.eek a mouse "mouse gone wild" (trojan records / vö: 22.märz 2004)

ripton hylton, besser bekannt als eek-a-mouse, wuchs in trenchtown, dem armenviertel von kingston in jamaica auf. bereits in der schule machte er auf sein großes gesang-potential aufmerksam und mit 17 jahren nahm er schon seine ersten songs auf ("creation" und "my fathers land"). das war 1974, sieben jahre später gelang ihm endlich der durchbruch mit seinem weltweit bekannten hit "wa-do-dem", in dem er unnachahmlich seine wortakrobatik unter beweis stellte und charterfolge in jamaica und england feiern konnte. anschließend bewies er dann beim sunsplash festival vor 40.000 zuschauern, daß er auch live die massen zu begeistern wußte.
es folgten weitere gr0ße live auftritte und ein jahr später ein album-release in den usa. mittlerweile in aller munde, spielte eek massenhaft live konzerte und gab sein filmdebut an der seite von ice-t in "new jack city".

mittlerweile schaut der jamaicanische künstler auf 17 alben, tausende konzerte und viele andere erfolge zurück. seine live-auftritte gelten als legendär, für die er stets in ausgefallenen verkleidungen
z.b. als pirat, robin hood oder jockey speilte. nachedem eek einmal in new york unschuldig verhaftet wurde und zwei tage im gefängnis verbringen mußte, spielte er seine nächste show am darauffolgenden tag als knasti verkleidet mit angeketteter kugel am fuß ...

zu seinem künstlernamen kam ripton hylton durch seine leidenschaft das pferderennen.
er setzte auf einen gaul namens "eek-a-mouse" und hatte leider richtig pech. die blöde schindmähre kam nicht mal ins ziel und ripton verlor einiges an geld. der spott seiner freunde ließ nicht lange auf sich warten und sie nannten ihn fortan nach diesem pferd! da ripton jedoch ein sehr humorvoller mensch ist, der auch gut über sich selbst lachen kann, behielt er diesen spitznamen - bis heute ...

die einzigartigkeit von eek a mouse ist durch seine eigenartige art zu singen zu erklären. er schafft es mit seinem mund eine vielzahl von tönen und gesangsvariationen zu kreiren und benutzt seine stimme sozusagen als instrument. diese art des reggae ist heute als "sing-jay" bekannt, einer mischung aus dee-jaying und singen (oder "taosting" wie es die jamaicaner nennen). nicht das was er singt hat ripton hylton bekannt gemacht sondern wie er dies tut!

in seinen songs spielt die soziale gerechtigkeit immer eine tragende rolle, was er jedoch oftmals auf humorvollem und ironischem weg darbietet. eek ist eine art workaholic und spielt meist an die 200 konzerte pro jahr. leider zumeist außerhalb europas (usa, jamaica, usw.)

zur CD selbst:
wie eigentlich immer bei eek a mouse, bleibt man nach dem ersten reinhören mit einem fragenden blick vor dem cd-player stehen und weiß nicht so recht, was man davon halten soll. nach mehrmligem hören der platte kann man sich jedoch schnell für einige songs begeistern.
eek a mouse war schon immer bekannt für die vermischung aller verschiedenen reggae-styles, zu einem soundgebilde, wie nur er es erschaffen kann. auf "mouse gone wild" sind zusätzlich viele raps und leichte hiphop-einflüsse bis hin zu derben beats und drumm & bass einflüssen zu hören, auch ist das ganze noch experimenteller geworden als früher.
das macht dieses album auf jeden fall sehr interessant, jeder song kann hier allerdings nicht gefallen.

das sehr eigenwillgie "pussy & the mouse" ist zwar sehr lustig anzuhören, taugt aber nicht zum ständigen konsum.
"lick shot", "schizophrenic" und "hannibal the cannibal" sind ebenfalls nur mittelmaß und können langfristig nicht begeistern. doch kommen wir nun zu den richtig guten songs:
bei "uptown dread", "wine", "jamaicanese" und "ghetto" klingt eek-a-mouse wie wir ihn kennen und lieben. lässiger sound, mit wortakrobatik und feinstem, super entspanntem reggae-riddim.
vor allem bei den beiden anti-amerikanischen songs "american girl" und "american dream" hat sich eek schwer ins zeug gelegt und zwei sehr gute stücke abgeliefert. diese gefallen direkt beim ersten anhören und haben straken ohrwurmcharakter!
auch ein sehr kurzes stück namens "eek a mouse" ist auf diesem album, in dem ripton sich selbst ein wenig lobhudelt, klingt aber richtig gut und macht einfach spaß!
zum abschluß gibt es noch zwei remixes von tricky, der sich die songs "jamaicanese" und "schizophrenic" vorgenommen hat. diese wurden eigentlich fast nur mit ein paar beats mehr unterlegt, was zumindest "jamaicanese" danach noch besser klingen läßt.

das cover offenbart uns übrigens, daß eek sich seine rasta-mähne abgeschnitten hat und jetzt glatze trägt. nicht das einzige überraschende an diesem album.
im schön gestalteten booklet findet sich neben einer reihe an danksagungen auch ein sehr ironischer gruß an michael jackson. eek schreibt: er könne sich nicht erklären, was mit michael oder in seinem kopf falsch gelaufen sei. michael jackson solle sich wieder auf musik konzentrieren, reggae platten aufnehmen und weed rauchen.
ein guter tip also von eek an michael, ob`s hilft oder ankommt bleibt jedoch ungewiß. festzuhlaten bleibt daß sich eek a mouse für keinen spaß zu schade ist ...

anspieltipps:
04 "uptown dread"
06 "wine"
08 "american girl"
10 "american dream"
13 "eek a mouse"
14 "jamaicanese" (tricky remix)
(gesamtspielzeit: 15 tracks, ca. 56 minuten)

fazit: "mouse gone wild" ist ein gewohnt gutes, experimentelles reggae album vom "singh-jay" schlechthin. für fans eh ein muß aber das muß ich hier wohl nicht extra betonen. wer noch nie von eek-a-mouse gehört hat sollte unbedingt mal intensiv reinhören, vor allem reggae-fans, jedem wird dieser ganz eigene, relaxte stil jedoch nicht gefallen. (dr.öge)