.moby "hotel" (emi / vö: 14.märz 2005)

 
mit "hotel" beschert uns richard melville hall, besser bekannt als moby, sein mitllerweile fünftes album. vom erfolg verwöhnt und als musikalisches mastermind gehyped hatte sich moby nach seinem letzten album eine kleine auszeit genommen und sich politisch für john kerry und gegen george bush engagiert. ("für mich ist offensichtlich, daß bush ein lügner ist und unserem land erheblichen schaden zugefügt hat. ... einige leute in den usa wollen partout nicht zugeben, daß der krieg im irak komplett falsch gelaufen ist. daher ist es mir wirklich peinlich ein amerikaner zu sein.")
es bleibt auch fragwürdig, ob wir in zukunft noch viele releases des new yorkers hören werden, da der meister ja schon vor längerer zeit angekündigt hatte, musikalisch kürzer zu treten. auch bei seinen zukünftigen live-auftritten will moby raus aus den großen hallen und zurück in kleine clubs, weil hier "einfach mehr energie herrscht" ..., wie er sagt.
bereits seit seinem dritten album "play" ist moby stets selbst auf seinem album-cover abgebildet, so auch bei seinem fünften streich. wieder einmal verzichtet mr. hall auf graphisch aufwendige desings und posiert einfach selbst, nur diesmal mit dem unterschied, dass er der welt den rücken kehrt...

zur CD selbst:
so, jetzt wird es aber zeit zum einchecken und zum relaxen... "hotel" beginnt mit einem seichten elektropop-intro, dass zwar fast nur von einem einzigen piepton dominiert wird, aber trotzdem recht gut klingt. mit dem ersten richtigen song "raining again" wird schnell der unterschied zu moby's bisherigen alben deutlich. das new yorker multitalent verzichtet auf "hotel" komplett auf samples anderer künstler und lässt außer der gastsängerin laura dawn niemand anders mitmischen... der strikte veganer hat diesmal sogar alle instrumente (außer den drums) komplett selbst eingespielt.
das stück "raining again" erinnert vom beat her zunächst stark an den song "honey", doch sobald moby's gesang einsetzt, geht das stück in eine andere, sehr tanzbare richtung.

in "beautiul" hat sich moby ebenfalls selbst das micro geschnappt und herausgekommen ist trotz weniger abwechslungsreichem text ein durchaus schöner popsong.
mit "lift me up", das bereits als single ausgekoppelt wurde, folgt eine ans intro anknüpfende elektropop-nummer mit starker house-tendenz, die zudem sehr refrainlastig ist. "temptation" ist ein cover von new order, die moby während den 80er jahren sehr stark beeinflusst haben. eine sehr gefühlvolle ballade, die in zusammenarbeit mit der gastsängerin laura dawn entstanden ist.
mit "dream about me" ist moby eine weitere sehr schöne ballade gelungen, die mit den sanften vocals von gastsängerin laura und zarten pianoklängen im hintergrund wirklich zum träumen einläd.
"i like it" ist ziemlich sexy und dreht sich auch um gleichnamiges adjektiv... mit lasziver stimme hauchen ms. dawn und mr. hall die vocals ins mic. "very" erinnert an längst vergangene rave-zeiten und zählt nicht unbedingt zu den highlights dieser scheibe. mit "love should" folgt eine weitere, von pianoklängen begleitete ballade, die moby ebenfalls im duett mit der wundervollen laura dawn eingesungen hat.

"hotel" ist übrigens auch als limited edition erhältlich. die limiteirte ausgabe beinhaltet zusätzlich die bonus-cd "hotel ambient".

für alle die von dem moby und seiner welt nicht genug bekommen können, haben unter mobyhotel.com die möglichkeit in mr. halls virtuellem hotel einzuchecken. super empfehlenswert, ihr müsst euch lediglich registrieren und bekommt dann ein eigenes hotelzimmer... hier erfahrt ihr vieles über moby, könnt euch seine videos anschauen, scrennsaver und ringtunes downloaden, e-cards verschicken und und und! es macht auf jeden fall spaß in mobys hotel einzuziehen!
 
anspieltipps:
02 "raining again"
03 "beautiful"
06 "teptation"
08 "dream about me"
10 "i like it"
12 "love should"
(gesamtspielzeit: 14 songs, ca. 51 minuten)
 
fazit: hmm, trotz teilweise sehr guten songs, habe ich nach drei jahren album-pause etwas mehr von moby erhofft. zwar ist und bleibt mr. hall ein mastermind, doch 100% überzeugen konnte mich "hotel" leider nicht.
intelligente chill-out-musilk mit starken anleihen an die 70er und 80er jahre. (PRINZessin)