.Eko Fresh "Hart(z) IV" (Subword / VÖ: 23. Juni 2006)


Ekrem Bora aka Eko Fresh hat das geschafft woran viele nicht mehr geglaubt hätten: Er ist back im Game und bringt mit 25 Jahren sein mittlerweile zweites Solo Album „Hart(z) IV“ auf den Markt. Nach „Ich bin Jung und brauche das Geld“ und „L.O.V.E.“, die zwar chartmäßig erfolgreich waren, aber nicht den Respekt brachten, den der Mönchengladbacher Rapper mit türkischer Abstammung gerne gehabt hätte.

Das soll mit „Hart(z) VI“ maßgeblich anders werden. Einer der wohl talentiertesten Rapper Deutschlands holt nun zum Rundumschlag aus und will es noch einmal wissen. Denn die lezte Zeit sah nicht so rosig aus für Eko: Fast Hartz VI Empfänger und kaum Perspektiven. Zu diesem Zeitpunkt gab es kaum jemand der an einen Erfolg des Rappers glaubte, bis auf einen: Bushido. Der Berliner Rapper und Labelchef signte Eko und brachte daraufhin die erste Single „Gheddo“ aus dem neuen Album auf den Markt. Mit Erfolg, was mit einem Einstieg in die Charts promt belohnt wurde.
So bietet „Hart(z) VI“ das, was man von Eko gewohnt ist: harte Punchlines, inteligente Texte und Flow. Gepaart mit dem für ihn typischen ironischen Unterton in der Stimme, die beweisen, daß er trotz Hater und Neider einer der ganz großen im Rapgame ist.
In dem Sinne gestaltet sich auch der Inhalt des von Kingsize, Beatlefield, DJ Rocky und Sti produzierten Albums. Eko rappt sich den ganzen Frust von der Seele und gibt Einblicke in sein Leben. So knallt das Intro schon gewaltig, in dem er lautstark seine Rückkehr feiert. Track 2 „Ruhe vor dem Sturm“ feat. Antigaranti gestaltet sich ähnlich representmäßig mit bösem Beat.
In gleicher Manier dropt er die Verse bei „Der Don 2“ mit Eko-typischer Selbstreflexion, Selbstironie und einem fiesen Oriental-Beat. Im Titeltrack „Hartz VI“ macht sich Eko Luft und rappt sich den Frust und die Angst vorm Sozialen Abstieg von der Seel. Danach wird mit „Gheddo“ feat. Bushido ein Hammertrack losgelassen, der sozialkritisch die eigene Hood beschreibt und zeigt, warum sich Eko und Bushido wohl zu den besten der Deutschen Rap Szene zählen dürfen.
Mit „Kings Of Cologne“ feat. SD gehn Eko und SD noch spezieller auf die Kölner Posse ein und speziell auf das Leben in Neuköln. Das Austeilen hört aber nicht auf, so knallen „darauf kannst du Gift nehmen“ und „Was kann ich dafür“ kompromisslos und räumen jegliche Zweifel aus, daß Eko nicht rappen könnte.
„Bazen“ feat. Killa Hakan & Ayas Kapli läßt die Grenzen zwischen türkischem und deutschem Rap zerfließen und zeigt, daß seine Homies auch auf türkisch auf hohem Niveau spitten können. G-Style den einige von seiner ersten LP kennen kommt auf „Ek is Back“ mit fresher Hook und Flow von Eko. Vom Stiel her erinnert dieser an die Backstreetboys. „Stanzegang“ representet seine Homies Hakan Abi, Kingsize & Summer Cem, die deutlich machen was einem passiert, wenn man sich versehentlich in ihre Hood verirrt und dort nix zu suchen hat. Mit „Fackeln Im Sturm“ und „Wir sind Soldier, Homie“ haut er nochmal eine Ansammlung von Punchlines raus.

Die folgenden Tracks „Westside“ feat. La-Honda sowie „Ihr werdet uns nicht los“ feat Saad kommen genauso gewaltig in denen La-Honda und Saad ihr bestes geben. Zum Schluss kommen „Der Rest ist Geschichte“ und „Das ist mein Viertel“ feat. Capkekz und das Outro mit dem selben Inhalt: Battlerap und Representen vom feinsten.
Im Ganzen bietet das Album kaum etwas neues, so gestaltet sich der Inhalt auch größtenteils eher eintönig. Natürlich will Eko aller Welt beweisen, daß er der beste ist, zu dem Thema hätten drei Tracks aber locker ausgereicht. Auch das Thema Eigenes Viertel/ Ghetto wird so oft Thematisiert das es am Ende ein wenig nervt. Nichts desto trotz ist „Hart(z) VI“ ein gelungenes Comeback für Eko Fresh, und das was er erreicht hat muss erst jemand nachmachen. Word!


Anspieltipps:
01 „Intro”
05 „Gheddo“ feat. Bushido
11 „Stenzgang” feat. Hakan Abi, Kingsize & Summer Cem
17 “Ihr werdet uns nicht los” feat Saad
(Gesamtspielzeit: 19 Tracks, ca. 68 Minuten)

Fazit: Im Ganzen bietet das Album kaum etwas neues, so gestaltet sich der Inhalt auch größtenteils eher eintönig. Natürlich will Eko aller Welt beweisen, daß er der beste ist, zu dem Thema hätten drei Tracks aber locker ausgereicht. Auch das Thema Eigenes Viertel/ Ghetto wird so oft Thematisiert, daß es am Ende dann doch nervt. Nichts desto trotz ist „Hart(z) VI“ ein gelungenes Comeback für den ehemaligen Kool Savas Zögling. Was er erreicht hat muss erstmal jemand nachmachen. Word!
(BO)