.india arie - accoustic soul (universal / vö: 25.juni 2001)




reinhören


ich weiß, ich weiß, für alle absoluten soul-fanatiker unter uns ist diese scheibe ein alter hut und mir ist unverständlich (auch wenn ich nicht gerade auf soul stehe), wie diese platte an mir vorbeigehen konnte. dennoch ist sie erst vor wenigen tagen zum ersten mal in meinen cd-player geflattert und kaum daß der zweite track 10 sekunden läuft, hatte ich diesen sound schon ins herz geschlossen!
der titel ist programm: die sehr schöne soulige stimme von india arie kombiniert mit einigen akkustischen instrumenten, fast komplett ohne schnickschnack, geklaute samples, programmierte drum-beats oder hintergrundgesang.
"accoustic soul" besinnt sich auf die einfachen schönen seiten der musik, geradlinig und wenig verspielt, doch dabei trotzdem hochgradig melodiös und sehr schön anzuhören!
india arie benutzt nicht mal einen künstlernamen und braucht auch keine gastmusiker, obwohl das sicher sehr interessant geworden wäre. von der musik her ist sie wohl am ehesten mit erikyah badou zu vergleichen, doch auch sie klingt etwas anders, vor allem von den instrumenten her.
die texte sind angenehm interessant, es geht nicht wie sonst immer nur um liebe und horizontales sondern auch über die künstlerin selbst und ihre wünsche und einstellungen - und, um die musik an sich.
obwohl für sieben grammys nominiert, blieb dieses album, bis auf die soul szene, eher ein geheimtip. zu unrecht, da es sich hier um allgemeinverträgliche sehr gut gemachte MUSIK handelt, die wenn überhaupt nur einen nachteil hat:
alle songs sind sehr ruhig und daher auch weniger gut tanzbar. dennoch ist es überraschend, daß dieses album nicht noch deutlich erfolgreicher war, gerade bei songs wie "back to the middle" und "promises", die doch einiges an
chart-potential und ohrwurmgarantie zu haben scheinen.
das nachfolgende zweite album " " konnte "accoustic soul" nicht ganz das wasser reichen, deshalb hatten wir uns entschieden dieses vorzustellen ...

anspieltips:
02 video
03 promises
05 strength, coverage and wisdom
07 back to the middle
16 wonderful / stevie wonder dedication
(gesamtspielzeit: 16 songs, 61 minuten)

fazit: schön, sanft, von pop bis soul. die unglaubliche stimme, die sich zweifellos mit den besten der branche messen kann verzaubert schon nach den ersten minuten. melodische songs, in einem ganz eigenen stil, die teilweise ihres gleichen vergebens suchen. die anti-kommerziell angehauchte haltung macht das album zusätzlich sympathisch. es muss nicht alles aus dem computer kommen, damit es allen gefällt.