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Dass Randy eine Band ist, dürfte mittlerweile hinreichend bekannt
sein. Ob aber Randy die Band ist, nun, hierüber kann auch der Genuss
der letzten Langspielplatte Aufschluss geben.
Doch der Reihe nach. Denn um an die Musik zu kommen,
bedarf es im Allgemeinen zunächst der Extrahierung des Mediums aus
der eigens hierfür gestylten und ungemein praktischen Aufbewahrungsbox.
Schon auf den ersten Blick fällt dem geschulten Auge eine X-Men-Reminiszenz
des Covers auf. Nur dass die vier jungdynamischen Schweden offensichtlich
weitsichtig genug waren, sich nicht auf das höchst fragwürdige
Urteil eines geistig retardierten Modedesigners zu verlassen, sondern
bei ihrer Klamotte stilgerecht auf bewähre Utensilien des klassischen
Rockers zurückgegriffen haben. Auch die Rückseite ist frei von
Tadeln: absolut klassische und in ihrer Schlichtheit überzeugende
Komposition mit Bandfoto und Trackliste. Never change a winnig team. Schade,
dass der eingeschlagene Weg im Booklet nicht konsequent fortgeführt
wurde. Das Auge hört schließlich mit.
Nachdem das Cover nun abgehandelt wäre, wenden wir
uns nun dem Wesentlichen zu, der Musik nämlich.
Gleich das Eröffnungsstück zeigt, dass Randy
den (Punk) Rock nicht neu erfunden haben. Dabei muss gleichzeitig aber
zugestanden werden, dass dies auch ein gar schwieriges Unterfangen wäre.
Jedenfalls werden in „Punk Rock High“ – wie
auch an zahlreichen anderen Stellen der Platte – abgegriffene Punk
Rock-Phrasen einfach neu eingekleidet. Nicht, dass es hierbei um einen
schlechtern Song handeln würde. Denn von dem furchtbaren Gitarrensolo
mal abgesehen handelt es sich um ein wunderbar kitschiges und eingängiges
Stück. Aber nach dem oft kopierten und dennoch nie erreichten Superstich
Rock N Roll Highschool ist mit diesem Thema einfach kein Blumentopf mehr
zu gewinnen.
Ähnliches lässt sich über die Plattitüden sagen, die
beispielsweise in „Nothing On Me“, „The Pretender“,
„Rich Boy“ oder „I Raise My Fist“
verarbeitet wurden. Im letztgenannten heißt es etwa: „I’m
still vegetarian, anti-American I’m still socialist and I still
raise my fist / I’m still anarchist; I’m still atheist I’m
still pissed“ – es drängt sich die Frage auf, welche
Vorstadtpunks man im Jahre 2005 damit noch vom Hocker reißen kann.
Eventuell offenbart sich hier auch einfach die Crux der Zuspätgeborenen.
Möglicherweise schafft es jedoch „Better Than Art“,
den geneigten Hörer wieder versöhnlich zu stimmen. Hier erklärt
die Band, dass ihre Musik „Better Than Art“ sei,
denn sie sei ehrlich, von Herzen und nicht aufgesetzt. Dies geschieht
in wunderbarer Art und Weise, die genretypisch zum Mitgrölen des
Refrains auffordert!
Offensichtlich hat man im Hause der Randys nicht nur etwas für radiotauglichen
Rock übrig, scheint man sich doch auch einiges bei den alten Misfits-Schergen
abgeschaut zu haben. So übernimmt man in der Band nicht nur ganz
„Evil“ die klassische Misftits-Songkomposition, sondern orientiert
sich darüber hinaus auch an den Sangeskünsten der quadratischen
Schmalzlocke Danzig. Ein gutes Stück Punk Rock, allerdings spielen
Randy wahrscheinlich einfach zu gut, um das Misfits-Konzept überzeugend
einsetzen zu können.
Was Randy letztendlich von vielen anderen Bands
abhebt, ist, dass sie um die hunderttausendfach verwendeten Punk Rock-Phrasen
einfach schöne, eingängige und alles andere als langweilige
Stücke zaubern. Speziell auf dieser Platte überzeugt der cleane
Sound, der die teilweise recht einfache Konzeption der Songs, wie sie
sich einfach für eine Punk Rock-Platte gehört, angenehm unterstützt.
Der einmalig nölige aber dabei kaum nervig wirkende Gesang wie etwa
in „Going Out With The Dead“ verhilft der Band ebenfalls
zu einer herausragenden Position im Gedränge skandinavischer Musikkapellen.
Wer bereits alle klassischen Punk Rock-Platten zu Hause
hortet, braucht „The Band“
sicher nicht zwingend. Besser als die Klassiker ist diese Platte nicht.
Allerdings werden die alten Platten nach dem tausendsten Hörgenuss
sicher nicht frischer. Wer diese mittlerweile also über hat, der
sollte seine Fühler mal nach den Platten von Randy ausstrecken.
Fazit: Ist Randy
nun die Band? Ein Urteil, das sich so leicht nicht fällen lässt.
Randy sind sicher eine Band, deren Musik es wert ist, gehört zu werden.
„The Band“ macht da keine Ausnahme.
(Tretti)
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