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Stil: Deutsch-Rock, Emo, Indie
Format: CD
Die Kleinstadthelden
sind eine Band, dessen Name zwei Dinge impliziert die sich in ihrer Musik
auch tatsächlich wieder finden: Sie kommen aus der Kleinstadt und es
sind Helden. Die 4 aus dem beschaulichen Osterholz-Scharmbeck bei Bremen
stammenden Jungs haben in ihrer kurzen Karriere nämlich schon einiges
erreicht. Simon Lam (Gitarre/Vocals), Felix
Weidenhöfer (Gitarre/Piano/Vocals), Nils
Freesemann (Bass) und Max Krämer
(Drums) - alle erst Anfang 20 - sind raus aus dem Kleinstadtleben, direkt
auf die Bühne. Als Support von Deutsch-Rock Größen wie Muff
Potter, Schrottgrenze und Madsen
aber sogar mit internationalen Größen wie Nena
und New Model Army haben sie ihr 100. Konzert
bereits im Januar 2008 über die Bühne gebracht. Ihr Erfolgsrezept
ist weder neu noch selten, wohl aber effektiv: Man nehme solide Gitarrenriffs,
mische sie mit einfachen aber erfrischend bewegten Drums und veredele das
ganze mit einer Priese melancholischen Piano-Parts. Was nun noch fehlt ist
eine Mischung aus kratzigem und verträumt emotionalen Gesang dessen
zweistimmige Höhepunkte passende Akzente setzen. Heraus kommt Musik
die schreit was ihre jungen Erschaffer gerade durchleben: Aufbruch!
Zur CD selbst: Das Debut-Album der Band beeindruckt zu Anfang vor
allem durch die Qualität. Mit Swen Meyer,
der schon Kettcar und Tomte
mischen durfte, und Michael Schwabe, der unter
anderem schon für das Mastern einiger Werke von Wir
sind Helden und den Beatsteaks verantwortlich
war, waren Profis am Werk, die sich in Technik und Genre auskennen. Und
das hört man! Schon der erste Song "Feuer"
ist representativ für die ganze Platte, ein schön verzerrtes drum-lastiges
Start-up heizt den Hörer an, eine kurze cleane Strophe erhöht
die Spannung um während dem wiederum etwas härteren Refrain ein
Portiönchen Energie herauszulassen. "Schritt ins Leben",
der zweite Track, zeigt den gleichen Aufbau aber durchaus auch eine kleine
Steigerung in der Bewegung. Bei Nummer drei "Schiff Ahoi"
findet nun langsam der melancholische Aspekt Einzug, der beim Titelsong
"Resignation und Aufstehen" seinen -
für manchen vielleicht etwas verfrühten - Höhepunkt findet.
Was diesen Song hervorhebt sind vor allem die erfrischenden Piano-Parts
und der emotionale Text, in dem sich der ein oder andere junge Erwachsene
vielleicht wieder erkennt. Ein Song der sich schon durch seine unerwarteten
Keyboard-Parts am Anfang von den anderen abhebt ist "Reise".
Das Lied ist rund, nicht zu hart, nicht zu weich. "Nehmt die Hände
aus den Taschen, wie wollt ihr denn so rennen?". Vor allem Bridge
und Refrain bleiben im Ohr und lösen in der Tat die Lust aus, etwas
zu unternehmen, zu rennen, aufzubrechen. Die Nächsten vier Songs bieten
in sofern Abwechslung als dass sich kratzige und melancholische Parts die
Klinke in die Hand geben. Sie bringen das, was der Hörer erwartet -
leider aber auch nicht mehr. Die Scheibe endet schließlich, wie es
sich für den Stil gehört, mit einem ruhigen, teilweise akustischen
Song. "Gucken was kommt" lässt
die verschiedenen Stimmungen des Albums noch einmal Revue passieren und
ist damit sowohl musikalisch als auch was den Text angeht ein ganz gutes
Fazit des Albums. "Resignation und Aufstehen"
ist das Halbjahreszeugnis einer jungen Band, die noch nicht ausgelernt hat,
deren Potential einem aber sofort ins Ohr springt. Wenn sie weiter fleißig
ihre Hausaufgaben machen, ist ihnen ein Platz zwischen den derzeitigen Größen
des Deutsch-Rock durchaus sicher.
Anspieltipps:
04. "Resignation und Aufstehen"
05. "Reise"
09. "Was soll er denn tun?"
(Gesamtspielzeit: 10 Tracks, ca. 31:57 Minuten)
Fazit: Kleinstadthelden
machen Musik für die eher jugendlichen Hörer, denen Juli zu langweilig
und Madsen zu erwachsen sind. Eine leicht verdauliche Kombination aus jugendlicher
Rebellion und der Einsicht des Erwachsenwerdens. Durchaus zu empfehlen!
(GSM)
Für Fans von: Madsen, Revolverheld, Tomte, Muff Potter
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