| .Hot Water Music "Till The Wheels Fall Off" (Unter Schafen / AL!VE / VÖ: 13. Juni 2008) | |
Stil: Rock, Punkrock Format: CD Hot Water Music sind nicht erst seit gestern im Musikgeschäft. Die vier Herren aus Florida spielen seit 1993 zusammen und haben 2008 nun, nach längerer Schaffenspause, ihr sage und schreibe zehntes Album auf die Welt losgelassen! Ihre Musik lässt sich für diejenigen, denen sie bis jetzt tatsächlich noch nicht zu Ohren gekommen ist, als anspruchsvoller Punk bezeichnen. Wobei Punk die Grundstruktur darstellt und alles was darauf kommt das Anspruchsvolle ausmacht. Die Kompositionen sind komplex, die Melodien alles andere als voraussehbar. Die tiefgründigen und emotionalen Texte und der zweistimmige Gesang lassen die Behauptung zu, dass Hot Water Music mit Sicherheit eine der Bands waren, die den Stammbaum des Punks dazu gebracht haben diesen kleinen Sprössling hervorzubringen, dessen Name sich heute keiner mehr traut in den Mund zu nehmen. Ja, wir reden vom Emo. Dass Sie selbst allerdings nicht auf diesem Ast sitzen ist offensichtlich, denn Chuck Ragan’s raue Stimme ist nichts für schwache Gemüter. Auch in den Gitarren (Chuck Ragan, Chris Wollard), dem herausragende Bass (Jason Black) und den Drums (George Rebolo) ist das zu hören was die Musik zu dem macht was sie ist: Punk, der nach alter Manier prügelt, einem dann aber brüderlich wieder zurück auf die Beine hilft. Zur CD selbst: „Till The Wheels Fall off” ist kein gewöhnliches Album. Es ist eine Art Raritäten- und B-Seiten Sammlung für Fans der alten Schule und läuft wie gewöhnlich unter dem Mutterlabel der Band No Idea Records (in Deutschland unter Unter Schafen Records). Was schon auffällt bevor man die CD einlegt ist, dass man endlich mal wieder etwas für sein Geld geboten bekommt! Von wegen 10 Songs und 2 Seiten-Booklet! Den stolzen Besitzer dieser Platte erwarten ganze 23 Songs verpackt in etwas, das man ohne Scham als Kunst bezeichnen kann. Jeden Song einzeln zu beschreiben würde nicht nur den Rahmen dieser Kritik sprengen, es wäre auch unnötig, da (jetzt die Tatsache die den ein oder anderen Fan möglicherweise enttäuschen wird) bis auf einen einzigen alle Songs dieser Scheibe schon einmal auf verschiedenen Alben, Compilations und EPs veröffentlich wurden. Endlich eingelegt ist das Album allerdings so vorhersehbar wie die Musik selbst, nämlich gar nicht. Auf Songs die Stimmung und Bewegung erzeugen wie „God Deciding“ folgen ruhige teils akustische Stücke wie „Russian Roulette“. Ein „Prince of the rodeo“ lässt den Hörer sich in die Moshpit träumen während Sätze wie „If Columbus was wrong I'd drive straight off the edge...“ in „Radio“ ihn wieder nachdenklich stimmen. Aber diese unvoraussehbare Abwechslung ist nicht schlimm, denn ein zu durchdachtes Konzept wäre einer solchen Zusammenstellung nicht würdig gewesen. Jeder Song steht, spielt und wirkt einzeln. Von „Kill the night“ bis „Springtime“ ist „Till the Wheels Fall off” ein instabiler Aktienkurs für den sich der unerfahrene Spekulant aus dem Fenster wirft. Der Kenner dagegen schweigt, hört und genießt. Anspieltipps: 04. „Home“ 06. „God Deciding“ 08. „Radio“ 16. „Prince of the Rodeo” (Gesamtspielzeit: 23 Tracks, ca. 74 (!) Minuten) Fazit: Wer Hot Water Music kennt und schätzt, sollte Besitzer dieses etwas eigenen Best-Of-Albums sein. Wer Sie noch nicht kennt, erhält durch dieses Album einen recht guten Überblick über diese außergewöhnliche Rockband. (JAC) |
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