.NOFX "The've Actually Gotten Worse" (Fat Wreck / VÖ: 20. November 2007)

Stil: Punkrock, Ska, Reggae
Format: als CD oder Doppel-LP erhältlich

Absolut Jeder, der schon einmal auf einem Skateboard oder Snowboard gestanden hat oder Punkrock hört, sollte NOFX und deren Frontmann Michael Burkett, besser bekannt als Fat Mike, kennen. Die Band feiert im nächsten Jahr 25-jähriges Bestehen und war einst der Grundstein für das heute weltweit agierende Indie Punk Label Fat Wreck Chords. Doch man sollte diese Band nicht nur kennen und verehren, sondern auch unbedingt lieve gesehen haben! Wer schon einmal ein Konzert von NOFX besucht hat, weiß wovon ich rede, alle anderen können sich zunächst mit dem neuen Live-Album, dem Nachfolger von "I heard they suck live" trösten.

Zur CD selbst:
Vor einigen Tagen war ich auf dem Nachhauseweg auf der Gießener Autobahn Richtung Frankfurt unterwegs und dachte mir, ich gebe meinem, kurz vor dem Ableben stehenden Auto-CD-Player nochmal eine letzte Chance, denn in die neue NOFX wollte ich nun unbedingt reinhören. Der Player bewies Musikgechmack und akzeptierte die CD beim ersten Versuch. Ein Wunder war geschehen - und das sollte die anstehende Fahrt zum reinen Vergnügen machen! Und die ersten Songs lassen ("Glass War", "You're Wrong") mich sofort Vollgas geben. Gut, daß es auf der anschließenden A66 kein Tempolimit gibt ... Danach feue ich mich über die Schrägen Versionen von "Franco Un-American" und dem Klassiker "Scavenger Type". NOFX rocken mit ("What's The Matter With Parents Today?") derbe weiter, ich lache kurz über den Ausflug zu "Basket Case" ("The Longest Line") und ich scheine den Heimweg in Rekordzeit zu schaffen. Dann muß ich aber doch kurz vom Gas und genüßlich "Eat The Meek" mitgröhlen - Yeah. Am Ende der geilen Anarcho-Nummer "Murder The Government" reißt mich die Musik dermaßen mit, daß mein Fahrverhalten als gemeingefährlich bezeichnet werden muß. Immer diese Pusher-Songs, wie ich es liebe. Viel zu schnell bin ich an meinem Ziel angekommen aber nicht ohne den Vorsatz, in Zukunft wieder öfter meine NOFX-Sammlung zu hören, die ohne dieses Album nicht komplett wäre.
Zugegebenermaßen ist es mit Live-CDs ja oft so eine Sache, da gibt es viele Kritikpunkte (wie z.B. die Soundqaulität) und oftmals sind Fans der Meinung, daß man auf diese Outputs verzichten kann. Das ist beim zweiten Live-Album von NOFX jedoch nicht der Fall, diese Scheibe muß man haben, um die Sammlung zu komplettieren. Gerade Live sind Fat Mike & Co ein ganz besonderer Leckerbissen, der nur so vor Spielfreude, dummen witzen und einem Haufen Selbstironie strotzt. Außerdem sind NOFX bekannt dafür, ihre Songs ständig in neuen Versionen mit abgeänderten Texten zu spielen, um so dem Stück eine neue Aktualität und den Fans einen neue Anreiz zu bieten. Eben diese Stärken spielen sie auf "They've actually gotten worse" gekonnt aus. Wissenswert für alle Fans dürfte auch sein, daß sich auf diesem Set kein einziger Song der ersten Live-CD "I heard they suck live" findet. Die Tonqualität ist übrigens ausgezeichnet, auch das Publikum ist genau richtig abgemischt, was oft ein gutes Live-Album ausmacht. Um nichts dem Zufall zu überlassen, spielten NOFX übrigens an drei Tagen hintereinander im gleichen Club (Slim's) in San Francisco und hatten somit mehr als genug Material, um ein erstklassiges Set zusammen zu stellen und das ist ihnen auch definitiv gelungen!


Anspieltipps:
04. "Scavenger type"
08. "Eat the meek"
09. "Murder The Government"
15. "I Wanna Be An Alcoholic"
19. "Lori Meyers"
20. "We March To The Beat Of Indifferent Drum"
(Gesamtspielzeit: 24 Songs, ca. 60 Minuten)

Fazit: Eine geile Portion Live-Punkrock auf CD. Empfehlenswert für Jedermann und für Fans schlicht unverzichtbar! (dr.öge)

Für Fans von:
Mad Caddies, Bouncing Souls, Bad Religion, Reel Big Fish, Millencolin, No Use For A Name, No Fun At All, Lagwagon, Propagandhi, usw.


NOFX - "Eat The Meek"
(Live @ Rock im Park)