.Cargo City "How To Fake Like You Are Nice & Caring" (Rebecca & Nathan / Intergroove / VÖ: 25.04.2008)


Stil: Indie-Pop / Alternative
Format: CD

Simon Konrad stammt aus Cargo City (Frankfurt am Main) und ist seit 2006, nach der Auflösung seiner Rockband Siamese als Solokünstler aktiv. Nachdem er letztes Jahr bereits eine EP namens "When I Sleep..." herausbrachte steht nun sein Debutalbum mit dem frechen Namen "How To Fake Like You Are Nice And Caring" in den Läden. Dieses wurde von Ralf Hildenbeutel produziert, was die elektronischen Beats und tanzbaren Arrangements erklären dürfte. Hildenbeutel kennt man in erster Linie aus der Techno- und Trance-Szene der 90er und aus dem Umfeld von Sven Väth, für den er mehrfach produzierte.

Zur CD selbst:
Gitarren-Songwriter-Pop trifft auf Drumcomputer und Elektro-Beats. Das Ergebnis ist ungewohnt, bleibt aber Indie-Pop, jedoch mit viel Clubattitude und einigen überaus tanzbaren Tracks. Die Texte sind einfach aber interessant gehalten und birgen einige wunderbar abstruse Metaphern, wie z.B. den Titel des Openers "Ode To No One". Gleiches trifft auch auf den überaus melodiösen Sound zu, dessen Grundstimmung ich als fröhlich melancholisch bezeichnen würde und die im ständigen wechsel zwischen auf und ab steht. Die entstandene Mixtur ist schwer zu beschreiben und klingt in etwa so, wie ich mir eine Fusion von Nikola Sarcevic mit dem Sound der Turntablerocker vorstellen würde. Die eingespielten Beats und Samples machen den Sound tatsächlich außergewöhlich und zu einem echten Hingucker ... oder besser gesagt Hinhörer unter den Indie-Perlen. Flotte Housebeats sind im Opener zu hören, einer alternativen Tanzflächen-Nummer, bevor beim inoffiziellen Titeltrack "Remote Controll Edit" die Gitarre die Oberhand gewinnt. Danach folgt mit "Butterflies" romantischer Gitarrenpop, der mehr auf Akustik setzt und dessen Gitarrenspiel stark an "Breakfast At Tiffany's" erinnert. Von dieser Art Lagerfeuerballade hat das Album noch mehrere Stücke parat ("Drunken Trojans", "All By Myself", "Kennedy And Monroe"), die gekonnt zwischen den mitreißenden, beatlastigeren Tracks ("When I Slep I Disappear") versteckt sind. Die langsameren Songs sind zwar schön anzuhören aber teilweise auch etwas unspektakulär, daher sind es eher die beatlastigen Tracks, deren perfektes Arrangement den Hörer in ihren Bann ziehen und die Repeat-Taste fordern wird!

Wie ein guter Film sorgt das Album mit einigen unerwarteten Wendungen dafür, dass nur selten Langeweile aufkommt. Die Stärken von Cargo City liegen dabei in den träumerischen Melodien und dem sehr emotionalen Gesang von Simon Konrad, der in Ralf Hildenbeutel einen optimalen Gegenpart für die Arrangements von Beats & Instrumentals (darunter Piano, Gitarre, Xylophon, Bass, Synthies, Glockenspiel, usw.) gefunden zu haben scheint. Ebenfalls untentbehrlich für Cargo City ist Nadine Renneisen, deren zuckersüße Stimme in "The Cat Behind The Windowplane" ein echter Genuß ist. Diesen verspielt schönen Stil kennt man sonst nur von Naomi oder anderen Artists des Manneimer Mole Labels. Checkt den nachfolgenden Videoclip und lauscht auf jeden Fall in die unten genannten Anspieltips rein, denn die sind wirklich sehr empfehlenswert.


Cargo City - "When I Sleep I Disappear"

Man darf gespannt sein, wie sich Simon Conrad aka Cargo City mit fünfköpfiger Band live präsentieren wird. Demnächst anstehende Termine, z.B. in Frankfurt, Köln und Bensheim finden sich bei uns unter den Music-Dates.

Anspieltipps:
01. "Ode To No One"
02. "Remote Control Edit"
05. "When I Slep I Disappear"
08. "The Cat Behind The Windowpane"
(Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 43:30 Minuten)

Fazit: Charmanter Crossover-Pop, der schönen Gesang mit gutem Sonwriting und flotten, tanzbaren Beats kombiniert. Die erste Produktion von Ralf Hildenbeutel (Laith Al Deen, Yvonne Catterfeld, Sven Väth) die ich mir gerne, freiwillig und wiederholt anhören werde. (dr.öge)

Für Fans von: Naomi, Lemonheads, Sofa Surfers, Cardigans