.Manes "How The World Came To An End" (Candlelight / Soulfood / VÖ: 25. Mai 2007)

Stil: Progressive Metal
Format: CD


Wie viele Bands aus den dunklen nordischen Gefilden haben auch Manes als düstere Metalband begonnen, um sich dann in eine unerwartete Richtung weiterzuentwickeln. Doch im Gegensatz zu ihren Kollegen wurde diese Band nicht zwingend softer, sondern die Elektronik begann eine immer größere Rolle zu spielen. Den bisherigen Höhepunkt erreicht das Ganze auf „How The World Came To An End“.

Zur CD selbst: Wenn man die Scheibe einlegt und Play drückt, hört man als Erstes einen Sound, der zumindest mich zwingend an meinen alten Game Boy erinnert. Dieser Sound ist recht leise. Man verspürt den Drang lauter zu drehen und tut dies. Ziemlich genau dann hört das Intro auf... Schon das erste Lied folgt keiner einfachen Struktur. Dem Zuhörer wird ein wilder Mix aus Electronic, Industrial, Trip Hop, Gothic und Metal präsentiert. Laut Label heißt das dann Progressive. Aber selbst diese Fülle an Bezeichnungen will dem Sound nicht wirklich gerecht werden. Spätestens wenn sich im zweiten Track zudem noch englische und französische Rap-Parts dazugesellen, sind, bis auf Crossover, alle Sparten passé. Das komplette Album ist eine Reise durch Dunkelheit, Depression und akustische Verwirrung, klingt insgesamt sehr getragen, zeugt von jeder Menge Pessimismus und liegt ziemlich schwer im Magen. Schließlich geht es hier auch um nichts Geringeres als das Ende der Welt! Trotzdem schaffen es die 16 (!) auf dieser CD zu hörenden Musikerinnen und Musiker, einen gewissen Faible für eingängige Melodien an den Tag zu legen. Zum allergrößten Teil bestehen diese allerdings aus Sounds, die man noch nie zuvor gehört hat. Dadurch fällt es einem schwer sich an diese Melodien zu erinnern, aber um so leichter sich einfach darin treiben zu lassen. Wer nach einer ¾ Stunde nun erwartet, versöhnlich entlassen zu werden, sollte sich weder mit dem Titel, noch mit dem Text des letzten Tracks auseinandersetzen. Denn konsequent sind die Manes und somit führen sie das Thema auch zu einem Ende.

Anspieltipps:
01. "Deeprooted"
06. "Nobody Wants The Truth"
07. "My Journal Of The Plague Years (Fuckmensch Warmensch)"
10. "Son Of Night Brother Of Sleep"
(Gesamtspielzeit: 10 Songs, ca. 45 Minuten)

Fazit: Insgesamt ist „How The World Came To An End“ ein sehr interessantes Album. Es ist voll Innovation und Kreativität. Dabei bleibt es aber definitiv Geschmackssache und ist nichts für Jedermann. Gefallen wird es wohl nur Leuten, die Metal, Electronic und Rap mit Leidenschaft hören können und davon gibt es bekanntlich nicht all zu viele. Absolut hörenswert aber nichts für sonnige Tage. (Eddie)