.Late Night Tales "Groove Armada" (Azuli / RTD / VÖ: 07. März 2008)



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azuli.com
www.groovearmada.com



Stil: Compilation
Format: CD

Es gibt nicht viele Compilation-Reihen, die ihren Weg in meinen CD-Player finden, was ja auch kein Wunder ist, wenn man sich die ganze Flut nett betitelter Compilations anschaut, die Monat für Monat veröffentlicht werden. Ein Name gleicht dem anderen und macht es einem schwer, die unterschiedlichen Reihen voneinander zu entscheiden. Die in der letzten Zeit meist clubbig angehauchte DJ Kicks-Serie von !K7 kennt fast jeder, die Late Night Tales-Reihe von Azuli als smoothe Variante kennen allerdings noch viel zu wenig Leute, was sehr schade ist. Denn auf jedem Release offenbaren international bekannte Künstler tiefe Einblicke in ihre Plattenkiste und spielen ihre Lieblingsscheiben. So unterscheidlich wie die ALN-Ausgaben, so auch die Künstler, die sie zusammengestelt haben:Air, Howie B., Tommy Guerrero, Jamiroquai, Nightmares On Wax, Fatboy Slim oder Kid Loco - alle haben schon einen perfekten Soundtrack für die späten Nachtstunden abgeliefert.

Zur CD selbst:
Es gibt Grund zu feiern, besser gesagt, sogar ganze zwanzig Gründe, denn "Late Night Tales" feiert die 20. Veröffenlichung und hat zur Jubiläums-Geisterstunde Englands Erfolgsduo Nr. 1 eingeladen. Die Rede ist natürlich von niemand geringerem als Groove Armada! Bereits 2002 haben Andy Cato und Tom Findlay eine unglaublich fluffige Ausgabe für die späten Abendstunden beigesteuert und da ihr damaliges Debüt als Compiler die bis heute bestverkaufte Veröffentlichung der Reihe ist, durften sie zum Jubiläum noch mal in ihren Plattenkisten kramen.
Und sie haben tief gegraben, anders ist nicht zu erklären, wie es die amerikanische Alternative-Band Midlake mit "Roscoe", Onehit-Wonder Kitty Grant mit der seichten Popnummer "Glad To Know You" oder das Schweden-Trio von Peter, Bjorn & John mit ihrerm Indie-Rock-Song "The Chills" ins Tracklisting geschafft haben. Mit Depeche Mode's "Enjoy The Silence", Chris Rea's "Josephine" und Stevie Wonder's "Tuesday Heartbreak" gewähren Cato und Findlay aber auch den klassischen Erfolgsgaranten ihren großen Auftritt.

Den Anfang der Spätvorstellung machen aber die englischen Elektropop-Wegbereiter von Human League mit "Things That Dreams Are Made Of", gefolgt von Roxy Music mit ihrem New Wave-Hit "Love Is The Drug" aus den 70ern. African Dreams steuert mit "Make A Living" einen harmonischen Melodietrack bei, der mit Sampleeinlagen für Schwung sorgt und sich dann zur Dance-Nummer entwickelt, ohne an seiner Leichtigkeit zu verlieren. Der groovende Oldie "How Long" von Ace macht hier ebenso viel Spaß wie Marvin Gaye & Tami Tyrell's schmetternder Soulhit "You're All I Need To Get By". Wie immer gibt es natürlich auch diesmal einen Exklusiv-Track der Compiler. Mit "Are Friends Electric" haben Groove Armada ein Gary Newman-Cover ausgewählt, den sie mit ihrem eigenen Song "My Friend" kombiniert und mit Hilfe ihrer Band den letzten Schliff verpasst haben. Coole Nummer, die mich aus irgendeinem Grund an stark an "Song For Mutya" vom letzten Album "Soundboy Rock" erinnert. Als letzten Song hat man sich die Roots-Reggae-Nummer "Even After All" des britischen Reggae-Singer/Songwriters Finley Quaye aufgehoben, der nebenbei Onkel der Trip Hop Legende Tricky ist.
Nicht fehlen, darf natürlich die obligatorische "Gute-Nacht-Geschichte" am Ende des Mixes, die diesmal von Satiriker Will Self vorgelesen wird.

Anspieltipps:
01. The Human League - "The Things That Dreams Are Made Of"
06. African Dreams - "Makin' A Living"
10. Ace - "How Long"
13. Marvin Gaye & Tammi Terrell - "You're All I Need To Get By"
15. Groove Armada - "Are Friends Electric"
16. Peter, Bjorn and John - "The Chills"
17. The Cure - "Close To Me"
18. Finley Quaye - "Even After All"
(Gesamtspielzeit: 18 Songs, ca. 71 Minuten)

Fazit: In allem ist Groove Armada wieder ein fabelhafter Mix für die späten Nachtstunden gelungen, der von der Qualität her auf jeden Fall an ihre erste Another Late Night-Auskopplung anknüpfen kann. Mit Leichtigkeit mixen sie sich durch die verschiedensten Musikstile und haben offenbar ihren Spaß daran: von New Wave und Electro-Pop über Indie-Rock und Alternative zu Disco, Soul und Roots-Reggae reicht das Spektrum der beiden Briten und es scheint noch lange nicht ausgereizt zu sein.
(nac)