.Guru's "Jazzmatazz Vol.4" (V2 / RTD / VÖ: 01. Juni 2007)

Originaltitel: Guru's "Jazzmatazz Vol. 4 - The Hip Hop Messenger: Back To The Future"
Stil:
Rap, Soul & Jazz
Format: CD

Die Jazzmatazz-Reihe von Gangstarr Guru zählt zum Besten und Innovativsten, was jazziger Hip Hop zu bieten hat und gilt seit dem Debut im Jahr 1993 zu Recht als DER Vorreiter in der Fusion von Jazz und Hip Hop. Seit dem dritten, unserer Meinung nach besten Output ("Jazzmatazz Vol.3 - Streetsoul") sind mittlerweile 7 Jahre vergangen und nach dem Release des schwachen Solo-Albums "Version 7.0" befürchteten Fans schon, es werde nie wieder eine Fortsetzung von Guru's Jazzmatazz geben. Glücklicherweise sollte sich dies nicht bewahrheiten und so halten wir mittlerweile den vierten Output in den Händen. Nachdem die ersten drei Jazzmatazz Ausgaben zu Meilensteinen des Genres avancierten, sind die Erwartungen an Volume 4 natürlich dementsprechend hoch und bei Guru's Live-Show letzten Herbst in Frankfurt kündigten Solar & Guru sogar an, daß neue Album werde nochmal deutlich besser als die Vorgänger. Innovativ, real und vielseitig, diesmal nicht nur mit Einflüssen aus Jazz und Hip Hop, sondern auch mit Rock, Funk und Soul.

Zur CD selbst: Während bei Volume 3 noch etliche verschiedene Produzenten am Album beteiligt waren, hat Guru diesmal die gesamte Produktion in die Hände von Superproducer Solar gelegt und trat selbst nur als Co-Producer in Erscheinung. Nun war es für Solar also an der Zeit seinem Namen als Superproducer endlich gerecht zu werden. Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen, hat aber nicht durchgängig das Potential, die alten Alben in den Schatten zu stellen. Das liegt in erster Linie daran, daß sich der musikalische Fokus doch stark in Richtung Soul und Funk verschoben hat. Ob das nun gut oder schlecht ist, muß jeder für sich entscheiden, es ist zwar nicht genau das, was die Fans erwartet haben aber herausgekommen ist dennoch ein herausragendes HipHop-Album.

Auf der ersten Hälfte der CD gibt es aber erst einmal feinsten Jazzmatazz-Style wie man ihn kennt und liebt. Das Intro "Cuz I’m Jazzy" steht den alten Scheiben in nichts nach, ebenso "State Of Clarity", das eine richtig coole Fusion aus Jazz und HipHop geworden ist. Genau das, was die Fans hören wollen! Kein Wunder, dass dies die aktuelle Singleauskopplung ist, zu der es auch schon einen lässigen Videoclip gibt. Das absolute Hightlight folgt mit "Stand Up", in dem kein geringerer als Bob's talentiertester Sprößling Damian Jr Gong Marley gefeatured wird. Mit seinem typischen Dancehall-Shouting veredelt der junge Singjay im Refrain diesen genialen Track, den man rauf und runter hören kann und sollte! Schöne, instrumentale Jazz-Einflüsse von exzellenten Gastmusikern kriegt man bei "Look To The Sun", "The Jazz Style", "Living Legend" oder "Infinite" zu hören, in denen auch Guru's Rap gut zur Geltung kommt. Die Lyrics des Meisters werden später ("Wait On Me" feat. Rahee) aber teilweise von den souligen Refrains in den Hintergrund gedrängt, das ist neu und zunächst gewöhungsbedürftig. Dennoch können auch einige dieser Tracks schnell überzeugen, wie "Fine and Free" feat. Vivian Green oder das überragende "International" mit sweetem Gesang von Bobby Valentino und Guru in Höchstform. Richtig Funky wird es dann auch noch mit z.B. "Connection" feat. Kem.
Bleibt noch zu erwähnen, daß wir die von Guru angekündigten Rock-Einflüße vergeblich gesucht haben. Darüber waren wir allerdings wenig enttäuscht, denn das hätte hier beim besten Willen stilistisch überhaupt nicht reingepaßt. Wer Lust hat, kann auf der Website des V2 Labels eine eCard zum Album verschicken und seine Freunde darauf aufmerksam machen.

Anspieltipps:
01. "Cuz I’m Jazzy" feat. Slum Village
02. "State Of Clarity" feat. Common & Bob James
03. "Stand Up (Some Things’ll Never Change)" feat. Damian Jr Gong Marley
08. "Internatinal" feat. Bobby Valentino
13. "Universal Struggle" feat: Brownman
(Gesamtspielzeit: 16 Songs, ca. 56 Minuten)

Fazit: Zusammenfassend muß man "Jazzmatazz 4" als ein hervorragendes Album bezeichnen, bei dem sich lediglich die Zielgruppe ein wenig Richtung Mainstream verschoben hat. Der von Premo-Fans oftmals kritisierte Solar hat seinen Job als Producer ebenfalls sehr gut gemacht.
(Dr.Öge)