Die fünfköpfige Band mit dem schönen Namen Chikinki
stammt aus England und überzeugte vor zwei Jahren mit ihrem Debut-Album
"Lick Your Ticket", das bei Fans und Presse wahre Begeisterungsstürme
auslöste. So auch bei uns, denn der interessante Mix aus Indie-Rock,
gepaart mit Synthies und Einflüssen aus Dance, Pop und Elektro war
mal etwas ganz anderes und verdammt gut gemacht obendrein. Der charismatische
Britrock-Gesang von Frontmann Rupert Browne tut sein übriges und
so verwundert es auch nicht, daß Chikinki nach dem Release nur eines
Longplayers bereits eine beachtliche Fanbase aufgebaut haben. Dementsprechend
hoch sind die Erwartungen an den heute erscheinenden Nachfolger "Brace,
Brace" und wir sagen Euch, ob auch dieses Album ein
must-have ist, wie seiner Zeit das Debut.
Zur CD selbst: Definitiv! Der Stil hat sich zwar ein wenig verändert
aber mir persönlich gefällt "Brace, Brace"
sogar noch besser als das hochgelobte Debutalbum. Die Elektro- und Synthieparts
sind etwas in den Hintergrund getreten und dienen nun mehr der dezenten
Untermalung. Der Sound ist diesmal deutlich rockiger und der grandiose
Gesang kommt ebenfalls besser zur Geltung. Es ist ein kleiner Rückschritt
vom futuristischen Sound des Erstlings in Richtung Brit- oder Garage-Rock,
der dem Sound von Chikinki allerdings überaus gut getan hat. Vielleicht
wollte man auch nur der Presse entgegenwirken, die Chikinki in der Vergangenheit
gerne in die Dance-Pop-Ecke stecken wollte. Doch Chikinki sind keine Synthesizer-Fetischisten,
brachiale Rockmonster aber ebensowenig. Es scheint sich bei den Fünf
Jungs wohl eher um eine perfektionistische Rockband zu handeln, denn die
Arrangements der 15 Songs sind einfach nur erste Sahne! Drums und Gesang
geben den Ton an, Gitarre und Synthies werden eher dezent eingesetzt und
sorgen für das nötige Salz in der Suppe. Der neue, ganz eigene
Stil von Chikinki fördert auf "Brace, Brace"
überaus gekonnt alle Spielarten des Rock zu Tage, von melodischen
Ohrwürmern ("You said") über pushenden Indie-Rock
("The rain") bis hin zu poppigen Rocksongs ("Sunrise")
oder gefühlvollen Balladen ("Talk to the moon").
Inhaltlich widmet man sich dabei überwiegend den Frauen und der Beziehung
zu diesen komplexen Wesen. Beim ersten Hören des Albums kann mich
der Stil sofort überzeugen. Beim zweiten Durchlauf fallen Songs wie
"A little time", "Like a see-saw"
oder "Let it go" positiv auf und wollen erneut gespielt
werden. Nach dem dritten mal Hören ist klar, hier gibt es keine Filler
sondern nur Killer und das macht "Brace, Brace" zu
einem außergewöhnlich guten und homogenen Werk im Alternativ-Rock.
In Österreich hat sich dies für die Band bereits ausgezahlt,
die Single "You said" schoß in dieser Woche auf Platz#1
der Austrian Indie-Charts. Aktuell sind Chkinki in Deutschland auf Tour
und das solltet Ihr gesehen haben!
Anspieltipps:
01. "Sunrise"
04. "A little time"
07. "Hello hello"
11. "2 possible worlds"
(Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 53 Minuten)
Fazit: Nach einem überragenden
Debutalbum fällt es vielen Bands schwer, den hohen Erwartungen an den
Nachfolger gerecht zu werden. Chikinki hatten damit offenbar kein Problem,
denn "Brace, Brace" ist noch ein ganzes Stück besser
als das hochgelobte Debut und damit ein Album, das man immer wieder gerne
komplett anhört. (dr.öge)
Für Fans von: Hard-Fi, The Kinks, The Killers, Franz
Ferdinand, The Thrills, Placebo, usw.