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Stil: Drum & Bass
Format: CD
Das für seine soften, von Soul und Funk beeinflussten Drum &
Bass Tunes bekannte Londoner Label Hospital
Records wurde Mitte der Neunziger von Tony Colman
und Chris Goss gegründet, die auch beide Begründer
des Erfolgsgaranten London Elektricity
waren. Hospital Records hat sich die letzten Jahre über mit zahlreichen
Releases von Künstlern wie High Contrast, Nu:Tone,
Cyantific und natürlich London Elektricity,
vom Undergroundprojekt zu einem der angesagtesten Trendlabels für
Liquid Drum & Bass entwickelt. Nach einem Jahr Pause und einer absolut
unglaublichen “Hospitalised CD-Box” anlässlich
der 100. Veröffentlichung und des zugleich 10. Label-Geburtstages
in 2006, ist es Zeit für die fünfte Ausgabe der jährlich
erscheinenden CD-Reihe. Ursprünglich als einmaliges giveaway für
den Start der Hospitality Clubnight geplant, hat der
“Hospital Mix” einen festen Platz
in der Drum & Bass Mix-CD-Kultur eingenommen, was nicht zuletzt am
extrem fairen Preis von deutlich weniger als 10 Euro liegt.
Zur
CD selbst: Mit Volume 5 kehren die Altmeister und einstigen Headliner
des Labels hinter die Turntables zurück und liefern einen ebenso
grandiosen Mix ab, wie sie es bereits auf der ersten Ausgabe im Jahr 2002
gemacht haben. Der neue Mix featured einige der besten Label-Releases
des vergangenen Jahres sowie brandneue, bislang unveröffentlichte
Tracks von High Contrast, Nu:Tone, Danny Byrd, Bungle
& Index, Sonic und London Elekricity.
Mit dem schönen Intro-Tune „Under The Sea“
von Danny Byrd beginnt es zunächst sehr
plätschert es, doch nach einer kurzen Zeit des Einstimmens wird der
Schalter umgelegt, der Beat und die Bassline setzten ein und es geht vorwärts.
Mit „Green Screen“ von
High Contrast folgt ein weiterer Exklusivetrack, der zwar ziemlich
minimalistisch gehalten ist, aufgrund der ständig wiederkehrenden
Samples, jedoch schnell ins Ohr geht. Der ebenfalls unveröffentlichte
„Everythings Different“ dürfte das
Gerücht über ein neues Studioalbum von High Contrast bestärken.
Bei „The Great Drum And Bass Swindle“
von London Elektricity ist wunderbar zu hören,
wie Tony dem ganzen Mix zur Halbzeit mit den soft gehauchten Frauenvocals
als erstes das Tempo raus nimmt, um es dann mit „Shooting
Star“ von Sonic wieder
zu pushen. Der Makoto Remix von London Elektricity’s
„Rewind“ sowie der danach
folgende „City Life“ von Logistics
stellen die beiden Songs mit dem meisten Soulpotential auf dem Album dar.
Der brandneue Tune „Elektrosound“
von Sonic lässt genau das vermuten,
was man auch hinter dem Namen erwarten würde – ein futuristischer
Tune mit viel Elektroeinfluss. „Forgotten Souls“
von Bungle & Index fängt zunächst
sehr zurückhaltend an, doch der Schein trügt, nach dem ersten
Drittel des Songs schlägt die Stimmung um und es wird härter,
deeper und fordernder, was den Songtitel „vergessene Seelen“
auch gut rechtfertigt.
Ein Großteil der Songs auf der neuen Mix-CD ist instrumental gehalten,
dezente Vocals finden sich dennoch geschickt platziert auf Stücken
wie „Haunted By Her Yesterday“ von
Logistics, „Out Of This
World“ von London Elektricity
oder „Move On“ von Seba
& Paradox wieder. Aufgrund des bewusst lang gewählten
Tracklistings und der vielen unveröffentlichten Songs wird die CD
zu keiner Sekunde langweilig. Herausgekommen ist ein in allem ziemlich
softer Drum & Bass Mix, der aufgrund der Songauswahl und des exzellenten
Mixings von London Elektricity einfach nur Spaß macht. Vom Mixing
her wird hier ganz den alten Regeln gefolgt: das Tempo wird genau an den
Stellen raus genommen, bevor der Song seinen Höhepunkt erreichen
würde, um dann entweder die nächste Platte einzulegen und sich
den Joker für später aufzuheben oder um den Regler wieder hochzuschieben.
Wobei auf dieser CD aus Zeitgründen eher nach der ersten Variante
verfahren wird.
Anspieltipps:
01.
Danny Byrd - "Under The Sea"
07. High Contrast – "Green Screen"
11. London Elektricity – "Out Of This World (Dkay Remix)"
14. High Contrast – "Everything’s Different"
20. London Elektricity – "Rewind (Makoto Remix)"
21. City Life – "Logistics"
(Gesamtspielzeit: 30 Tracks, ca. 61 Minuten)
Fazit: Ein in allem
sehr softer Drum & Bass-Mix, der aufgrund der Songauswahl und des
perfekten Mixings schnell ins Ohr geht. Mit über 30 Songs gibt London
Elekticity einen schönen Überblick über den Katalog von
Hospital Records sowie einen Vorgeschmack auf das, was dieses Jahr noch
kommen wird. (nac)
Für Fans von: London Elektricity, High Contrast,
Nu:Tone, Logistics, Q Projekt
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