.nightmares on wax - another late night (zomba / vö: 12. mai 2003)




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nein, das hier ist KEIN neues studioalbum der nightmares on wax.
ähnlich wie zB die DJ-kickz-serie von K7 ist "another late night" eine compilation-reihe, bei der ein artist/gruppe/dj/producer ein eigens ausgewähltes dj-set abmischt. den künstlern wird hierbei angeblich absolut freie hand gelassen, einzige bedingung: ein eigener song muß beigesteuert werden und als letzter track folgt immer eine kleine (gute-nacht-)geschichte.

folglich ist diese serie auch meist weniger was zum tanzen, vielmehr etwas für nach dem tanzen!
wenn man spät in der nacht noch gesellig bei dem ein oder anderen cocktail zusammensitzt, ist dieser sound die perfekte untermalung. keinesfalls einschläfernd, vielmehr anregend und wie gemacht, für nächte, die so lang sind, daß sie erst enden wenn die sonne wieder aufgeht...

auf der reise durch den plattenkoffer der nightmares machen wir halt beim rootsman, bei quincy jones, dusty springfield, tom scott, king cobra, ian brown und einigen anderen.
obwohl es querfeldein durch alle styles geht, bildet dieses album dennoch eine einheit und klingt nicht nach einem sampler, bei dem angestaubte alte songs wahllos auf eine scheibe gebrannt wurden. ganz im gegenteil, alles und jeder song ist fein aufeinander abgestimmt. relaxter, von soul, reggae & dub dominierter hörgenuß.

in seinem letzten film "high fidelity" sagte john cusack: "einen guten sampler zu machen ist eine super-raffinierte, große kunst und es dauert viel länger als man denkt ... als ersten song brauchst du einen knaller, damit die leute dir zuhören. dann drehst du noch ein wenig mehr auf, aber ohne gleich dein ganzes pulver zu verschießen, danach kühlst du die sache kurz runter, aber ohne das es langweilig wird ..."

als wären die nightmares diesem rezept gefolgt, bringen sie mit "midnight marauders" direkt zum anfang ein absolutes highlight. danach kühlt es mit ian brown's "gravy train" im N.O.W.-mix etwas ab, um dann mit dem nächsten song wieder etwas wärmer zu werden.
richtig gut wird's dann wieder mit dem vierten song "show some love" von rootsman. natürlich folgen noch weitere tracks von gleicher qualität (siehe anspieltips).
der selbst beigesteuerte song der nightmares ist "brothers on the slide", ein geniales sample von cymande, daß ich euch unbedingt auch im original ans ohr legen möchte!
übrigens: über cymande hatten wir rein zufällig vor kurzem erst einen ausgiebigen artikel
in "dirk's music mirror" gebracht.



anspieltips:
01 dj fietchie feat. joe dukie "midnight marauders"
04 the rootsman "show me some love"
09 search "actiontape (aim madscope mix)
10 large professor "bout that time"
13 dusty springfield "spooky"
15 cymande "brothers on the slide"
(gesamtspielzeit: 16 tracks, 75 minuten)

fazit: das konzept der "another late night / late night tales" ist an sich schon ein rocker, doch die nightmares setzten dem ganzen noch die krone auf und liefern die bisher beste "late night" ab!
mit smoothen style & genialem groove schlägt diese platte die breit gesähte samler-konkurrenz um
längen ...              (Dr Öge)

ps: als nächstes werden "sly and robbie" einige späte nächte verbringen, um die compilation-reihe fortzusetzen.