.The Roots - "Phrenology" (mca / vö: 02.12.2002)

phrenologie ist die lehre von der jeweiligen kopfform und der damit angeblich verbundenen möglichkeit, rückschlüsse auf die psyche zu ziehen.
das intro heißt daher "phrentrow" indem die roots direkt mehrfach ankündigen "we will rock you"! die bisher so auf hiphop focussierte combo schlägt diesmal einen ganz neuen weg ein, heftig, poppig und rockig und abgedreht ist diesmal also auch erlaubt. das es abwechslungsreich wird, ist schon am listing der gastmusikern nelly furtado, jill scott, talib kweli und amiri baraka zu erkennen.

die ehemals so auf zurückhaltenden rap und hiphop eingeschossene combo aus philly überrascht mit rockigen elementen. im besten song der platte spielen sie daher auf einen alten hit namens "act too (the love of my life)" an. in dem song ging es um die frau, die die roots immer lieben werden - nämlich hiphop. jetzt betrügen sie diese frau mit - rock! (im song the seed, symbolisch gesehen).

auf phrenologie wird viel experimentiert (track 3 hätte man sich schenken können) und so dauert es bis zum 4.titel, bis wirklicher hiphop mit "sacrifice" zu hören ist. danach plätschert das album weiter interessant vor sich hin, bis der achte song "the seed" wohl die fans fast jeden genres aufhorchen läßt. der song zeigt die absolute stärke der roots, unglaubliches gefühl für den richtigen rhytmus und gute, nicht prollige texte. die anschließende, etwas nervige, vom refrain völlig überlastete ballade "break you off" wurde einzig und allein für die charts produziert, um dem billig-konsumenten in der heavy rotation zum kauf zu überreden. das instrumental "water" beginnt als psychedelic-chillout-song, dessen melodie dann von allen möglichen instrumenten und samples überdeckt wird und total überdreht. den regenfall als ausklang benötigt man dann auch, da dieser track irgendwie aufwühlend ist. hört sich an wie ein LSD-trip, nur nicht so gut.
danach kommen noch ein paar zwischenstücke und das was die roots immer noch am besten können: rap/hiphop songs, wie "pussy galore"

Anspieltips:
04. sacrifice
07. thought @ work
08. the seed 2.0 (der eindeutig beste, stilvollste und durchdachteste song des albums!!)
12. pussy galore
(gesamspielzeit: 14 tracks, 61 minuten)


Fazit: ein sehr abwechslungsreiches aber nicht nur gutes album. ist aber für fans allein wegen der oben genannten songs (anspieltips) das geld wert. so oder so, in song 8, "the seed" sollte jeder mal reinhören!