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Nach dem furiosen Erfolg ihres letzten Albums "sleeping
with ghosts" war es ein Jahr lang still um die drei Engländer
Brian Molko (Vocals & Guitar), Stefan Olsdal (Bass), Steve Hewitt
(drums) von Placebo.
Nun steht das neue Album "meds" in den Startlöchern,
das, so kann man vorwegnehmen, mit Sicherheit im Mainstream wieder einschlagen
wird wie eine Bombe und den ein oder anderen Song werden wir bald in den
Charts wiederfinden.
Musikalisch hat "meds"
jedoch nicht viel mit dem Vorgänger gemein,
statt mit krachender Gitarren wie in "Bulletproof Cupid"
geht es eher wieder im Stil von "pure morning" und
"the bitter end" zu. Ausserdem zieht sich auch eine
gewisse melancholische Grundstimmung durch das Album, die, je nach Song,
mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt ist.
Der Opener "meds" ist sogleich der Titeltrack und erinnert
für wenige Sekunden an den Mega-Hit "every you every me".
Brian Molko ist im Duett mit VV von der Band The
Kills ein geniales Stück gelungen, das sofort ins Ohr geht.
Die nachfolgenden Songs "infra-red", "drag"
und "space monkey" brauchen eine Weile um den Höhrer
zu erreichen, nach mehrmaligem anhören gefallen sie aber mehr und
mehr und zeigen ihren ganzen character. Das ist es, was die Genialität
dieses Longplayers ausmacht: jeder Song hat seinen ganz eigenen Charakter.
Machne Stücker gehen direkt ins Ohr, andere brauchen eine Weile,
doch kein einziger Song nervt oder langweilt beim durchhören.
Bei "follow the cops back home" war ich schon beim
ersten Hören schwer beeindruckt vom harmonisch leichten Zusammenspiel
zwischen Drums und Gitarre. So ziemlich das softeste Stück auf dem
Album aber sehr gelungen obwohl der Refrain gnadenlos überstrapaziert
wurde, wie auch bei vielen anderen Tracks auf "meds",
doch es funktioniert trotzdem. Das darauf folgende "post blue"
ist ebenfalls genial gut, geht schnell ins Ohr und erinnert von der Struktur
her sehr an "pure morning".
Ein solides Stück ohne große Überraschungen ist "i
want you", das von der treibenden Gitarre lebt und einer der
wenigen Momente auf "meds" ist, der stilistisch an
Stücke auf "sleeping with ghosts" angelehnt ist.
"pierrot the clown" ist etwas sehr slow geraten, wird
aber durch die unverwechselbare Stimme von Brian Molko gerettet. Apropos
Stimme: beim bittersüssen "broken promise" wurde
Brian Molko gesanglich von R.E.M.'s
Michael Stipe unterstützt, was zu einem weiteren guten Song geführt
hat.
Wenn man an "meds" nach Kritikpunkten sucht, fallen
lediglich die oftmals überstrapazierten Refrains auf, die eventuell
dafür sorgen werden, dass der ein oder andere Song am Anfang gut
gefällt aber dann auch wieder früh totgehört ist. Auch
für das Cover hätte ich mir ein schöneres Motiv gewünscht
aber das ist Nebensache. Sonst gibt es an dieser Platte, vor allem musikalisch
nichts auszusetzten. Placebo haben sich nicht neu erfunden - ganz im gegenteil,
musikalisch klingt "meds" eher nach älteren Werken.
Ein Album das die Fans nicht überraschen aber trotzdem begeistern
wird.
Anspieltipps:
01 "meds" feat. VV of the Kills
05 "follow the cops back home"
06 "post blue"
10 "broken promise" feat. Michael Stipe of R.E.M.
(Gesamtspielzeit: 13 Songs, ca.49 Minuten)
Fazit: Es ist eine große Kunst,
ein Album zu machen, das gut und abwechslungsreich genug ist, um es genussvoll
von Anfang bis Ende zu hören. Dieses Kunststück ist Placebo
erneut gelungen. Wunderbarer, melancholischer Sound zwischen Rock und
Britpop. Musikalische Medizin für's ganze Volk! (dr.öge)
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