So liebe Leser, nun enttäuscht mich mal blos nicht, denn bei einem
neuen Album von Less Than Jake ist natürlich
Aufhorchen angesagt! Die Band besteht seit 1992 und wird grundsätzlich
in einem Atemzug den Punk-Legenden der Mighty Mighty
Bosstones, NOFX, No
Use For A Name oder No Fun At All
genannt. Falls Ihr die Band also nicht kennen solltet, müßt
Ihr das gekonnt überspielen ("Ach ja die ...") und die
Wissenslücke schnellstens füllen!
Zur CD selbst: Less Than Jake sind
trotz mehrfachem Wechsel des Labels und Lineups immer erfolgreich geblieben
und haben mit "GNV FLA" das mittlerweile
siebte Album veröffentlicht, diesmal auf ihrem eigenen Label Sleep
It Off Records. Der Titel "GNV FLA"
steht kurz für Ginesville, Florida, der Heimatstadt der Band im Sonnenstaat
der USA. Eine Hometown Hommage also und eine Rückkehr zu den Wurzeln
der Band, sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Die Band ist weg gegangen
von den Experimenten ihrer mittleren Schaffensphase und hat sich bei diesem
Konzeptalbum auf ihre auf ihre Stärken konzentriert. Diese liegen
im straighten Punkrock, hier und da untermalt oder garniert von Bläserparts
und Ska-Einlagen. Was ich an Less Than Jake
besonders mag, ist die cleane Abmischung, bei der man die interessanten,
teils zynischen Texte auch tatschlich gut versteht. Inhaltlich setzt man
sich natürlich auch mit Der Heimatstadt der Band auseinander, dies
aber auf unterschiedlichste und teilweise sehr nachdenkliche Weise. Die
überwiegend schwarzmalerischen Beobachtungen aus Gainesville stehen
im totalen Gegensatz zu den gut gelaunten, pushenden Punkmelodien.
Der Opener "City Of Gainesville" erinnert
überraschenderweise an Sublime und ist
eine reine Skamelodie mit souligem Gesang und einem verdammt smoothem
Beat. Komplett ohne Pause geht dieser dann urplötzlich in eine handfeste
Punkrockgranate namens "The State Of Florida"
über. Auf der Drei folgt mit "Does The Lion City
Still Roar?" einer der besten Tracks des Albums. Schneller,
eingängiger Skapunk, mit Ska im Zwischenteil und Punkrock im Refrain,
äußerst fett! Im weiteren Verlauf wechselt sich Ska mit melodischem
oder aggressivem Punkrock ab und klingt mal nach No
Use For A Name oder Good Riddance
und dann wieder mehr nach den Mad Caddies
oder Hepcat. Aprops Good Riddance: Zum Ende
der CD findet sich mit dem vorletzten Track "Devil In
My DNA" doch noch ein richtiger Reißer, ein Song
von dem Format melodischer Arschtreter in Perfektion mit einem Hauch Ska
und Trompete. Wer den im Skatepark auf den Ohren hat, geht ab wie frisch
gedopt! Da die Scheibe durchgängig verdammt gut ist, finden sich
unten viele Anspieltips. Den alles überragenden Kultsong sucht man
hier zwar vergebens aber dennoch läßt sich das Album exzellent
durchhören und das völlig ohne Betätigung des Forward Skip
Buttons! Wie immer bei Less Than Jake, muss
dieses Album lange in Euren Ohren reifen, wird Euch dafür aber bei
jedem mal Hören besser gefallen!
Less Than Jake - "GNV FLA" Album EPK (part one)
Anspieltipps:
01. "City Of Gainesville"
03. "Does The Lion City Still Roar?"
05. "Abandon Ship"
07. "Settling Son"
10. "The Space They Can't Touch"
14. "Devil In My DNA"
(Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 37 Minuten)
Fazit: Mit "GNV
FLA" liefern Less Than Jake ihr bestes Album seit langer Zeit
ab. Genauer gesagt seit dem 2000er Release von "Boarders &
Boundaries", das man als ebenbürtig bezeichnen kann. Skapunk
der obersten Liga und der dürfte fast allen Fans der unten aufgeführten
Bands gefallen. Believe me! (dr.öge)
Für Fans von: Mighty Mighty Bosstones, NOXF, No Use
For A Name, Dropkick Murphys, Streetlight Manifesto, Good Riddance, Hot
Water Music, No Fun At All, Against Me!, Bouncing Souls, Hepcat, usw.