.Donavon Frankenreiter - "dto" (Universal / Rough Trade / VÖ: 25.Mai 2004)


Stil: Melodischer Surf-Pop

Nach dem unglaublichen Jack Johnson Hype, der jüngst durch die Charts der ganzen Welt schwappte ist es nun an der Zeit seinen, vor allem in Europa weniger bekannten Surfbuddy und Labelkollegen Donavon Frankenreiter etwas genauer vorzustellen. Wer die DVD von „Jack Johson & Friends Live“ sein eigen nennt, der hat den bärtigen, langhaarigen Surfer ja bereits gesehen & gehört.

Die Musik und das Surfen sind seit seiner Kindheit große Leidenschaften von Donavon, mit beidem ist er heutzutage erfolgreich und er hat meinen Respekt, dass er es geschafft hat, seinen Vorlieben immer treu zu bleiben.
Mit der Musik ließ der Erfolg zwar etwas auf sich warten, doch das Warten hat sich letztendlich ausgezahlt: Seitdem er 13 war hatte Frankenreiter in diversen Bands gespielt aber erst 2004 hatte er das Selbstvertrauen etwas eigenes zu machen und veröffentlichte dieses self titled Debut auf Brushfire Records, dem Label seines Kumpels Jack Johnson.
Das Label Brushfire war ursprünglich von Jack Johnson nur gegründet worden um Soundtracks zu eigenen Surf-Filmen (wie zB "thicker than water") zu veröffentlichen, die Musik stand dabei eher im Hintergrund. Mittlerweile hat die Musik bei den Verkaufszahlen die Surf-Filme längst überholt und der Fokus hat sich etwas verschoben.

Als Surfer ist Donavon einer der wenigen Pros, die die Freiheit geniessen, nicht an Contests teilnehmen zu müssen und mit Billabong dennoch einen festen Sponsor haben, der dies locker toleriert.
„The surfing keeps me alive and the music keeps me grounded“ ist eines seiner bekanntesten Zitate und es lässt vermuten, dass es dem Mann alles andere als schlecht geht. So entspannt und ausgeglichen wie sein Lebensstil, so klingt auch seine Musik.
Die Ähnlichkeit zu Jack Johnson ist ganz klar vorhanden und genau wie bei Jack fragt man sich auch bei Donavon:
„Was macht diese, eigentlich sehr einfach gestrickte Musik so besonders, wieso gefällt sie fast jedem nach kurzem reinhören???“

Die Antwort liegt meiner Meinung nach nicht in der Stimme von Frankenreiter sondern an der Art wie lässig hier die Gitarre gespielt wird und so mit Okulele und anderen Instrumenten harmoniert, dass das Soulsurf-Feeling direkt aus den Boxen zum Höhrer ins Wohnzimmer hinüberschwappt. Man denkt automatisch sofort an ein Lagerfeuer am Sandstrand in einer lauen Sommernacht nach einer guten Surfsession.

Zur CD selbst: Wie gesagt, Der Stil von Jack und Donavon unterscheidet sich nur geringfügig, weshalb ich diese Platte allen Jack Johnson Fans sehr empfehlen kann. Bei Donavon sind hin und wieder leichte Einflüsse aus Soul und vor allem Country zu finden, wie beispielsweise in „heading home“.
Doch fangen wir vorne an. Der Opener "it don't matter" zeigt ganz klar, was für ein genialer Songwriter Donavon ist, das Stück ist lässig, schön und hat einen extrem hohen Ohrwurmfaktor, wie fast alle seine Songs. Das kann nun nur noch von dem nachfolgenden "free" überboten werden, dem besten Stück der Platte, bei dem Jack Johnson an Gitarre und Mic mit von der Partie ist.
"on my mind" schlägt ruhigere aber sehr schöne Töne an und handelt von einer Fernbeziehung, die vielleicht Donavons eigene zu seiner Familie inspiriert hat, da er in den letzten Jahren viel mit Jack und auch alleine on Tour war. Locker, flockig geht es dann bei "our love" zu, einem schon fast mitreissenden Midtempo-Stück, das vor allem von den dezent eigespielten Keyboard-Sounds lebt. Labelkollege G.Love ist passenderweise bei "wat'cha know about (love)" mit dabei, das Frankenreiters Country-Einflüsse zu Tage fördert und mir, obwohl ich Country zum Kotzen finde, gut ankommt.
"Butterfly" ist dann aber so soft, langsam und schnulzig, dass ich es nicht tolerieren kann, ist aber auch der einzig nervende Song nach mehrmaligem durch hören ...
Das nächste Highlight kommt dann spätestens mit "day dreamer", bei dem der Titel eigentlich alles sagt, genauso verhält es sich mit "make you mine", beides Lieder die zum entspannen und Träumen einladen, ohne dabei schnell zu langweilen. Das ganze Album ist eigentlich in dem Stil chillen, geniessen und träumen gehalten, was sich jetzt nicht so spannend anhört, doch ich kann mich an keine Scheibe erinnern, die mir so nachhaltige, angenehme Ohrwürmer implantiuert hat! Wenn man nicht gerade ein Jack -Johnson-Hasser ist, sollte man da unbedingt mal reinhörer, Fans und Surfer sowieso.

Zur Zeit nimmt Mr.Frankenreiter übrigens sein zweites Soloalbum auf, das voraussichtlich im Spätsommer 2006 erscheinen wird, vermutlich zeitgleich mit seiner Live DVD.

Anspieltipps:

01 „it don’t matter“
02 „free“ (feat.Jack Johnson)
04 "our love"
08 "day dreamer"
09 „make you mine“
11 „heading home“
(Gesamtspielzeit: 13 Songs, ca.38 Minuten)

Fazit: Verträumt vor sich hin surfende Popmusik, die mit ihrem Ohrwurmfaktor von 10,0 sofort alles in ihren Bann zieht, was Surfen un Gitarrenpop mag (dr.öge)


Für Fans von: Jack Johnson, Ben Harper, Sublime
, Red Hot Chili Peppers