.Ganjaman "Das gleiche alte Lied" (MK ZWO / RTD / VÖ: 25. April 2008)

Stil: Reggae & Dancehall
Format: CD (auch als Doppel LP auf Vinyl erhältlich)

Ganjaman, der Antiimperialist, Rastafari und gebürtige Berliner hat seinen dritten Longplayer "Das gleiche alte Lied" vor wenigen Tagen veröffentlicht. Nachdem man ihn 5 Jahre lang nur auf Compilations und live hören konnte war es auch wieder höchste Zeit für eine Platte mit insgesamt 17 eigenen Songs. Aufgewachsen ist Ganjaman in einem besetzten Haus in Berlin und hat allem Anschein nach dort seine politische Lehre gefunden. Bekannt geworden ist er mit deutschen Texten gegen Imperialismus, Vatikan, Habgier und die Bundesregierung, glaubt wie so viele Andere auch an Jah und daran, dass die Liebe alle Probleme weltweit besiegen kann. In den letzten Jahren war Ganjaman mit dieser Message in Europa unterwegs, hat sehr erfolgreich auf den größten Festivals gespielt, Max Romeo auf der gesamten Tour begleitet, stand unter anderem mit Gentleman auf der Bühne, hat für Black Dillinger produziert und die Studiotechnik für Mellow Mark gemacht. Bei diesem ausgeprägten Unternehmungsdrang ist es fast selbstverständlich, dass Ganjaman seine neue Platte selbst produziert hat. Sehr erfreulich ist ebenso, dass viele seiner Musiker-Kollegen (Uwe Banton, Danny Ranks, Phenomden, Thai Stylee, Junior Randy, Mr. Reedoo, Irie Révoltés) den Weg ins Studio gefunden haben um für den ein oder anderen Song ihr Talent bereit zu stellen. So ist mit "Das gleiche alte Lied" ein ruhiges Roots-Album entstanden auf dem die bekanntesten deutschen Stimmen und internationale Artists zu hören sind. Um auch musikalisch auftrumpfen zu können, wurden Instrumentals von Soundsystems aus der ganzen Welt eingeschickt, darunter Grillaras aus Jamaika, Rootdown's Teka, den Ösis von House Of Riddim oder Roots Survival und Black House Music aus Frankreich.

Zur CD selbst:
Der Opener ist gleichzeitig Titeltrack und offenbart uns in "Das gleiche alte Lied" die Kernaussage des Albums. Ein Track über die Menschen in Babylon (also alle Menschen weltweit) die nicht verstehen, dass Liebe so viel mehr wert ist als Gier, Hass und ewiges Gewinnstreben mit der leisen Hoffnung auf ein gutes Ende. Diese Hoffnung auf ein gutes Ende und auf Liebe für jeden klingt dann auch das ganze Album über in vielen Songs durch. Für "Unendliche Schönheit" hat sich Mr. Reedoo (Culcha Candela) im Studio eingefunden und gemeinsam mit Ganjaman ein sehr phantasievolles Loblied auf unsere wunderschöne Erde eingesungen. "Manchmal" kommt als nachdenkliche Ballade daher und handelt von den grundlegenden Problemen die jeder Mensch kennt und regelmäßig mit sich selbst aushandeln muss. Natürlich darf auch die Politikkritik nicht fehlen. Zusammen mit dem Berliner Surviva wurde "wie verlogen" als Song gegen die Bundesregierung und gegen alle manipulierbaren Politiker geschrieben. Zusammen mit den Irie Révoltés singt Ganjaman "Gerechtigkeit", einen tanzbaren Track gegen Habgier und Ungerechtigkeit. Der Song sticht dank vieler französischer Textzeilen aus den meist deutschen Texten heraus und wirkt erstaunlich erfrischend. Für "Danke Jah" hat kein Geringerer als Uwe Banton seine Stimme geliehen. Ein Track über die Großzügigkeit des angebeteten Jah und eigentlich über alles was so den ganzen Tag passiert. Damit nicht genug kommt nun der Song mit den meisten bekannten Namen: Junior Banton, Soultrain, Ephraim Juda, Nattyflo und Jahcoustix sind nur ein paar von den Künstlern, die den Gesang für eine Strophe oder auch nur Textzeile von "Schrei es raus" übernommen haben. Als letzter Track läuft "Geträumt", ein Anti-Kriegssong im Redemption Song Stil. Mit ruhigem Saxophon Intro eingeleitet beginnt der Song vom schönsten, wichtigsten und meistgeträumten Traum der Welt, dem Traum vom Frieden, und endet wie er beginnt, mit einer verträumten Saxophonmelodie.

Anspieltipps:
05. "Unendliche Schönheit"
08. "Manchmal"
13. "Gerechtigkeit"
(Gesamtspielzeit: 17 Tracks, 66 Minuten)


Fazit:
"Das gleiche alte Lied" ist tatsächlich thematisch nicht neu, vor allem nicht im Reggae Movement. Musikalisch schön umgesetzt und mit einer All-Star-Combo an Gastmusikern gleicht Ganjaman darin mit seinem beharrlichen Weltverbesserungsstreben jedoch einem Reggaeprediger, der das Thema deutlich überstrapaziert. (moe)