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Stil: Hip Hop
Format: CD
Als die
Single "Bettina zieh’ dir bitte etwas an" auf den
Markt kam, hatte ich einen kurzen Moment Mitleid mit allen Bettinas und
dann mit Fettes Brot. Die Single gefiel mir nach dem ersten Mal hören
einfach nicht, stumpfe Bigbeats von Modeselektor und ein Refrain der wie
schon bei "Emanuela" die Jungs (und Mädels) auf
Malle oder der nächsten Aprés Ski Bar zu Höchstformen auflaufen
lässt. Doch jetzt kommt das riesige ABER das mittlerweile sechste regulärer
Album kann weitaus mehr als die Single nach dem ersten Mal hören erahnen
lies und auch die Single weis mittlerweile zu überzeugen, der Text
ist kritischer als es der Refrain vermuten lässt und das entgeht der
Anton aus Tirol-Fraktion dann sicherlich doch, die meist ja nach dem Wort
„Brüste“ abschaltet...
Zur CD selbst: Das Album beginnt und schon wird klar, dass
Fettes Brot ihren Horizont wieder einmal deutlich erweitert haben. Man lässt
sich auch diesmal auf diverse Experimente ein und erweitert den Bandhorizont
zielstrebig. Ob es diesmal hämmernde Miami Bass Beats bei „Erdbeben“
oder die Synthiesounds in „Das traurigste Mädchen der Stadt“
sind, alle Songs zeigen das man sich musikalisch konsequent weiterentwickelt
und weiter will. Das Gute daran ist, dass Jeder auf diesem Album der Brote
etwas für sich entdecken kann! Die Leute, denen schon „An Tagen
wie diesen“ gefiel, finden wieder eine Kollaboration mit Finkenauer
auf dem Album. Gemeinsam mit Mieze (von Mia)
wird im Song „Das traurigste Mädchen der Stadt“
der
Synthiehörer bedient. „Ich lass dich nicht los“
behandelt das „Stalking“-Thema aus der Sicht eines Stalkers.
„Automatikpistole“ ist, wie schon vom letzten Album
gewohnt, der Versuch etwas ernster zu werden, leider klappt das auf diesem
Album nicht so gut wie bei „Am Wasser gebaut“ und der
Spaß steht insgesamt wieder mehr im Vordergrund. Manch einer könnte
auch
sagen die Midlife-Crisis ist vorbei. Nicht jeder Song auf dem Album ist
ein Highlight aber auch die gibt es. Nachdem schon auf „Außen
Tophits – innen Geschmack“ sich näher mit der Hip-Hop
Szene beschäftigt hatte (Song „Hallo Hip-Hop), so wird sich auch
diesmal wieder damit auseinandegesetzt und das mit mehr Augenzwinkern als
die Szene eventuell verträgt. „Der beste Rapper Deutschlands
ist offensichtlich Ich“ ist allerdings eines meiner persönlichen
Fettes Brot Highlights der letzten Jahre und nimmt die Berlin/Aggro/Gangster–Fraktion
schon ganz nett auf die Schippe (und ganz wichtig sich selbst nicht zu ernst).
Fettes Brot haben sich auch diesmal wieder weiterentwickelt und stoßen
ähnlich den Beastie Boys immer wieder
in neue Sphären vor, bei der manchmal alte Fans vor den Kopf gestoßen
werden. Weiterentwicklung ist vielleicht nicht immer das Beste aber immer
noch besser als für Jahr und Tag immer nur das Gleiche auf den Markt
zu werfen. Das Gute an den Broten dabei ist, dass die Wurzeln nie aus den
Augen verloren werden, auch wenn seit ein paar Jahren (angeblich) der Pop
im Vordergrund steht.
Anspieltipps:
03. "Das traurigste Mädchen der Stadt"
05. "Der beste Rapper Deutschlands ist offensichtlich ich"
08. "Schieb es auf die Brote"
(Gesamtspielzeit: Songs, ca. Minuten)
Fazit: Aktueller, frischer
und der Zeit voraus. Was die Beastie Boys machen, können die Brote
auch – zwischen den Musikstilen herumhüpfen und dabei das Ziel
nie aus den Augen verlieren. Fettes Brot sind zurück! (mc)
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