.Pennywise "Reason To Believe" (Epitaph / SPV / VÖ: 28. März 2008)


Stil: Punkrock
Format: CD

Yeah, ein neues Pennywise-Album! Diese Nachricht hat mich echt gefreut. Immerhin haben mich Pennywise super durch meine Schulzeit begleitet. Nicht dass ich dadurch mehr Lust auf Schule hatte, aber die Tage wurden vor allem durch "Full Circle" echt besser. Irgendwie hab ich die Band aber seit "Land Of The Free?" aus den Augen verloren. Eigentlich gibt es dafür gar keinen Grund, denn schließlich hielt auch diese Scheibe alles, was Pennywise jemals versprochen hatten. Um so spannender war es allerdings "Reason To Believe" zu erhalten und play zu drücken...


Zur CD selbst:
Und es hat sich (fast) nichts geändert! Nach einer Minute vollkommen sinnlosem Intro (Bands tendieren zu so etwas, wenn sie älter werden) wird losgefetzt wie eh und je. Bei der zweiten Nummer und ihrem Metal-lastigen Start war ich kurz verunsichert. Allerdings sind sie beim Refrain wieder die guten alten Pennywise, bei denen man nach dem dritten Anhören von jedem Lied mindestens eine Textzeile mitsingen kann, will und muß. Keine Ahnung wie alt die Jungs inzwischen wirklich sind, aber ein paar Punkbands und Punkrockbands können sich davon mal eine Scheibe abschneiden! Textlich gesehen sind Pennywise nach wie vor auf dem Höhepunkt. Was Sänger Jim Lindberg da von sich lässt leuchtet ein und scheint einen jedes mal aufs neue wachzurütteln. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass dieser Output der Kalifornier den Hass auf die 9-to-5-Gesellschaft weiter erhöht. Bei Track 4 angekommen war ich im absoluten Pennywise-Rausch. "Something To Live For" ist (mal wieder) der absolute Mitgröl-Hammer. Nicht dass sie damit an "Bro Hymn" rankämen, aber dass sie nichts von ihrem Feuer verloren haben, dürfte hiermit klar sein. Direkt danach wird "All We Need" rausgefeuert, welches uns ohne Abstriche zur ersten Single-Auskopplung "The Western World" führt. Diese drosselt das Tempo zwar leicht, bringt dadurch aber den Text wieder mehr in den Vordergrund, was man so auch absolut unterstützen kann. Schaut euch unten das Video dazu an! Selbst das ist gelungen, ich kann mich gar nicht daran erinnern, vorher jemals ein Video von Pennywise gesehen zu haben. War ja auch nie so wichtig... Ein absolutes Wiedererkennungszeichen für einen Pennywise-Output ist, dass man das Teil ohne Pause mehr als einmal komplett durchhören kann. Diese Regel lässt sich ohne Abstriche auch auf "Reason To Believe" anwenden.


Pennywise - "The Western World" (Official Videoclip)

Das einzige was mir negativ auffiel, ist dieses Gefühl, dass sich Pennywise teilweise selbst covern. Ich schwöre, dass ich einige Riffs und Gesangslinien genau so auch schon auf anderen Alben meiner Oberstufen-Versüßer gehört habe. Das ist teilweise so offensichtlich, dass es wie Absicht wirkt. In Anbetracht der Tatsachen, dass dies nicht nur einmal auf der Scheibe geschieht, aber nur einmal lustig gewesen wäre, können wir den Verdacht der Absicht allerdings begraben. Am besten mal selbst reinhören und eine Meinung bilden. Ich kann euch bei Bedarf und mit etwas zeitlichem Abstand auf jeden Fall eine komplette Liste mit Songtiteln und jeweiligem Album zuschicken, die hier gecovert werden. Vielleicht hab ich ja auch einfach Halluzinationen... Im Übrigen ist es bei Pennywise nicht schlimm, wenn einem das eine oder andere Riff bekannt vorkommt. Immerhin handelt es sich um eine Band, die seit vielen respektablen Jahren von Powerchords lebt. Also sozusagen drei-bis-vier-Akkord-Musik. Das Ergebnis jedenfalls spricht für sich. Der Duracell-Hase am Schlagzeug kriegt sein Parkinson während der gesamten 41 Minuten nicht in den Griff und Jim gehen weder die Themen noch die Ambitionen aus. Alles wie gewohnt. Lang lebe der Clown!

Anspieltipps:
04. "Something To Live For"
06. "The Western World"
10. "It's Not Enough To Believe"
11. "You Get The Life You Choose"
13. "Brag, Exaggerate & Lie"
14. "Die For You"
(Gesamtspielzeit: 14 Songs, 41 Minuten)

Fazit: Ich muss mir sämtliche Pennywise-Alben kaufen, die mir in meiner Sammlung noch fehlen, sollte mein bürgerliches Leben vernachlässigen und etwas mehr revolutionieren, will Pennywise mal wieder live sehen und die Schulzeit war eigentlich auch ganz cool... (Eddie)