.Millencolin "Machine 15" (Burning Heart / SPV / VÖ: 04. April 2008)

Stil: Rock / Punk / Melodycore
Format: CD

Es waren einmal vier jugendliche Skater aus Schweden (Nikola Sarcevic, Mathias Färm, Erik Ohlsson und Fredrik Larzon), die sich mit Musik von Operation Ivy, Pennywise, NOFX und ähnlichem pushten und mehr und mehr den Wunsch verspürten ihren musikalischen Vorbildern, die sie vor allem aus Skatevideos kannten, nachzueifern. Das machten sie dann auch auf Anhieb so gut, daß sie sich wenige Zeit später mit ihren ehemaligen Idolen auf den Bühnen dieser Welt, zum Beispiel bei der Vans Warped Tour wieder fanden. Es begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute nicht enden sollte. Auch nach 15 Jahren sind Millencolin nach wie vor eine der erfolgreichsten und konstantesten Rockimporte aus Schweden und das waren sie schon lange vor The Hives oder The (International) Noise Conspiracy. Man könnte fast behaupten, das Nikola & Co Schweden überhaupt erst auf die Landkarte der internationalen Rockmusik verholfen haben. Damals war der Sound des Vierers wegen ihres Skateboard-Backgrounds zunächst sehr auf Fun- und Skapunk fixiert. Dem Ska kehrte man jedoch schon sehr bald den Rücken und entwickelte sich weiter Richtung Punkrock und Melodycore. Das letzte Studioalben, "Kingwood" brachte dann noch deutlich mehr Rock ins Spiel und der vorliegende, nagelneue Release geht da sogar noch weiter ...


Millencolin - "Detox"

Zur CD selbst: Das neue Album von Millencolin klingt vertraut und dennoch völlig anders als alle bisherigen Alben der Schwedencombo. Man gibt sich nun ersnter und erwachsener, längst nicht mehr so fröhlich und leichtfüßig wie noch in den 90ern, dafür professioneller und abgeklärter. Millencolin haben sich abgewendet vom Spaßpunk, man will als Musiker nach 15 aktiven Jahren endlich ernst genommen werden. Zu recht, und wenn es nach uns ginge, gehören Millencolin in die Rock'n Roll Hall of Fame, doch dafür müssen sie mindestens noch 10 Jahre weiter machen. Die Gangart wurde auf diesem Album zunehmend Richtung Midtempo verlagert, dafür dröhnen die Instrumente, allen voran die Gitarre druckvoller als je zuvor, was für die nötige Energie sorgt und vorm Abdriften zum Powerpop bewahrt. Die Texte sind eingängig und typisch für Millencolin, der schwedische Vierer hat kein bisschen an Drive verloren und dieser hymnenartige Melodycore lädt mit seinen energischen Refrains natürlich zum Mitsingen und Mitgröhlen ein. Die Songs "Brand New Game", "Done Is Done" oder "Who's Laughing Now" machen auch den neuesten Release zur optimale Beschallung für jede Skate-, Snow- oder Wakeboard-Session und verschaffen dem Rider garantiert den richtigen Push. Die Produktion, für die Lou Giordano (Samiam, Lemonheads, Plain White T's) verantwortlich zeichnet, ist besser gelungen als je zuvor und schreit förmlich danach, vom Mainstream wahrgenommen zu werden. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem vorletzten Release "Home From Home" ist klar zu erkennen, das ebenfalls die Handschrift von Lou trägt. Alteingeschworene Fans dürften nach leichter Umgewöhnung schnell begeistert sein und auch die Fanbase von Hot Water Music oder den Foo Fighters sollte beim neuen Sound von Millencolin aufhorchen!

Anspieltipps:
01. "Machine 15"
02. "Done Is Done"
03. "Detox"
08. "Who's Laughing Now"
09. "Brand New Game"
(Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 46 Minuten)

Fazit: Mit "Machine 15" ist den vier Jungs aus Örebrö ein herausragendes Rockalbum gelungen, das tatsächlich Alle begeistern wird - ein Crowd-Pleaser erster Güte! So, who's laughing now? (dr.öge)

Für Fans von: No Fun At All, Hot Water Music, Foo Fighters, Pennywise, Bad Religion