.Mad Caddies "Keep It Going" (Fat Wreck / VÖ: 30. April 2007)


Stil: Reggae / Punk / Ska
Format: CD

Die Mad Caddies sind das beste Beispiel dafür, dass man auch ohne Major-Promo oder Casting-Shows erfolgreich sein kann und dass man nicht über Nacht berühmt werden muss. Seit 1995 haben sie unermüdlich an dem gearbeitet was sie heute sind. Über 12 Jahre lang waren sie fast pausenlos auf der ganzen Welt on Tour und zwischendrin fanden sie immer wieder die Zeit hervorragende Skapunk Alben aufzunehmen. In der Skate- und Snowboardszene waren sie schon immer beliebt, doch mittlerweile haben die Mad Caddies auf der ganzen Welt eine große Fangemeinde, die sich quer durch alle Szenen, Schichten und Altersklassen zieht.

Zur CD selbst:
Wer nur die alten Alben (wie z.B. "Quality Softcore" oder "Rock The Plank") kennt, wird auf jeden Fall überrascht sein, soviel steht fest. Letztes Jahr bei einem Interview berichteten uns die Jungs noch begeistert von ihrem Auftritt mit Manu Chao und vielleicht war dieser gemeinsame Gig damals ein Auslöser dafür, dass das neue, mittlerweile sechste Album "Keep It Going" komplett vom Reggae dominiert wird und Punkrock bis auf wenige Ausnahmen vermissen lässt. Dennoch, oder vielleicht auch gerade deswegen, ist es das beste Album, das die Mad Caddies je gemacht haben!

From Skapunk to Reggae
Das durchweg sehr ansprechende Soundgemisch aus Reggae, Roots, Dancehall und Ska dürfte eingefleischten Fans von den Songs "Days Away" (vom Album "Rock The Plank") und "The Bell Tower" (vom Album "Quality Softcore") bereits bekannt vorkommen, Reggae war bei den Caddies aber bisher doch die Ausnahme. Früher ähnelten die Mad Caddies eher den Mighty Mighty Bosstones, nun haben sie einen deutlichen Schritt in Richtung Sublime, Slightly Stoopid oder den Long Beach Dub Allstars getan und ihren Musikstil erheblich weiter entwickelt. Obwohl die Texte überwiegend von Beziehungs-, Alkoholproblemen und anderen melancholischen Themen erzählen, bekommt man beim Hören der CD ironischerweise sofort gute Laune. Ist ja auch kein Wunder oder kennt jemand von Euch einen traurigen Reggae Song?

Grüße aus Long Beach
Der Opener "Dirge (Fast)" ist zwar noch ein schneller, reiner Skapunk Song, doch schon das nachfolgende "Backyard" ist deutlich langsamer, fast komplett im Reggae gehalten und klingt als sei es in Long Beach geboren und nicht in Santa Barbara. Der Song ist sehr geil, vor allem die Trompeten geben dem Reggae hier die nötige Würze und der der Refrain hinterlässt einen gnadenlosen Ohrwurm. Ganz klar eines der besten Stücke ist die Reggaehymne "State Of Mind", in die man sich schon beim ersten Hören unsterblich verlieben kann! Mit "Reflections", "Lay Your Head Down", "Coyote" und "Don't Go" finden sich glücklicher Weise noch einige Ska/Reggae-Hymnen von ähnlichem Kaliber. Die eingängigen, oftmals hymnenenartigen Refrains sind diesmal die große Stärke dieses Longplayers. Die muss man einfach mitsingen und auch wenn die Scheibe längst nicht mehr läuft, ertappt man sich noch freudig beim Summen des Refrains. So muss es sein!

Punks not dead
Natürlich gibt's aber auch reinen Ska zu hören, wie wir ihn von den Mad Caddies kennen und lieben ("Without You"). Wer den alten, punkrockigen Zeiten der Band nachtrauert (wie unsere guten Kollegen von Dosenmusik), der wird sich über "Today", "Pyramid Scheme" und "Tired Bones" freuen. Letzteres klingt zu Beginn ähnlich wie der Ska-Kracher "Monkeys", mausert sich dann aber noch zu einem fetten Skapunk-Rocker. Ein guter Pusher zum Skaten/Snowboarden.

Zugabe!
Die ganze CD ist ein einziges Highlight (all killer no filler!) und kommt auch am Ende ohne einen einzigen Filler aus: "Souls For Sale" überzeugt in feinster Sublime-Manier mit locker leichten Reggae-Beats und schönen Lyrics und ist einer der besten gesellschaftskritischen Songs seit "Fuck Machine" (Mighty Mighty Bosstones). Genial gut ist auch das Cover des Reggae-Klassikers "Riding For A Fall" (im Original von Delroy Wilson), mit Gastsänger Duckie Simpson von Black Uhuru! Die Scheibe schliesst mit der schönen Akkustikgitarren-Nummer "Watcha Gonna Do" und hat als Hidden Track noch ein Outro, das stark an die Blues Brothers erinnert.

Bleibt noch zu erwähnen, dass Produzent Wayne Jobson einen guten Job gemacht hat. Der Sound der Caddies hat gegenüber den alten Alben einen großen Sprung nach vorne gemacht, was auch auf den Gesang von Chuck Robertson zutrifft.

Jetzt schon reinhören auf MySpace

Wer es nicht bis Ende April aushält, kann sich jetzt schon einige Songs aus dem neuen Album unter www.myspace.com/mad_caddies oder bei Fat Wreck Chords anhören. Sobald Ihr das getan habt, wird Euch vermutlich klar, dass Ihr die Jungs schnellstens Live sehen wollt. Die Tourdates der Mad Caddies findet Ihr bei uns unter den "Music-Dates".

Anspieltipps:
02. "Backyard"
03. "State Of Mind"
09. "Coyote"
12. "Souls For Sale"
13. "Riding For A Fall"
(Gesamtspielzeit: 15 Tracks, ca. 50 Minuten)

Fazit: Mit "Keep It Going" bringen die Mad Caddies in Kürze ihr mit Abstand bestes Album auf den Markt und liefern den perfekten Soundtrack zum Frühlingsanfang! Seit Tagen läuft diese geniale Scheibe bei uns rauf und runter und wurde deshalb von der Ozelot Crew zur CD des Monats (04/2007) gewählt. (Dr.Öge)

Für Fans von: Reel Big Fish, Pepper, Sublime, Slightly Stoopid, Long Beach Dub Allstars, Manu Chao, Halfpint, Mighty Mighty Bosstones, Less Than Jake, etc.