.Less Than Jake "GNV FLA" (Cooking Vinyl / Indigo / VÖ: 20. Juni 2008)


Stil: Punkrock / Skacore
Format: CD

So liebe Leser, nun enttäuscht mich mal blos nicht, denn bei einem neuen Album von Less Than Jake ist natürlich Aufhorchen angesagt! Die Band besteht seit 1992 und wird grundsätzlich in einem Atemzug den Punk-Legenden der Mighty Mighty Bosstones, NOFX, No Use For A Name oder No Fun At All genannt. Falls Ihr die Band also nicht kennen solltet, müßt Ihr das gekonnt überspielen ("Ach ja die ...") und die Wissenslücke schnellstens füllen!

Zur CD selbst:
Less Than Jake sind trotz mehrfachem Wechsel des Labels und Lineups immer erfolgreich geblieben und haben mit "GNV FLA" das mittlerweile siebte Album veröffentlicht, diesmal auf ihrem eigenen Label Sleep It Off Records. Der Titel "GNV FLA" steht kurz für Ginesville, Florida, der Heimatstadt der Band im Sonnenstaat der USA. Eine Hometown Hommage also und eine Rückkehr zu den Wurzeln der Band, sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Die Band ist weg gegangen von den Experimenten ihrer mittleren Schaffensphase und hat sich bei diesem Konzeptalbum auf ihre auf ihre Stärken konzentriert. Diese liegen im straighten Punkrock, hier und da untermalt oder garniert von Bläserparts und Ska-Einlagen. Was ich an Less Than Jake besonders mag, ist die cleane Abmischung, bei der man die interessanten, teils zynischen Texte auch tatschlich gut versteht. Inhaltlich setzt man sich natürlich auch mit Der Heimatstadt der Band auseinander, dies aber auf unterschiedlichste und teilweise sehr nachdenkliche Weise. Die überwiegend schwarzmalerischen Beobachtungen aus Gainesville stehen im totalen Gegensatz zu den gut gelaunten, pushenden Punkmelodien.

Der Opener "City Of Gainesville" erinnert überraschenderweise an Sublime und ist eine reine Skamelodie mit souligem Gesang und einem verdammt smoothem Beat. Komplett ohne Pause geht dieser dann urplötzlich in eine handfeste Punkrockgranate namens "The State Of Florida" über. Auf der Drei folgt mit "Does The Lion City Still Roar?" einer der besten Tracks des Albums. Schneller, eingängiger Skapunk, mit Ska im Zwischenteil und Punkrock im Refrain, äußerst fett! Im weiteren Verlauf wechselt sich Ska mit melodischem oder aggressivem Punkrock ab und klingt mal nach No Use For A Name oder Good Riddance und dann wieder mehr nach den Mad Caddies oder Hepcat. Aprops Good Riddance: Zum Ende der CD findet sich mit dem vorletzten Track "Devil In My DNA" doch noch ein richtiger Reißer, ein Song von dem Format melodischer Arschtreter in Perfektion mit einem Hauch Ska und Trompete. Wer den im Skatepark auf den Ohren hat, geht ab wie frisch gedopt! Da die Scheibe durchgängig verdammt gut ist, finden sich unten viele Anspieltips. Den alles überragenden Kultsong sucht man hier zwar vergebens aber dennoch läßt sich das Album exzellent durchhören und das völlig ohne Betätigung des Forward Skip Buttons! Wie immer bei Less Than Jake, muss dieses Album lange in Euren Ohren reifen, wird Euch dafür aber bei jedem mal Hören besser gefallen!


Less Than Jake - "GNV FLA" Album EPK (part one)

Anspieltipps:
01. "City Of Gainesville"
03. "Does The Lion City Still Roar?"
05. "Abandon Ship"
07. "Settling Son"
10. "The Space They Can't Touch"
14. "Devil In My DNA"
(Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 37 Minuten)

Fazit: Mit "GNV FLA" liefern Less Than Jake ihr bestes Album seit langer Zeit ab. Genauer gesagt seit dem 2000er Release von "Boarders & Boundaries", das man als ebenbürtig bezeichnen kann. Skapunk der obersten Liga und der dürfte fast allen Fans der unten aufgeführten Bands gefallen. Believe me! (dr.öge)

Für Fans von: Mighty Mighty Bosstones, NOXF, No Use For A Name, Dropkick Murphys, Streetlight Manifesto, Good Riddance, Hot Water Music, No Fun At All, Against Me!, Bouncing Souls, Hepcat, usw.