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Stil: Rock / Crossover
Format: CD (auch als Limited Edition mit Bonus DVD im
Digipack erhältlich)
Im Jahre
2004 meldeten sie sich das letzte mal mit dem Album „No Excuses“.
Die Scheibe war gut, erreichte aber nicht den gleichen kommerziellen Erfolg
wie ihr 2002er-Output „Get In The Ring“, das mit
„Ring Of Fire“ und „Power“ zwar
zwei Hitsingles hatte, einige Fans aber verschreckte. Nun, nach drei Jahren
Stille um die Band, melden sich die H-Blockx zurück und machen gehörig
von sich reden. Man hat ein neues Album im Gepäck: „Open
Letter To A Friend“ heißt das gute Stück
und wirbelt schon lange vor dem Release ziemlich viel Staub auf. Selbst
vor dem offiziellen Release der ersten Single „Countdown To
Insanity“ sieht man das dazugehörige Video ständig
auf den hiesigen Musiksendern und wenn man sich im Internet über
die Neuigkeiten des Rock informieren will, kommt man an der Geschichte,
die hinter diesem Album und der Single steht, nicht mehr vorbei. Denn
als man dem Label die neuen Songs vorlegte, waren die nicht gerade zufrieden.
Man warf den H-Blockx vor, dass sich darunter keine Hitsingle befinden
würde. Die Jungs selbst sahen das allerdings anders und stellten
sich geschlossen hinter das, was sie als 100% H-Blockx bezeichnen. Es
kommt zu einer Wette, deren weitere Erläuterung hier den Rahmen sprengen
würde (www.myspace.com/diewette).
Auf alle Fälle hat die Band diese Wette inzwischen gewonnen. Möglich
gemacht wurde das durch einen riesigen Zuspruch der Fans, die sich in
einem so hohen Maße geschlossen hinter die Band stellten, dass es
einen fast schon in romantischen Revolutionsgedanken schwelgen lässt.
Bleibt nur noch die 12 Songs selbst mal zu hören und herauszufinden,
was diese Welle eigentlich auslöste.
Zur CD selbst: Ich hab die Single bei ihrer Premiere im Radio
gehört, angekündigt mit „die H-Blockx sind zurück,
mit einer Single, die sich gewaschen hat“. Nun vertraue ich meinem
Lieblingsradiosender nicht mehr wirklich, was solche Aussagen angeht,
da doch viel kommerzielles Gedankengut dahintersteckt. Dieses eine Mal
stimmte ich dem allerdings uneingeschränkt zu. Hat mich ziemlich
umgehauen, ich hätte nämlich diesen Stil nicht mehr von den
H-Blockx erwartet, um ehrlich zu sein. „Countdown To Insanity“
hat alles was man sich von dieser Band erhofft und wie man sie von alten
Alben kennt und ich bin sehr froh sagen zu können, dass es sich auch
mit dem Album so verhält. Der Vibe ist irgendwie genau der gleiche,
wie auf dem (zu Recht) extrem erfolgreichen Erstling „Time To
Move“, aber die Musiker haben sich natürlich weiterentwickelt.
Die Riffs sind teilweise komplizierter, kommen aber viel gezielter und
treffen direkt ins Schwarze. Henning konnte schon immer gut singen, hat
sich aber trotzdem noch verbessert und ist vielseitiger geworden. Es passt
einfach alles. Der Crossover ist ein bisschen weniger geworden - das war’s
aber auch schon. Die Songs sind konstant stark und jeder einzelne geht
ins Ohr. Als Grund dafür, dass das Label sagte, es wäre keine
Hitsingle dabei, kann ich nur den Fakt ansehen, dass es keinen Song gibt,
der sich als der absolut beste von den anderen abhebt. Das ist nicht negativ
gemeint – im Gegenteil: Eine Hitsingle ist jeder einzelne Song!
Ich persönlich bin am meisten angetan von „Yesterday“,
da ich dieses Lied nach dem zweiten Anhören fast komplett mitsingen
konnte und dem Titeltrack „Open Letter To A Friend“,
da das Lied so geil klingt, dass ich es viel zu kurz finde. Dabei ist
es absolute Geschmackssache, welcher Song zum Lieblinslied mutiert. Nur
„I Don’t Want You To Like Me“ ist mir noch
besonders aufgefallen (Gründe - siehe Interview).
Ohne jemals wirklich weg gewesen zu sein, legen die H-Blockx hier ein
gelungenes Comeback mit dem besten Line-Up ever hin. Selbstmusizierende
Leser mögen wissen, was für ein Weltklasse-Drummer der auf „Fly
Eyes“ zu hörende Marco Minnemann
ist, aber der Ex-Thumb Fellklopper Steffen Wilmking,
der nun hier, ebenso wie auch schon auf dem „Bang Boom Bang“–Soundtrack,
zu hören ist, passt sich den Songs perfekt an und ordnet sich ihnen
nahezu unter. Eben das räumt den Melodien der anderen Instrumente
und Hennings Stimme den benötigten Raum ein. Das Fehlen des zweiten
Sängers Dave Gappa fällt dabei nicht auf. Man könnte fast
meinen, dass eine weitere Stimme oder ein weiteres Instrument gar keinen
Platz mehr in den Tracks gefunden hätte. Ich könnte ewig weiterschwärmen,
beschränke mich aber wohl besser darauf meine Meinung in den Anspieltipps
wiederzugeben ...
Anspieltipps:
01. „Cliché“
02. „Here I Go Again“
03. „Countdown To Insanity“
04. „I Don’t Want You To Like Me“
05. „Yesterday”
06. „Leaving”
07. „Selfconversation“
08. „Stay“
09. „Ordinary Man“
10. „...And I Wonder“
11. „Bring It On“
12. „Open Letter To A Friend“
(Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 46 Minuten)
Fazit: Jeder, der
jemals ein Lied der H-Blockx gut fand, und damit meine ich jetzt eben
nicht „Ring Of Fire“ oder „Power“
sondern eben eigene, muss sich sofort dieses Album und am besten auch
noch die Single dazu kaufen. Die H-Blockx sind zurück! (Eddie)
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