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Den Ausnahmerapper Guru kennt man von seinem gemeinsamen Projekt mit DJ
Premier, mit dem er seit 1990 besser als GANGSTARR
bekannt ist. Gangstarr sind, was HipHop angeht natürlich über
alle Zweifel erhaben, doch absolut begeistert war ich selbst von Guru,
seit seinem ersten Alleingang anno 1993 und dem Release von "Guru's
Jazzmatazz". Wie Guru hier Jazz und Rap zusammenführte
war einfach grandios!
Mit der Veröffentlichung der beiden Nachfolger Guru's Jazzmatazz
vol.2 und 3 setzte er sogar noch einen drauf und liess zu Jazz und Rap
sehr gekonnt noch eine gehörige Portion Soul mit einfliessen und
schuf zwei Alben, die auch heute noch regelmäßig in meinem
Player landen. Nach einem Live-Konzert der "Streetsoul"-Tour
war ich dann vollends auf Guru geimpft und begeistert von diesem vielseitigen,
smoothen Rap-Style.
Daraufhin wartete ich damals fieberhaft auf einen vierten Teil der Serie,
der jedoch leider nicht kommen sollte. Die Vorankündigung einer neuen
Guru-Platte schlug bei mir ein wie eine Bombe, doch leider war es keine
Fortsetzung der Jazzmatazz-Serie.
Zur CD selbst: Stattdessen jubelt
uns Guru hier ein drittklassiges, möchtegern-Kommerzalbum unter,
das jedoch weder Fans von Gangstarr noch Jazzmatazz von den Socken reissen
wird. Wie der Titel unschwer erkennen lässt handelt es sich um ein
Rap/HipHop-Album, das sich aber leider in einem nicht vorhandenen Konzept
verliert und versucht uns mit Gastmusikern und ganz üblen Kommerz-Samples
bei der Stange zu halten. Dies gelingt aber nicht wirklich.
Die ersten 5 Songs sind eigentlich ganz nett, bis auf "hood dreamin"
kommen diese über das Mittelmass jedoch nicht hinaus. Ab dem Siebten
Track disqualifiziert sich dieses Album jedoch selbst: Da wird doch tatsächlich
mit "live and let die" ein längst totgehörter
Guns'n Roses Klassiker im aufgepitchten Mickey Maus Format eingespielt,
was mich sofort unweigerlich an Vater Abraham und die grauenhaften Remixes
der Schlümpfe erinnert. Da kann auch der eigentlich gute Rap von
Guru nichts mehr retten. Die gleiche akustische Folter erwartet uns dann
beim zehnten Track, nur dass hier ein Sample von "knocking on
heaven's door" die Sache verunglimpft. Danach erinnert "Real
Life" mit B-Real von Cypress Hill
doch sehr an den gleichnahmigen Song von .. naaaa? ... genau Cypress Hill.
Man sieht also, an Einfallsreichtum haben sich Guru und DJ Solar hier
alles andere als selbst übertroffen und auch das recht gut gelungene
"Kingpin" reisst es nicht wirklich raus.
Bleibt nur zu hoffen, das sich DJ Premier und Guru bald wieder versöhnen
oder dass tatsächlich irgendwann eine Fortsetzung von Guru's Jazzmatazz
kommt.
Im März 2006 ist Guru mit diesem Album übrigens auf Europa-Tour
und wer da tatsächlich hin will findet die Termine unter unseren
"Music-Dates".
Anspieltipps:
02 "Step In The Arena 2" feat. Doo Wop
04 "Don Status" feat. Styles P Of The Lox
05 "Hood Dreamin"
12 "Kingpin"
14 "Real Life" feat. B-Real Of Cypress Hill
(Gesamtspielzeit: 19 Tracks, ca.34 Minuten)
Fazit: Weder Fisch noch Fleisch, "Version
7.0" wird weder Fans von Gangstarr noch Guru's Jazzmatazz begeistern.
Experimentelles HipHop-Album ohne roten Faden, dass neben gesampleten
Peinlichkeiten im Mittelmass dümpelt. (dr.öge)
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