.Nikola Sarcevic "Roll Roll And Flee" (Burning Heart / VÖ: 23. Oktober 2006)


Nikola Sarcevic kann mittlerweile auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Musiker zurück blicken, so veröffentlichte er bislang sechs Alben & einige EPs/Split-Singles als Sänger der Band Millencolin und ein Soloalbum. Diesem Soloalbum „Lock Sport Krock“ lässt er nun seinen zweiten Solostreich mit „Roll Roll And Flee“ folgen. Während Millencolin eher die raue rockigere Seite von Nikola zu Tage fördert, zeigt er auf den Soloalben doch immer dass er noch weit mehr kann als Punkrock. Seine Soloalben bringen bislang immer einen etwas melancholischen, Country-orientierten, Folk- und Blues-Sound unter das Folk. Schön wenn man so open minded an Musik herangehen kann.

Wie schon das Debut von Nikola erscheint auch diese Scheibe wieder beim Stammlabel Burning Heart, vielleicht ist das auch der Grund warum die neue CD auf‘s erste Hören der letzten Soloscheibe so ähnlich klingt. Singer-Songwriter im Folkbereich zu sein ist halt auch nicht ganz einfach und mit wirklichen Innovationen lässt sich da nicht glänzen. Die Verbesserungen liegen im Detail, in den Texten, den kleinen aber gezielten Einsätzen von Instrumenten, wie z.B. der Mundharmonika und dem durchweg homogenen Sound der Scheibe.

Neun Musiker hat sich Sarcevic ins Studio geholt um mit ihnen gemeinsam seinen besonderen Sound auf „Roll Roll And Flee“ einzuspielen. Manche alte Bekannte des letzten Soloausflugs sind auch diesmal wieder auf der CD zu finden, zum Beispiel Fredrik Sandsten (Drummer von Soundtrack of out Lives) oder auch Henrik Wind. Der Sound wirkt diesmal etwas abwechslungsreicher und überraschender als auf dem Vorgänger, so kommen beim grandiosen "Let me in" auch Bläser zum Einsatz und machen den Song zu etwas Unerwartetem. Insgesamt werden Piano-, Mandoline-, Gitarren- und Banjo- (Countrystyle) Klänge mit schönen Geschichten versehen und hier und da auch mal rockiger vorgetragen, „Tybble Skyline“ ist da ein schönes Beispiel, auch wenn es inhaltlich um einen Selbstmord geht. Der Opener "From where i'm standing" lässt von endlos tiefer Entäuschung über ein Leben hören und in „Love is trouble“ geht‘s über die schlechten Seiten der Liebe - „... everything i learn i seem to learn it through pain..“. Melancholisch, gefühlvoll und schön vorgetragen. Eine sehr gute CD für die ruhigeren Tage im Leben!

Anspieltipps:
01. „Where I‘m Standing“
03. „ Let me in“
09. „Thin air“
(Gesamtspielzeit: 11 Songs, ca. 34 Minuten)

Fazit: Der perfekte Herbstsoundtrack! Angenehm, abwechslungsreich und kurzweilig klingt das neue Album, welches mich aber erst nach mehrmaligem hören wirklich zu begeistern wusste - dann aber richtig, denn nach und nach erkennt man n die anfänglich vermeintlich fehlenden Hits. Einfach nur gut, von Anfang bis Ende! (MC)