|
|
Stil: Melodischer Surf-Pop
Nach dem unglaublichen Jack Johnson Hype, der jüngst durch die Charts
der ganzen Welt schwappte ist es nun an der Zeit seinen, vor allem in
Europa weniger bekannten Surfbuddy und Labelkollegen Donavon Frankenreiter
etwas genauer vorzustellen. Wer die DVD von „Jack Johson & Friends
Live“ sein eigen nennt, der hat den bärtigen, langhaarigen
Surfer ja bereits gesehen & gehört.
Die Musik und das Surfen sind seit seiner Kindheit große Leidenschaften
von Donavon, mit beidem ist er heutzutage erfolgreich und er hat meinen
Respekt, dass er es geschafft hat, seinen Vorlieben immer treu zu bleiben.
Mit der Musik ließ der Erfolg zwar etwas auf sich warten, doch das
Warten hat sich letztendlich ausgezahlt: Seitdem er 13 war hatte Frankenreiter
in diversen Bands gespielt aber erst 2004 hatte er das Selbstvertrauen
etwas eigenes zu machen und veröffentlichte dieses self titled Debut
auf Brushfire Records, dem Label seines Kumpels Jack Johnson.
Das Label Brushfire war ursprünglich von Jack Johnson nur gegründet
worden um Soundtracks zu eigenen Surf-Filmen (wie zB "thicker
than water") zu veröffentlichen, die Musik stand dabei
eher im Hintergrund. Mittlerweile hat die Musik bei den Verkaufszahlen
die Surf-Filme längst überholt und der Fokus hat sich etwas
verschoben.
Als Surfer ist Donavon einer der wenigen Pros, die die Freiheit geniessen,
nicht an Contests teilnehmen zu müssen und mit Billabong dennoch
einen festen Sponsor haben, der dies locker toleriert.
„The surfing keeps me alive and the music keeps me grounded“
ist eines seiner bekanntesten Zitate und es lässt vermuten, dass
es dem Mann alles andere als schlecht geht. So entspannt und ausgeglichen
wie sein Lebensstil, so klingt auch seine Musik.
Die Ähnlichkeit zu Jack Johnson ist ganz klar vorhanden und genau
wie bei Jack fragt man sich auch bei Donavon:
„Was macht diese, eigentlich sehr einfach gestrickte Musik so besonders,
wieso gefällt sie fast jedem nach kurzem reinhören???“
Die Antwort liegt meiner Meinung nach nicht in der Stimme von Frankenreiter
sondern an der Art wie lässig hier die Gitarre gespielt wird und
so mit Okulele und anderen Instrumenten harmoniert, dass das Soulsurf-Feeling
direkt aus den Boxen zum Höhrer ins Wohnzimmer hinüberschwappt.
Man denkt automatisch sofort an ein Lagerfeuer am Sandstrand in einer
lauen Sommernacht nach einer guten Surfsession.
Zur CD selbst: Wie gesagt, Der Stil
von Jack und Donavon unterscheidet sich nur geringfügig, weshalb
ich diese Platte allen Jack Johnson Fans sehr empfehlen kann. Bei Donavon
sind hin und wieder leichte Einflüsse aus Soul und vor allem Country
zu finden, wie beispielsweise in „heading home“.
Doch fangen wir vorne an. Der Opener "it don't matter"
zeigt ganz klar, was für ein genialer Songwriter Donavon ist, das
Stück ist lässig, schön und hat einen extrem hohen Ohrwurmfaktor,
wie fast alle seine Songs. Das kann nun nur noch von dem nachfolgenden
"free" überboten werden, dem besten Stück
der Platte, bei dem Jack Johnson an Gitarre und Mic mit von der Partie
ist.
"on my mind" schlägt ruhigere aber sehr schöne
Töne an und handelt von einer Fernbeziehung, die vielleicht Donavons
eigene zu seiner Familie inspiriert hat, da er in den letzten Jahren viel
mit Jack und auch alleine on Tour war. Locker, flockig geht es dann bei
"our love" zu, einem schon fast mitreissenden Midtempo-Stück,
das vor allem von den dezent eigespielten Keyboard-Sounds lebt. Labelkollege
G.Love ist passenderweise bei "wat'cha know about (love)"
mit dabei, das Frankenreiters Country-Einflüsse zu Tage fördert
und mir, obwohl ich Country zum Kotzen finde, gut ankommt.
"Butterfly" ist dann aber so soft, langsam und schnulzig,
dass ich es nicht tolerieren kann, ist aber auch der einzig nervende Song
nach mehrmaligem durch hören ...
Das nächste Highlight kommt dann spätestens mit "day
dreamer", bei dem der Titel eigentlich alles sagt, genauso verhält
es sich mit "make you mine", beides Lieder die zum
entspannen und Träumen einladen, ohne dabei schnell zu langweilen.
Das ganze Album ist eigentlich in dem Stil chillen, geniessen und träumen
gehalten, was sich jetzt nicht so spannend anhört, doch ich kann
mich an keine Scheibe erinnern, die mir so nachhaltige, angenehme Ohrwürmer
implantiuert hat! Wenn man nicht gerade ein Jack -Johnson-Hasser ist,
sollte man da unbedingt mal reinhörer, Fans und Surfer sowieso.
Zur Zeit nimmt Mr.Frankenreiter übrigens sein zweites Soloalbum auf,
das voraussichtlich im Spätsommer 2006 erscheinen wird, vermutlich
zeitgleich mit seiner Live DVD.
Anspieltipps:
01 „it don’t matter“
02 „free“ (feat.Jack Johnson)
04 "our love"
08 "day dreamer"
09 „make you mine“
11 „heading home“
(Gesamtspielzeit: 13 Songs, ca.38 Minuten)
Fazit: Verträumt vor sich hin
surfende Popmusik, die mit ihrem Ohrwurmfaktor von 10,0 sofort alles in
ihren Bann zieht, was Surfen un Gitarrenpop mag (dr.öge)
Für Fans von: Jack Johnson, Ben
Harper, Sublime, Red Hot Chili Peppers
|