|
|
Stil: Reggae / Punk / Ska
Format: CD
Die Mad Caddies sind das beste Beispiel dafür, dass man auch ohne
Major-Promo oder Casting-Shows erfolgreich sein kann und dass man nicht
über Nacht berühmt werden muss. Seit 1995 haben sie unermüdlich
an dem gearbeitet was sie heute sind. Über 12 Jahre lang waren sie
fast pausenlos auf der ganzen Welt on Tour und zwischendrin fanden sie
immer wieder die Zeit hervorragende Skapunk Alben aufzunehmen. In der
Skate- und Snowboardszene waren sie schon immer beliebt, doch mittlerweile
haben die Mad Caddies auf der ganzen Welt eine große Fangemeinde,
die sich quer durch alle Szenen, Schichten und Altersklassen zieht.
Zur CD selbst: Wer nur die alten Alben (wie z.B. "Quality
Softcore" oder "Rock The Plank") kennt, wird
auf jeden Fall überrascht sein, soviel steht fest. Letztes Jahr bei
einem Interview berichteten uns die Jungs noch begeistert von ihrem Auftritt
mit Manu Chao und vielleicht war dieser gemeinsame
Gig damals ein Auslöser dafür, dass das neue, mittlerweile sechste
Album "Keep It Going" komplett vom Reggae dominiert
wird und Punkrock bis auf wenige Ausnahmen vermissen lässt. Dennoch,
oder vielleicht auch gerade deswegen, ist es das beste Album, das die
Mad Caddies je gemacht haben!
From Skapunk to Reggae
Das durchweg sehr ansprechende Soundgemisch aus Reggae, Roots, Dancehall
und Ska dürfte eingefleischten Fans von den Songs "Days
Away" (vom Album "Rock The Plank") und "The
Bell Tower" (vom Album "Quality Softcore")
bereits bekannt vorkommen, Reggae war bei den Caddies aber bisher doch
die Ausnahme. Früher ähnelten die Mad Caddies eher den Mighty
Mighty Bosstones, nun haben sie einen deutlichen Schritt in Richtung
Sublime, Slightly Stoopid
oder den Long Beach Dub Allstars getan und
ihren Musikstil erheblich weiter entwickelt. Obwohl die Texte überwiegend
von Beziehungs-, Alkoholproblemen und anderen melancholischen Themen erzählen,
bekommt man beim Hören der CD ironischerweise sofort gute Laune.
Ist ja auch kein Wunder oder kennt jemand von Euch einen traurigen Reggae
Song?
Grüße aus Long Beach
Der Opener "Dirge (Fast)" ist zwar noch ein schneller,
reiner Skapunk Song, doch schon das nachfolgende "Backyard"
ist deutlich langsamer, fast komplett im Reggae gehalten und klingt als
sei es in Long Beach geboren und nicht in Santa Barbara. Der Song ist
sehr geil, vor allem die Trompeten geben dem Reggae hier die nötige
Würze und der der Refrain hinterlässt einen gnadenlosen Ohrwurm.
Ganz klar eines der besten Stücke ist die Reggaehymne "State
Of Mind", in die man sich schon beim ersten Hören unsterblich
verlieben kann! Mit "Reflections", "Lay Your Head Down",
"Coyote" und "Don't Go" finden sich
glücklicher Weise noch einige Ska/Reggae-Hymnen von ähnlichem
Kaliber. Die eingängigen, oftmals hymnenenartigen Refrains sind diesmal
die große Stärke dieses Longplayers. Die muss man einfach mitsingen
und auch wenn die Scheibe längst nicht mehr läuft, ertappt man
sich noch freudig beim Summen des Refrains. So muss es sein!
Punks not dead
Natürlich gibt's aber auch reinen Ska zu hören, wie wir ihn
von den Mad Caddies kennen und lieben ("Without You").
Wer den alten, punkrockigen Zeiten der Band nachtrauert (wie unsere guten
Kollegen von Dosenmusik), der wird sich über "Today",
"Pyramid Scheme" und "Tired Bones" freuen. Letzteres
klingt zu Beginn ähnlich wie der Ska-Kracher "Monkeys",
mausert sich dann aber noch zu einem fetten Skapunk-Rocker. Ein guter
Pusher zum Skaten/Snowboarden.
Zugabe!
Die ganze CD ist ein einziges Highlight (all killer no filler!) und kommt
auch am Ende ohne einen einzigen Filler aus: "Souls For Sale"
überzeugt in feinster Sublime-Manier mit locker leichten Reggae-Beats
und schönen Lyrics und ist einer der besten gesellschaftskritischen
Songs seit "Fuck Machine" (Mighty Mighty Bosstones).
Genial gut ist auch das Cover des Reggae-Klassikers "Riding For A
Fall" (im Original von Delroy Wilson), mit Gastsänger Duckie
Simpson von Black Uhuru! Die Scheibe schliesst
mit der schönen Akkustikgitarren-Nummer "Watcha Gonna Do"
und hat als Hidden Track noch ein Outro, das stark an die Blues Brothers
erinnert.
Bleibt noch zu erwähnen, dass Produzent Wayne Jobson einen guten
Job gemacht hat. Der Sound der Caddies hat gegenüber den alten Alben
einen großen Sprung nach vorne gemacht, was auch auf den Gesang
von Chuck Robertson zutrifft.
Jetzt schon reinhören auf MySpace
Wer es nicht bis Ende April aushält, kann sich jetzt schon einige
Songs aus dem neuen Album unter www.myspace.com/mad_caddies
oder bei Fat
Wreck Chords anhören. Sobald Ihr das getan habt, wird Euch vermutlich
klar, dass Ihr die Jungs schnellstens Live sehen wollt. Die Tourdates
der Mad Caddies findet Ihr bei uns unter den "Music-Dates".
Anspieltipps:
02. "Backyard"
03. "State Of Mind"
09. "Coyote"
12. "Souls For Sale"
13. "Riding For A Fall"
(Gesamtspielzeit: 15 Tracks, ca. 50 Minuten)
Fazit: Mit "Keep
It Going" bringen die Mad Caddies in Kürze ihr mit Abstand
bestes Album auf den Markt und liefern den perfekten Soundtrack zum Frühlingsanfang!
Seit Tagen läuft diese geniale Scheibe bei uns rauf und runter und
wurde deshalb von der Ozelot Crew zur CD des Monats (04/2007) gewählt.
(Dr.Öge)
Für Fans von: Reel Big Fish, Pepper, Sublime, Slightly
Stoopid, Long Beach Dub Allstars, Manu Chao, Halfpint, Mighty Mighty Bosstones,
Less Than Jake, etc.
|