.Nas "Hip Hop Is Dead" (Defjam / Universal / Styleheads / VÖ: 15. Dezember 2006)

Stil: US HipHop
Format: CD
 

„Hip Hop is dead“ gilt zur Zeit wohl als das am meist diskutierte Zitat eines Hip-Hop Veteranen der Neuzeit. Im Gegensatz zu vielen seiner alten Kollegen, hat er es geschafft über mehr als zehn Jahre im Rap Game zu bestehen. Um so beängstigender ist es, dass viele aus dem Hip-Hop Lager der selben Meinung sind. In vielerlei Hinsicht entwickelt sich das Hip-Hop Ding zu einen riesengroßen Kindergarten. Vor wenigen Jahren beschimpften Backpacker die Oldschooler, als nicht mehr zeitgemäß oder lapidar als „Ökorapper“, „Spassrapper“ oder sonst wie.

Zur CD selbst: Gerade dann wenn die Reibungspunkte untereinander nicht größer erscheinen können, muss man sich selbst automatisch die Frage stellen: Ist es um Hip-Hop wirklich so schlecht bestellt? Beim Track „Carry On Traditions“ thematisiert Nasir Jones den Generationswechsel im Hip-Hop und geht auf die Gegensätze und Wiedersprüche ein, die momentan durch das Hip-Hop Lager wuseln. Gekonnt schafft er es, das Problem Old School vs. New School, ebenfals durch seine Features zu thematisieren, so zeigen Tracks wie „QB OG“ feat. Dr. Dre und The Game, dass zwei Generationen in sich kein Wiederspruch sein müssen. Oder „Play On lalyer“ feat. Snoop Dog, das Conciouness- und G-Rap problemlos auf einer Platte funktionieren. Als Highlight kann ohne Übertreibung der Track „Black Republican“ mit Jay-Z genannt werden, der die einstigen Rivalen erstmals auf einem gemeinsamen Track vereint. Natürlich darf an dieser Stelle auch der von Will I Am produzierte Titeltrack „Hip Hop is dead“ nicht fehlen, in dem Nas selbstreflektierend das Game aufschlüsselt und seine sichtweise über die Zukunft des Rap bzw. der Hip-Hop Kultur analysiert, gleichzeitig mit „Can´t Forget About You“ aber auch Nostalgie über die Good old days verbreitet, die aus vielerlei Hinsicht zurückgewünscht werden.
Auch in Sachen Produzenten vereint er neu und alt und schafft mit Produktionen eines DJ Premiers, Scott Storch oder eines Kanye West problemlos die vorherrschende Kluft der zwei Generationen zu überbrücken und allen zu beweisen, dass die Produktionen der alten Hasen immer noch problemlos auf dem neuesten Stand im Hip-Hop Zirkus mithalten können.

Betrachtet man das Album im Gesamten und stellt sich erneut die Frage, ob Hip Hop wirklich tot ist. Kann man eigentlich nur eine Antwort geben: Vielleicht, vielleicht aber auch nicht, möglicherweise wird sich eine neuere Generation in 10 Jahren mit ähnliche Identitätskrise wieder selbige Frage stellen und sich die Kultur auf den Stand des Jahres 2007 zurück wünschen und diese als die: „Good old days“ deklarieren. Word!

Anspieltipps:
05. "Hip Hop Is Dead"
07. "Black Republican"
15. "Can't Forget About You"
(Gesamtspielzeit: 17 Songs, ca. 64 Minuten)

Fazit: Bekannterweise kann man das Rad nicht neu erfinden ... aber man kann es verbessern. So bietet Nas hier den „Bauplan“ für die neue „Generation Rap“, bauen muss man aber nach wie vor selbst...
(Bo)