| .The Lawrence Arms "Oh! Calcutta!" (Fat Wreck / VÖ: 03. März 2006) | |
Stil: Punkrock / Emocore Format: CD Die Lawrence Arms sind ein Trio (Brendan Kelly, Chris MacCaughan, Neil Hennessy) aus Chicago, deren Musik irgendwo zwischen Punkrock, Emo und Hardcore schwankt. Der Bandname stammt von einem alten Gebäude in Chicago, in dem die drei eine Zeit lang als Hausbesetzer wohnten und dann letztendlich irgendwann nachts unsanft vor die Tür gesetzt wurden. Mit dem goldenen Löffel im Mund wurden die Jungs aus der Windy City ganz sicher nicht geboren und so setzen sie sich in ihren ihre Texte auch mit schwierigen Lebenssituationen, ausweglosen Problemen und dem Spaß und Leid bringendem Alkohol auseinander. Zur CD selbst: Ich muss zugeben, dass ich nie ein grosser Fan der Lawrence Arms war, doch das hat sich mit diesem Album schlagartig geändert! Alle guten Ansätze, die auch schon auf den bisherigen Alben rauszuhören waren wurden hier perfektioniert. Die Band hat musikalisch einen riesengrossen Schritt nach vorne gemacht und präsentiert sich mit "oh! Calcutta!" vielseitig wie nie. Ihre größte Stärke sind dabei die perfekt arrangierten Tempiwechsel und dem mit Chris MacCaughan (Gitarre) und Brendan Kelly (Bass) doppelt besetzten Mikrophon. Die Möglichkeit, zwei gleich gute aber grundverschiedene Sänger zum Einsatz zu bringen, hat der Platte die nötige Abwechslung gebracht und daher sind eintönige oder gar langweilige Passagen auf diesem Longplayer überhaupt nicht vorhanden. Chris und Brendan ergänzen sich bei den Vocals perfekt und lassen etliche Stile in ihre Musik einfliessen, von Funpunk über Emo und Rock bis hin zu Country und auch langsamen, ja richtig soften Abschnitten. Nicht zuletzt wegen ihrer Vielseitigkeit rockt die Scheibe ohne Ende und ein Highlight jagt das nächste! Der erste Song („The Devil's Taking Names“) hat von der ersten Sekunde an richtig Druck, doch dann, nach etwa 20 Sekunden kommt ein handwerklich erstklassiger Tempowechsel, der kurz runterkühlt und nach wenigen Takten wieder voll aufdreht, Wunderbar! Ein richtig geiler Stil, der sich durch das ganze Album zieht. "Cut It Up" legt dann im gleichen Stil sogar noch einen drauf. Überhaupt ist die akustische Qualität nicht mit den Vorgängern zu vergleichen, da liegen ein paar Welten dazwischen. Die ganze Platte über fühlt man sich wie bei einem Live Konzert in der 1.Reihe !! Leider weiss ich nicht, wer die Platte abgemischt hat, doch dieser Unbekannte hat einen verdammt guten Job gemacht. Obwohl das Trio an den Instrumenten durchgehend richtig gas gibt, ist das ganze so abgemischt, dass die Vocals immer klar zu hören und verstehen sind. Das ist auch gut so, denn die Texte reichen von eifallsreich bis mitreissend. Die 12 Songs auf "Oh! Calcutta!" blasen eine so geile, energiegeladene Stimmung aus den Boxen, dass man direkt in Fahrt kommt und am liebsten sofort zum nächsten Konzert oder einer Skateboard/Snowboard-Session aufbrechen möchte. Ausserdem haben die Hobby-Alkoholiker der Lawrence Arms auch einen leichten musikalischen Touch von den Real McKenzies, der mit seinem fun-punkigen Style zudem Bock auf Bier macht ... Pusher-Songs mit Party Attitude! Zu den besten Songs gehört ganz klar „Recovering The Opposable Thumb“, der soft startet, dann richtig hart wird um zum Schluss in einer Sing-A-Long Punk-Hymne zu enden. Ebenso "Jumping The Shark", dessen sanfte, verrauchte Stimme zu Anfang fast ein wenig an Axl Rose Mitte der 90er erinnert. Der Song schwenkt aber dann natürlich noch um und wird zu einem Basedrum lastigen Kracher im Stil von Against Me!. Mit der letzten Songzeile ("..the circus has left") distanzieren sich die Lawrence Arms dann auch noch selbst von ihrem letzten Album ("the greatest story ever told") und es ist klar, mit "Oh! Calcutta!" hat eine neue Zeitrechnung begonnen ... Anspieltips: 01. „The Devil's Taking Names“ 02. „Cut It Up“ 03 "Great Lakes, Great Escapes" 04. „Recovering The Opposable Thumb“ 07. „Jumping The Shark“ 10. „Key To The City“ (Gesamtspielzeit: 12 Songs, ca. 34 Minuten) Schaut unbedingt mal auf Seiten des Fat Wreck Labels vorbei und checkt den Song „Cut It Up (Live)“ und das Video zu "The Devil's Takin' Names" aus! Fazit: Mit dieser genial abwechslungsreichen Platte haben sich die Lawrence Arms aus dem nichts in den Kreis meiner Lieblings-Bands gespielt! Das neue Album "Oh! Calcutta!" ist das beste, was die Lawrence Arms je gemacht haben und mit ihren alten Alben qualitativ nicht zu vergleichen. Ein "Must-Have" für Fans von vielseitigem Punk und Emo! Für Fans von: Dropkick Murphys, Against Me!, Alkaline Trio |
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