.Ercandize "Verbrannte Erde" (Optik Records / Grove Attack / VÖ: 13. April 2007)

Stil: HipHop
Format: CD

In Kürze erscheint das, von vielen erwartete, erste Soloalbum vom ehemaligen Mitglied der Ruhrpott Crew ABS. Nach seinem im letzten Jahr erschienenem Mixtape: „La Hain - Sie nannten ihn Mücke“ kommt jetzt sein Debut auf Optik Records. „Verbrannte Erde“, das sind 18 Tracks gepaart mit einer Gästeliste die sich sehen lassen kann: So sind Labelhomies Amar, Caput und Moe Mitchell am Start, zusätzlich gibt’s Unterstützung von Lakman One (von Creuzfeld & Jakob), Bashar und Amaris, Hosam, Brenna und Desaster. Auch Rurpottlegende Too Strong sind dabei und unterstützen mit Savas sowie Snaga und Pilat den Bochumer Rapper bei diesen Solojoint. Produziert wurde von Melbeatz, Link & Hawk, Discopolo, Dj Jones, Rooq, Christyle, Riff, Bugi und Ercandize selbst. An großen Namen mangelt's also schonmal nicht ...

Zur CD selbst: Die Beats sind abwechslungsreich, bleiben hängen und haben nach wenigem Hören direkt Wiedererkennungswert, sehr gut produziert. Textlich verarbeitet Erc alles, von battle bis deep. So knallen die Tracks „Anderer Wind“ und „Wer ich bin“ böse rein und zeigen Representer-Rap auf hohem Niveau. Dass es auch anders geht zeigt der Titeltrack „Verbrannte Erde“ in dem Ercandize sein eigenes Leben reflektiert und durch seinen Text und Flow an den von 1996 erschienenen Freundeskreis Track „Die Schiene der Geschichte“ verweist. Sehr Nice. Eher peinlich kommt dagegen der Track „Meine Sneakers“ rüber, in der Ercandize seine Liebe zu seinen ach so teuren Schuhen verkündet. Für meinen Geschmack eher unnötig und weniger interessant. Keine Ideen?! Wohl kaum, was Tracks wie „Bei euch“ oder „TNT pt.2“ zeigen. Aber hey keiner ist perfekt. Im Großen und Ganzen bietet diese Platte ein riesige Bandbreite an textlichen Inhalten mit schönen Beats und gut gewählten Feature-Parts. Trotz des überwiegend harten Rap kommt die Platte trotzdem eher smooth rüber, was wohl mit an einzelnen Gesangsparts von Moe Mitchel, Bashar und den ausgewählten Produzenten zusammenhängt. Also mehr deep als jigga. Die Scheibe jetzt schon ein Klassiker zu nennen halt ich noch für zu früh. Potential hat sie allemal und wird vor allem den Headz gefallen die auf Flows a la Savas stehen.


Anspieltipps:
Track 2 „Alles“
Track 3 „Wer ich bin“ feat. Kool Savas, Moe Mitchel
Track 18 “Verbrannte Erde” feat. Bashar
(Gesamtspielzeit: Songs, Minuten)

Fazit: Produktion und Technik auf ganz hohem Niveau, leider hört man aber zu viele Parallelen zu Labelkollege Kool Savas, sprich Flow, Timing und Betonung klingen teilweise wie eine 1 zu 1 Kopie von Savas. Doch auch ein solches Niveau muss man ja erst einmal erreichen. (Bo)