Yeah, ein neues Pennywise-Album! Diese Nachricht
hat mich echt gefreut. Immerhin haben mich Pennywise super durch meine
Schulzeit begleitet. Nicht dass ich dadurch mehr Lust auf Schule hatte,
aber die Tage wurden vor allem durch "Full Circle"
echt besser. Irgendwie hab ich die Band aber seit "Land Of The
Free?" aus den Augen verloren. Eigentlich gibt es dafür
gar keinen Grund, denn schließlich hielt auch diese Scheibe alles,
was Pennywise jemals versprochen hatten. Um so spannender war es allerdings
"Reason To Believe" zu erhalten und
play zu drücken...
Zur CD selbst: Und es hat sich (fast) nichts geändert! Nach
einer Minute vollkommen sinnlosem Intro (Bands tendieren zu so etwas,
wenn sie älter werden) wird losgefetzt wie eh und je. Bei der zweiten
Nummer und ihrem Metal-lastigen Start war ich kurz verunsichert. Allerdings
sind sie beim Refrain wieder die guten alten Pennywise,
bei denen man nach dem dritten Anhören von jedem Lied mindestens
eine Textzeile mitsingen kann, will und muß. Keine Ahnung wie alt
die Jungs inzwischen wirklich sind, aber ein paar Punkbands und Punkrockbands
können sich davon mal eine Scheibe abschneiden! Textlich gesehen
sind Pennywise nach wie vor auf dem Höhepunkt. Was Sänger Jim
Lindberg da von sich lässt leuchtet ein und scheint einen
jedes mal aufs neue wachzurütteln. Man kann mit Fug und Recht behaupten,
dass dieser Output der Kalifornier den Hass auf die 9-to-5-Gesellschaft
weiter erhöht. Bei Track 4 angekommen war ich im absoluten Pennywise-Rausch.
"Something To Live For" ist (mal wieder)
der absolute Mitgröl-Hammer. Nicht dass sie damit an "Bro
Hymn" rankämen, aber dass sie nichts von ihrem Feuer verloren
haben, dürfte hiermit klar sein. Direkt danach wird "All
We Need" rausgefeuert, welches uns ohne Abstriche zur
ersten Single-Auskopplung "The Western World"
führt. Diese drosselt das Tempo zwar leicht, bringt dadurch aber
den Text wieder mehr in den Vordergrund, was man so auch absolut unterstützen
kann. Schaut euch unten das Video dazu an! Selbst das ist gelungen, ich
kann mich gar nicht daran erinnern, vorher jemals ein Video von Pennywise
gesehen zu haben. War ja auch nie so wichtig... Ein absolutes Wiedererkennungszeichen
für einen Pennywise-Output ist, dass man das Teil ohne Pause mehr
als einmal komplett durchhören kann. Diese Regel lässt sich
ohne Abstriche auch auf "Reason To Believe"
anwenden.
Pennywise - "The Western World"
(Official Videoclip)
Das einzige
was mir negativ auffiel, ist dieses Gefühl, dass sich Pennywise teilweise
selbst covern. Ich schwöre, dass ich einige Riffs und Gesangslinien
genau so auch schon auf anderen Alben meiner Oberstufen-Versüßer
gehört habe. Das ist teilweise so offensichtlich, dass es wie Absicht
wirkt. In Anbetracht der Tatsachen, dass dies nicht nur einmal auf der
Scheibe geschieht, aber nur einmal lustig gewesen wäre, können
wir den Verdacht der Absicht allerdings begraben. Am besten mal selbst
reinhören und eine Meinung bilden. Ich kann euch bei Bedarf und mit
etwas zeitlichem Abstand auf jeden Fall eine komplette Liste mit Songtiteln
und jeweiligem Album zuschicken, die hier gecovert werden. Vielleicht
hab ich ja auch einfach Halluzinationen... Im Übrigen ist es bei
Pennywise nicht schlimm, wenn einem das eine oder andere Riff bekannt
vorkommt. Immerhin handelt es sich um eine Band, die seit vielen respektablen
Jahren von Powerchords lebt. Also sozusagen drei-bis-vier-Akkord-Musik.
Das Ergebnis jedenfalls spricht für sich. Der Duracell-Hase am Schlagzeug
kriegt sein Parkinson während der gesamten 41 Minuten nicht in den
Griff und Jim gehen weder die Themen noch die Ambitionen aus. Alles wie
gewohnt. Lang lebe der Clown!
Anspieltipps:
04. "Something To Live For"
06. "The Western World"
10. "It's Not Enough To Believe"
11. "You Get The Life You Choose"
13. "Brag, Exaggerate & Lie"
14. "Die For You"
(Gesamtspielzeit: 14 Songs, 41 Minuten)
Fazit: Ich muss mir
sämtliche Pennywise-Alben kaufen, die mir in meiner Sammlung noch
fehlen, sollte mein bürgerliches Leben vernachlässigen und etwas
mehr revolutionieren, will Pennywise mal wieder live sehen und die Schulzeit
war eigentlich auch ganz cool... (Eddie)