsiliconinc.com


Stil: Slow Rock
Format: CD


Wow! Mick Jones und Tony James haben sich zusammengetan und ein neues Projekt am Start! Das vereint in gewisser Art und Weise die Urpunkgrößen The Clash und Generation X miteinander und verspricht somit in dieser, unserer Zeit ein interessantes Stück Punkgeschichte zu werden. Schließlich schreit gerade einiges zum Himmel. Bush ist an der Macht, die Punks auf der Strasse haben ganz andere Ziele als die Punks von damals und Hoffnung gibt es eigentlich nur noch im Fernsehen. Aber bevor ich jetzt anfange ein Buch darüber zu schreiben, lassen wir dieses Thema lieber und widmen uns der Musik von Carbon/Silicon...

Zur CD selbst:
Also ganz ehrlich: Mit Punk hat das Ganze, abgesehen von den Texten, nix zu tun. Bei mir hat es nicht lange gedauert, bis sich mir das Gefühl aufdrang, dass die Herren doch ganz schön in die Jahre gekommen sind. Die Revolution und der Untergrund sind in weite Ferne gerückt. Das Nörgeln scheint ihnen nun mehr zu liegen. Das allerdings tun sie mithilfe ihrer Texte in altbekannter Qualität, was wohl auch den stärksten Punkt des Albums bildet. Die Musik reißt mich jetzt nicht gerade vom Hocker und ich frage mich wozu diese Band einen Drummer hat. Ich könnte schwören, dass der Löwenanteil von einem Computer eingespielt wurde. Dadurch hat dieses Werk teilweise sogar einen gehörigen Disco-Touch bekommen. Zudem sind mir die meisten Lieder, im Bezug auf die Ideen und Riffs aus denen sie bestehen, schlichtweg zu lang. Wenn nach über vier Minuten die xte Strophe beginnt, hat die skip forward-Taste ihre stärksten Momente. Nichtsdestotrotz lässt sich "The Last Post" sehr angenehm konsumieren. Die Lieder sind nicht schlecht, einige Melodien gehen sehr schnell ins Ohr. Mag eben auch daran liegen, dass der Refrain zehnmal wiederholt wird. Vielleicht haben wir darin ja doch noch ein weiteres Stück Punk vergraben. Trotzdem will dieses Album lieber bei einem Cognac vorm Kamin angehört werden und nicht auf der Strasse. Wer jetzt denkt, dass ich zu sehr auf diesem Punkt herumreite, der höre sich mal "Caesars Palace" an. Hier singen die Herren irgendwie selbst darüber und es ist sogar noch eine der besten Nummern der CD! Trotz einer Länge von 5 Minuten und 28 Sekunden!!! Neben eben angesprochenem Track gibt es durchaus noch andere, die sich ein bisschen hervortun und die Highlights bilden. Bei "Oilwell" gibt es nach viereinhalb Minuten sogar noch eine Steigerung in Form eines Bluesharp- und Gitarrensolos. Aber die Scheibe als Ganzes sticht eben nicht hervor! Sie ist nett, nicht mehr ... aber eben auch nicht weniger.


Anspieltipps:
04. „Caesars Palace“
06. „War On Culture”
10. „Really The Blues”
11. „Oilwell”

(Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 61 Minuten)

Fazit: Carbon/Silicon machen hübsche Musik für Abende, an denen man in seinem Sessel verträumt in alten Zeiten schwelgt, oder an denen man auf der Autobahn fährt und sich nicht 100%ig auf die Musik konzentrieren muss, kann oder will. Das bedeutet nichts schlechtes! "The Last Post" fordert nun mal einfach keine volle Konzentration. Was das angeht könnte man es sogar als poppig bezeichnen. So oder so ist es gut, wenn auch nicht höllisch interessant. (Eddie)