Stil: Big Beat, House & Funky Elektro-Pop Format: CD
Hinter dem Synonym Kidda verbirgt
sich der DJ Ste Mc Gregor aus Brighton, der kürzlich von Skint Records
unter Vertrag genommen wurde, wo unter anderem auch Fatboy Slim zu Hause
ist. Mittlerweile steht Kidda's Debutalbum "Going Up"
in den Läden und wir haben mal ein Ohr auf diesen neuen, gehypten Big-Beat-Bastler
geworfen ...
Kidda - "Going Up" - Album EPK
Zur
CD selbst: Mit dem ersten Track bekommen wir sofort DEN SOMMERHIT
um die Ohren gehauen und da fällt das Weiterhören schwer, denn
am Ende dieses Songs möchte man direkt die Repeat-Taste drücken
und die tanzbare und überaus melodische Elektrofunkhymne "Strong
Together" noch weitere zehnmal reinziehen! Ein absolutes
Brett, ein Song den man nicht totgehört bekommt, sowas kennt man sonst
nur von Labelkollege Fatboy Slim. Danach ein
passabler Filler im Midtempo ("Under The Sun")
Marke Groove Armada, auch nicht schlecht aber
die weiteren Tracks stehen einfach vollkommen im Schatten des alles überstrahlenden
Openers. Ähnlich klingt auch "Feel Too Good",
solider Brighton Elektroclash. Danach geht es kurzzeitig abwärts und
das völlig überschätzte Element Kinderchor kommt parallel
zu Rapper Psycho Les zum Einsatz. Der mit Abstand
schlimmste Fehltritt dieser Art (Rap+Kinderchor) war damals "Hard
Knock Life" von Jay-Z, ganz so schlimm
ist "VIP" dann aber doch nicht. Im weiteren
Verlauf der CD wird noch viel mit Pop, Rap, Funk, Soul, Big Beat und Elektro
experimentiert und Ähnlichkeiten mit Moloko,
Groove Armada, Junior
Senior und anderen, bekannten UK-Danceatcs sind unüberhörbar,
was das Album zunächst sehr sympathisch macht aber nicht jeder Track
kann überzeugen. Mit "Hey Yall"
folgt später sogar ein musikalischer Verweis auf Moby,
der trotz seines sehr ähnlichen Stils jedoch nicht ganz an den Sound
der New Yorker DJ-Legende heranreicht. Dennoch schöner, verträumter
Elektropop, der den Moby-Fans gefallen sollte. In "Good
For You" wandelt Kidda dann plötzlich auf den Spuren
der Jackson Five und ihrem Seventies-Hit "ABC".
In "Shining 1" ist dann noch die zuckersüße
Stimme Gary Lightbody, dem Sänger von
Snow Patrol am Mic zu hören. Die möchtegern
traurige Pop-Ballade passt aber sowas von überhaupt nicht in's Konzept
dieses Gute-Laune-Longplayers, dass sie völlig fehlplatziert wirkt.
Zum Ende ist dann eigentlich nur noch "Doo Whot"
feat. Blak Twang and Lomax positiv zu erwähnen,
ein gekonnter Genremix aus HipHop und Pop mit verspielten Samples und erneuter
Feelgood-Garantie.
Anspieltipps:
01. "Strong Together"
05. "Hey Y'all"
07. "Shining 1" (feat. Gary Lightbody)
08. "Doo Whot" feat. Blak Twang and Lomax
(Gesamtspielzeit: 10 Songs, ca. 40 Minuten)
Fazit: Mit seinem ersten
Album auf Skint reiht sich Kidda gekonnt in die Sounds von Fatboy Slim,
Groove Armada und Moloko ein und zeigt dabei erstaunliches Potential. Leider
gelingt es dabei nicht immer das teilweise geniale Niveau zu halten, was
zwei oder dreimal zum weiterskippen verleitet. Kaufenswert ist das Album
aber dennoch, allein schon wegen des Openers, ein Ohrwurm der Güteklasse
A ... (dr.öge)