| .Pete Rock "NY's Finest" (Nature Sounds / Groove Attack / VÖ: 14. März 2008) | |
Stil: Hip Hop / Rap / Turntablism / Reggae Format: CD Wegen einer vierjährigen Pause und der dadurch fehlenden Mainstream-Präsenz ist Pete Rock in Deutschland nicht annähernd so bekannt wie Kanye West oder Pharrell Williams. In dieser Zeit war P-Rock jedoch alles andere als untätig, der in erster Linie als Produzent bekannte New Yorker half bei der Entstehung der Alben von Biggie Smalls, Jeru The Damaja, Talib Kweli, Redman, Nas, Common, Mary J Blige, Ghostface Killah und einigen mehr. Tatsächlich ist Pete Rock eben ein alter Hase im Hip Hop Biz und das als absoluter Allrounder. Als Produzent und Remixer gefeiert und ebenso erfolgreich als DJ und MC. Pete beherrscht das Game wie Dwight Howard die Boards, daran gibt es keinen Zweifel. Auch wenn Pete schon lange keinen eigenen Release mehr hatte, ist er für seine Fans nach wie vor Outstanding und daher wird es Zeit für alle kleinen Rotznasen die Hip Hop Hausaufgaben zu machen und heraus zu finden, wer dieser derbe East Coast Styler ist, der auf "NY's finest" in fast jedem Track einen anderen großen des Hip Hop als Gastmusiker am Start hat. Darunter Redman, Masta Killah, Doo Wop, Styles P, Rakwon, Lords Of The Underground und etliche mehr ... Zur CD selbst: Beatrock mit Pete Rock! Diesmal ohne CL Smooth. Die erste musikalische Kostprobe, die er uns nach 4 Jahren endlich hinwirft, überzeugt sofort. Ausgefallene Samples treffen auf fett melodische Beats und harter Rap auf intelligente Lyrics mit einfallsreichen Metaphern und 80ies-Flashbacks. Die Texte sind übrigens die besten, die ich seit langer Zeit im englischsprachigen Rap gehört habe, forget the Wu-Tang Clan! Die Samples sind eine Mischung aus Old-School-Variationen und einigem, völlig neuem, weirden Shit, den man sonst nur zu hören bekommt, wenn DJ Shadow oder Rockers HiFi an den Reglern stehen, einfach großartig! P-Rock versorgt uns hier mit allen Facetten des East Coast Style, von G-Rap über Storytelling bis hin zu fröhlichen oder gar romantischen Tracks. Mit "Till I Retire" stellt der Altmeister jedoch zunächst einmal klar, daß er nie wirklich weg war und auch nicht vorhat, sich in absehbarer Zeit zur Ruhe zu setzen. Sehr persönliche Lyrics und passender Weise das einzige Stück ohne Gast-Feature, guter Rap und ein stylisher, fiepsender Downbeat - vom Feinsten! Hip Hop ist hier natürlich die vorherrschende Gangart, dennoch gibt auch es einige Ausflüge in andere Genres: Da wäre zunächst das jazzige "We Roll" (mit Jim Jones & Max B), das vom Sound her perfekt in die Guru's Jazzmatazz-Reihe passen würde. Lässiger, softer Flow, mit Jazz-Trompeten und smoothen Lyrics, in denen Pete uns rappend verrät, was er in den letzten Jahren so getrieben hat. Dieses Thema setzt Pete einige Songs später im hart gerappten "Questions" zusammen mit Royal Flush fort und beseitigt damit alle Zweifel bzgl. seiner Realness oder wie die New Yorker Hood es auch nennen mag. Ein Highlight für alle Wu-Tang Anhänger ist mit Sicherheit "Best Believe" feat. Redman und LD, doch meiner Meinung nach gibt es noch viel besseres auf der Scheibe zu hören. Zum Beispiel die danach folgende Kampfansage auf jamaikanisch. Pete ist zwar in Brooklyn geboren aber eben als Sohn jamaikanischer Eltern. Nachdem zu Beginn des Tracks zunächst der Mythos um das jamaikanische Unwort Bumboclaat gelöst wird (Rockers HiFi läßt grüßen), entpuppt sich "Ready Fe De War" als saufette Riddim-Hymne, die jeden Reggae-Revoluzer kiffend von der Couch aufspringen und begeistert tanzen läßt. Representing ist in "Don't Be Mad" angesagt, mit verspieltem Beat und Spielhallen-mäßigem Sample. Zum Ende der CD wird der Stil dann deutlich kommerziger und der teils harte G-Rap weicht melodischen, fröhlichen Tunes mit deutlich mehr Pop-Appeal. Doch auch das funktioniert hier erstklassig und so ist "The Best Secret" feat The Lords Of The Underground ein schöner Ohrwurm geworden mit extrem viel Chartpotential. Ähnlicher Stil und ähnlich gut ist "Comprehend" feat. Papoose. Das könnte den Fans von 2Pac und ähnlichem Chartrap richtig gut gefallen. So oder so findet sich aber für jeden Head ein gutes Teil auf dem Album, weil extrem vielseitig!
Anspieltipps: |
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