.The Flatliners "The Great Awake" (Fat Wreck / VÖ: 07. September 2007)


Stil: Punkrock
Format: als CD oder grünes Vinyl (LP) erhältlich

Bei The Flatliners handelt es sich um eine kanadische Band, die zwei Jahre nach ihrem Debüt nun mit „The Great Awake“ ihr zweites Album veröffentlicht. Seit neuestem sind sie auf persönlichen Wunsch von Fat Mike bei Fat Wreck Chords unter Vertrag und das Durchschnittsalter der Vier beträgt sage und schreibe gerade mal 19,25 Jahre. Viel mehr wusste ich zu Anfang auch nicht, da es sich mal wieder um eine Band handelt, von der ich zuvor noch nie etwas gehört habe.

Zur CD selbst: CD rein - Alltag raus. Der Anfang schlägt einem so richtig schön in die Fresse. Ohne jegliche Umschweife geht es sofort nach vorne. Bei jedem Part der jetzt folgt werde ich mehr und mehr überzeugt. Zuerst ist das der Gesang, der die komplette Zeit auf der Kippe zum gänzlichen Schreien steht. Sänger und Gitarrist Chris Cresswell vermittelt dadurch so einen Druck, dass er nur noch durch die Chöre zu toppen ist, die kurz danach einsetzen - und damit meine ich keinen Gotthilf Fischer-Chor. Die kleinen ruhigen Breaks sind offensichtlich nur dazu da, um dem Hörer klarzumachen, das man es hier mit reichlich Tempo und Energie zu tun hat und erreichen auch zweifellos ihr Ziel. Also Track 1 ist Kracher! Bei Track 2 achte ich zum ersten mal auf die Texte. Ach was soll ich sagen: Ich fühle mich wohl... Der Titel „Eulogy“ ist wohl an den Hörer gerichtet. Dabei ist es einer von nur drei Liedtiteln, die Hinweise auf den Inhalt der jeweiligen Nummer geben. Die anderen sind einfach nur sehr innovativ. Alleine für die Ballade des Albums den Namen „Mastering The World’s Smallest Violin“ zu verwenden ist einfach nur dermaßen geil und selbstironisch, dass mir dazu noch nicht einmal ein Vergleich einfallen will. Eben jener Titel ist für mich auch das Highlight des Albums. Ein schönes Beispiel dafür, dass das ruhigste Stück nicht zwingend ein herzerweichendes Liebesgeständnis mit Geigen oder Saxofonsolo sein muss, wenn es auch trotzdem um Liebe geht. Inzwischen interessiert mich echt wie man diese Stimme hinkriegt. Was mir auch sehr gefällt, ist dass es zwischen den einzelnen Tracks teilweise keine Pausen gibt. Vor allem das Zusammenspiel von Track 6, Track 7 und Track 8, das eben in der Ballade gipfelt, ist hier hervorzuheben. Ziemlich geil. Kann man aber nur realisieren, wenn man die Lieder in der gleichen Tonart spielt. Das scheint den vier beteiligten Bandmitgliedern aber nicht schwer gefallen zu sein. Der komplette Longplayer klingt wie aus einem Guss. Trotzdem schaffen sie es noch eine Überraschung in Lied Nummer 12, den Abschluss, zu packen. Da tauchen dann nämlich auf einmal Bläser auf, die einen zwar leicht desorientieren, aber trotzdem sehr gut dafür ausgesucht und arrangiert sind. Das Label tut sich schwer die Band damit zu beschreiben, dass sie „Punk Rock, Reggae Jams, Anzeichen von Hardcore und die Eier des Rock’n’Roll“ miteinander mischt. Reggae Jams habe ich zumindest keine gefunden. Dem Rest kann ich zustimmen, vor allem den Eiern. Bleibt nur noch zu sagen, dass „Eulogy“ die Single ist und dass man diese auf FatWreck.com legal und kostenlos runterladen kann!

Anspieltipps:
03. „...And The World Files For Chapter 11“
04. „This Respirator”
08. „Mastering The World’s Smallest Violin“
(Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 38 Minuten)

Fazit: Hört es euch einfach mal an, lasst euch überzeugen und kauft dieses Album! (Eddie)