.Kidda "Going Up" (Skint Records / !K7 / AL!VE / VÖ: 18. Juli 2008)

Stil: Big Beat, House & Funky Elektro-Pop
Format: CD

Hinter dem Synonym Kidda verbirgt sich der DJ Ste Mc Gregor aus Brighton, der kürzlich von Skint Records unter Vertrag genommen wurde, wo unter anderem auch Fatboy Slim zu Hause ist. Mittlerweile steht Kidda's Debutalbum "Going Up" in den Läden und wir haben mal ein Ohr auf diesen neuen, gehypten Big-Beat-Bastler geworfen ...


Kidda - "Going Up" - Album EPK

Zur CD selbst: Mit dem ersten Track bekommen wir sofort DEN SOMMERHIT um die Ohren gehauen und da fällt das Weiterhören schwer, denn am Ende dieses Songs möchte man direkt die Repeat-Taste drücken und die tanzbare und überaus melodische Elektrofunkhymne "Strong Together" noch weitere zehnmal reinziehen! Ein absolutes Brett, ein Song den man nicht totgehört bekommt, sowas kennt man sonst nur von Labelkollege Fatboy Slim. Danach ein passabler Filler im Midtempo ("Under The Sun") Marke Groove Armada, auch nicht schlecht aber die weiteren Tracks stehen einfach vollkommen im Schatten des alles überstrahlenden Openers. Ähnlich klingt auch "Feel Too Good", solider Brighton Elektroclash. Danach geht es kurzzeitig abwärts und das völlig überschätzte Element Kinderchor kommt parallel zu Rapper Psycho Les zum Einsatz. Der mit Abstand schlimmste Fehltritt dieser Art (Rap+Kinderchor) war damals "Hard Knock Life" von Jay-Z, ganz so schlimm ist "VIP" dann aber doch nicht. Im weiteren Verlauf der CD wird noch viel mit Pop, Rap, Funk, Soul, Big Beat und Elektro experimentiert und Ähnlichkeiten mit Moloko, Groove Armada, Junior Senior und anderen, bekannten UK-Danceatcs sind unüberhörbar, was das Album zunächst sehr sympathisch macht aber nicht jeder Track kann überzeugen. Mit "Hey Yall" folgt später sogar ein musikalischer Verweis auf Moby, der trotz seines sehr ähnlichen Stils jedoch nicht ganz an den Sound der New Yorker DJ-Legende heranreicht. Dennoch schöner, verträumter Elektropop, der den Moby-Fans gefallen sollte. In "Good For You" wandelt Kidda dann plötzlich auf den Spuren der Jackson Five und ihrem Seventies-Hit "ABC". In "Shining 1" ist dann noch die zuckersüße Stimme Gary Lightbody, dem Sänger von Snow Patrol am Mic zu hören. Die möchtegern traurige Pop-Ballade passt aber sowas von überhaupt nicht in's Konzept dieses Gute-Laune-Longplayers, dass sie völlig fehlplatziert wirkt. Zum Ende ist dann eigentlich nur noch "Doo Whot" feat. Blak Twang and Lomax positiv zu erwähnen, ein gekonnter Genremix aus HipHop und Pop mit verspielten Samples und erneuter Feelgood-Garantie.

Anspieltipps:
01. "Strong Together"
05. "Hey Y'all"
07. "Shining 1" (feat. Gary Lightbody)
08. "Doo Whot" feat. Blak Twang and Lomax
(Gesamtspielzeit: 10 Songs, ca. 40 Minuten)

Fazit: Mit seinem ersten Album auf Skint reiht sich Kidda gekonnt in die Sounds von Fatboy Slim, Groove Armada und Moloko ein und zeigt dabei erstaunliches Potential. Leider gelingt es dabei nicht immer das teilweise geniale Niveau zu halten, was zwei oder dreimal zum weiterskippen verleitet. Kaufenswert ist das Album aber dennoch, allein schon wegen des Openers, ein Ohrwurm der Güteklasse A ... (dr.öge)

Für Fans von: Groove Armada, Fatboy Slim, Moby, Air, Junior Senior, Moloko, Gnarls Barkley,