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Stil: Indie-Pop/Rock
Format: EP-CD
Die
neuste Platte von Grizzly Bear heißt
"Friend", hat den Flug über
den großen Teich gut überstanden und dreht sich nun fröhlich
im CD-Player.Die
Band besteht aus Christopher Bear (drums/vocals), Edward Droste (vocals/guitarist),
Daniel Rossen (vocals/guitarist) und Christopher Taylor (bass/electronics/vocals).
Vor drei Jahren begann die Bandgeschichte im beschaulichen Amerika in
einem Wohnzimmer eines gelben Hauses. Die Qualität der Aufnahmen
war bescheiden und wurde dem Wunsch nach Songwriting und Gesang vorläufig
untergeordnet.
Entsprechend hieß das erste Album "Yellow House"
und reichte aus um Warp Records auf den Plan zu rufen. Erstmal beschnuppert
war die Zusammenarbeit schnell beschlossen und so produzierten Warp Records
auch das neuste Werk der Band.
Zur CD selbst: Die Musik ist im Vergleich zu Bandgeschichte äußerst
ausgefallen. Nicht ganz
Elektro, nicht ganz Pop, vielleicht Indie? Ich denke es ist neu! Der besondere
Stil wird gleich im ersten Song vorgestellt. Es handelt sich dabei um
"Alligator", das als 6-minütige Chorversion völlig
ungewohnte Klänge bietet. Die Songs von Grizzly
Bear zeichnen sich durch eine faszinierende Ruhe aus. Rhythmus
ist nur minimal zu finden, die Instrumente halten sich zurück um
den zarten aber charismatischen Gesang nicht zu verdecken. Die Gitarrenklänge
ertönen ebenso zurückhaltend, fast als ob jeder Ton selbstständig
ein Statement darstellt. Diese musikalischen Zutaten ergeben ein sehr
vollkommenes wenn auch ungewohntes Bild. Überhaupt wird viel mit
Klängen experimentiert. Track 5 "Plans" beginnt
beispielsweise mit einem
Ohrenbetäubenden Gemisch aus vielen durcheinander gespielten Instrumenten,
wobei eine Flöte die unangenehmsten Töne erzeugt. Die Coverversionen
befreundeter Bands bringen diese Einheit ein Wenig durcheinander. Während
"Knife" (CSS) als Electropop-Song aus dem Rahmen fällt,
bietet "Plans" in der Version von Band
of Horses leichte Countryeinflüsse. Nicht nur "Plans"
ist doppelt vertreten. Der Song "Knife" taucht ebenfalls
ein zweites Mal auf, diesmal in einer rhythmischen und düsteren Version
von Atlas Sound. Zum Schluss wird der ergebene
Hörer von Daniel Rossen verabschiedet. Er wählte den Song "Deep
Blue Sea" um diesen noch mal mit veralteter Technik im Heimstudio
neu aufzunehmen. Herausgekommen ist eine schöne Gitarrenballade,
die sich zum Ende sehr steigert, an Qualität und Harmonie aber nichts
zu
wünschen übrig lässt.
Anspieltipps:
01. "Alligator"
10. "Deep Blue Sea"
(Gesamtspielzeit: 10 Songs, ca. 43 Minuten)
Fazit: Der Chorgesang
und die spärliche Instrumentalisierung klingen reichlich experimentell
und sind gerade deshalb Geschmackssache. Mir gefällt es nicht! Allerdings
muss ich der Band ein außergewöhnliches Talent bescheinigen.
Die Klänge sind neuartig und verdienen deshalb viel Aufmerksamkeit.
Es ist in der heutigen Musik selten genug, dass eine Band einen völlig
neuen Weg geht und deshalb doch eine Empfehlung wert! (Moe)
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