.Guru - "Version 7.0 The Street Scriptures" (Groove Attack / VÖ: 20. Juni 2005)


Den Ausnahmerapper Guru kennt man von seinem gemeinsamen Projekt mit DJ Premier, mit dem er seit 1990 besser als GANGSTARR bekannt ist. Gangstarr sind, was HipHop angeht natürlich über alle Zweifel erhaben, doch absolut begeistert war ich selbst von Guru, seit seinem ersten Alleingang anno 1993 und dem Release von "Guru's Jazzmatazz". Wie Guru hier Jazz und Rap zusammenführte war einfach grandios!
Mit der Veröffentlichung der beiden Nachfolger Guru's Jazzmatazz vol.2 und 3 setzte er sogar noch einen drauf und liess zu Jazz und Rap sehr gekonnt noch eine gehörige Portion Soul mit einfliessen und schuf zwei Alben, die auch heute noch regelmäßig in meinem Player landen. Nach einem Live-Konzert der "Streetsoul"-Tour war ich dann vollends auf Guru geimpft und begeistert von diesem vielseitigen, smoothen Rap-Style.

Daraufhin wartete ich damals fieberhaft auf einen vierten Teil der Serie, der jedoch leider nicht kommen sollte. Die Vorankündigung einer neuen Guru-Platte schlug bei mir ein wie eine Bombe, doch leider war es keine Fortsetzung der Jazzmatazz-Serie.

Zur CD selbst: Stattdessen jubelt uns Guru hier ein drittklassiges, möchtegern-Kommerzalbum unter, das jedoch weder Fans von Gangstarr noch Jazzmatazz von den Socken reissen wird. Wie der Titel unschwer erkennen lässt handelt es sich um ein Rap/HipHop-Album, das sich aber leider in einem nicht vorhandenen Konzept verliert und versucht uns mit Gastmusikern und ganz üblen Kommerz-Samples bei der Stange zu halten. Dies gelingt aber nicht wirklich.
Die ersten 5 Songs sind eigentlich ganz nett, bis auf "hood dreamin" kommen diese über das Mittelmass jedoch nicht hinaus. Ab dem Siebten Track disqualifiziert sich dieses Album jedoch selbst: Da wird doch tatsächlich mit "live and let die" ein längst totgehörter Guns'n Roses Klassiker im aufgepitchten Mickey Maus Format eingespielt, was mich sofort unweigerlich an Vater Abraham und die grauenhaften Remixes der Schlümpfe erinnert. Da kann auch der eigentlich gute Rap von Guru nichts mehr retten. Die gleiche akustische Folter erwartet uns dann beim zehnten Track, nur dass hier ein Sample von "knocking on heaven's door" die Sache verunglimpft. Danach erinnert "Real Life" mit B-Real von Cypress Hill doch sehr an den gleichnahmigen Song von .. naaaa? ... genau Cypress Hill.
Man sieht also, an Einfallsreichtum haben sich Guru und DJ Solar hier alles andere als selbst übertroffen und auch das recht gut gelungene "Kingpin" reisst es nicht wirklich raus.
Bleibt nur zu hoffen, das sich DJ Premier und Guru bald wieder versöhnen oder dass tatsächlich irgendwann eine Fortsetzung von Guru's Jazzmatazz kommt.

Im März 2006 ist Guru mit diesem Album übrigens auf Europa-Tour und wer da tatsächlich hin will findet die Termine unter unseren "Music-Dates".

Anspieltipps:
02 "Step In The Arena 2" feat. Doo Wop
04 "Don Status" feat. Styles P Of The Lox
05 "Hood Dreamin"
12 "Kingpin"
14 "Real Life" feat. B-Real Of Cypress Hill
(Gesamtspielzeit: 19 Tracks, ca.34 Minuten)

Fazit: Weder Fisch noch Fleisch, "Version 7.0" wird weder Fans von Gangstarr noch Guru's Jazzmatazz begeistern. Experimentelles HipHop-Album ohne roten Faden, dass neben gesampleten Peinlichkeiten im Mittelmass dümpelt. (dr.öge)